PCGEZ
21. September 2006 - 8:24 UhrMan möchte ja nicht mit dem Redakteur des BR tauschen, der gerade eben im “Hintergrund” bei B5 aktuell erklärt, warum die Erhebung von GEZ-Gebühren auf internetfähige PC´s geradezu ein Segen für alle ist.
Anmerkungen eines Medienmenschen
Man möchte ja nicht mit dem Redakteur des BR tauschen, der gerade eben im “Hintergrund” bei B5 aktuell erklärt, warum die Erhebung von GEZ-Gebühren auf internetfähige PC´s geradezu ein Segen für alle ist.
Man jubiliert also bei Antenne Bayern, kann man den neuesten Verlautbarungen zu den neuesten Hörerzahlen entnehmen. Demnach kommen die Privatfunker inzwischen auf über eine Million Hörer pro Stunde, Bayern 3 erreicht gerade mal noch die Hälfte. Was mich nicht so sehr wundert: Wenn sich die Strategie von Bayern 3 inzwischen darauf beschränkt, Moderatoren aus der zweiten Antenne-Reihe zu kaufen und ansonsten exakt so zu klingen, wie man sich eine schlechte Kopie des Originals vorstellt, darf man sich nicht wundern. Dabei war Bayern 3 mal das Original…eine erstaunliche Leistung, sich selbst in so atemberaubendem Tempo zum gefühlten Nachahmer zu entwickeln.
Mir ist ohnedies nicht klar, warum Bayern 3 die Strategie fährt, irgendwie noch dudeliger als die Dudelfunker zu klingen. Ich für meinen Teil wäre jedenfalls ganz dankbar für ein halbwegs ansprechendes Radio, meinetwegen gerne im AC-Format. Man kann und will ja nicht den ganzen Tag B5 oder Bayern 2 hören und für Bayern 1 fühle ich mich noch entschieden zu frisch. Also, lasst doch die Antenne Antenne sein, hechelt nicht jedem Trend hinterher, kauft nicht jeden zweitklassigen Comedian von den Konkurrenz, dann könnte das noch was werden. Zu befürchten ist allerdings, dass sie in der Arnulfstraße jetzt einen Headhunter beauftragen, sofort einen Morning-Man von Radio Dudelfudel zu kaufen, auf dass er Schwung in den Laden bringe.
Dabei steht der öffentlich-rechtliche Rundfunk für mich immer noch – vorsicht, Pathos – journalistische Standards, journalistische Qualität. Ist mir völlig unklarf, warum man dieses Asset in einem Massenprogramm so völlig außen vor lässt.
Wie auch immer, ein schönes Beispiel dafür, was rauskommt, wenn öffentlich-rechtliche privater als die Privaten sein wollen; egal ob Fernsehen oder Radio. Ich kenne kein Beispiel, wo das gut gegangen wäre.
Man sollte Nachrichten in den kommenden vier Wochen vermutlich mit Vorsicht genießen. Aufmacher heute: Ob Ballack spielen kann oder nicht, wird sich kurzfristig entscheiden. Beckenbauer WARNT!! Man solle Ballack nur spielen lassen, wenn er auch wirklich fit sei. Bundestrainer Klinsmann gibt heute nachmittag die Aufstellung bekannt. (alles bei B5 aktuell, heute morgen, 10 Uhr.)
Flashback: Nach dem WM-Finale 74 blendeten sich die TV-Sender 10 Minuten später aus und brachten am Abend, Stunden später, nochmal eine Zusammenfassung vom Tage.
Aber gut, wer bin ich, mich darüber zu beschweren…Blog-Frequenz wird runtergefahren. Zeit, dass sich was dreht!
In den letzten Tagen und Wochen ausgesprochen viel mit diversen Autos unterwegs gewesen und deswegen entgegen meiner Gewohnheiten viel Radio gehört.
Meine Güte. Was für eine trostlose Veranstaltung. Innerhalb von zwei Tagen siebzehnmal die gleichen Lieder gehört. Rotation? Minimal. Die Moderatoren austauschbar und in den meisten Fällen geistreich wie ein Gartenstuhl. Die Gags, so unfassbar platt. Und überhaupt: Muss Radio immer mit aller Gewalt LUSTIG sein?
Ein Zwischendrin gibt´s merkwürdigerweise trotz der unzählig vielen Sender so gut wie gar nicht. Entweder gemütsterrorisierendes Formatradio oder Wortradio für Oberstudienräte. Wehe dir, du verlässt das Sendegebiet von FM4. Keine wirklich neuen Feststellungen, ich weiß. Aber nach längerer Radioabstinenz ist man dann doch wieder erstaunt, was den ganzen Tag den Äther so verstopft. Und auch kein deutsches Problem, wirklich nicht: Ein paar Ausflüge ins Ausland in den letzten Wochen haben mich zu der Feststellung gebracht, dass die Pest globalisiert ist.
