Ein Buch – das Update (13): Die Idee von Leitlinien

Am Wochenende mal ein bisschen nachgedacht: Was wollen wir mit diesem Buch überhaupt? In welche inhaltliche Richtung soll das gehen? Was können wir, was können wir nicht? Das Ergebnis der Überlegungen kommt jetzt — ich freue mich über jedes Feedback:

1. Die Ziele des Buchs

Erstens: einen ständigen Bezug zwischen alten und neuen Medien herstellen. Das Buch wird kein Buch über Onlinejournalismus. Sondern eines, dass vor allem die Vernetzung der Dinge miteinander klarmacht. Zweitens: ständiger Praxisbezug, jeder Autor, der eine These aufstellt, der in einem Kapitel etwas schildert, muss in der Lage sein, anhand eines Praxisbeispiels zu erklären, wie das dann im echten Leben aussieht. Und drittens: Es wäre schön, wenn am Ende eine Idee, ein Bild davon entstehen würde, in welcher Welt sich Journalisten heute und in Zukunft bewegen werden.

2. Inhaltliche Ausrichtung

Es handelt sich um ein Ausbildungsbuch, das aber auch von denen gelesen werden darf und soll, die sich bereits im Beruf befinden und sich und ihr Wissen der neuen digitalen Welt anpassen wollen. Wir setzen ein paar wenige Grundkenntnisse voraus, weil wir es nicht leisten wollen, Kapitel über Überschriften oder Nachrichten zu schreiben. Erstens würde das jeden Umfang sprengen und zweitens gibt es dazu derart viel Literatur, dass wir sie nicht noch ein 17. Mal neu auflegen müssen. Wir gehen also davon aus, dass der Leser dieses Buchs zumindest die handwerklichen Mindestanforderungen an den Journalismus in seinem angestammten Medium kennt und zudem auch die Grundlagen von digitalen Medien beherrscht. Ausnahmen sind die Erstellung von Audios, Videos und allen multimedialen Anwendungen. Wir können nicht voraussetzen, dass jeder weiß, wie er mit einer Videokamera umzugehen hat und wie er einen ordentlichen Dreiminüter produziert. In diesen Bereichen werden die grundlegenden Inhalte sicher stärker vertreten sein. Natürlich wollen wir ein Buch machen, das sich sehr stark auf die Anforderungen an Journalisten im digitalen Zeitalter konzentriert, trotzdem wollen wir ein Buch machen, das für Journalisten aus den analogen Medien genauso relevant ist wie für Onliner. Insbesondere soll in allen Kapiteln immer wieder die Vernetzung zwischen alt und neu aufgezeigt werden, ebenso wie eine potentielle Weiterentwicklung dieser Medien. Wir wollen darlegen, dass es Zeitungen, Radio und Fernsehen auch in Zukunft geben wird – aber trotzdem nichts mehr so sein wird, wie es einmal war.

3. Theorie und Praxis

Das Buch soll keine lose Aufsatzsammlung werden. Trotz verschiedener Autoren soll es in sich stimmig und stringent sein. Wir wollen Ausblicke auf die Zukunft geben und trotzdem sofort und unmittelbar den Bezug zur Praxis herstellen. Es darf keine Theorie geben, die nicht unmittelbar durch die Praxis belegt werden kann. Wir wollen keine wolkigen Theorien aufstellen, wie es einmal werden könnte – sondern zeigen, wie es ist und man wie man damit im journalistischen Alltag umgeht. Bis zu einem gewissen Grad werden wir auch altbekannte Handwerksgeräte und Handlungsanweisungen noch einmal aufnehmen, danach aber sofort aufzeigen, wie die praktische Weiterentwicklung aussieht. Wir wollen Ansätze finden, wie der crossmedial denkende und arbeitende Journalist heute aussehen kann, ohne dabei zur „eierlegenden Wollmilchsau“ zu werden. Wir wollen kein Wolkenkuckucksheim bauen und wir wollen so nahe an der Realität bleiben wie nur möglich.