Kategorie: DAS BUCHPROJEKT


Universalcode: Die Apps kommen

15. Mai 2013 - 18:32 Uhr

Selbst im hohen Alter gibt es noch Dinge, die man zum ersten Mal macht. Beispielsweise eine App bauen. Momentan sitze ich mit dem Artdirector der ABZV, Andy Artmann, zusammen – und gemeinsam schrauben wir an der ersten von mehreren geplanten Apps zu “Universalcode”. Die erste, so viel kann ich schon verraten, wird sich mit dem Thema Datenjournalismus befassen.

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Ein paar grundsätzliche Sachen dazu: Natürlich werden die Apps nicht einfach E-Books. Schon alleine deswegen nicht, weil es “Universalcode” ja schon lange als E-Book u.a. bei Amazon und bei Apple gibt. Aber es würde auch so wenig Sinn machen, ein Buch einfach in eine App zu konvertieren. Die Apps werden deshalb zu einem großen Teil aus Videos und Tutorials bestehen, dazu kommen kurze erklärende Texte. Texte aus dem Buch sind nicht enthalten.

Für alle, die es interessiert: Wir bauen diese App mit einer Software namens “Tango”. Wer es ausprobieren will und Tutorials braucht – bitte hier entlang.

Mir ist natürlich klar, dass man komplexe Themen wie den Datenjournalismus nicht mal eben im Vorbeigehen in einer App erklären kann. Aber ich wollte immer, dass “Universalcode” nicht einfach ein Buch mit angeschlossener Website ist. Deswegen gibt es auch die “Universalcorner” im Radio, das E-Book und bald eben die Apps.

Die Apps werden kostenlos im Apple-App-Store zu haben sein, wann genau, das wird hier bald stehen. Und sorry,auch wenn es jetzt zu Protesten kommt: vorerst kein Android. Für eine kleine Nonprofit-Truppe wäre das im ersten Schritt schlichtweg zu viel gewesen.

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Einblicke in die Universalcorner…

2. April 2013 - 11:51 Uhr

Inzwischen ist das eine hübsche kleine Tradition geworden: Einmal im Monat gibt es in der “Redaktionskonferenz” (formerly known as Was mit Medien) bei DRadio Wissen die “Universalcorner”. In Verbindung mit dem Buch, quasi als kleiner Radioworkshop für interessierte Journalisten. Luft donnerstags immer ab 18 Uhr. Und…ach was, bevor ich jetzt lange erzähle: Im Video erzählen Daniel Fiene und ich, was das eigentlich passiert. Herr Pähler fehlt leider. Mal wieder.

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Universalcode – die App

30. März 2013 - 0:12 Uhr

Es hat ein bisschen gedauert – aber jetzt kann ich es auch offiziell verkündigen: “Universalcode” wird es bald als App (vorerst nur für iOS) geben. Besser gesagt: als mehrere Apps. Dabei ist der Gedanke nicht, das Buch zum E-Book zu machen, das gibt es ja ohnehin schon. Sondern: Viele Tutorials im Video, kurze Texte als Handreichungen, sehr praxisorientiert. Und: keine 600 Seiten Text wie im Buch.

Mit der ABZV hat sich, wie schon bei der Webseite, ein wunderbarer Partner gefunden, der neben viel großartiger Unterstützung vor allem eines möglich macht: die Apps wird es kostenlos geben. Für die erste App brauchen Sie allerdings noch ein bisschen Geduld, wir arbeiten aber mit Hochdruck daran. Sobald es einen Release-Termin gibt, steht das natürlich hier ebenso wie auf der Universalcode-Seite.

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Warten auf Startnext

4. März 2013 - 13:52 Uhr

Zugegeben: Wenn ich gewusst hätte…nun gut, bevor ich lamentiere, hier in der verknappten Version: Bei Startnext ist das Projekt Crowdfunding deshalb noch nicht an den Start gegangen, weil man dort u.a. ein Video haben möchte. Ich halte es zwar für absurd, einem Crowdfunder ein Video als Voraussetzung abzuverlangen, aber bitte sehr. Ich drehe dann mal und dann hoffe ich, dass die Resonanz von Startnext beim nächsten Mal etwas, hüstel, schneller kommt als beim letzten Mal. Da habe ich drei Tage gewartet. Nun gut, Fortsetzung folgt.

