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	<title>JakBlog &#187; ONLINE/MULTIMEDIA</title>
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	<description>Anmerkungen eines Medienmenschen</description>
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		<title>Kein Preis für Onliner: Viel Feind, wenig Ehre</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 13:26:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[NUR SO DAHINGESAGT]]></category>
		<category><![CDATA[ONLINE/MULTIMEDIA]]></category>

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		<description><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/02/08/kein-preis-fur-onliner-viel-feind-wenig-ehre/"></g:plusone></div>

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Was macht eigentlich spezifischen und guten Online-Journalismus aus? Keine Sorge, es geht jetzt nicht schon wieder um Schneider/Raue, sondern um eine grundsätzliche Frage. Die sich deshalb stellt, weil die Jury des CNN-Awards für junge Journalisten inzwischen die Nominierungen für 2012 bekannt gegeben hat &#8212; und auf eine Nominierung in der Kategorie Online verzichtet. Bevor Sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/02/08/kein-preis-fur-onliner-viel-feind-wenig-ehre/"></g:plusone></div>
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<p>Was macht eigentlich spezifischen und guten Online-Journalismus aus? Keine Sorge, es geht jetzt nicht schon wieder um Schneider/Raue, sondern um eine grundsätzliche Frage. Die sich deshalb stellt, weil die Jury des CNN-Awards für junge Journalisten inzwischen die Nominierungen für 2012 bekannt gegeben hat &#8212; und auf eine Nominierung in der Kategorie Online verzichtet. Bevor Sie jetzt draufschlagen und sagen, man habe das ja schon immer gewusst, wie mies die Qualität der Beiträge im Netz ist: Das was gar nicht die Begründung der Jury. Stefan Plöchinger als Chefredakteur von süddeutsche.de und Jurymitglied hat <a title="Meedia" href="http://meedia.de/internet/cnn-journalist-award-ohne-online-kategorie/2012/02/07.html">eine andere Begründung formuliert:</a> Es fehlt überall noch an den spezifischen Erzählformen, die das Netz möglich macht (Plöchinger nimmt von dieser Kritik ausdrücklich niemanden aus). Tatsächlich scheint das das eigentliche Problem beim Journalismus im digitalen Zeitalter zu sein. Wie bekommt man es hin, eine Geschichte wirklich vernetzt zu erzählen? Über verschiedene Kanäle hinweg, multimedial, interaktiv, dazu noch das Netz als wirkliches Dialog-Medium genutzt &#8211; was sich in der Theorie so simpel anhört, ist in der Praxis immer noch enorm schwierig.</p>
<p>Man kommt dann aber sich wieder irgendwann zu dem mangelnden Stellenwert, den Online immer noch in vielen Häusern hat. Würde man die unzählig vielen Optionen, die es im Netz gibt, tatsächlich nutzen wollen, man bräuchte neben ein paar klugen Gedanken und ordentlichen Planungen auch anderes. Personal, Equipment und enorm viel Zeit. Wenn man also tatsächlich die momentan anscheinend unvermeidliche Manöverkritik am Zustand des Onlinejournalismus führen wollte, man müsste anderswo ansetzen als bei der Klage darüber, dass Onliner nur als Textschrubber gesehen werden. Sondern bei der Tatsache, dass sich die allerwenigsten wirkliche Gedanken darum machen, was Onlinejournalismus überhaupt sein könnte. Ich würde eine Wette darauf eingehen: Sieht man von ein paar großen und etablierten Redaktionen ab, nur die Wenigsten könnten überhaupt eine stimmige Erklärung vorbringen, was Onlinejournalismus für sie bedeutet. Manchmal nimmt das absurde Züge an, nämlich dann, wenn man zwar nicht wenig Geld zur Verfügung stellt, sich aber trotzdem über die Möglichkeiten keine Gedanken macht. Ich habe einmal die Situation erlebt, dass eine ganze Redaktion mit Premiere Pro für den Videoschnitt ausgestattet war, die Kollegen dort aber weder mit Kameras noch mit handwerklichen Grundlagen vertraut waren. Und dass man aus einem Video auch ganz was anderes machen kann, als den gebauten Beitrag oder den Aufsager, ist dort auch noch nie besprochen worden.</p>
<p>Nein, ich weiß auch nicht, woran das liegt. Wahrscheinlich gibt es eine ganze Reihe von Gründen, darüber würde ich nicht spekulieren wollen. Sicher aber ist: So lange wir gar nicht wissen, was wir vom Onlinejournalismus wollen und was man mit ihm machen könnte, solange wird es auch keinen guten Onlinejournalismus auf breiter Front geben.</p>
<p>Gar keine schlechte Idee also, in dieser Kategorie keinen Preis zu vergeben. Ob das auf der anderen Seite irgendwas bringt, sei dahingestellt. Man muss befürchten, dass der fehlende Preis für viele einfach nur die Bestätigung existierender Urteile über den Onlinejournalismus ist.</p>
<div class="shr-publisher-5611"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --> <p><a href="http://www.blog-cj.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=5611&amp;md5=eb5059ccbdafbf606711dfb484834831" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Eine kleine App-Kritik (13): Die ausgefallene tz</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 15:42:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[ONLINE/MULTIMEDIA]]></category>

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		<description><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/01/28/eine-kleine-app-kritik-13-die-ausgefallene-tz/"></g:plusone></div>

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Hier sollte eigentlich eine kleine App-Besprechung der Münchner &#8220;tz&#8221; stehen.
Sagen kann ich Ihnen nur: Man kann sie super kaufen, die &#8220;tz&#8221;. Einzelpreis 79 Cent. Sie herunterzuladen, habe ich auch nach 10 Stunden noch nicht hingekriegt. Es ist aber auch schwer mit dem Geldverdienen im Netz.

]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/01/28/eine-kleine-app-kritik-13-die-ausgefallene-tz/"></g:plusone></div>
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<p>Hier sollte eigentlich eine kleine App-Besprechung der Münchner &#8220;tz&#8221; stehen.</p>
<p>Sagen kann ich Ihnen nur: Man kann sie super kaufen, die &#8220;tz&#8221;. Einzelpreis 79 Cent. Sie herunterzuladen, habe ich auch nach 10 Stunden noch nicht hingekriegt. Es ist aber auch schwer mit dem Geldverdienen im Netz.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/uploads/Foto2.png"  rel="lightbox-5579"><img class="aligncenter  wp-image-5580" title="Foto" src="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/uploads/Foto2.png" alt="" width="461" height="614" /></a></p>
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	</item>
		<item>
		<title>Hunger? Werbung!</title>
		<link>http://www.blog-cj.de/blog/2012/01/28/hunger-werbung/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=hunger-werbung</link>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 15:35:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[ONLINE/MULTIMEDIA]]></category>

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		<description><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/01/28/hunger-werbung/"></g:plusone></div>

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Gesehen bei standard.at:

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			<content:encoded><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/01/28/hunger-werbung/"></g:plusone></div>
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<p style="text-align: left;"><strong>Gesehen bei standard.at:</strong></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/uploads/Foto1.png"  rel="lightbox-5572"><img class="aligncenter  wp-image-5574" title="Foto" src="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/uploads/Foto1.png" alt="" width="538" height="717" /></a></p>
<div class="shr-publisher-5572"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --> <p><a href="http://www.blog-cj.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=5572&amp;md5=e2fcbea39256cc08e7f991c9d0165994" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Funktionsmusik für Erotikfilmvorführungen in Einzelkabinen</title>
		<link>http://www.blog-cj.de/blog/2012/01/06/funktionsmusik-fur-erotikfilmvorfuhrungen-in-einzelkabinen/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=funktionsmusik-fur-erotikfilmvorfuhrungen-in-einzelkabinen</link>
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		<pubDate>Fri, 06 Jan 2012 14:05:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[ONLINE/MULTIMEDIA]]></category>

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		<description><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/01/06/funktionsmusik-fur-erotikfilmvorfuhrungen-in-einzelkabinen/"></g:plusone></div>

