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	<title>JakBlog &#187; NUR SO DAHINGESAGT</title>
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	<description>Anmerkungen eines Medienmenschen</description>
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		<title>Kein Preis für Onliner: Viel Feind, wenig Ehre</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 13:26:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[NUR SO DAHINGESAGT]]></category>
		<category><![CDATA[ONLINE/MULTIMEDIA]]></category>

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Was macht eigentlich spezifischen und guten Online-Journalismus aus? Keine Sorge, es geht jetzt nicht schon wieder um Schneider/Raue, sondern um eine grundsätzliche Frage. Die sich deshalb stellt, weil die Jury des CNN-Awards für junge Journalisten inzwischen die Nominierungen für 2012 bekannt gegeben hat &#8212; und auf eine Nominierung in der Kategorie Online verzichtet. Bevor Sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/02/08/kein-preis-fur-onliner-viel-feind-wenig-ehre/"></g:plusone></div>
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<p>Was macht eigentlich spezifischen und guten Online-Journalismus aus? Keine Sorge, es geht jetzt nicht schon wieder um Schneider/Raue, sondern um eine grundsätzliche Frage. Die sich deshalb stellt, weil die Jury des CNN-Awards für junge Journalisten inzwischen die Nominierungen für 2012 bekannt gegeben hat &#8212; und auf eine Nominierung in der Kategorie Online verzichtet. Bevor Sie jetzt draufschlagen und sagen, man habe das ja schon immer gewusst, wie mies die Qualität der Beiträge im Netz ist: Das was gar nicht die Begründung der Jury. Stefan Plöchinger als Chefredakteur von süddeutsche.de und Jurymitglied hat <a title="Meedia" href="http://meedia.de/internet/cnn-journalist-award-ohne-online-kategorie/2012/02/07.html">eine andere Begründung formuliert:</a> Es fehlt überall noch an den spezifischen Erzählformen, die das Netz möglich macht (Plöchinger nimmt von dieser Kritik ausdrücklich niemanden aus). Tatsächlich scheint das das eigentliche Problem beim Journalismus im digitalen Zeitalter zu sein. Wie bekommt man es hin, eine Geschichte wirklich vernetzt zu erzählen? Über verschiedene Kanäle hinweg, multimedial, interaktiv, dazu noch das Netz als wirkliches Dialog-Medium genutzt &#8211; was sich in der Theorie so simpel anhört, ist in der Praxis immer noch enorm schwierig.</p>
<p>Man kommt dann aber sich wieder irgendwann zu dem mangelnden Stellenwert, den Online immer noch in vielen Häusern hat. Würde man die unzählig vielen Optionen, die es im Netz gibt, tatsächlich nutzen wollen, man bräuchte neben ein paar klugen Gedanken und ordentlichen Planungen auch anderes. Personal, Equipment und enorm viel Zeit. Wenn man also tatsächlich die momentan anscheinend unvermeidliche Manöverkritik am Zustand des Onlinejournalismus führen wollte, man müsste anderswo ansetzen als bei der Klage darüber, dass Onliner nur als Textschrubber gesehen werden. Sondern bei der Tatsache, dass sich die allerwenigsten wirkliche Gedanken darum machen, was Onlinejournalismus überhaupt sein könnte. Ich würde eine Wette darauf eingehen: Sieht man von ein paar großen und etablierten Redaktionen ab, nur die Wenigsten könnten überhaupt eine stimmige Erklärung vorbringen, was Onlinejournalismus für sie bedeutet. Manchmal nimmt das absurde Züge an, nämlich dann, wenn man zwar nicht wenig Geld zur Verfügung stellt, sich aber trotzdem über die Möglichkeiten keine Gedanken macht. Ich habe einmal die Situation erlebt, dass eine ganze Redaktion mit Premiere Pro für den Videoschnitt ausgestattet war, die Kollegen dort aber weder mit Kameras noch mit handwerklichen Grundlagen vertraut waren. Und dass man aus einem Video auch ganz was anderes machen kann, als den gebauten Beitrag oder den Aufsager, ist dort auch noch nie besprochen worden.</p>
<p>Nein, ich weiß auch nicht, woran das liegt. Wahrscheinlich gibt es eine ganze Reihe von Gründen, darüber würde ich nicht spekulieren wollen. Sicher aber ist: So lange wir gar nicht wissen, was wir vom Onlinejournalismus wollen und was man mit ihm machen könnte, solange wird es auch keinen guten Onlinejournalismus auf breiter Front geben.</p>
<p>Gar keine schlechte Idee also, in dieser Kategorie keinen Preis zu vergeben. Ob das auf der anderen Seite irgendwas bringt, sei dahingestellt. Man muss befürchten, dass der fehlende Preis für viele einfach nur die Bestätigung existierender Urteile über den Onlinejournalismus ist.</p>
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		<title>Der Papst übt zitieren</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 21:28:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[NUR SO DAHINGESAGT]]></category>

