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	<title>Kommentare zu: Zeitungskrise? Zeitungsende!</title>
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	<description>Anmerkungen eines Medienmenschen</description>
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		<title>Von: Zeitungen und ihre Leser: Für wen wird die Tagespresse eigentlich gemacht? &#8212; Carta</title>
		<link>http://www.blog-cj.de/blog/2012/11/14/zeitungskrise-zeitungsende/comment-page-1/#comment-11516</link>
		<dc:creator>Zeitungen und ihre Leser: Für wen wird die Tagespresse eigentlich gemacht? &#8212; Carta</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Nov 2012 16:50:57 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[[...] FR machen &#252;berwiegend das Internet als B&#246;sewicht aus. Tiefer gehen etwa Wolfgang Blau und Christian Jakubetz mit ihren grunds&#228;tzlichen Zweifeln an der Zukunftsf&#228;higkeit des Produkts [...]]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] FR machen &#252;berwiegend das Internet als B&#246;sewicht aus. Tiefer gehen etwa Wolfgang Blau und Christian Jakubetz mit ihren grunds&#228;tzlichen Zweifeln an der Zukunftsf&#228;higkeit des Produkts [...]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: JH</title>
		<link>http://www.blog-cj.de/blog/2012/11/14/zeitungskrise-zeitungsende/comment-page-1/#comment-11470</link>
		<dc:creator>JH</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 20 Nov 2012 09:28:39 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Es ist nicht die Frage, ob das Trägermedium einer Zeitung Papier oder eine PDF-Datei bzw. ein APP ist.

Das Problem ist die miserable inhaltliche Qualität der deutschen Tages- und Wochenzeitungen. Warum soll ich mir von einem &quot;Journalisten&quot; Fachinhalte darstellen lassen, der in dem jeweiligen Fachbereich wenig bis gar nicht qualifiziert ist?
Beispielsweise strotzen die Wirtschaftsteile vieler Zeitungen, ob Handelsblatt, Zeit, FTD, Spiegel etc. nur so von Fehlern und Halbwissen. Man müsste zunächst einmal in den jeweiligen Fachbereichen die jeweiligen &quot;Fachleute&quot; einsetzen, also Ärzte, Diplom-Kaufleute, Juristen, Architekten, Volkswirte etc. Die alleinige Qualifikation &quot;Journalist&quot; wird nicht benötigt, da diesen Menschen der fachliche Hintergrund fehlt.
Ein weiteres Problem ist bekanntlich die sterotype-Propaganda, z.B. &quot;Deutschland geht es gut&quot;, die &quot;Journalisten&quot; völlig unkritisch von PR-Abteilungen der Konzerne, der Verbände, der Parteien und der Regierungsorgane übernehmen -]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist nicht die Frage, ob das Trägermedium einer Zeitung Papier oder eine PDF-Datei bzw. ein APP ist.</p>
<p>Das Problem ist die miserable inhaltliche Qualität der deutschen Tages- und Wochenzeitungen. Warum soll ich mir von einem &#8220;Journalisten&#8221; Fachinhalte darstellen lassen, der in dem jeweiligen Fachbereich wenig bis gar nicht qualifiziert ist?<br />
Beispielsweise strotzen die Wirtschaftsteile vieler Zeitungen, ob Handelsblatt, Zeit, FTD, Spiegel etc. nur so von Fehlern und Halbwissen. Man müsste zunächst einmal in den jeweiligen Fachbereichen die jeweiligen &#8220;Fachleute&#8221; einsetzen, also Ärzte, Diplom-Kaufleute, Juristen, Architekten, Volkswirte etc. Die alleinige Qualifikation &#8220;Journalist&#8221; wird nicht benötigt, da diesen Menschen der fachliche Hintergrund fehlt.<br />
Ein weiteres Problem ist bekanntlich die sterotype-Propaganda, z.B. &#8220;Deutschland geht es gut&#8221;, die &#8220;Journalisten&#8221; völlig unkritisch von PR-Abteilungen der Konzerne, der Verbände, der Parteien und der Regierungsorgane übernehmen -</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Mehr Journalisten ins Lokale &#171; Ankommen in Bayreuth</title>
		<link>http://www.blog-cj.de/blog/2012/11/14/zeitungskrise-zeitungsende/comment-page-1/#comment-11464</link>
		<dc:creator>Mehr Journalisten ins Lokale &#171; Ankommen in Bayreuth</dc:creator>
		<pubDate>Mon, 19 Nov 2012 08:06:00 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[[...] Jakubetz (Ich weiß, eigentlich meinst Du es ja gut mit uns, Christian) die Paywall ablehnen (&#8220;Bezahlschranke runter und alles wird gut, das ist das aktuelle Mantra&#8221;). Ich finde sie richtig, denn immer noch gilt: Was nichts kostet, ist nichts wert. Entscheidend [...]]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Jakubetz (Ich weiß, eigentlich meinst Du es ja gut mit uns, Christian) die Paywall ablehnen (&#8220;Bezahlschranke runter und alles wird gut, das ist das aktuelle Mantra&#8221;). Ich finde sie richtig, denn immer noch gilt: Was nichts kostet, ist nichts wert. Entscheidend [...]</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Print, Generation Y, Tageszeitung&#8230;System-Absturz! &#124; Wiewoda. W-Fragen und ihre Antworten.</title>
		<link>http://www.blog-cj.de/blog/2012/11/14/zeitungskrise-zeitungsende/comment-page-1/#comment-11463</link>
		<dc:creator>Print, Generation Y, Tageszeitung&#8230;System-Absturz! &#124; Wiewoda. W-Fragen und ihre Antworten.</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Nov 2012 18:15:41 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[[...] Ich stimme mit vielem in Jakblogs Beitrag &#8220;Zeitungskrise? Zeitungsende!&#8221; überein. Ich meine auch, dass das Modell “Tagesrückblick – nur 12 Stunden zu spät” am Ende ist. [...]]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Ich stimme mit vielem in Jakblogs Beitrag &#8220;Zeitungskrise? Zeitungsende!&#8221; überein. Ich meine auch, dass das Modell “Tagesrückblick – nur 12 Stunden zu spät” am Ende ist. [...]</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: kilroy</title>
		<link>http://www.blog-cj.de/blog/2012/11/14/zeitungskrise-zeitungsende/comment-page-1/#comment-11462</link>
		<dc:creator>kilroy</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Nov 2012 15:26:48 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[@Schreiber:

Chapeau!]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>@Schreiber:</p>
<p>Chapeau!</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: die ennomane &#187; Blog Archive &#187; Links der Woche</title>
		<link>http://www.blog-cj.de/blog/2012/11/14/zeitungskrise-zeitungsende/comment-page-1/#comment-11461</link>
		<dc:creator>die ennomane &#187; Blog Archive &#187; Links der Woche</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Nov 2012 11:00:24 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[[...] Zeitungskrise? Zeitungsende!: [...]]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Zeitungskrise? Zeitungsende!: [...]</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Wiewoda</title>
		<link>http://www.blog-cj.de/blog/2012/11/14/zeitungskrise-zeitungsende/comment-page-1/#comment-11460</link>
		<dc:creator>Wiewoda</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Nov 2012 09:15:56 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Ich stimme Jakblog zu, dass das Modell &quot;Tagesrückblick - nur 12 Stunden zu spät&quot; am Ende ist.

Das schrieben viele aber schon vor dem New-Economy-Crash - und an dieser Tatsache hat sich auch nichts geändert. Gewohnheiten hängen uns aber wie treue Tierchen am Bein, die wir alten Herrschaften (ich bin Jahrgang 1976) eben nicht so schnell abschütteln. Will sagen: Ich fahre jeden Mprgen mit dem Fahrstuhl vom 7. Stock ganz runter zum Briefkasten, angele mir das Papierungetüm (das, wenn es besonders dick geraten ist, gerne bereits vom scharfkantigen Deckel zerfleddert wurde) - und inzwischen frage ich mich, wenn ich morgens - lange vor diesem mühsamen Gang - bereits bei Spon etc. die aktuellsten Nachrichten gelesen habe: Warum mach ich das denn noch? Es ist mehr das Ritual als die wertvolle, nützliche Information.

Aber je jünger, desto mehr verschieben sich die Gewichte eben hin zu nutzenorientierten Betrachtungen bezüglich Zeitungspapier und dem Zeitpunkt, zu dem es bedruckt wird - je kürzer die Zeit der Betreffenden war, die sie ausschließlich mit gedruckten Zeitungen verbrachten in ihrem Leben... Ich sehe die vielbeschworene &quot;Generation Y&quot;-Theorie immer wieder bestätuigt: Die nach 1982 Geborenen haben keinen Bezug mehr zur Wooden Press. Und das wird ihr Verschwinden bedeuten. Aber die beiden Märkte werden noch eine ziemlich lange Weile nebeneinander existieren, mit beschleunigter Abwärtsbewegung für Print, weil die Werbetreibenden auch jünger werden, Kosten und Nutzen von Print-Anzeigenwerbung knallhart hinterfragen usw. usf. Und je nach Renditeerwartung verschiedener Verlagshäuser wird es dann für viele Zeitungen nicht mehr langen, wenn alle Spar- und Entlassungsrunden in der Redaktion - komisch, komisch - nur den Abwärtstrend weiter beschleunigt haben.

Ich freue mich auf die Zeit, in der mehr nutzwertige Informationen und Services über Leser/Nutzer entscheiden als die Macht im Vertriebskanal und der Besitz von Druckmaschinen - und übrigens auch Wissen über Journalismus. Aber die völlige Demokratisierung und &quot;Schwarm&quot;-isierung der deutschen Presselandschaft im Sinne des Bloggertums wird auch nicht kommen. Die Verlage könnten die besten Blogger unter Vertrag nehmen - wenn die denn wollen und nicht ganz anderen Berufen nachgehen... Aber was mich unendlich freut: Die einstmals bildungsbürgerlichen Gatekeeper der klassischen Abonnementszeitungen verlieren ihre Wächterrolle.

Was denn nun des Lesens würdig ist, haben ja tatsächlich jahrzehntelang die Herren Chefredakteure und Ressortleiter wie weise Väter für uns bestimmt. Und dabei kam dann raus, was eben so in den Kanon des von der jeweiligen Tageszeitung so repräsentierten bildungsbürgerlichen Weltbilds passt (USA ja, Afrika nein, alles was sich mit ökonomischen Zweckmäßigkeiten begründen lässt, eher ja...usw). Da kann ich nur sagen: Schade. Bye, bye, die vierte Gewalt im Staate verteilt sich künftig auf ein paar Schultern mehr. Das Prinzip Wikileaks wäre hier auch mal wieder zu würdigen, gerade wenn ich an den von der BBC vertuschten Kindermissbrauchs-Skandal denke....