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Es gibt Einrichtungen, bei denen es sehr schwer fällt. sie zu mögen. Die GEZ ist beispielsweise so etwas. Oder die GEMA. Die musste man vor Jahrmillionen nicht kennen, weil man als Normalbürger nichts mit ihr zu tun hatte. Seit ein paar Jahren aber kommt der durchschnittliche YouTube-Nutzer in Deutschland vor allem dann mit diesem Namen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/01/06/funktionsmusik-fur-erotikfilmvorfuhrungen-in-einzelkabinen/"></g:plusone></div>
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<p>Es gibt Einrichtungen, bei denen es sehr schwer fällt. sie zu mögen. Die GEZ ist beispielsweise so etwas. Oder die GEMA. Die musste man vor Jahrmillionen nicht kennen, weil man als Normalbürger nichts mit ihr zu tun hatte. Seit ein paar Jahren aber kommt der durchschnittliche YouTube-Nutzer in Deutschland vor allem dann mit diesem Namen in Berührung, wenn er mal wieder ein Musikvideo anschauen erfolglos ansehen will. Journalisten hatten mit der GEMA im analogen Zeitalter auch eher weniger zu tun. Seit es jedoch das Netz mit all seinen hübschen multimedialen Möglichkeiten gibt, steht man regelmäßig vor der Frage: Mensch, unter dieses Video, unter diese Audiospur etwas Musik &#8211; wäre das nicht was?</p>
<p>Da sei die GEMA vor! Wer etwas produziere will mit Musik, muss sich die Rechte sichern. Soweit so gut, man will ja niemanden bestehlen, als Urheber macht man das bei anderen Urhebern schon gleich gar nicht. Doch dann kommt die GEMA, der Verständnis für Nutzerfreundichkeit und Plausibilität in hartem Konkurrenzkampf mit dem der GEZ steht. Eine Frage, die man sich als juristisch nur so mittelgut bewanderter Laie stellt, ist beispielsweise die: Welche Lizenz brauche ich überhaupt wofür? Auf eine einfache Frage bzw. Stichwortsuche har die GEMA-Webseite viele Antworten parat, auf den Suchbegriff &#8220;Lizenz&#8221; beispielsweise 104:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/uploads/gema.jpg"  rel="lightbox-5543"><img class="aligncenter  wp-image-5544" title="gema" src="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/uploads/gema.jpg" alt="" width="600" height="462" /></a></p>
<p>Wir lernen dann, dass man beispielsweise für Filmvorführungen in Einzelkabinen selbstverständlich eine GEMA-Lizenz braucht die aber nicht zu verwechseln ist mit der für <em>Erotik</em>filmvorführungen in Einzelkabinen, weil das nämlich ein Unterschied ist, der allerdings die Frage aufwirft, wer in Gottes Namen sich eigentlich in Einzelkabinen was anderes anschaut als Erotikfilme. Misanthropen, die die Nähe anderer nicht ertragen?</p>
<p>Aber egal, nachdem das für unsere Zwecke nicht in Betracht kommt, suchen wir weiter. Wir stolpern erst über die Freizeichenuntermalungsmelodien (Soundlogos und Ringback Tones) on-Demand mit Speicherung für den Endnutzer (Tarif VR-OD 6) und die Konzerte der ernsten Musik (Tarif E), ehe wir uns denken: Die Hintergrund- und Funktionsmusik für Internetseiten, das könnte es sein. Allerdings verrät uns ein erster Blick in diese Hintergrundfunktionsdingenskirchen, dass es, unbeschadet davon, ob es sich dabei überhaupt um dem richtigen Tarif handelt, schwierig werden könnte, die korrekte Anwendung und die daraus resultierenden Kosten zu berechnen. Weil:</p>
<blockquote><p>Der Musikanteil errechnet sich aus dem Verhältnis der Anzahl der Zugriffe auf die zugänglich gemachten Werke des GEMA-Repertoires einer Internetseite zur Gesamtanzahl der Zugriffe auf sämtliche Inhalte der- selben Internetseite.</p>
<p>Im Hinblick auf Musikanteile über 75% wird auf Abschnitt V. 4. verwiesen.</p></blockquote>
<p>Allerdings stellt sich dann aber raus (wenn ich das richtig verstanden habe), dass dieser Tarif nur für die Musik auf der Seite gilt, nicht aber für Filme und Audios, die man auf der Seite hat. Weil:</p>
<blockquote><p>Diese Vergütungssätze finden keine Anwendung für die Nutzung von Werken des GEMA-Repertoires auf Internetseiten, für die eigene Vergütungssätze bestehen. Dies gilt insbesondere für Angebote im Internet, deren Zweck die entgeltliche oder unentgeltliche Übermittlung der Werke des GEMA-Repertoires an den Endnutzer ist, wie z.B. für Ruftonmelodie-, User-generated-content-Nutzungen, Freizeichenuntermalungen, Music-on-Demand, Filmvideo-on-Demand, Webradio, Web-TV und Podcasting. In diesen Fällen finden die einschlägigen Vergütungssätze Anwendung. Im Falle von Internetseiten mit Werken des GEMA-Repertoires als Hintergrund- oder Funktionsmusik mit Musikanteilen über 75% (vgl. Abschnitt I.) finden die On-Demand-Vergütungssätze Anwendung. Soweit das Angebot der Internetseite auch andere als die mit diesen Vergütungssätzen geregelte Nutzun-gen umfasst und/oder andere als die tariflich geregelten Rechte berührt, sind die betreffenden Rechte gesondert nach den einschlägigen Vergütungssätzen zu erwerben.</p></blockquote>
<p>Schwierig, das. Auf der Webseite zu &#8220;Universalcode&#8221; habe ich diverse Videos und auch Audios, die man gemeinhin als &#8220;Podcast&#8221; bezeichnen könnte. Ist die Webseite zu Universalcode jetzt eine, deren Zweck die entgeltliche oder unentgeltliche Übermittlung des GEMA-Repertoires ist? Nö, denke ich mir, die Seite mag viele Zwecke haben, aber das GEMA-Repertoire übermitteln ist es weniger. Also, weitersuchen&#8230;</p>
<p>Für einen kurzen Moment glaube ich an die &#8220;Musik bei Vorführungen von Narrenvereinigungen (Tarif WR-VR-K)&#8221;, weniger hingegen an &#8221;Musik in Spielstätten auf dem Gebiet der musikalischen Nachwuchsarbeit (Tarif WR-NWSP)&#8221;.  Musik in Verkehrsmittel? Nö, auch nicht, aber halt, das hier, das könnte was sein: Musik bei der Wiedergabe bei Bildtonträgern. Das ist es leider nicht (es bezieht sich mehr auf so Public Viewing-Zeugs), aber ich weiß jetzt, dass ich weiß jetzt, dass ich 10,50 Euro im Monat bezahlen müsste, würde ich diese Wiedergabe in einem Omnibus machen. Also, glaube ich wenigstens.</p>
<p>Aber man muss ihr lassen, dass sie echt kreativ ist, diese GEMA: Die Lizenz zur Wiedergabe von GEMA-Material bei Trauungen ist eine andere als bei Beerdigungen, was letztlich ja auch eine Frage des guten Geschmacks ist. Desweiteren gibt es:</p>
<ul>
<li>Nutzung von Werken des GEMA-Repertoires durch Weiterübertragung von Tonträgermusik mittels einer eigenen Verteileranlage, nicht in Hotels, Pensionen, Gasthöfen, Krankenhäusern, etc. (Tarif W-T 1)</li>
<li>Nutzung von Werken des GEMA-Repertoires zur Herstellung eines Filmwerkes auf Bildtonträger für die öffentliche Vorführung außerhalb von Lichtspieltheatern und den privaten Gebrauch (Tarif VR-TH-F 2)</li>
<li>Regelmäßige Erotikfilmvorführung (Tarif T-R-E) &#8212; nicht zu Verwechseln mit der Erotikfilmvorführung in Einzelkabinen</li>
<li>Tarif der ZPÜ über die Vergütung für private Vervielfältigung für Speichermedien des Typs Audio-CD-R / -RW (Tarif Audio-CD)</li>
<li>Tarif Premium-Radio (S-VR/PHf-Pr) für die Nutzung von Werken des GEMA-Repertoires durch private Veranstalter von Premium-Radio (alle Sendearten)</li>
</ul>
<p>Was ich eigentlich suchte? Siehe oben. Gefunden habe ich nichts, zumindest nicht in einer auch nur halbwegs angemessenen Zeit. Ich habe nicht mal im Ansatz eine echte Idee, welcher Tarif für mich in Frage käme, wenn ich ein Webvideo als freier Journalist irgendwohin verkaufen wollen würde. Und welche Lizenz ich für Universalcode bräuchte (deswegen verwende ich grundsätzlich nur GEMA-freies Zeugs).  Sollen wir was sagen dazu, wir Multimedia-Journalisten, die einfach nur eine simple Antwort auf eine simple Frage benötigen? Oder lassen wir in Sachen Komplexität dann doch das letzte Wort der GEMA, diesem irrsinnigen bürokratischen Monster, dem Zeitvernichter und Menschenindenwahnsinntreiber&#8230;(bevor Sie übrigens verzweifeln: drüben bei &#8220;Universalcode&#8221; gibt es eine feine Auflistung, <a title="Universalcode" href="http://universal-code.de/2012/01/06/sound-im-netz-gut-ohne-gema/">wie Sie den GEMA-Irrsinn vermeiden können)</a>.</p>
<blockquote><p>Sie müssen sich, um unsere Online-Services nutzen zu können, nur einmal auf unserer Website (hier klicken) anmelden. Nachdem Sie Ihre Registrierung abgeschickt haben, erhalten Sie eine E-Mail mit einem Sicherheitslink und der Bitte, Ihre Anmeldung per Klick zu bestätigen. Dieser Link führt Sie zurück auf unsere Website und Sie können dort Ihr Kennwort festlegen.</p>
<p>Wenn Sie bereits Online-Angebote der GEMA wie etwa die Werkrecherche nutzen, haben Sie eine Benutzerkennung für genau diese Anwendung erhalten. Die GEMA ist aktuell dabei, diese einzelnen Benutzerkennungen zusammenzuführen. Sobald man sich für diesen bestehenden Service auch über die ZBV anmelden kann, werden auch die Zugangsdaten zusammengeführt. Das bedeutet, Ihre alten Zugangsdaten gelten nicht mehr nur für den bestehenden Service – in unserem Beispiel die Werkrecherche –, sondern werden Ihr allgemeingültiges ZBV-Passwort.</p>
<p>Mit anderen Worten: Sie haben noch keine ZBV-Benutzerkennung, aber zum Beispiel eine Werkrecherche-Benutzerkennung. Dann wird diese zu Ihrem ZBV-Zugang. Wenn Sie bereits mehrere verschiedene Benutzerkennungen erhalten haben, werden Sie eine neue bekommen.</p>
<p>Andersherum funktioniert es genauso: Wenn Sie eine ZBV-Kennung haben, dann gilt diese auch für jeden neuen Service, der der ZBV angeschlossen wird.</p>
<p>Zusätzlich zu Ihrer ZBV-Kennung müssen Sie sich dennoch für jeden neuen Service, den Sie nutzen möchten, anmelden. Dies dient dem Schutz Ihrer Daten, die Sie als Mitglied oder Kunde der GEMA anvertrauen. Für bestimmte Services ist daher für beide Seiten wichtig, dass eine Prüfung und Bestätigung der Identität durch die zuständigen GEMA-Mitarbeiter vorgenommen wird.</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<div class="shr-publisher-5543"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --> <p><a href="http://www.blog-cj.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=5543&amp;md5=d2068140c5ad219cba330a427896f8a8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Süddeutsche.de: Einfach besser gemacht</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Jan 2012 11:33:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[ONLINE/MULTIMEDIA]]></category>