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Universalcode – jetzt auch als E-Book

19. Juni 2012 - 13:04 Uhr

Zugegeben, es hat ein wenig gedauert mit der Umsetzung. Aber jetzt haben wir es dann doch mal geschafft, der “Universalcode” ist jetzt auch als E-Book zu haben. Seit dieser Woche u.a. bei Amazon und einigen anderen Shops, bei Apple dann auch, wenn man sich dort davon überzeugt hat, dass wir nicht jugendgefährdend sind. Preislich wollten wir ja mit gutem Beispiel vorangehen und nicht einfach nur den Alibi-Euro billiger sein als ein gedrucktes Buch. Deswegen: statt der 27,90 fürs gedruckte Buch kostet der E-Universalcode nur 19,90. Und wenn ich das mal so deutlich sagen darf: Wir empfehlen und präferieren eindeutig das E-Book, schon alleine deswegen, weil es für den Nutzer viel einfacher und praktischer zu handhaben ist als ein gedrucktes Etwas, das irgendwann mal mit lauter kleinen Post-it´s verunstaltet ist.

Bei Amazon hat´s übrigens schon mal gut angefangen:

 

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Universalcode – das E-Book

9. Februar 2012 - 11:38 Uhr

Wenn ich ehrlich bin: Ich hatte die Entwicklung des Themas E-Books als langsamer eingeschätzt. Aber nachdem nun die Fragen, wann es “Universalocde” auch elektronisch gibt, immer drängender wurden, habe ich meine Meinung revidiert und mich ein wenig dahintergeklemmt. Deswegen an dieser Stelle und unter dem winzigen Vorbehalt, dass man ja nie weiß, wie etwas funktioniert, die Mitteilung: Ende März/Anfang April gibt es das Buch als E-Book.  Am schnellsten dürfte es bei Amazon und bei Apple verfügbar sein, alle anderen gängigen Shops werden aber ebenfalls beliefert.

Und wir wollen natürlich auch ein Zeichen setzen: Das E-Book wird spürbar billiger sein als die gedruckte Ausgabe. Genauer Preis und genaues Erscheinungsdatum kommen so schnell wie möglich an dieser Stelle.

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Schneider&Raue: Wenn Blinde über Farbe schreiben

29. Januar 2012 - 17:31 Uhr

Eigentlich sind Wolf Schneider, Paul Josef Raue und noch ein paar andere Veteranen der Journalistenausbildung schuld daran, dass ich mich rund ein Jahr lang mit vielen guten und netten Kollegen an das Projekt “Universalcode” gemacht habe. Die Idee entstand beim Durch-den-Wald-Joggen, nachdem ich Tags zuvor von einem Volontär bei einem Seminar den berechtigten Hinweis erhalten hatte, es sei für junge Journalisten nicht eben einfach, die Theorie in die Praxis umzusetzen. Schließlich gebe es dazu ja so gut wie keine brauchbare Literatur. Beim Joggen durch den Wald ging ich dann im Kopf mal durch, was es an Standards so gibt, wenn es um Multimedia, Online, Crossmedia, das ganze digitale Zeugs eben so geht. Und man kann es ahnen: Wäre mir wirklich viel eingefallen, gäbe es heute Universalcode nicht. Das, was mir an den Dingen einfiel, die man jungen Journalisten heute so gedankenlos hinwirft, will man ihnen Literatur empfehlen, lautet immer noch: Lies mal den Schneider. Oder die ganzen anderen.