Long story short: Ich würde bedauern, wenn für qualitätsvolle Texte und damit verbundene Services keine anständigen Preise bezahlt werden.

Aber ich sehe es genauso wie Jakblog bzw. seine Kommentatoren: Das Geschäftsmodell der Tageszeitung - qualitätsvoller Text plus sauteure ganzseitige Anzeige in 4c daneben ist - eben auch schon zu 50 Prozent Querfinanzierung, wenn 50 Prozent des Arbeitsplatzes der Edelfeder, die den Text daneben geschrieben hat, eben über Anzeigen und nicht vom Leser durch Abonnement oder Einzelverkauf bezahlt werden. Jetzt ändert sich das Geschäftsmodell, die Querfinanzierung wird anders erfolgen müssen. Und da wird sich was finden, ich bin mir sicher.
Und da sehe ich die Analogie zum Bereich Musikvermarktung genauso: Schallplatten- und CD-Verkäufe schwächeln wirtschaftlich wegen struktureller Veränderungen (die Digitalisierung/Internet ist eine solche). Dann lebe das Konzert mit Eintrittspreisen, für die mal locker das Drei- oder Zigfache bezahlt wird, verglichen mit der Zeit vor 20 Jahren. Natürlich endet die Analogie zur Musik an vielen Stellen: Die Tageszeitungen transportieren Geschriebenes, das Internet transportiert auch Audio und Video. Das hat natürlich Konsequenzen für künftige Informationsvermittlung. Es wird eine Konzentration geben auf den Kernnutzen, der hinter Tageszeitungen steckt: Alltag-Nutzwert-Information - was läuft im Kino, Theater, wo ist das Heizöl am billigsten) / Teilhabe an der Gemeinschaft - Diskussion, Bestätigung, Identifikation der eigenen Identität über das Gefühl, zu einer Gemeinschaft z.B. linksliberaler, sozial engagierter Bürger zu zählen (wofür wohl in etwa die Frankfurter Rundschau steht) - und hier sind wir an einem höchst interessanten Punkt, den die Tageszeitung abdeckt, wie es Facebook oder andere dialogorienterte Tools im Internet noch nicht vermögen: Statussymbol zu sein für die eigene Selbstvergewisserung: Ich bin ein Akademiker - dieser gefühlte Nutzen steckt etwa in der Marke &quot;Die Zeit&quot;. Und &quot;Die Zeit&quot; versucht das ja z.B. auch betriebswirtschaftlich umzumünzen: Vortragsreihen, Seminare. Universität der Leser? Bietet &quot;Die Zeit&quot; schon an mit &quot;Seminar&quot;/Weiterbildungs-Programmen zu Themen aus einem bildungsbürgerlichen Kanon oder aus universitären Curricula. In diese Richtung könnte viellecht ja auch die Reise gehen für Zeitungen/TV/Radio - Online-Bürgeruniversität mit qualitätsvollem Austausch über aktuelle Tagesthemen im Online-Bürger-Newsroom - ob sich damit die Erlöse aus seligsten Printzeiten erwirtschaften lassen?  Keiner weiß...]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Ich stimme Jakblog zu, dass das Modell &#8220;Tagesrückblick &#8211; nur 12 Stunden zu spät&#8221; am Ende ist.</p>
<p>Das schrieben viele aber schon vor dem New-Economy-Crash &#8211; und an dieser Tatsache hat sich auch nichts geändert. Gewohnheiten hängen uns aber wie treue Tierchen am Bein, die wir alten Herrschaften (ich bin Jahrgang 1976) eben nicht so schnell abschütteln. Will sagen: Ich fahre jeden Mprgen mit dem Fahrstuhl vom 7. Stock ganz runter zum Briefkasten, angele mir das Papierungetüm (das, wenn es besonders dick geraten ist, gerne bereits vom scharfkantigen Deckel zerfleddert wurde) &#8211; und inzwischen frage ich mich, wenn ich morgens &#8211; lange vor diesem mühsamen Gang &#8211; bereits bei Spon etc. die aktuellsten Nachrichten gelesen habe: Warum mach ich das denn noch? Es ist mehr das Ritual als die wertvolle, nützliche Information.</p>
<p>Aber je jünger, desto mehr verschieben sich die Gewichte eben hin zu nutzenorientierten Betrachtungen bezüglich Zeitungspapier und dem Zeitpunkt, zu dem es bedruckt wird &#8211; je kürzer die Zeit der Betreffenden war, die sie ausschließlich mit gedruckten Zeitungen verbrachten in ihrem Leben&#8230; Ich sehe die vielbeschworene &#8220;Generation Y&#8221;-Theorie immer wieder bestätuigt: Die nach 1982 Geborenen haben keinen Bezug mehr zur Wooden Press. Und das wird ihr Verschwinden bedeuten. Aber die beiden Märkte werden noch eine ziemlich lange Weile nebeneinander existieren, mit beschleunigter Abwärtsbewegung für Print, weil die Werbetreibenden auch jünger werden, Kosten und Nutzen von Print-Anzeigenwerbung knallhart hinterfragen usw. usf. Und je nach Renditeerwartung verschiedener Verlagshäuser wird es dann für viele Zeitungen nicht mehr langen, wenn alle Spar- und Entlassungsrunden in der Redaktion &#8211; komisch, komisch &#8211; nur den Abwärtstrend weiter beschleunigt haben.</p>
<p>Ich freue mich auf die Zeit, in der mehr nutzwertige Informationen und Services über Leser/Nutzer entscheiden als die Macht im Vertriebskanal und der Besitz von Druckmaschinen &#8211; und übrigens auch Wissen über Journalismus. Aber die völlige Demokratisierung und &#8220;Schwarm&#8221;-isierung der deutschen Presselandschaft im Sinne des Bloggertums wird auch nicht kommen. Die Verlage könnten die besten Blogger unter Vertrag nehmen &#8211; wenn die denn wollen und nicht ganz anderen Berufen nachgehen&#8230; Aber was mich unendlich freut: Die einstmals bildungsbürgerlichen Gatekeeper der klassischen Abonnementszeitungen verlieren ihre Wächterrolle.</p>