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Onlinejournalismus ist an sich eine furchtbar einfache und unkomplizierte Sache. Wie überhaupt dieses Internet eine einfache Geschichte ist. Oder vielleicht  sogar alle erfolgreichen Produkte &#8212; je einfacher, schnörkelloser und erkennbar gut sie gehalten sind, desto besser sind sie. Das Schwierige ist vermutlich, die schwierigen Dinge einfach zu machen. Diejenigen, die das können, haben in der [...]]]></description>
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<p>Onlinejournalismus ist an sich eine furchtbar einfache und unkomplizierte Sache. Wie überhaupt dieses Internet eine einfache Geschichte ist. Oder vielleicht  sogar alle erfolgreichen Produkte &#8212; je einfacher, schnörkelloser und erkennbar gut sie gehalten sind, desto besser sind sie. Das Schwierige ist vermutlich, die schwierigen Dinge einfach zu machen. Diejenigen, die das können, haben in der Regel überwältigenden Erfolg, siehe Google, siehe Apple.</p>
<p>Speziell im Onlinejournalismus ist die Gefahr groß, dass man eine Webseite ordentlich überfrachtet. Hier noch eine Rubrik, da noch ein Kasten, darf´s eine Spalte mehr sein? Es gab da immer eine ganze Reihe von Kandidaten, süddeutsche.de war lange Zeit einer von ihnen. Ich fand es immer verblüffend, wie man bei der SZ nahezu alle Onlinechancen konsequent ignorierte und stattdessen ein Angebot hinstellte, dass einem Blatt wie der SZ kaum würdig war. Leider las es sich nicht nur schlecht, sondern war auch optisch wie eines dieser gruseligen freistehenden Einfamilienhäuser in Germering, wo man dann noch ein Erkerchen und ein Türmchen&#8230;</p>
<p>Süddeutsche.de hat sich in dieser Woche entschlackt. Und gezeigt, worauf es ankommt. Nämlich ein schlankes, übersichtliches Angebot zu machen, dass sich einfach nutzen lässt, in dem die Dinge da sind, wo man sie vermutet, wo die Neigung zumindest des deutschen Nutzers, einfach nur runterscrollen zu müssen, konsequent bedient wird. Es ist im Grunde nicht mehr als das, was Google auch getan hat. Du willst suchen? Hier ist das Suchfeld. Du willst Nachrichten und Geschichten? Hier sind sie. Man kann zwar durchaus bedauern, dass Nachrichtenseiten in Deutschland inzwischen häufig so aussehen wie ein Klon von &#8220;Spiegel Online&#8221;, aber das funktioniert eben; besser jedenfalls als das ganze &#8220;Zeitung-im-Internet&#8221;-Gedöns, an dem sich schon ein paar die Finger verbrannt haben. Der &#8220;Tagesspiegel&#8221; ist wieder reumütig zurück und bei der FAZ werden sie es schon auch noch lernen.</p>
<p>Jetzt die SZ also, deren Relaunch ohne großes Spektakel daherkommt. Das macht es aber gleichzeitig auch angenehm. Die Seite wirkt deutlich luftiger als ihre Vorgängerversionen, dazu trägt auch der entrümpelte Seitenkopf bei, der vorher ein bisschen wie ein Banner für ein Bestattungsinstitut aussah. Jetzt steht da nur noch &#8220;Süddeutsche.de&#8221; und &#8220;Neueste Nachrichten&#8221; und die Uhrzeit. So einfach sind die Dinge manchmal eben. Zuvor war da ein schwarzer Grabstein und viel unmotiviertes Grün und manchmal hat was geblinkt.</p>
<p>Es gibt nicht sehr viel zu mäkeln am Relaunch der SZ. Die Überschriften kommen immer noch etwas groß und klobig daher und beeinträchtigen das luftige Bild der Seite etwas. Farben für diverse Ressorts gefallen mir grundsätzlich gut, mit denen, für die sich die SZ entschieden hat, kann ich mich nur  bedingt anfreunden (aber das ist zugegeben geschmäcklerisch). Und ja, das neue <a href="http://www.sueddeutsche.de/thema/Digitalblog">&#8220;Digitalblog&#8221; </a>ist eigentlich kein Blog geworden bisher, sondern eher eine Ansammlung von Beiträgen, von denen man bisher kaum erahnen kann, warum da &#8220;Blog&#8221; drüber steht.</p>
<p>Trotzdem, jetzt ist der Platz da, damit sie das können, was sie bei der SZ am besten können: gute Geschichten schreiben, mit witzigen Überschriften spielen, Themen setzen, kommentieren. Ich glaube, dass es keine Zeitung in Deutschland gibt, die dafür ein solches Potential hätte wie die SZ. Bisher haben sie das gut versteckt in Erkerchen und Türmchen, unter sinnbefreiten Klickstrecken und einer eher inkonsistenten Mischung aus irgendwas. Jetzt sieht das nach sehr ordentlichem Onlinejournalismus aus und das alleine ist ja auch schon was: Dass man jemals der SZ so etwas wie Konkurrenz- und Zukunftsfähigkeit in Sachen Internet attestieren könnte, hätte man sich vor einem Jahr auch noch nicht gedacht. Und dass mit den Farben und Schriften und den Blogs lernen sie auch noch in München, ganz sicher.</p>
<p><em>(Hinweis: sueddeutsche.de-Chefredakteur Stefan Plöchinger und jetzt.de-Redaktionsleiter Dirk von Gehlen haben jeweils ein Kapitel für &#8220;Universalcode&#8221; geschrieben, mit beiden verbindet mich ein tendenziell sehr freundliches Verhältnis).</em></p>
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		<title>Evidero: Rettet die Welt und holt mir einen Nachhaltigkeitsfisch</title>
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		<pubDate>Wed, 21 Dec 2011 11:49:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[ONLINE/MULTIMEDIA]]></category>