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		<description><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/02/04/der-papst-ubt-zitieren/"></g:plusone></div>

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Onlineredakteure, die &#8220;dummen Textschrubber&#8221;? Im Schneider/Raue-Handbuch zum (Online-)Journalismus wird Thomas Knüwer so zitiert. Dieses Zitat war, nun ja, zumindest stark verfremdet &#8212; und wird in der nächsten Ausgabe auch nicht mehr auftauchen. Knüwer setzte inzwischen beim rororo-Verlag durch, dass online eine Korrektur vorgenommen und das Zitat in der (zu befürchtenden) nächsten Ausgabe in dieser Form [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/02/04/der-papst-ubt-zitieren/"></g:plusone></div>
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<p>Onlineredakteure, die &#8220;dummen Textschrubber&#8221;? Im Schneider/Raue-Handbuch zum (Online-)Journalismus wird Thomas Knüwer so zitiert. Dieses Zitat war, nun ja, zumindest <a href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/01/29/schneiderraue-wenn-blinde-uber-farbe-schreiben/">stark verfremde</a>t &#8212; und wird in der nächsten Ausgabe auch nicht mehr auftauchen. Knüwer setzte inzwischen beim rororo-Verlag durch, dass online eine Korrektur vorgenommen und das Zitat in der (zu befürchtenden) nächsten Ausgabe in dieser Form <a title="Indiskretion Ehrensache" href="http://www.indiskretionehrensache.de/2012/02/wolf-schneider-paul-josef-raue/">nicht mehr verwendet wird.</a></p>
<p>So viel zum Thema &#8220;Ein Sprachpapst übt das richtige Zitieren&#8221;.</p>
<div class="shr-publisher-5607"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --> <p><a href="http://www.blog-cj.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=5607&amp;md5=9265acae851e59f8c8b60b03e01d57e0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Der einsame Mann in Schloss Bellevue</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Jan 2012 09:40:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[NUR SO DAHINGESAGT]]></category>

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		<description><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/01/13/der-einsame-mann-in-schloss-bellevue/"></g:plusone></div>

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Man muss sich Christian Wulff als einen sehr einsamen Menschen vorstellen. Als einen, der seine letzten Tage im Schloss zubringt, der Unterstützung aus der Politik entzogen und vermutlich auch ohne Rückhalt in der Bevölkerung. Sturmreif geschossen von Journalisten, die ganz im Auftrag des Volkes jeden Tag aufs Neue Ungeheuerliches ans Tageslicht brachten. Deswegen wird es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/01/13/der-einsame-mann-in-schloss-bellevue/"></g:plusone></div>
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<p>Man muss sich Christian Wulff als einen sehr einsamen Menschen vorstellen. Als einen, der seine letzten Tage im Schloss zubringt, der Unterstützung aus der Politik entzogen und vermutlich auch ohne Rückhalt in der Bevölkerung. Sturmreif geschossen von Journalisten, die ganz im Auftrag des Volkes jeden Tag aufs Neue Ungeheuerliches ans Tageslicht brachten. Deswegen wird es jetzt, richtig, zunehmend einsam:</p>
<p><a href="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/uploads/wulff.jpg"  rel="lightbox-5554"><img class="aligncenter size-full wp-image-5555" title="wulff" src="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/uploads/wulff.jpg" alt="" width="510" height="470" /></a></p>
<p>Und der Vollständigkeit halber lesen wir dann noch das hier &#8212; um sicherzugehen, wie einsam der Bundespräsident inzwischen ist:</p>
<blockquote><p>Die Mehrheit der Deutschen findet, dass die Medien den Bundespräsidenten ungerecht behandeln. In einer repräsentativen N24-Emnid-Umfrage beklagen 53 Prozent der Befragten einen &#8220;unfairen&#8221; Umgang mit Christian Wulff. Nur 42 Prozent halten die Berichterstattung in der Affäre Wulff für &#8220;fair&#8221;.</p>
<p>Die Medien-Schelte fällt je nach Altersgruppe sehr unterschiedlich aus. So finden sogar 63 Prozent der Jüngeren (bis 29 J.) den journalistischen Umgang mit Christian Wulff &#8220;unfair&#8221; &#8211; bei den Älteren (50+ J.) sind es nur 49 Prozent.</p>
<p>Angesichts der immer weiter schwelenden Affäre um den Bundespräsidenten plädieren die meisten Deutschen nun für einen Neuanfang &#8211; und zwar mit Christian Wulff. So sagen 64 Prozent der Befragten, Wulff habe eine &#8220;zweite Chance&#8221; verdient. Nur 33 Prozent wollen ihm diese &#8220;zweite Chance&#8221; verwehren.</p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<div class="shr-publisher-5554"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --> <p><a href="http://www.blog-cj.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=5554&amp;md5=9e10d1da573e403bdbe20a5a4b1d22fb" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Wie Journalisten mal den Wulff retteten</title>
		<link>http://www.blog-cj.de/blog/2012/01/12/wie-journalisten-mal-den-wulff-retteten/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=wie-journalisten-mal-den-wulff-retteten</link>
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		<pubDate>Thu, 12 Jan 2012 17:58:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[NUR SO DAHINGESAGT]]></category>