<p>Was denn nun des Lesens würdig ist, haben ja tatsächlich jahrzehntelang die Herren Chefredakteure und Ressortleiter wie weise Väter für uns bestimmt. Und dabei kam dann raus, was eben so in den Kanon des von der jeweiligen Tageszeitung so repräsentierten bildungsbürgerlichen Weltbilds passt (USA ja, Afrika nein, alles was sich mit ökonomischen Zweckmäßigkeiten begründen lässt, eher ja&#8230;usw). Da kann ich nur sagen: Schade. Bye, bye, die vierte Gewalt im Staate verteilt sich künftig auf ein paar Schultern mehr. Das Prinzip Wikileaks wäre hier auch mal wieder zu würdigen, gerade wenn ich an den von der BBC vertuschten Kindermissbrauchs-Skandal denke&#8230;.</p>
<p>Long story short: Ich würde bedauern, wenn für qualitätsvolle Texte und damit verbundene Services keine anständigen Preise bezahlt werden.</p>
<p>Aber ich sehe es genauso wie Jakblog bzw. seine Kommentatoren: Das Geschäftsmodell der Tageszeitung &#8211; qualitätsvoller Text plus sauteure ganzseitige Anzeige in 4c daneben ist &#8211; eben auch schon zu 50 Prozent Querfinanzierung, wenn 50 Prozent des Arbeitsplatzes der Edelfeder, die den Text daneben geschrieben hat, eben über Anzeigen und nicht vom Leser durch Abonnement oder Einzelverkauf bezahlt werden. Jetzt ändert sich das Geschäftsmodell, die Querfinanzierung wird anders erfolgen müssen. Und da wird sich was finden, ich bin mir sicher.<br />
Und da sehe ich die Analogie zum Bereich Musikvermarktung genauso: Schallplatten- und CD-Verkäufe schwächeln wirtschaftlich wegen struktureller Veränderungen (die Digitalisierung/Internet ist eine solche). Dann lebe das Konzert mit Eintrittspreisen, für die mal locker das Drei- oder Zigfache bezahlt wird, verglichen mit der Zeit vor 20 Jahren. Natürlich endet die Analogie zur Musik an vielen Stellen: Die Tageszeitungen transportieren Geschriebenes, das Internet transportiert auch Audio und Video. Das hat natürlich Konsequenzen für künftige Informationsvermittlung. Es wird eine Konzentration geben auf den Kernnutzen, der hinter Tageszeitungen steckt: Alltag-Nutzwert-Information &#8211; was läuft im Kino, Theater, wo ist das Heizöl am billigsten) / Teilhabe an der Gemeinschaft &#8211; Diskussion, Bestätigung, Identifikation der eigenen Identität über das Gefühl, zu einer Gemeinschaft z.B. linksliberaler, sozial engagierter Bürger zu zählen (wofür wohl in etwa die Frankfurter Rundschau steht) &#8211; und hier sind wir an einem höchst interessanten Punkt, den die Tageszeitung abdeckt, wie es Facebook oder andere dialogorienterte Tools im Internet noch nicht vermögen: Statussymbol zu sein für die eigene Selbstvergewisserung: Ich bin ein Akademiker &#8211; dieser gefühlte Nutzen steckt etwa in der Marke &#8220;Die Zeit&#8221;. Und &#8220;Die Zeit&#8221; versucht das ja z.B. auch betriebswirtschaftlich umzumünzen: Vortragsreihen, Seminare. Universität der Leser? Bietet &#8220;Die Zeit&#8221; schon an mit &#8220;Seminar&#8221;/Weiterbildungs-Programmen zu Themen aus einem bildungsbürgerlichen Kanon oder aus universitären Curricula. In diese Richtung könnte viellecht ja auch die Reise gehen für Zeitungen/TV/Radio &#8211; Online-Bürgeruniversität mit qualitätsvollem Austausch über aktuelle Tagesthemen im Online-Bürger-Newsroom &#8211; ob sich damit die Erlöse aus seligsten Printzeiten erwirtschaften lassen?  Keiner weiß&#8230;</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Gedruckte Tageszeitung, bye-bye! Zahlungspflichtige Online-Bürgeruniversität, hello? &#124; Wiewoda. W-Fragen und ihre Antworten.</title>
		<link>http://www.blog-cj.de/blog/2012/11/14/zeitungskrise-zeitungsende/comment-page-1/#comment-11459</link>
		<dc:creator>Gedruckte Tageszeitung, bye-bye! Zahlungspflichtige Online-Bürgeruniversität, hello? &#124; Wiewoda. W-Fragen und ihre Antworten.</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 18 Nov 2012 09:15:29 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[[...] Unter der Überschrift &#8220;Zeitungskrise? Zeitungsende!&#8221; hat Jakblog die jüngsten Schrecke... allen voran das Insolvenzverfahren bei  der &#8220;Frankfurter Rundschau&#8221; &#8211; bewertet.  Ich stimme ihm zu, dass das Modell &#8220;Tagesrückblick &#8211; nur 12 Stunden zu spät&#8221; am Ende ist. [...]]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>[...] Unter der Überschrift &#8220;Zeitungskrise? Zeitungsende!&#8221; hat Jakblog die jüngsten Schrecke&#8230; allen voran das Insolvenzverfahren bei  der &#8220;Frankfurter Rundschau&#8221; &#8211; bewertet.  Ich stimme ihm zu, dass das Modell &#8220;Tagesrückblick &#8211; nur 12 Stunden zu spät&#8221; am Ende ist. [...]</p>
]]></content:encoded>
	</item>
	<item>
		<title>Von: Schreiber</title>
		<link>http://www.blog-cj.de/blog/2012/11/14/zeitungskrise-zeitungsende/comment-page-1/#comment-11451</link>
		<dc:creator>Schreiber</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Nov 2012 11:06:36 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Lässt man die Meinungsbeiträge zum Thema etwas sacken, stellt sich doch schnell heraus, dass die Debatte wieder in Richtung &quot;Befindlichkeiten&quot; und in einen Meta-Diskurs über die &quot;Zukunft des Journalismus&quot; abgedriftet ist.