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Vermutlich leide ich an irgendeinem merkwürdigen Beschützerinstinkt.  Oder an einem anderen Defekt. Aber immer dann, wenn eine große Meute auf jemanden gesammelt losgeht, macht mich das stutzig. Und es nervt. Weil es die einfachsten und billigsten Erfolge sind, auf jemanden einzuprügeln, der ohnehin schon am Boden liegt  (dass es dafür ja auch eine Vorgeschichte gegeben [...]]]></description>
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<p>Vermutlich leide ich an irgendeinem merkwürdigen Beschützerinstinkt.  Oder an einem anderen Defekt. Aber immer dann, wenn eine große Meute auf jemanden gesammelt losgeht, macht mich das stutzig. Und es nervt. Weil es die einfachsten und billigsten Erfolge sind, auf jemanden einzuprügeln, der ohnehin schon am Boden liegt  (dass es dafür ja auch eine Vorgeschichte gegeben haben muss, blende ich gelegentlich gerne aus). Ich ertappe mich ja sogar dabei, die Sache mit Wulff grenzwertig zu finden, wie sie da jetzt alle aus den Löchern kommen und schreien: Ich weiß auch noch was. Dabei sollte mir Wulff wirklich nicht leid tun, sonst fange ich demnächst noch an, Sympathien für Maschmeyer zu entwickeln und spätestens dann sollte ich mal einen Arzt aufsuchen.</p>
<p>Ich habe es aufgrund dieses kleinen genetischen Defekts mit sehr gemischten Gefühlen aufgenommen, als ziemlich genau vor einem Jahr eine ganze Meute über Konstantin Neven DuMont hergefallen ist. Ich habe keine Ahnung, ob er es wirklich war, der in Stefan Niggemeiers Blog all jene wüsten Kommentare losließ und hielt seine Begründung, es seien andere Menschen gewesen, die an seinem Rechner saßen, für etwas abenteuerlich. Auf der anderen Seite hatte ich damals das Gefühl: Wenn es einen Menschen auf dem Planeten gäbe, dem ich das zutrauen würde, dass andere ein bisschen von seinem Rechner Blogs mit Kommentaren fluten, dann KNDM. Ich bin ihm später einmal persönlich begegnet und mein Eindruck hat sich nicht geändert.</p>
<p>Jedenfalls fand ich es tendenziell unschön, wie man sich vielerorts einen Spaß daraus machte, KNDM zu einer Art Lachplatte der Medien zu machen. Am Ende hatte man den Eindruck, dass sich jeder Praktikant in einer Redaktion ungestraft über KNDM beömmeln durfte. Das Dumme daran ist, dass es mir vermutlich den Blick auf ihn als auch auf das, was er als Verleger/Unternehmer/Whatever macht, verstellt. Das geht mit auch mit seinem Projekt <a title="Evidero" href="http://www.evidero.de">evidero.de </a>so. Ich habe selbst nach intensivem Klicken und Schauen absolut keine Ahnung, was ich davon halten soll. Mein Reflex sagt mir: nicht einfach auf KNDM einprügeln, weil das billig ist und wahrscheinlich heute und morgen alle (oder wenigstens: viele) machen. Auf der anderen Seite sitze man dann mal vor solchen Überschriften:</p>
<p><a href="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/uploads/evidero1.jpg"  rel="lightbox-5479"><img class="aligncenter size-full wp-image-5480" title="evidero1" src="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/uploads/evidero1.jpg" alt="" width="370" height="62" /></a></p>
<p>Mein erster Reflex ist: KNDM anrufen und ihn fragen: Meinen Sie das ernst? Ich soll nachhaltig essen und die Welt retten? Oder ist das Satire und ich verstehe sie nicht? Zu befürchten ist, dass Evidero eine weitgehend ironiebefreite Zone ist (sagen Sie es mir, wenn ich mich täusche&#8230;).  Man kann das zumindest aus den Texten schließen, die sich schon mal so lesen:</p>
<blockquote><p>Fisch ist gesund und liegt im Trend. Doch leider bedenken nur wenige, dass der Konsum von überfischtem Meerestier zu Lasten der Natur geht.<a href="http://videos.arte.tv/de/videos/japan_sushi_rottet_thunfisch_aus-3123970.html" target="_blank">Thunfisch</a> steht kurz vor dem Aussterben. Doch allein im Jahr 2010 wurden in Deutschland mehr als <a href="http://www.presseportal.de/pm/41894/2108210/fisch-ein-lebensmittel-mit-zukunft-trend-beim-fischkonsum-wird-bestaetigt-mit-bild" target="_blank">128 Tausend Kilo</a> Thunfisch. Auch drei der anderen fünf beliebtesten Fischsorten der Deutschen – Seelachs, Lachs und Pangasius – sind bedroht. Aber, <a title="Welcher Fisch darf auf den Tisch?" href="http://www.evidero.de/themen/welcher-fisch-darf-auf-den-tisch">welcher Fisch darf dann noch auf den Tisch</a>?</p></blockquote>
<p>Wenn das erst gemeint ist, dann ist es eine löbliche Idee auf merkwürdige Weise umgesetzt. Es hat einen tendenziell pastoralen Unterton, kommt merkwürdigend mahnend des Wegs und ist trotzdem allein in diesem Absatz voller Plattheiten. Fisch ist lecker, aber es gibt nicht mehr so viel davon&#8230;tja. Die meisten Texte lesen sich wie Besinnungsaufsätze, für die es vermutlich auch ein Publikum geben wird, aber das dürfte dann ein Publikum der wortschwallenden Dauerentrüsteten sein, die sich in ihrer Empörung selbst genug sind. Ihnen vermittelt Evidero das Gefühl, dass es schon irgendwie ok ist, entrüstet zu sein. Es wimmelt vor artverwandten Begriffen der Nachhaltigkeit, die am Ende für ein krudes Lebensgefühl sorgen: alles Irrsinn, alles ganz furchtbar, rettet die Welt und holt mir vorher ein Bier.</p>
<blockquote><p>Wäre es nicht sinnvoll, deutlichere Warnhinweise auf nicht-nachhaltige Nahrungsmittel zu schreiben? So wie auf Zigarettenschachteln vor dem Rauchen gewarnt wird? Stattdessen prangen bunte Gütesiegel auf vielen Verpackungen: Ampeln, <a title="Nachhaltigkeit in Zahlen: Der Ökologische Fußabdruck" href="http://www.evidero.de/themen/der-okologische-fussabdruck-auch-als-label-geeignet">CO2-Fußabdrücke</a>, Biolabels, <a title="Welcher Fisch darf auf den Tisch?" href="http://www.evidero.de/themen/welcher-fisch-darf-auf-den-tisch">Fischereilabels</a> bis hin zu Phantasiesiegeln. Eine einheitlich europäische Absprache steht in weiter Ferne, die Verbände sind untereinander zerstritten, die Verbraucherzentralen verzweifeln. Wer blickt da noch durch? Das schlimmste Durcheinander herrscht jedoch in der Luft und auf den Straßen.</p>
<p>Dem ambitionierten Käufer ist klar, dass auf einem Markt in Köln das Obst aus den Benelux-Staaten einen deutlich kürzeren Transportweg hat als „einheimische“ Früchte aus Hamburg oder Bayern. Und dass regionales und saisonales Einkaufen eine wichtige Regel bei der Nachhaltigen Ernährung spielt. Vollkommen irrsinnig für jeden klar denkenden Menschen ist die Tatsache, dass Deutschlands größter Exportschlager unter den Früchten die Banane ist. <a href="http://www.evidero.de/video-fotos/videos-zum-artikel-iss-nachhaltig-und-rette-die-welt">Transportwahnsinn</a> findet sich auch bei dem am meisten abgebauten Obst in unserem Land: dem Apfel. Eigentlich gäbe es genügend heimische Früchte für alle, doch ein Teil wird exportiert, damit der so entstandene Mangel wieder importiert werden kann. Oder muss. So wird gewinnbringend spekuliert und billiges Obst kreuz und quer durch die Nationen gekarrt. Solange die Folgeeffekte nicht in die Transportkosten eingerechnet werden, sind und bleiben die Klima-Ziele der Kyoto-Protokoll nur leere Worte.</p></blockquote>
<p>Der Betroffenheits-Wortschwall zieht sich leider auch durch die Videos, der Grundton klingt ein bisschen nach VHS-Seminar (&#8220;Wie wir mit nachhaltigem Irgendwas auch vielleicht irgendwas erreichen können&#8221;). Was ein bisschen schade ist, weil der gute KNDM tatsächlich nicht ganz wenig Geld für das Projekt in die Hand genommen hat; er selbst spricht von 200.000 Euro alleine für die technische Ausstattung. Die Seite und die Videos sind sauber und stellenweise auch aufwendig produziert, auch wenn es vielleicht erwartbar ist, dass ein nachhaltiges Grün auch die Farbgebung der Seite maßgeblich mitbestimmt.</p>
<p>Man weiß, er meint es gut, der KNDM. Man muss trotzdem insgeheim lachen, wenn ein Video über den Karpfen mit dem schönen Satz &#8220;Evidero über einen Fisch mit einem Imageproblem&#8221; angekündigt. Kurz darauf wird der Karpfen der &#8220;Nachhaltigkeitsfisch überhaupt&#8221; bezeichnet. Das erinnert ein wenig an Edmund Stoiber und den &#8220;Problembären&#8221;, der ja ganz eindeutig ein &#8220;Schadbär&#8221; war. Wie es mir mit Evidero und KNDM überhaupt ein bisschen wie mit Stoiber geht: Man kann ja an der berühmten Zehn-Minuten-Hauptbahnhof&#8221;-Rede oder am Schadbären nicht wirklich ernsthaft Kritik üben und irgendwie ist diese Unbeholfenheit ja dann fast schon wieder sympathisch. Aber eben doch: unbeholfen. Dass ich ab morgen die Welt rette, indem ich Nachhaltigkeitsfische esse, glaube ich aktuell weniger.</p>
<p>Aber vielleicht verstehe ich das alles ja auch einfach nur furchtbar falsch.</p>
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		<title>Ideenlosigkeit in minimalmedial</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Dec 2011 09:20:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[ONLINE/MULTIMEDIA]]></category>