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Schneider? Ich habe natürlich den gebührenden Respekt, den man als Journalist haben muss, habe mich aber schon immer furchtbar an dieser restlos unreflektierten Haltung gestört. Wenn Schneider das sagt, muss es ja richtig sein. Deswegen nennt man ihn gerne “Papst”. Raue ist zwar noch kein Papst, aber weil Päpste sich selten mit Priestern abgeben, müsste man Raue wenigstens als eine Art Kardinal bezeichnen. Jedenfalls sind die beiden bekannt genug, um für viele junge Journalisten immer noch als maßgeblich zu erscheinen. Zusammen haben Schneider und Raue schon vor Jahren ein “Handbuch des Journalismus” herausgebracht. Die neueste Ausgabe des Werks trägt inzwischen den Titel “Handbuch des Journalismus und des Onlinejournalismus”, was abgesehen von der etwas ungelenken Formulierung schon alleine im Titel verräterisch ist. So, als müsste man irgendwie hinzufügen, dass es da mit diesem Interdingens noch etwas gibt, was im weitesten Sinne auch noch mit Journalismus zu tun hat. Würde man Onlinejournalismus als etwas völlig Normales betrachten, es würde reichen, weiterhin von einem “Handbuch des Journalismus” zu sprechen. Niemand wäre früher auf die Idee gekommen, beispielsweise ein “Handbuch des Journalismus und des Zeitungsjournalismus” zu schreiben.

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Jetzt kommt der Teil, an dem es für mich schwierig wird. Es ist an sich eher ungehörig andere zu kritisieren, wenn man selber ein Buch zu einem ähnlichen Thema herausgegeben hat. Sicher sagen kann ich nur, dass ich den gleichen Beitrag auch schreiben würde, wenn es “Universalcode” nicht gegeben hätte, alles andere überlasse ich gerne Ihrer Beurteilung. Ich würde diesen Beitrag vor allem deshalb schreiben, weil ich es für ein Unding halte, wenn der Mann, der sich so gerne unwidersprochen “Papst” nennen lässt, mit seinem Adjutanten in einem der größten deutschen Verlage ein Buch veröffentlicht, von dem es nicht weniger heißt, als dass es der Standard in der Journalistenausbildung sei. Ein Buch, in dem hoffnungslos windschiefe Berufsbilder gezeichnet werden, ein Buch, das das Internet als eher lästige Begleiterscheinung darstellt, dennoch aber natürlich auch das “Handbuch des Onlinejournalismus” genannt wird. Und vor allem: ein Buch, das gerade in diesem Bereich vor Unkenntnis, platten Klischees und – auch das – schlampiger Recherche nur so strotzt.

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Hat er (gemeint ist ein Jungjournalist) seine Ausiedlerreportage am Samstag in der Zeitung nicht unterbringen können, versucht er es am Sonntag nochmal. In der schwach besetzten Online-Redaktion dürfte er Erfolg haben. Allerdings liest kein Redakteur seinen Text. Die Chance, dass ein User kritisiert, ist höher, als dass ein Redakteur das tut. Das Netz hat eben einen großen Bauch, es verschlingt selbst Texte und Bilder, die für eine Zeitung unverdaulich sind.

Was Schneider und Raue zu Beginn ihres Kapitels “Die Online-Redaktion” schreiben, klingt auf den ersten Blick nicht mal unplausibel. Wer wollte bestreiten, dass es solche Zustände gibt? Wer wollte allerdings umgekehrt bestreiten, dass nicht oder nur flüchtig redigierte Texte auch zum Repertoire einer kleinen Lokalredaktion gehören? Oder generell (leider) zum Standard von Unternehmen, wo Journalismus eher als billiges Material zum Füllen des Platzes zwischen den Anzeigen genutzt wird?  Wenige Absätze darauf beschreiben Schneider und Raue die technischen Mängel, die in vielen Onlineredaktionen herrschen, um zu dem Schluss zu kommen: “Nicht selten arbeiten Online-Redakteure mit schwächerer Technik als ihre Leser.” Auch das mag stimmen, aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich aber auch, dass lahme Rechner und veraltete Software  keineswegs das Privileg von Onlineredaktionen sind. Mir fällt beispielsweise eine Tageszeitung im Südwesten ein, die noch immer ihre tägliche Arbeit auf Rechnern leistet, die auf Windows XP laufen. Oder eine große Tageszeitung im Süden, die mal eine Lieferung einer Agentur nicht entgegennehmen konnte, weil ihre Version der entsprechenden Software so veraltet war, dass nicht mal mehr ein Downgrade innerhalb der Agentur geholfen hätte, die Software wurde vom Hersteller nicht mehr supportet. Kurzum: Natürlich kann kann technische und personelle Mängelverwaltung in den Redaktionen gar nicht laut genug kritisieren. Ein Spezifikum des Onlinejournalismus sind sie keineswegs.