Was aber ist eigentlich passiert? Letztlich hat es einfach ein Marktteilnehmer in einer bestimmten Branche nicht geschafft, profitabel zu sein.
 
Das Ende der FR nun als &quot;Ende von Konzepten&quot; zu betrachten, oder als &quot;Weckruf&quot; zu verorten, schießt über das Ziel hinaus. Die FR war schon nicht mehr profitabel, BEVOR das Internet die Medienlandschaft verändert hat, und dass sie - wenn eine der großen überregionalen Zeitungen mal sterben würde - diejenige sei, bei der das Risiko am größten ist, das vermuteten viele.
Natürlich ist das jetzt aber ein dankbarer Aufhänger, um mal wieder eine Grundsatzdebatte anzufeuern, aber letztlich ist hier doch nur ein Marktteilnehmer verschwunden, der es nicht geschafft hat
 
a) sich verändernden Kundenbedürfnissen anzupassen
b) es nicht verstanden hat, sich gegenüber dem stärksten Wettbewerber in seinem Segment (taz) durch einen eigenständigen Markenkern abzugrenzen und zu profilieren

Klingt kalt und nach Binsen? Ok, aber wofür stand die FR eigentlich? In welchem Ressort hat die sich profilieren können und sich damit ein Alleinstellungsmerkmal aufgebaut? Welcher Leitartikel hat da mal ein Echo hervorgerufen? Welche Autoren gibt es da, die selbst zu einer Marken geworden wären, so dass sie das Profil der Dachmarke stützen und schärfen würden?

Das sind aus meiner Sicht die entscheidenden Fragen, wenn man denn eine Qualitätsdebatte führen will. Nicht &quot;Online&quot; vs &quot;Print&quot;, oder ein Streit um Formate, Gratiskultur, oder Spekulation a la &quot;Who is next?&quot;.

Aber nimmt man das Thema als Aufhänger für eine Grundsatzdebatte, dann sollte man auch unbequem werden. Aber nicht gegenüber einer Veränderungskultur oder den einzelnen Kräften, sondern am besten gegenüber sich selbst: Die &quot;Zukunft des Journalismus&quot; liegt weder in nostalgischer Schwärmerei, noch in Meta-Kamingesprächen, noch in Format-Streits, sondern in der Klärung wirtschaftlicher Sachzusammenhänge und Abhängigkeiten des &quot;Hier &amp; Jetzt&quot;.

Wie wenig das aber passiert, sieht man an einer Entwicklung der jüngeren Vergangenheit, die zwar viele erwähnen und über die sich viele wundern, aber deren Hintergrund kaum hinterfragt wurde: Warren Buffet hat über 60 Zeitungen gekauft. Vor einem halben Jahr. Auf den Leitartikel, der sich mit allen Facetten nach dem &quot;Warum&quot; beschäftigt&amp;versucht Learnings daraus abzuleiten, warte ich bis heute...

Es wird erwähnt und man wundert sich. Aha. Derlei Beispiele gibt es viele:

- SpOn hat mit ca. 30Mio € Werbeeinnahmen in 2011 10% zum Gesamtumsatz des Verlages beigesteuert. Man erwähnt es und wundert sich. Die Frage, was die richtig machen und andere in der Branche nicht? Stellt niemand.

- ePapers verkaufen sich besser als Tablet-Apps? Man erwähnt es, wundert sich und propagiert dennoch weiter fröhlich die Zukunft überladener RichMedia-Formate, die Lesern unterwegs ein multimediales Lesevergnügen bescheren sollen. Das täglich 300MB-400MB groß ist. Man wundert sich weiter.