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Es ist gerade mal drei oder vier Jahre her, da konnte ich die Texte, die ich per Mail bekam, fast schon auswendig: Ob ich wohl ein Seminar machen könne zum Thema Video, das sei gerade so angesagt und man werde in jedem Fall in den kommenden Monaten ganz groß einsteigen. Inzwischen bekomme ich immer noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2011/12/09/ideenlosigkeit-in-minimalmedial/"></g:plusone></div>
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<p>Es ist gerade mal drei oder vier Jahre her, da konnte ich die Texte, die ich per Mail bekam, fast schon auswendig: Ob ich wohl ein Seminar machen könne zum Thema Video, das sei gerade so angesagt und man werde in jedem Fall in den kommenden Monaten ganz groß einsteigen. Inzwischen bekomme ich immer noch eine Menge Mails, aber Nachfragen nach einem reinem Videoseminar waren schon lange nicht mehr dabei. Das könnte man erstmal für Zufall halten, aber wenn man sich ein wenig umschaut, wie es die meisten Redaktionen aktuell mit dem Thema Video halten, dann tut man wahrscheinlich niemandem unrecht, wenn man sagt: Wenn es nicht gerade Fernsehsender sind, dann hat sich das Thema bewegtes Bild nicht nur wieder auf, sondern unter Normalmaß zurechtgestutzt. Kaum ein Zweifel, dass sowohl Menge als auch Qualität von Videos im deutschen (Online-)Journalismus schon mal ausgeprägter waren. Man sieht ziemlich viel Agenturzeug, ab und an Eigenproduktionen, selten etwas, was wirklich den Möglicheiten von Webvideos gerecht würde. Kurz: All die Ambitionen, die man noch irgendwann in der Zeit um 2008 hatte, sind erledigt, viele Blätter, die sogar ihr eigenes &#8220;XY TV&#8221; annonciert hatten, bringen heute bestensfalls noch was, wenn es etwas von dpa oder Reuters gibt. Mir fallen auf den Schlag vielleicht noch fünf Zeitungen ein, die Bewegtbild wirklich systematisch nutzen.</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Man solle Steve Jobs jeden Tag&#8230;man muss den Satz nicht zu Ende schreiben, um zu wissen, wer und was gemeint ist. Tatsächlich ist man beim iPad (und seinen Epigonen) ziemlich schnell nach den ersten Betrachtungen auf die Idee gekommen, dass das ein toller Platz für bewegtes Bild sein könnte. Das Tablet wäre überhaupt ein ziemlich guter Platz, um endlich die Versprechungen wahr zu machen, die der Onlinejournalismus schon seit Jahren abgibt: die Möglichkeiten des multimedialen Erzählens für alle Sinne auszureizen, Geschichten über mehrere Stationen und Darstellungsformen hinweg zu erzählen. Das Webangebot der Gegenwart und die iPad-Apps der Zukunft müssten demnach so aussehen: voll mit guten und bisher eher selten gesehenen Videoformaten, multimedialen Reportagen, gut gemachten Fotos, interaktiven Anwendungen. An mangelnder Technik kann es inzwischen nicht mehr liegen, die gibt es zuhauf und inzwischen auch in Preislagen, die kein Argument mehr gegen ihre Anschaffung sein sollten.</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>In den vergangenen Tagen habe ich mich, weil ich es ohnehin tun musste, mal wieder mit dem Zustand der Onlineausgaben und der iPad-Apps journalistischer Erzeuger (nennen wir das mal so) befasst &#8212; und fand den Befund ziemlich niederschmetternd. Statt der erwarteten Feuerwerke fand ich: von sehr wenigen Ausnahmen abgesehen kein einziges erwähnenswertes Videoformat. Eine gen null tendierende Nutzung des Mediums Audio. De facto nicht existente Multimedia-Reportagen. Seitenlange Textstrecken ohne ein einziges visuelles Element. Kurz, alles, was in den Kapiteln von &#8220;Universalcode&#8221; steht (dazu gehört auch Datenjournalismus) wird in der Praxis sehr wenig oder wenn, dann eher uninspiriert umgesetzt. Wäre es zuviel gesagt, wenn man Onlinejournalismus in Deutschland als mehrheitlich scheintot bezeichnet?</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>In diesen Tagen jährte es sich übrigens zum 20. Mal, dass Rosa von Praunheim Homosexuelle einem öffentlichen Zwangsouting unterzog. Betroffen war damals auch Hape Kerkeling, worauf nicht wenige Redaktionen auf die spannende Idee kamen, eine Klickstrecke zum Thema zu machen, die sich dann durch Kerkelings halbes Leben mäanderten, nebenher in sieben oder acht Bildern nochmal die Tatsache aufarbeiteten, dass Kerkeling <em>nicht </em>&#8220;Wetten, dass&#8230;&#8221; moderieren wird, um schließlich festzustellen, dass Kerkeling sehr viele Gesichter habe und auch durchaus beliebt sei. Mit der Geschichte über das Zwangsouting hat das alles natürlich nicht das Geringste zu tun, aber das macht nichts. Der Onlinejournalist liebt die Klickstrecke und hat sie in den vergangenen Jahren zu seinem bevorzugten Instrument ausgebaut. Die Klickstrecke ist in ihrer ganzen inhaltlichen Beliebigkeit überall anzuwenden und so exzessiv, wie sie in Deutschland angewendet wird, haben sich Redaktionen ein prima Dauerargument geschaffen, sie eigentlich immer und überall einzusetzen: Wenn man eine Geschichte über Zwangsouting mit Bildern von Kerkeling bei &#8220;Wetten, dass&#8230;&#8221; totklickstrecken kann, kann man jeden noch so absurden Zusammenhang konstruieren. Generell gilt inzwischen: Wenn in irgendeiner Geschichte ein halbwegs bekannter Name auftaucht (und in welcher tut er das nicht?) &#8212; Klickstrecke einsetzen, am besten mindestens das halbe Leben in Bildern. Die Klickstrecke ist, wenn man so will, der Tod des ernstzunehmenden Journalismus. Nein, nicht wegen ihrer elenden Klickschinderei. Sondern weil sie den Onlinejournalismus in Relevanz und Ernsthaftigkeit und auch im Umgang mit dem Medium Foto vollständig ruiniert.  Es spräche ja nichts gegen Bilderstrecken, wenn man tatsächlich eine Auswahl guter, sehenswerter und mit einem gewissen Informationswert versehener Fotos bekäme. Meistens aber handelt es sich einfach nur um eine lieblos hingeworfene Resteausschüttung aus dem Archiv. Als vergangene Woche übrigens Thomas Gottschalk seine dann doch endgültig wirklich allerletzte &#8220;Wetten, dass&#8230;&#8221;-Sendung gemacht hatte, sahen die darauffolgenden Klickstrecken aus, als wenn sie ein geheimes Klickstreckentool, das in allen deutschen Onlineredaktionen zur Grundausstattung gehört, ausgeworfen hätte.</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Apps werden gerne mal als völlig neues Lese-Erlebnis angekündigt. Als neuartiger Journalismus, als Information, die man noch nie hatte. Gleichzeitig sagen die User der Reynolds-Studie in den USA, dass sie von Apps tatsächlich auch etwas Neues erwarten. Einen Mehrwert beispielsweise. Gut, was die Befragten nicht sagen ist, <em>wie </em>dieser Mehrwert aussehen soll. Es ist vermutlich eher ein unbestimmtes Gefühl: Nutzer haben eine Ahnung, dass dieses Tablett sehr viel mehr sein könnte als ein schnödes Lesegerät oder ein Netbook ohne Tasten. Für dieses Gerät &#8212; dass für sie für Vergnügen, Ästhetik, Vielseitigkeit steht &#8212; möchten sie die entsprechenden Inhalte. Zugegeben, das ist ein etwas unfaires Spiel, weil einem auf der anderen Seite jemand mit sehr hoher Erwartungshaltung gegenübersitzt, ohne formulieren zu können, was genau er denn gerne hätte. Man muss aber nicht mal sehr hohe Ansprüche haben, um von dem, was viele abliefern enttäuscht zu sein. Ideenlosigkeit in minimedial, es gibt kaum ein Leben jenseits der Klickstrecke.</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Das hat natürlich wieder einmal nachvollziehbare Gründe. Die man auch alle diskutieren könnte, würden sie nicht die bisherige Geschichte des digitalen Journalismus nochmal nacherzählen. Es ist wieder die selbe Zaghaftigkeit wie schon vor 15 Jahren, das gleiche Abwarten. Und wieder schafft es fast niemand, einen wirklich neuen journalistischen Ansatz zu kreieren. Und das hängt natürlich auch wieder mit einer vielerorts anzutreffen mangelnden Investitionsbereitschaft zusammen. Dem eigentlichen vermeintlichen Kerngeschäft wird nach wie vor oberste Priorität eingeräumt, mit der Konsequenz, dass die Abläufe in den nächsten Jahren ähnlich sein werden wie wir das schon beim Wechsel vom analogen in den digitalen Journalismus erbet haben: Auf den Tablets wird sich anderes etablieren. Andere Angebote, anderer Journalismus, andere Anbieter. Natürlich wissen wir jetzt noch nicht, wie diese Angebote aussehen werden, aber es wird sie geben, so wie sich auf Onlineplattformen auch andere Dinge durchgesetzt haben als die &#8220;Zeitung am Bildschirm&#8221;, von der man Ende der 90er dachte, das sei es nun. Um herauszufinden, was es sein könnte, müsste es (Achtung, Neudeutsch!) multimediale Thinktanks geben, die Ideen für einen neuen Journalismus entwickeln. Die gibt es nicht. Stattdessen gibt es Bildstrecken und Agenturvideos. Der Onlinejournalismus ist kein bisschen weiter als 2008. Und es wäre nicht verwunderlich, würde man den selben Satz in ein paar Jahren auch über die Lage auf den Tablets schreiben müssen.</p>
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		<title>Eine kleine App-Kritik (12): Zeitungsmacher denken 0.5</title>
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		<pubDate>Sun, 04 Dec 2011 10:45:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[ONLINE/MULTIMEDIA]]></category>