Aber sieht man von solchen Schwächen einmal ab: Um welch merkwürdige Haltung handelt es sich eigentlich, wenn zwei Journalistenausbilder jungen Journalisten die Vorzüge einer Onlineredaktion vor allem so anpreisen, als dass dort niemand gegenliest und man dort Texte, die für die hochwertige Zeitungsredaktion unverdaulich sind, irgendwie noch unterbringen kann? Online als Müllschlucker, als Resteverwerter, als Spielwiese, die Driving Range für alle, bei denen es für die journalistische Platzreife nicht ganz reicht? Doch ja, das glauben Schneider und Raue allen Ernstes – um es am Ende des Kapitels nochmal ausdrücklich zu bekräftigen (extra fett gesetzt): Wer diesen ganzen Technikkram also halbwegs beherrsche, der “hat als Anfänger große Chancen, zumal viele Zeitungsredakteure Online wenig achten und beachten”.

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Es gibt dafür sogar einen bekannten Kronzeugen: Thomas Knüwer. Knüwer? Aber ja doch. Unter dem Zwischentitel “Wie arbeitet eine Online-Redaktion” schreiben Schneider und Raue:

“Online-Redakteure sind die dummen Textschrubber, die nichts können”, sagt Ex-Handelsblatt-Redakteur Thomas Knüwer. Mit solch einer Arroganz urteilen Zeitungsschreiber nicht selten,  doch die Klage hat einen wahren Kern. Onliner schreiben unermüdlich Texte um, die sie als Rohfassung vom Newsdesk bekommen; sie kürzen, bearbeiten PR-Texte, indem sie zumindest die Quelle angeben; sie füllen eben das Internet und nicht selten tun sie es ohne Sinn und Verstand.”

Ob Schneider und Raue jemals eine Onlineredaktion von innen gesehen haben, mag man bezweifeln, aber man hat ja Knüwer als Kronzeugen dafür, dass Onliner oft “ohne Sinn und Verstand” das Netz vollschreiben. Und natürlich ist es restlos despektierlich, Sprachpäpsten etwas vom korrekten Zitieren zu erzählen, in diesem Fall muss es allerdings sein. Das korrekte Zitat Knüwers lautet:

 

Aber Onliner sind aus Sicht vieler Printkollegen nur die dummen Textschrubber, die nichts können.

Ein Unterschied? Aber gewiss. Zum einen ist es etwas grundlegend anderes, ob jemand sagt, Journalisten “sind” irgendwas. Oder ob man feststellt, dass andere behaupten, der Journalist sei irgendwas. Zum anderen muss man sich das Interview in seinem Kontext durchlesen, um schnell zu merken: In diesem Gespräch werden Missstände im Onlinejournalismus kritisiert, keineswegs aber behauptet, dass Journalisten in diesen Redaktionen dumme Textschrubber seien, die ihre Arbeit ohne Sinn und Verstand ausüben. Kleinkariert? Nein. Nicht, wenn es um einen Autor geht, der seit Jahrzehnten Journalisten penible Vorträge über die richtige Verwendung der deutschen Sprache hält. Davon abgesehen, dass es einigermaßen perfide ist, einen prominenten bekennenden Verlagskritiker und praktizierenden Onliner zum Kronzeugen für die Sinn- und Hirnlosigkeit des Onlinejournalismus machen zu wollen.