- Die NYT bietet einzeln an, hat aber auch einen Festpreis für ihre Digital-Abos (Web&amp; plattformübergreifend alle Apps). &quot;One Price Fits All&quot;. In Deutschland muss man bei vielen Zeitungen für fast jeden digitalen Kanal extra bezahlen, täglich, wöchentlich, monatlich, jährlich. Leser wollen sich aber nicht &quot;abschöpfen&quot; lassen, und über derlei Vertriebskonzepte, die für Verlagsleute in Stein gemeißelt scheinen, lacht die Generation Facebook gar nur noch. Man wundert sich weiter.

Learnings anywhere?

Und die Rahmenbedingungen?

Journalisten scheinen vielfach kaum in der Lage, sich selbst, ihre Arbeitsleistung, die Position ihrer Verlage am Markt, oder deren wirtschaftliche Zwänge, adäquat zu bewerten und zu verorten. Oder das überhaupt zu wollen. Deshalb lassen sie sich

a) leicht ausnutzen
b) und sehen nicht voraus, wann und warum ihr Unternehmen am Abgrund steht

Man flucht&amp;ärgert sich, führt aber &quot;Kaufmännische Grundbildung&quot; weiterhin nicht als einen festen Bestandteil in die journalistische Ausbildung mit ein. Wann wäre das jemals angebrachter gewesen als heute? 
Stattdessen wundert man sich lieber weiter.

Irgendwie scheint es mir so, als hockte da eine ganze Generation Journalisten, die, über humanistische Gymnasien in Deutsch-Leistungskursen zum Abitur und dann über journalistische Ausbildung, oder geisteswissenschaftliche Studiengänge ans Schreibbrett gekommen ist, und jetzt, wo ihre Organisationen, ihre Unternehmen, die ihnen über Jahrzehnte sicher erschienen, den Bach runtergehen (oder aber von knallharten Controllern gesteuert werden) rumlaufen und sich in Bedauern und Systemfragen flüchten.

Mythen, Moral, Ethik, Qualität, journalistische Tugenden, innere Redaktionsfreiheit und Binnenpluralismus...? 

Bitte derlei einpacken und aufsparen für das nächste Kamingespräch. Der Deutsch-Leistungskurs ist vorbei: Verlage verändern sich, werden E-Commerce-Player, koppeln sich an PR-und Werbewirtschaft und sichern damit ihre Erträge. So ist das halt.

Aber ist das schlimm?

Letztlich hat sich nichts geändert. Es war den meisten früher nur nicht so klar: Qualität wurde schon immer querfinanziert. Seit jeher füttern die Anzeigen-Gelder im Wirtschaftsteil das Feuilleton mit durch.

Und heute? Füttert SpOn eben das Web. Was gut klickt, bringt die Aufmerksamkeit, lässt die Preise für Werbefläche steigen, bringt letztlich viel Geld rein, und wenn es so weitergeht, werden die SpOn-Werbegelder irgendwann vielleicht mal den Print-Spiegel querfinanzieren. Selbst wenn die Print-Redaktion vor lauter Empörung geschlossen mit Schnappatmung umkippen würde, es würde nichts daran ändern. 

Wer derlei Veränderungen nicht mittragen will, oder kann, weil es seiner inneren Überzeugung widerspricht, der wird scheitern, denn letztlich ist ein Verlag ein Unternehmen wie jedes andere auch: Ein Organismus, in dem Vitamine verarbeitet und Viren abgestoßen werden. 

Bei der FR gehen die Lichter aus, und man landet jetzt, mit Hilferufen und Durchalteparolen, mal in den Social News Aggregatoren? Schade, wäre man früher mal öfter mit irgendwas in den Aggregatoren aufgetaucht, wäre man jetzt vielleicht nicht pleite. 

Ja, das ist Popkultur, ja, das ist nicht schön, ja, das ist nicht die große journalistische Bühne, ja, es ist nicht angenehm, morgens gegen die Uhr und gegen die anderen mit irgendwas auf den Ticker zu kommen, aber es ist das, was die Kasse füllt, den Laden notfalls am laufen hält und einem den Freiraum schafft, auch andere Inhalte liefern zu können. Die weniger gelesen werden, aber die mehr glänzen.