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Irgendjemand hat mal geschrieben, die FAS sei die schönste Zeitung der Welt. Dem kann man nur sehr schwer widersprechen, tatsächlich ist die Sonntagszeitung aus Frankfurt nicht nur inhaltlich, sondern vor allem optisch meistens ein echtes Vergnügen. Deswegen ist die Erwartungshaltung groß, wenn es die FAS jetzt auch als App gibt.
Mit dem Netz und seinen Tücken [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2011/12/04/eine-kleine-app-kritik-12-zeitungsmacher-denken-0-5/"></g:plusone></div>
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<p>Irgendjemand hat mal geschrieben, die FAS sei die schönste Zeitung der Welt. Dem kann man nur sehr schwer widersprechen, tatsächlich ist die Sonntagszeitung aus Frankfurt nicht nur inhaltlich, sondern vor allem optisch meistens ein echtes Vergnügen. Deswegen ist die Erwartungshaltung groß, wenn es die FAS jetzt auch als App gibt.</p>
<p>Mit dem Netz und seinen Tücken haben sie es nicht so sehr in Frankfurt. FAZ.net war &#8212; von den großen und ernstzunehmenden Medien &#8212; die letzte Seite, die irgendwann mal an den Start ging. Für einen Relaunch haben sie sich jetzt drei Jahre Zeit genommen, herausgekommen ist ein Ergebnis, dass man mit viel gutem Willen als mäßig bezeichnen kann. Von Innovation ist bei den Digitalprojekten aus Frankfurt meistens sehr wenig zu sehen, was sich auch in der FAZ-App aus diesem Jahr manifestierte. Eine Zeitung als PDF, mehr nicht. Eine instabile App, die schon mal <a href="http://www.blog-cj.de/blog/2011/04/23/dahinter-steckt-manchmal-auch-ein-dummer-kopf/">merkwürdige Sachen anstellt.</a> Deswegen ist die Erwartungshaltung dann doch wieder niedrig, wenn es die FAS jetzt auch als App gibt.</p>
<p>Die FAS präsentiert sich dem Nutzer gleich bei seinen ersten Kontakten als tendenziell unfreundlich. Erstes Erstaunen: Der Download mit einem 16er-DSL nimmt (heute morgen, 7.30 Uhr) sage und schreibe 17 Minuten in Anspruch. Gut, man kann sich die Zähne putzen in der Zeit und einen Kaffee kochen und ein bisschen Radio hören und einmal um den Block gehen, aber trotzdem: Das ist erst mal eine indiskutabel lange Zeit. Der Blick hinter die Kulissen verrät auch, dass die FAS stramme 350 MB auf die Waage bringt, warum das so ist, erschließt sich aber auch nach langem Suchen nicht. Ich habe genau ein Video mit 26 Sekunden gefunden, das kann es also schon mal nicht sein. Zum Vergleich: Den aktuellen &#8220;Spiegel&#8221; habe ich fünf Minuten nach der FAS geladen. In gut eineinhalb Minuten, mit 56 MB. Da also müssen sie sicher schon mal ran, das ist für die erste Ausgabe vielleicht noch irgendwie verzeihbar,  auf Dauer aber ein Ärgernis.</p>
<p>Unfreundliche Akte, Teil 2: Abonnenten der FAS müssen die iPad-Ausgabe nochmals vollständig bezahlen. Kann man machen, Kollegen, kann man machen.</p>
<p>Unfreundliche Akte, Teil 3: Man staunt beim ersten intuitiven Ausprobieren, weil man Funktionen, von denen man dachte, sie seien Standard, nicht hinbekommt. Ist man zu doof, die Ansicht zu drehen, die Schrift zu vergrößern, einen Artikel zu empfehlen? Wo ist die Speicherfunktion für einzelne Beiträge?  Nach langem Versuchen dann der für fortgeschrittene App-Nutzer irgendwie doch peinliche Blick in die FAQ´s:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/uploads/FAS.png"  rel="lightbox-5439"><img class="aligncenter size-full wp-image-5441" title="FAS" src="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/uploads/FAS.png" alt="" width="614" height="461" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Da ist es dann fast schon müßig zu erwähnen, dass auch die FAS &#8212; wie die Mutterblatt &#8212; in ihrer App keinen echten Kontakt in die Online-Welt zulässt.</p>
<p style="text-align: left;">Wenn man sich dann mit mühsamen Download, fehlendem Abonnenten-Rabatt und all dem anderen Kram abgefunden hat und man sich dann auch noch vier Abstürze in zwei Stunden angetan hat, ist man ein wenig grummelig. Das ist nicht ganz fair, weil die FAS tatsächlich dann optisch sehr schön in die digitale Welt umgesetzt ist (wenn man einverstanden ist, nur querformatig lesen, nichts speichern und nichts weiterempfehlen zu können). Die Navigation orientiert sich an Standards wie beispielsweise bei der &#8220;Zeit&#8221; (ist aber nicht immer stringent), die ausgesprochen wenigen interaktiven Features sind hübsch umgesetzt.</p>
<p style="text-align: left;">Trotzdem zeigt die FAS-App vermutlich ungewollt, warum sich Zeitungsmacher mit der digitalen Welt so schwer tun: weil sie wie Zeitungsmacher denken. Das kann man zwar irgendwie nachvollziehen, trotzdem aber erstaunlich,weil doch inzwischen sogar Praktikanten wissen, dass digitale Medien keine Zeitung sind. Die FAZ hingegen baut einen Online-Relaunch, der genau wie eine Zeitung aussehen soll und eine App, in der es sogar zweispaltige Texte gibt (das nervt auf einer App ungemein). Insgesamt kann sich die FAS nicht so richtig entscheiden: Ein richtig multimediales Magazin ist sie in Ermagelung von Multimedia nicht, eine Zeitungsreproduktion auch nicht. Das hat die &#8220;Zeit&#8221;, die das Blatt eben auch als PDF anbietet, deutlich souveräner gelöst.</p>
<p style="text-align: left;">Überhaupt, Multimedialität und Interaktion: Ich glaube nicht, dass man eine App mit Multimedia um jeden Preis vollstopfen muss. Aber bei der FAS findet sich &#8212; außer dem erwähnten, unvertonten 26-Sekunden-Video im Sport &#8212; so rein gar nichts. Wenn ich mal über die mögliche Ursache spekulieren dürfte: Zeitungsmacher denken in Zeitungswelten. Könnte vielleicht aber auch daran liegen, dass man sich bei den großen Blätter im Land irgendwann mal ausgewiesene Digitaldenker geholt hat (die SZ hat Plöchinger, die &#8220;Zeit&#8221; hat Blau), während der bekannteste Digitalkopf der FAZ zum einen meistens für Blatt arbeitet und zweitens demnächst zum &#8220;Focus&#8221; geht.</p>
<p style="text-align: left;">Weil Spekulation aber meistens müßig ist, lässt sich zur Premiere der FAS-App erstmal nur feststellen: Vielleicht ist die FAS wirklich die schönste Zeitung der Welt. Die schönste App der Welt hat sie ganz sicher nicht. Das ist Tablet 0.5.</p>
<p style="text-align: left;">Aber vermutlich (und das ist genau das Problem) ist Zeitungsmachern eine solche Feststellung ziemlich egal.</p>
<pre style="text-align: left;"><em>(Hinweis: Ich habe im Sommer ein kleines Blogprojekt für faz.net geschrieben)</em></pre>
<p>&nbsp;</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Eine kleine Geschichte der &#8220;Zeit&#8221;</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Dec 2011 17:08:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[ONLINE/MULTIMEDIA]]></category>