***

Zugegeben, natürlich ist auch der User schuld am grassierenden Online-Elend. Schneider und sein Co-Schreiber halten deswegen auch noch die folgende Zustandschreibung fest:

  • Die meisten Leser wollen gar nicht mehr lesen, sie verzweifeln vor der Masse der Informationen – und wenden sich im Internet gleich den Vergnügungen und Zerstreuungen zu, die einen Mausklick entfernt liegen.
  • Der Dialog im Internet besteht zum Großteil aus Schwachsinn und Dampfplauderei; er kostet mehr Zeit als er Gewinn bringt.
Man liest das, die Kinnlade fällt runter — und man denkt unwillkürlich an die beiden älteren Herren aus der Muppetshow. Das Stereotyp des immerwährenden Unsinns im Netz ist auch von Schneider so oft wiederholt worden, dass es ihm selbst langsam langweilig vorkommen sollte. Und wenn es nicht so unpassend wäre, man würde ihm gerne den Text von Dirk von Gehlen aus dem “Universalcode” in die Hand drücken, ihn die Funktion des “Internet als Dialogmedium” lesen lassen und ihn bitten, dann vielleicht nochmal neu nachzudenken. Wäre aber nicht nur unpassend, sondern sinnlos: Man müsste von Schneider erwarten, dass er sich ein einziges Mal in seinem Leben selbst korrigieren würde. Vorher wächst einem Onliner Hirn, bevor Schneider das tun würde.
***

Wenn man ein “neues Handbuch des (Online-)Journalismus” schreiben will,  muss man sich natürlich auch zu diesem Multimedia-Gedöns äußern. Videos beispielsweise. Ob Schneider und Raue jemals eine Videokamera in der Hand hatten, weiß man nicht (vermutlich: eher nein). Bei dem überbordenden Selbstbewusstsein der beiden ist das aber kein Hinderungsgrund, sich auch über das Thema Bewegtbild im Netz auszulassen. Die beiden wissen sehr gut, welche Voraussetzungen es dafür braucht:

“Doch nebenbei ist Fernsehen im Internet (sic!) nicht zu machen. Notwendig sind eine teure Kamera nebst Mikrofon und Kopfhörer, ein Laptop mit großem Speicherplatz, ein gutes Programm zum Schneiden des Rohmaterials, Routine und viel Zeit.”

Ich weiß nicht, was ich mehr bewundern soll: die Chuzpe, über Dinge, von denen man sehr offensichtlich nichts versteht, trotzdem einfach irgendwas zu schreiben. Oder den Mut, ohne irgendeine Recherche zum Thema ein paar steile Thesen aufzustellen. Was ich sicher weiß: Wenn mir ein Student in einer Hausarbeit die Grundlagen der Videoproduktion so erklären würde, wäre er glatt durchgerauscht. Bei Schneider und Raue und rororo wird daraus ein Lehrbuch, das sich als “Standard” bezeichnet. Unnötig zu sagen, dass die Ausführungen zum Thema Podcast von ähnlich dramatischer Sachkenntnis geprägt sind.

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Ja, und irgendwann muss man auch mal was zu Blogs und Social Media und Web 2.0 schreiben, Schneider kennt sich da aus:

Frage: Herr Schneider, lesen Sie Blogs?

Wolf Schneider: Ich benutze gar keinen Computer, aber meine Frau verfolgt ein Dutzend Blogs und Twitter und druckt mir das aus. Kein Tag, an dem ich nicht mindestens zwei Blogs lese.

Der Mann, der sich also mindestens zwei Blogs und ein bisschen Twitter ausdrucken lässt, schreibt jetzt auch über Blogs und Twitter.  Und er schreibt allen Ernstes:

Blog und Twitter haben aber ebenfalls ihre Unschuld längst verloren.  Mit beiden betrieb Obama Wahlkampf bis zur letzten Minute. (…)Beide Medien eignen sich also für eine kostenlose, allgegenwärtige politische Propaganda – in einem Umfang, den die Zeitungsjournalisten ihren Lesern großenteils ersparen.

Nein, das ist nicht (mehr) überraschend. Nicht, wenn man weite Teile dieses Buchs zum Thema “Online” gelesen hat. Das wäre auch alles nicht weiter schlimm, weil jeder denken und schreiben kann, was er will und niemand gegen seinen Willen zum digital native gemacht werden darf. Das Ärgernis ist ein anderes, größeres: Das ist kein kleiner Besinnungsaufsatz, den Schneider und Raue da auf den Markt gebracht haben. Sondern ein Buch, das mit vergleichsweise hoher Auflage jungen Journalisten als Einstiegslektüre in unseren Beruf verabreicht wird. Über das nicht groß nachgedacht und das nicht hinterfragt wird, weil da doch Schneider drauf steht. Das ist fahrlässig und ärgerlich zugleich. Jungen Journalisten, die noch Jahrzehnte ihres Jobs vor sich haben, wird mit diesem Handbuch ein Berufsbild vermittelt, mit dem sie keine fünf Jahre mehr überleben können.