Mehr ist es doch nicht. Und selbst der verbittertste Herausgeber, die naivste Edelfeder, oder der bornierteste Qualitätsjournalist sollte sich die Frage beantworten, was besser ist: 
Sich verändern und auch mal mit Populär-Journalismus und Werbeformaten den Markt zu bedienen, oder aber &quot;ehrenhaft&quot; zu scheitern und 4 Wochen vor Weihnachten zu erfahren, dass es für ihn nicht weitergehen wird...?]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lässt man die Meinungsbeiträge zum Thema etwas sacken, stellt sich doch schnell heraus, dass die Debatte wieder in Richtung &#8220;Befindlichkeiten&#8221; und in einen Meta-Diskurs über die &#8220;Zukunft des Journalismus&#8221; abgedriftet ist.</p>
<p>Was aber ist eigentlich passiert? Letztlich hat es einfach ein Marktteilnehmer in einer bestimmten Branche nicht geschafft, profitabel zu sein.</p>
<p>Das Ende der FR nun als &#8220;Ende von Konzepten&#8221; zu betrachten, oder als &#8220;Weckruf&#8221; zu verorten, schießt über das Ziel hinaus. Die FR war schon nicht mehr profitabel, BEVOR das Internet die Medienlandschaft verändert hat, und dass sie &#8211; wenn eine der großen überregionalen Zeitungen mal sterben würde &#8211; diejenige sei, bei der das Risiko am größten ist, das vermuteten viele.<br />
Natürlich ist das jetzt aber ein dankbarer Aufhänger, um mal wieder eine Grundsatzdebatte anzufeuern, aber letztlich ist hier doch nur ein Marktteilnehmer verschwunden, der es nicht geschafft hat</p>
<p>a) sich verändernden Kundenbedürfnissen anzupassen<br />
b) es nicht verstanden hat, sich gegenüber dem stärksten Wettbewerber in seinem Segment (taz) durch einen eigenständigen Markenkern abzugrenzen und zu profilieren</p>
<p>Klingt kalt und nach Binsen? Ok, aber wofür stand die FR eigentlich? In welchem Ressort hat die sich profilieren können und sich damit ein Alleinstellungsmerkmal aufgebaut? Welcher Leitartikel hat da mal ein Echo hervorgerufen? Welche Autoren gibt es da, die selbst zu einer Marken geworden wären, so dass sie das Profil der Dachmarke stützen und schärfen würden?</p>
<p>Das sind aus meiner Sicht die entscheidenden Fragen, wenn man denn eine Qualitätsdebatte führen will. Nicht &#8220;Online&#8221; vs &#8220;Print&#8221;, oder ein Streit um Formate, Gratiskultur, oder Spekulation a la &#8220;Who is next?&#8221;.</p>
<p>Aber nimmt man das Thema als Aufhänger für eine Grundsatzdebatte, dann sollte man auch unbequem werden. Aber nicht gegenüber einer Veränderungskultur oder den einzelnen Kräften, sondern am besten gegenüber sich selbst: Die &#8220;Zukunft des Journalismus&#8221; liegt weder in nostalgischer Schwärmerei, noch in Meta-Kamingesprächen, noch in Format-Streits, sondern in der Klärung wirtschaftlicher Sachzusammenhänge und Abhängigkeiten des &#8220;Hier &amp; Jetzt&#8221;.</p>
<p>Wie wenig das aber passiert, sieht man an einer Entwicklung der jüngeren Vergangenheit, die zwar viele erwähnen und über die sich viele wundern, aber deren Hintergrund kaum hinterfragt wurde: Warren Buffet hat über 60 Zeitungen gekauft. Vor einem halben Jahr. Auf den Leitartikel, der sich mit allen Facetten nach dem &#8220;Warum&#8221; beschäftigt&amp;versucht Learnings daraus abzuleiten, warte ich bis heute&#8230;</p>
<p>Es wird erwähnt und man wundert sich. Aha. Derlei Beispiele gibt es viele:</p>
<p>- SpOn hat mit ca. 30Mio € Werbeeinnahmen in 2011 10% zum Gesamtumsatz des Verlages beigesteuert. Man erwähnt es und wundert sich. Die Frage, was die richtig machen und andere in der Branche nicht? Stellt niemand.</p>
<p>- ePapers verkaufen sich besser als Tablet-Apps? Man erwähnt es, wundert sich und propagiert dennoch weiter fröhlich die Zukunft überladener RichMedia-Formate, die Lesern unterwegs ein multimediales Lesevergnügen bescheren sollen. Das täglich 300MB-400MB groß ist. Man wundert sich weiter.</p>
<p>- Die NYT bietet einzeln an, hat aber auch einen Festpreis für ihre Digital-Abos (Web&amp; plattformübergreifend alle Apps). &#8220;One Price Fits All&#8221;. In Deutschland muss man bei vielen Zeitungen für fast jeden digitalen Kanal extra bezahlen, täglich, wöchentlich, monatlich, jährlich. Leser wollen sich aber nicht &#8220;abschöpfen&#8221; lassen, und über derlei Vertriebskonzepte, die für Verlagsleute in Stein gemeißelt scheinen, lacht die Generation Facebook gar nur noch. Man wundert sich weiter.</p>
<p>Learnings anywhere?</p>
<p>Und die Rahmenbedingungen?</p>
<p>Journalisten scheinen vielfach kaum in der Lage, sich selbst, ihre Arbeitsleistung, die Position ihrer Verlage am Markt, oder deren wirtschaftliche Zwänge, adäquat zu bewerten und zu verorten. Oder das überhaupt zu wollen. Deshalb lassen sie sich</p>
<p>a) leicht ausnutzen<br />
b) und sehen nicht voraus, wann und warum ihr Unternehmen am Abgrund steht</p>
<p>Man flucht&amp;ärgert sich, führt aber &#8220;Kaufmännische Grundbildung&#8221; weiterhin nicht als einen festen Bestandteil in die journalistische Ausbildung mit ein. Wann wäre das jemals angebrachter gewesen als heute?<br />
Stattdessen wundert man sich lieber weiter.</p>