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Eigentlich sollte dieser Beitrag aus der hübschen Reihe &#8220;Eine kleine App-Kritik&#8221; stehen, dann aber fiel mir auf, dass ich bei speziell dieser App viel zu spät dran bin. Und weil außerdem morgen schon die FAS-App besprochen wird und zudem sich aus dieser ursprünglich geplanten Geschichte noch ein paar andere Aspekte ergeben haben , die über [...]]]></description>
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<p>Eigentlich sollte dieser Beitrag aus der hübschen Reihe &#8220;Eine kleine App-Kritik&#8221; stehen, dann aber fiel mir auf, dass ich bei speziell dieser App viel zu spät dran bin. Und weil außerdem morgen schon die FAS-App besprochen wird und zudem sich aus dieser ursprünglich geplanten Geschichte noch ein paar andere Aspekte ergeben haben , die über eine App-Besprechung hinausgehen. Aspekte, die zeigen, dass so ein Kanalwechsel mehr sein kann als nur die Reproduktion von analog zu digital.</p>
<p>Die App, um die es zunächst gehen sollte, ist die neue App der &#8220;Zeit&#8221;. Die gibt es schon einige Wochen, von dem her könnte eine solche App-Besprechung nicht wirklich neues erzählen. Aber wieso hat es überhaupt so lange gedauert, dass ich die neue App in die Hand nahm?</p>
<p>Das hatte zwei Gründe.</p>
<p>Der erste: Natürlich steigt die Auflage der &#8220;Zeit&#8221; nach wie vor unaufhörlich. Man nennt sowas gerne Erfolgsgeschichte. Unbestritten ist, dass das Blatt besser geworden ist, seit es von di Lorenzo gemacht wird.</p>
<p>Ich mag die &#8220;Zeit&#8221; trotzdem immer noch nicht sonderlich. Zumindest die gedruckte.</p>
<p>Die &#8220;Zeit&#8221; und ich, das ist ein langer, harter Kampf. Ich hatte sie drei- oder viermal im Probeabo, einmal sogar für etwas längere Zeit. Warm geworden bin ich mit ihr nie. Das war (und ist mir heute noch manchmal) zu tantig, zu bräsig. Bei der &#8220;Zeit&#8221; muss ich an Männer in Tweedsakkos denken. An besorgte Oberstudienräte. Und an Feuilletonisten, die vor laufender Kamera erzählen, warum es ganz ok ist, wenn in München zwei Jungs einen Rentner in der U-Bahn halbtot schlagen. Was motzt er sie auch an und macht ihnen das Leben so unangenehm? Vieles war mit auf der anderen Seite wieder zu staatstragend und wenn sich die Redaktion mal um so etwas wie Ironie bemühte, wirkte das so, als hätte man Angela Merkel gezwungen, einen Witz zu erzählen. Und schließlich: Mit dem Format bin ich nie warm geworden. Ich mag große Zeitungen, aber bei der &#8220;Zeit&#8221; wusste ich nie, wie ich sie halten soll.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/uploads/Foto.png"  rel="lightbox-5432"><img class="aligncenter size-full wp-image-5435" title="Foto" src="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/uploads/Foto.png" alt="" width="538" height="717" /></a></p>
<p>Kurzum, ich hätte die Zeit allen Lorenzo-Effekten zum Trotz vermutlich schon lange nicht mehr auf dem Radar, gäbe es nicht &#8220;Zeit Online&#8221;, das sich in den vergangenen Jahren eindeutig zu den besseren unter den deutschen Onlineangeboten entwickelt hat. Mir gefällt deren Idee,  sich nicht um jeden Preis für den billigen Klick anbiedern zu wollen. Mir gefällt, dass man dort ohne offensichtliche Zugeständnisse an vermeintlich quotenträchtige Themen auskommt. Ja, auch bei &#8220;Zeit Online&#8221; bricht das Tantige der &#8220;Zeit&#8221; immer wieder mal durch. Trotzdem, das Thema Online können sie ganz gut dort, wovon auch eine ipad-optimierte Seite und eine frühzeitige App-Entwicklung aus dem vergangenen Jahr zeugen. Diese App war den damaligen Umständen entsprechend sehr ordentlich, trotzdem kam ich mir wieder vor, als müsste ich zwei Kilo Altpapier auf einem gefühlten Quadratmeter ausbreiten, Usability war jedenfalls nicht die zwingende Stärke dieser App. Wenn man was aus ihr lernen konnte, dann das: Ein orpulentes Blatt mal eben auf ein paar Zoll runterrechnen, funktioniert nur sehr, sehr eingeschränkt. Wieder mal also war die &#8220;Zeit&#8221; aus meinem Leben verschwunden, trotz aller Lorenzos und Blaus.</p>
<p>Deswegen hatte ich die neue App erst gar nicht registriert, ich dachte eher, es sei ein Upgrade &#8212; und ich dachte mir im Stillen: Liebe Zeit, ich habe dir in meinem Leben so viele Chancen gegeben, wir werden einfach keine Freunde mehr. Kann ja mal vorkommen. Ausprobiert habe ich sie dann doch, wegen der zugegeben wunderbaren Überschrift &#8220;Noch jemand ohne Burn-out?&#8221; und der Tatsache, dass sich mein hübsches Schweizer Domizil auch dadurch auszeichnet, in allem etwas teuer zu sein. Deswegen die App &#8212; und deswegen jetzt nachträgliches Staunen. Weil ich in Deutschland momentan niemanden kenne, der seinen App-Job besser machen würde. Ich mag die zurückgenommene Optik, den klugen Einsatz von multimedialen Elementen, die stringente Navigation. Und ich habe plötzlich keinen Alptpapierschinken mehr in der Hand, sondern ein hübsches Digitalmagazin, das zu lesen&#8230;ach nee, kann das sein, dass die Verpackung dann doch irgendwie das Vergnügen mitbestimmt? So lange wie mit der aktuellen Ausgabe habe ich mich jedenfalls schon lange nicht mehr mit der &#8220;Zeit&#8221; aufgehalten. Was möglicherweise auch ein Beleg dafür ist, dass es eben nicht nur darum geht, irgendwie Bestandskundschaft noch ins neue Zeitalter hinüberzuretten. Sondern dass so ein Tablet eben auch die Wiederentdeckung vom Spaß am Lesen (schauen, hören) sein kann. Wenn sie also nicht gerade wieder mal Guttenberg auf dem Titel haben, schaue ich mir die &#8220;Zeit&#8221; jetzt vielleicht doch wieder öfter an.</p>
<p>Morgen übrigens kommt die FAS. Die Latte hängt hoch.</p>
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	</item>
		<item>
		<title>Eine kleine App-Kritik (11):Dahinter stecken wirklich kluge Köpfe</title>
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		<pubDate>Sat, 29 Oct 2011 13:55:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[ONLINE/MULTIMEDIA]]></category>