Und der nächste Sender, der mich mit einem Jingle “Das Beste der 80, der 90 er und die Hits von heute” quält, bekommt ne Bombe aufs Headquarter geworfen.
Echt wahr.
Wenn man sich gerade mal nicht in München, Köln oder Berlin aufhält und man mit dem Auto unterwegs ist und man dabei Radio hören will, ist das schwierig. Da gibt´s nämlich nicht so viel auf dem flachen Land. Und unter dem wenigen, was es gibt, dominiert der Dudelfunk. Also scannt man mal, was es so gibt, will gerade weiterschalten, weil man die Stimme und dazugehörige Dumpfgeplapper schon mal auf Antenne Bayern gehört hat und bleibt dann irritiert hängen, weil das Display groß und fett “Bayern 3″ anzeigt.
Hat Bayern 3 also mal wieder – zum wievielten Mal eigentlich – eine Stimme von Antenne gekauft, mutiert weiter fröhlich zum schlechten Abbild eines privaten Almdudlers. Was Inhalte und Musik angeht, gibt´s eh schon lange keinen nennenswerten Unterschied. Und wie schon bei vielen Fernsehveranstaltungen fragt man sich auch beim Radio: Wofür, Teufel noch mal, wird öffentlich-rechtlicher Rundfunk finanziert, wenn unter dem Strich das rauskommt, was Private schon seit Jahren machen?
Der sakrosankte Zündfunk des BR soll seinem Ende entgegen gehen – und weil nicht sein kann, was nicht sein darf, ist die Aufregung groß. Bei Don Alphonso steht alles, was zum Zündfunk zu sagen ist, auch wenn das erwartungsgemäß nicht alles so sehen. Aber einer muss es ja mal sagen, auch wenn´s weh tut.
Die deutsche Fußballnationalmannschaft bestreitet am Mittwochabend ein Testländerspiel. Gegen den Fußballgiganten USA. Sie gewinnt 4:1.
Dieses enorm bedeutsame Ereignis veranlasst Bayern 3 dazu, am Donnerstag um 8 Uhr die Nachrichten damit aufzumachen. Willkommen beim gebührenfinanzierten Dudelfunk.
Nebenan bei Bayern 2 läuft sicher bald mal wieder eine kulturpessimistische Debatte darüber, warum die Leute immer blöder werden.
Vorweg zugegeben: Eigentlich dürfte ich über dieses Thema gar nichts schreiben. Radio ist am allerwenigsten mein Medium. Und ich verstehe auch nicht wirklich viel davon. In meiner laienhaften Sicht sind Frequenzen vollgestopft mit unerträglichen Gemütsterroristen, deren Wortschatz durchaus überschaubar ist. Und ohne es belegen zu können, hab ich die Ahnung, dass die Heavy Rotation der Sender in den letzten Jahren so überschaubar wie der Wortschatz der Moderatoren geworden ist. Bleiben ein paar echte Perlen in den Programmen, die man sich früher mühsam zusammensuchen musste und die man heute, dem Erfinder des Podcast sei´s gedankt, mühelos abrufen, archivieren und hören kann.
Amüsant finde ich dennoch die jährliche MA. Ziemlich verlässlich schaltet danach nahezu jeder Sender irgendwelche Danke-Anzeigen, in denen herausgestellt wird, dass man nicht nur wie eh und je der Marktführer sei, sondern seinen Vorsprung auch zuverlässig vergrößert habe. Passt gut ins Land der Konsens-Koalition, wenn alle nur gewinnen.
Irgendjemand muss allerdings auch heftig verloren haben, und sei es die ganze Gattung: Laut MA sind die Hörerzahlen in den letzten zwei Jahren um rund 800000 gesunken. Viel Holz. Wobei ich mir in einem nicht sicher bin: Wegen Podcasting? Oder trotzdem?
Wer bei der Suche nach Podcasts, Audioblogs etc. sich nicht nur auf das beliebte i-Tunes verlassen will: spodradio.com bietet einen ziemlich ausführlichen und halbwegs ordentlich struktrierten Überblick über verfügbares Material. Nicht abschrecken lassen, dass auf der aktuellen Startseite derzeit ein Interview mit Alexander Klaws prangt – unterhalb der Startseite wirds dann besser.
Ein Podcast-Portal gibt´s übrigens auch von der ARD. Wer willens ist, sich durch die strukturbedingten Unebenheiten der Riesen-AG duchzuwühlen, findet manche Perle. Nur suchen muss man, und das ganz schön.
heute nachmittag moderation einer diskussion zum thema “fernsehen der zukunft”. im vorfeld mit dem br kommuniziert und gestaunt, dass es eine eigene redaktion medienkritik gibt, die sich zur berichterstattung angemeldet hat.
später erfahren, dass es auch eine eigene redaktion “wandern” gibt.
staunen wieder eingestellt.