<p>Irgendwie scheint es mir so, als hockte da eine ganze Generation Journalisten, die, über humanistische Gymnasien in Deutsch-Leistungskursen zum Abitur und dann über journalistische Ausbildung, oder geisteswissenschaftliche Studiengänge ans Schreibbrett gekommen ist, und jetzt, wo ihre Organisationen, ihre Unternehmen, die ihnen über Jahrzehnte sicher erschienen, den Bach runtergehen (oder aber von knallharten Controllern gesteuert werden) rumlaufen und sich in Bedauern und Systemfragen flüchten.</p>
<p>Mythen, Moral, Ethik, Qualität, journalistische Tugenden, innere Redaktionsfreiheit und Binnenpluralismus&#8230;? </p>
<p>Bitte derlei einpacken und aufsparen für das nächste Kamingespräch. Der Deutsch-Leistungskurs ist vorbei: Verlage verändern sich, werden E-Commerce-Player, koppeln sich an PR-und Werbewirtschaft und sichern damit ihre Erträge. So ist das halt.</p>
<p>Aber ist das schlimm?</p>
<p>Letztlich hat sich nichts geändert. Es war den meisten früher nur nicht so klar: Qualität wurde schon immer querfinanziert. Seit jeher füttern die Anzeigen-Gelder im Wirtschaftsteil das Feuilleton mit durch.</p>
<p>Und heute? Füttert SpOn eben das Web. Was gut klickt, bringt die Aufmerksamkeit, lässt die Preise für Werbefläche steigen, bringt letztlich viel Geld rein, und wenn es so weitergeht, werden die SpOn-Werbegelder irgendwann vielleicht mal den Print-Spiegel querfinanzieren. Selbst wenn die Print-Redaktion vor lauter Empörung geschlossen mit Schnappatmung umkippen würde, es würde nichts daran ändern. </p>
<p>Wer derlei Veränderungen nicht mittragen will, oder kann, weil es seiner inneren Überzeugung widerspricht, der wird scheitern, denn letztlich ist ein Verlag ein Unternehmen wie jedes andere auch: Ein Organismus, in dem Vitamine verarbeitet und Viren abgestoßen werden. </p>
<p>Bei der FR gehen die Lichter aus, und man landet jetzt, mit Hilferufen und Durchalteparolen, mal in den Social News Aggregatoren? Schade, wäre man früher mal öfter mit irgendwas in den Aggregatoren aufgetaucht, wäre man jetzt vielleicht nicht pleite. </p>
<p>Ja, das ist Popkultur, ja, das ist nicht schön, ja, das ist nicht die große journalistische Bühne, ja, es ist nicht angenehm, morgens gegen die Uhr und gegen die anderen mit irgendwas auf den Ticker zu kommen, aber es ist das, was die Kasse füllt, den Laden notfalls am laufen hält und einem den Freiraum schafft, auch andere Inhalte liefern zu können. Die weniger gelesen werden, aber die mehr glänzen.</p>
<p>Mehr ist es doch nicht. Und selbst der verbittertste Herausgeber, die naivste Edelfeder, oder der bornierteste Qualitätsjournalist sollte sich die Frage beantworten, was besser ist:<br />
Sich verändern und auch mal mit Populär-Journalismus und Werbeformaten den Markt zu bedienen, oder aber &#8220;ehrenhaft&#8221; zu scheitern und 4 Wochen vor Weihnachten zu erfahren, dass es für ihn nicht weitergehen wird&#8230;?</p>
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	<item>
		<title>Von: Wagner</title>
		<link>http://www.blog-cj.de/blog/2012/11/14/zeitungskrise-zeitungsende/comment-page-1/#comment-11450</link>
		<dc:creator>Wagner</dc:creator>
		<pubDate>Fri, 16 Nov 2012 08:13:11 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Was versteht der Autor unter Echtzeit-Journalismus? Das schnelle Bereitstellen von Informationen im Netz? Wenn dem so ist, dann betreiben die Tageszeitungen sehr wohl Echtzeit-Journalismus, nur sie machen damit keinen Gewinn. Und schwups sind wir wieder in der Debatte um neue Strategien der Tageszeitung und nicht beim &quot;Ende der Tageszeitung&quot; (das seit wievielen Jahren von &quot;Echtzeit-Journalisten&quot; angekündigt wird?). 
Der Vergleich mit der Musikindustrie hinkt auch wegen der fehlenden Definition von Journalismus. Journalismus ist eben nicht nur nicht Bereitstellung von Informationen (was mit dem Bereitstellung von Songs vielleicht vergleichbar wäre), sondern beinhaltet, Auswahl, Kontextualisierung, Kommentar, etc etc. In diesem Sinne mag die Tageszeitung im Bereich Aktualität und Rentabilität verloren haben, in allen anderen Bereichen ist sie aber weiterhin sehr lebendig.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Was versteht der Autor unter Echtzeit-Journalismus? Das schnelle Bereitstellen von Informationen im Netz? Wenn dem so ist, dann betreiben die Tageszeitungen sehr wohl Echtzeit-Journalismus, nur sie machen damit keinen Gewinn. Und schwups sind wir wieder in der Debatte um neue Strategien der Tageszeitung und nicht beim &#8220;Ende der Tageszeitung&#8221; (das seit wievielen Jahren von &#8220;Echtzeit-Journalisten&#8221; angekündigt wird?).<br />
Der Vergleich mit der Musikindustrie hinkt auch wegen der fehlenden Definition von Journalismus. Journalismus ist eben nicht nur nicht Bereitstellung von Informationen (was mit dem Bereitstellung von Songs vielleicht vergleichbar wäre), sondern beinhaltet, Auswahl, Kontextualisierung, Kommentar, etc etc. In diesem Sinne mag die Tageszeitung im Bereich Aktualität und Rentabilität verloren haben, in allen anderen Bereichen ist sie aber weiterhin sehr lebendig.</p>
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