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Die Geschichte zwischen mir und der &#8220;Süddeutschen Zeitung&#8221; ist eine lange. Das sollten Sie wissen, bevor Sie hier weiterlesen &#8212; weil diese kleine App-Kritik alles andere als klein sein wird und weil sie weit über die Besprechung einer App hinaus geht. Es wird eine ziemlich persönliche, hoffnungslos subjektive Geschichte. Aber vielleicht weiß man an deren [...]]]></description>
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<p>Die Geschichte zwischen mir und der &#8220;Süddeutschen Zeitung&#8221; ist eine lange. Das sollten Sie wissen, bevor Sie hier weiterlesen &#8212; weil diese kleine App-Kritik alles andere als klein sein wird und weil sie weit über die Besprechung einer App hinaus geht. Es wird eine ziemlich persönliche, hoffnungslos subjektive Geschichte. Aber vielleicht weiß man an deren Ende ein bisschen mehr darüber, wie Medien konsumiert werden, warum das sehr viel mit Gefühl und nur eingeschränkt mit Ratio zu tun hat. Und warum wir zwar im Kopf sehr genau wissen, warum sich Dinge verändern und auch verändern müssen, wir aber auch als treue Zukunftsgläubige im Grunde gerne hätten, dass alles so bleibt, wie es ist.</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Die SZ war immer meine Zeitung. Das hat eine ganze Reihe von Gründen, nicht alle sind rein journalistischer Natur. Für mich war die SZ immer auch ein Stück südliches/bayerisches Lebensgefühl, das alle anderen verständlicherweise nie transportieren können. Die SZ stand für mich immer für Bayern, für ein Bayern, das ich mag und das abseits ist von den dumpfbackigen Bildern, die man manchmal draußen von uns hat und die wir zugegeben leider auch oft genug selbst produzieren. Die SZ ist für mich ein intelligentes Bayern, das trotzdem zu sich und seiner Tradition steht. Das ist für mich München und nicht Berlin, das ist für mich Niederbayern und nicht Rhein-Main. Das ist aber auch: Biermösl Blosn statt Hansi Hinterseer, Sepp Daxenberger statt Horst Seehofer, Ringsgwandl statt Stefan Mross. Bis zu einem gewissen Grad ist die SZ ein durchaus strukturkonservatives und (Achtung, tiefstes Pathos!) heimatliebendes Blatt, ohne reaktionär oder heimattümelnd zu sein. Die SZ hat es über viele Jahre immer wieder geschafft, mich zum Lachen zu bringen, mich zu unterhalten, mich wohlzufühlen. Kurz, Zeitung lesen hat auch etwas mit Zugehörigkeit zu tun. Ich fühle mich der SZ und München und Bayern zugehörig. Die FAZ war für mich immer das Zentralorgan nörgelnder und gegenwartsverweigernder Oberstudienräte, deren Credo ist, dass früher alles besser war und wir schon sehen werden, wo wir mit diesem ganzen modernen Kram landen werden. Die &#8220;Welt&#8221; brachte ich immer in Verbindung mit Menschen, die dunkelblaue Blazer mit Goldknöpfen tragen. Seit sie brachial versucht, dieses Image abzulegen, erinnert sie mich an Banker. Fachlich vermutlich schon irgendwie kompetent und auch bemüht, modern zu sein. Aber unterhalten Sie sich mal mit einem durchschnittlichen Banker, die meisten Gespräche sind so langweilig wie ihre Krawatten. Bei der SZ weiß ich im Regelfall schon vorher, was Heribert Prantl schreibt und ich bin auch keineswegs immer seiner Meinung. Ich lese ihn trotzdem jedesmal. Am Chefredakteur Kister mag ich dessen beißendem Spott, auch wenn ich ihn unter gar keinen Umständen als Chef haben wollen würde.  Die Reportagen von Gertz sind selbst dann lesenswert, wenn er ein Stuhlbein portraitieren würde. Und, ja, der Sport, ich kenne niemanden, der einen besseren Sport machen würde. Dafür verzeihe ich der SZ sogar, dass ihr Layout dringend, dringend, dringend (!) renovierungsbedürftig ist und die Seiten zwischen Meinung und Panorama Papierverschwendung ersten Grades sind. Ich glaube, ich habe noch nie eine Seite 7 der SZ gelesen.  Bevor ich es vergesse, auch über die Geschichten der Titelseite müsste man reden, so wie man vermutlich über vieles reden müsste, aber es ist eben die SZ und die SZ ist die SZ und kann meinetwegen auch auf serbokroatisch erscheinen. Solange Prantl Leitartikel schreibt und Kister ätzt, von mir aus.</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Seit einiger Zeit lebe ich nicht mehr in Bayern, nicht mal mehr in Deutschland, nicht mal in der EU. Die SZ würde mich hier pro Einzelausgabe 5 Franken kosten, was ich meistens in Kauf nehme, aber selbst für Prantl und Kister ist das viel Geld, zumal mir die Seite 7 angesichts von 5 Franken dann noch mehr weh tut. Deswegen warte ich, seit ich Besitzer eines iPad bin, auf den Tag, an dem es die SZ auf dem iPad gibt. Seit gestern ist es soweit und ich habe die App in einem ähnlich rekordverdächtigen Tempo geladen, mit dem ich früher zum Postkasten gegangen bin, um meine SZ rauszuholen. Ich freute mich auf die Zeitung auf dem Bildschirm &#8212; und bekam keine. Die SZ auf dem iPad ist keine Zeitung, obwohl sie zum größten Teil aus den Inhalten der gedruckten Zeitung besteht. Sie hat noch die Struktur der Zeitung, ist aber letztendlich ein multimediales Magazin. Nicht also das, was viele Tageszeitungen bisher anbieten, eine mehr oder minder bessere PDF-Lösung, sondern tatsächlich neu aufbereitet für die (vermeintlichen) Ansprüche eines Tablets.</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Ich habe über mich selbst gestaunt: Ich weiß nicht, wie oft ich gelesen und selbst geschrieben habe, was sich nicht alles verändert in einem digitalen Zeitalter. Und dann ist meine erste Reaktion: Hey&#8230;ich wollte die ZEITUNG! Ich will kein SZ-Multimedia-Magazin, ich will meine Zeitung. Ich will, dass links oben das Streiflicht steht und dass am besten das Papier noch wenigstens virtuell raschelt. Ich will keine grünen Überschriften und keine merkwürdigen Kästchen. Ich will, dass alles so bleibt, wie es ist, nur virtuell. Ich konnte mir diese merkwürdige Haltung auch durchaus verzeihen. Wenn man 25 Jahre lang die selbe Zeitung liest, kann man kaum erwarten, sich innerhalb weniger Minuten umzugewöhnen. Ich habe also, zugegeben, die neue App erst mal mit einem gewissen Unwillen in die Hand genommen.</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Ein iPad ist keine Zeitung. Ein paar Zoll sind nicht vergleichbar mit dem Umfang einer Zeitungsseite. Möglicherweise wird also eine Zeitungsseite verkleinert auf ein paar Zoll nie so wirken wie eine Zeitungsseite. Ist es dann also wenigstens theoretisch nicht doch sinnvoll, die Zeitung so aufzubereiten, dass sie auf dem Bildschirm konsumiert werden kann? Tatsächlich ist unter diesem Gesichtspunkt der SZ eine ansprechende Lösung gelungen. Die Seiten sind übersichtlich und nachvollziehbar strukturiert, die Optik ist im Gegensatz zum gedruckten Blatt <em>state of the art.</em> Die Bildergalerien sind sehr schön in die Texte integriert, multimediale Applikationen sind meistens sinnvoll eingesetzt. Und ja, zugegeben, wenn man sich langsam an die Bildschirm-SZ gewöhnt, dann macht es plötzlich Spaß, sie zu lesen. Seite 7 habe ich allerdings auch auf dem iPad nicht gelesen. Dafür kostet die Einzelausgabe auch nur 1,59, da lässt sich das dann wieder verschmerzen.</p>
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<p>Ein paar Kleinigkeiten muss man aber dann doch noch anmerken (die allerdings angesichts des frühen Zustands alle verzeihbar sind). Über die Ladezeiten der heutigen Ausgabe reden wir lieber nicht. In der Zwischenzeit habe ich Zähne geputzt, ein halbes Buch im Bett gelesen, den Zustand der Welt analysiert und ein bisschen gedöst. Keine Ahnung, ob´s so einen Ansturm gestern gab, in jedem Fall aber wäre dieses Tempo auf Dauer absolut inakzeptabel. Und über das Produzieren eigener Videos sollten sie in München auch nochmal nachdenken. Zur Bayern-LB-Geschichte beispielsweise gibt es einen Dreiminüter, von dem ich mir überlege, ob ich nicht künftig in allen meinen Videoseminaren zeigen soll. Weil er so wunderbar zeigt, dass man Bewegtbild nicht ohne bewegtes Bild machen soll. Und dass man fehlende Bewegung nicht dadurch kompensiert, in dem man dem ganzen Standbilder aus dem SZ-Archiv animiert. Jedenfalls fliegen jetzt an mir gefülte hunderte animierte Standbilder eines ehemaligen BayernLB-Vorstands an mir vorbei, außerdem Bernie Ecclestone in 53 animierten Portraits. Im Hintergrund hechelt sich eine Off-Sprecherin in 3.30 durch einen extrem komplexen Sachverhalt und außerdem treten auf in Nebenrollen: Hans Leyendecker und sein Investigativressort. Achja, ne Infografik haben sie auch noch untergebracht und am Ende fühlt man sich leicht matschig. Sieht irgendwie so aus, als wenn sich jemand gedacht hätte, dass so ne App dringend auch Videos braucht. Ich kann jedenfalls auf  Videos gut verzichten, wenn der Stoff keine Videos hergibt.</p>
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<p>Trotz alledem, am Ende dachte ich mir: <em>well done. </em>Ich fände es zwar immer noch schön, wenn es die SZ auch als Reproduktion dazu gäbe, aber alles in allem ist die jetzige Lösung eine Idee von dem, wie wir künftig (vielleicht) Zeitung lesen. Ihren Zeitungs-Konkurrenten jedenfalls ist die SZ mit dieser App ein gutes Stück voraus. Nur das bayerische Heimatgefühl, das stellt sich auf der Glasplatte noch nicht so richtig ein. Abonniert habe ich die digitale SZ trotzdem. Es ist die erste Zeitung, die ich auf dem ipad abonniert habe.</p>
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