Und irgendwie ertappt man sich bei dem dringenden Wunsch, der Papst und sein Kardinal würden langsam in den Ruhestand treten oder aber sich wenigstens die Mühe machen, sauber zu recherchieren, ordentlich zu zitieren und künftig nur noch über Dinge zu schreiben, von denen sie wirklich etwas verstehen.

Aber für Päpste ist so etwas wie Ruhestand ja nicht vorgesehen.

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Universalcode, das Update zwischendrin

21. Januar 2012 - 22:09 Uhr

Nein, natürlich ist das mit dem “Universalcode” noch lange nicht vorbei. Momentan gehen die Planungen für das E-Book in den Endspurt, im Frühjahr sollte es hoffentlich soweit sein. Drüben auf dem Portal hat sich auch einiges getan, die erste Auflage hat sich sehr gut angelassen — und es gibt noch die eine oder andere Kleinigkeit in der Pipeline, die aber momentan noch nicht wirklich spruchreif sind.

Und weil es ja diese hübsche Tool namens Storify gibt – gibt es hier die letzten Monate im Zeitraffer:


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Warum Universalcode nicht bei Amazon ist

15. Dezember 2011 - 11:08 Uhr

Zu Beginn die vielleicht wichtigste Mitteilung des Tages: Man kann Bücher, CD´s und so einen Kram auch woanders kaufen als bei Amazon. Das mag überraschend klingen, aber tatsächlich ist Amazon ebensowenig Monopolist wie Apple, Google oder Facebook. Man muss das schon alleine deshalb festhalten, weil die letzten Publikationen in “Spiegel” und “FAZ” ein bisschen so klangen, als sei der gemeine Webnutzer gefangen in einer vierköpfigen Krake, die den User als solchen nicht mehr auslässt und sich nebenher gegenseitig mit ihren vier Köpfen selbst auffrisst. Das ist ein bisschen so wie die gerne genommene Klage, dass es im Fernsehen auch nur noch Mist gibt — der Knopf rechts unten an der Kiste ist im Regelfall eine sehr gute Alternative.

Tatsächlich steht das alles hier nicht, um Ihnen Dinge zu sagen, die Sie möglicherweise selbst schon eine ganze Zeit lang geahnt haben. Es soll eher eine Erklärung sein, eine Antwort auf eine Frage, die ich merkwürdigerweise in den vergangenen Wochen und Monaten immer und immer wieder gehört habe:

Warum gibt es Universalocde nicht bei Amazon?

Antwort: Weil wir momentan nicht mögen.  In dem Zusammenhang finde ich es übrigens ein bisschen perfide, was Amazon antwortet, wenn man “Universalcode” als Suchabfrage eingibt:

Das ist zumindest in dieser Form blanker Unsinn. Natürlich ist Universalcode verfügbar. Nur nicht bei Amazon. Und auch nicht, weil wir Lieferprobleme hätten, sondern weil wir schlichtweg Amazon nicht beliefert haben. Das hat einen sehr simplen Grund: Die Konditionen, die Amazon “anbietet” (Angebot ist in diesem Fall eigentlich ein Euphemismus), sind schlichtweg so schlecht, dass wir die Bücher dann auch gleich fast verschenken könnten. Amazon verlangt als Umsatzbeteiligung so viel, dass der Amazon-Anteil der mit Abstand höchste (!) Kostenfaktor dieses Buchs wäre. Das ist absurd. Man sammelt also eineinhalb Dutzend Autoren ein, einen Lektor, eine Grafikerin, eine Klassefrau, die den Satz erledigt, arbeitet mit einem innovativen Verlag zusammen, sieht zu, dass man die Kosten weit unten hält — und bezahlt dann bei jedem Buch einen zweistelligen Betrag dafür, dass Amazon das Buch in eine Tüte packt und verschickt? Da regt sich der zugegeben große Trotzkopf in mir.

Wo es den Universalcode gibt

Euryclia: Manuskrpipte, Projekte, Universalcode — dann Warenkorb
Onlineshop DJV: Hier ist die direkte Ansicht mit Bestellmöglichkeit.

Direkt auf diesem Blog hier ist rechts oben ein Widget eingebaut. Warenkorb, bestellen, dann kommt das Buch sofort. Die meisten Autoren des Buchs haben das Widget ebenfalls eingebaut. Wenn Sie es einbauen wollen (10 Prozent Provision auf jedes verkaufte Buch): Im Widget finden Sie einen embedding code.

Und außerdem denkt sich der Trotzkopf in mir, dass das ja alles ein bisschen absurd ist: Wir jammern immer über die Marktmacht von Amazon & Co., sind aber dann nicht in der Lage, ein Buch mal woanders zu besorgen? Oder woanders zu suchen im Netz? Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Ich habe nichts gegen große Konzerne, ich nutze sie immer dann, wenn sie wirklich gute Produkte haben. Ich bin leidenschaftlicher Apple-Nutzer, nutze etliches von Google — und bestelle  fast nie bei Amazon. Aus Prinzip nicht. Das, was Amazon mir bietet, machen und können viele andere auch. Also nehme ich das im Zweifelsfall beim kleineren und wenn es sich einrichten lässt, gehe ich übrigens auch mal in einen Buchladen (finden Sie mit etwas Glück auch in einer Stadt Ihrer Nähe).

Ich würde sogar noch weiter gehen: Konditionen wie die von Amazon sind der Tod von jeglicher kleinerer Publizistik. Weswegen ich sie nicht unterstütze und schon gleich gar nicht, indem ich mein eigenes Buch in ein Großauslieferungslager in Bad Hersfeld gebe.Dann verzichte ich lieber auf ein paar verkaufte Exemplare.

Davon abgesehen: Ich glaube, das würde der Idee von Universalcode widersprechen. Wir predigen in diesem Buch immer und immer wieder von den neuen Zeiten und Möglichkeiten. Davon, dass wir uns als Journalisten selbst zur Marke machen können, dass wir keine Großverlage und Sender mehr brauchen, dass wir unsere eigenen Wege gehen können — und dann scheitern wir daran, dass wir es nicht schaffen, ein Buch außerhalb von Amazon zu bestellen? Liebe Freunde, sagt mir, dass das nicht wahr ist. Bis auf weiteres also: kein Amazon in diesem Haus. Sie würden dieser Idee sehr helfen, wenn Sie das an alle weitergeben — die immer noch dort nach “Universalcode” suchen.

Im Übrigen: Es gibt ein Widget auf dieser Seite hier (rechts oben). Darüber können Sie nicht nur bestellen — sondern es auch selbst einbauen. Für jedes Buch bekommen Sie 10 Prozent Provision. Und glauben Sie mir: Die bezahle ich Ihnen weitaus lieber als Amazon.

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Universalcode zu Weihnachten (oder vielen anderen Anlässen)

11. Dezember 2011 - 11:33 Uhr
Foto: Dirk Kirchberg

Foto: Dirk Kirchberg

Endlich mal wieder unverschämt Werbung machen können: Weil ich in letzter Zeit oft gefragt worden bin, wie und wo man “Universalcode” bestellen kann und wir Amazon als Vertriebsweg momentan immer noch bewusst umgehen, kann man das Buch jetzt direkt hier ordern. Auf dieser Webseite. Schauen Sie mal nach rechts, rechts oben. Da ist so ein Widget, da bekommt man Leseproben und kann sich das dann auch gleich in den Warenkorb werfen. Versandkosten fallen nicht an. Und wer jetzt noch bestellt, hat was Hübsches unter dem Weihnachtsbaum liegen. (Das Widget gibt´s übrigens auch baugleich auf der Webseite zum Buch.)

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