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		<description><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/01/12/wie-journalisten-mal-den-wulff-retteten/"></g:plusone></div>

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Wenn Christian Wulff seinen Enkeln in 20 Jahren mal die Geschichte seiner wundersamen Rettung im Amt des Bundespräsidenten erzählen wird, dann könnte seine Erzählung damit enden: &#8220;&#8230;und stellt euch vor, gerettet haben mich die, die mich eigentlich stürzen wollten.&#8221; Und wenn die Enkel dann fragen &#8220;Die Geerkens?&#8221;, wird der Alt-Bundespräsident laut lachen, an seinem Saft [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/01/12/wie-journalisten-mal-den-wulff-retteten/"></g:plusone></div>
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<p>Wenn Christian Wulff seinen Enkeln in 20 Jahren mal die Geschichte seiner wundersamen Rettung im Amt des Bundespräsidenten erzählen wird, dann könnte seine Erzählung damit enden: &#8220;&#8230;und stellt euch vor, gerettet haben mich die, die mich eigentlich stürzen wollten.&#8221; Und wenn die Enkel dann fragen &#8220;Die Geerkens?&#8221;, wird der Alt-Bundespräsident laut lachen, an seinem Saft nippen, den er so gerne trinkt, und sagen: &#8220;Nein, von den Journalisten.&#8221;</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Zurück im Jahr 2012 muss man erstmal feststellen, dass es eigenartige Tage sind und ein bizarres Schauspiel zudem. Journalisten versuchen sich in Machtspielen, verbeißen sich seit Tagen in Angelegenheiten, zu denen es schon seit Wochen nichts neues mehr zu berichten gibt &#8211; und lösen statt der zunächst befürchteten Staatskrise (die natürlich nie ernsthaft zur Debatte stand) eher eine Journalismuskrise aus. Kann es sein, dass das Publikum gerade genervt von uns ist? Weil es festzustellen glaubt, dass es hier inzwischen nicht mehr um die Sache, sondern ums Prinzip geht? Diejenigen, die seit Wochen die Causa Wulff immer und immer wieder am Leben zu halten versuchen, haben Wulff unter dem Strich den größtmöglichen Gefallen getan: Indem sie  die Anforderungen und die &#8220;Enthüllungen&#8221; bis ins Groteske überzeichnet haben, ist ein Solidarisierungseffekt mit Wulff entstanden, den niemand wollte &#8211; und der paradoxerweise die Argumentation des Schlossherrn stützt: Irgendwas muss aber dann auch mal wieder gut sein. In der vergangenen Woche nahm die Berichterstattung um Wulff endgültig groteske Züge an. Bettina Schausten wollte die 150-Euro-Bezahlpflicht für Übernachtungen bei Freunden einführen und der &#8220;Spiegel&#8221; zeigte sich in der jüngsten Ausgabe <a title="Spiegel Online" href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,807689,00.html">besonders investigativ:</a> Der Wulff, so konnte man dem Blatt entnehmen, war schon immer so.  Bereits 2008 nämlich habe Wulff gegenüber Kindern gestanden, sich durchaus merken zu können, wenn jemand kritisch über ihn berichte. Und dass er den entsprechenden Redakteur dann schon auch mal damit konfrontiere (sowas aber auch). Die Nachricht war also, dass ein Politiker sich über schlechte Presse ärgert und dem auch mal Luft macht. Diese Meldung kann man vermutlich über ungefähr jeden Politiker in diesem Land veröffentlichen und vermutlich nimmt es nicht mal der Papst immer gelassen, wenn er unerfreuliche Dinge über sich und seine Kirche irgendwo lesen muss. Kurz gesagt: Irgendwann ist ein Punkt erreicht, an dem alles gesagt worden ist,  nur noch nicht von jedem.</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Zu lesen war dann heute auch noch, dass sich angeblich die Kanzlerin und ihre Koalition intern Gedanken machen, wer im Fall der Rücktrittsfälle auf Wulff folgen könnte. Das kann man natürlich ebenfalls als Beleg dafür werten, wie eng es für den Bundespräsidenten werden könnte, zeigt aber auf der anderen Seite sehr hübsch, wie der (Berliner) Politikjournalismus funktioniert. Natürlich werden sie sich ihre Gedanken gemacht haben im Kanzleramt, weil man ja umgekehrt die Verrisse der Politik nicht lesen wollen würde, sollte Wulff tatsächlich zurücktreten und Frau Merkel stünde vor der Presse und würde sagen: Das überrascht mich jetzt. Über einen Nachfolger haben wir nicht eine Sekunde lang nachgedacht. Man stellt sich dann einen entrüsteten Herrn Deppendorf vor, der in den Tagesthemen die Frage stellt, ob Frau Merkel eigentlich von allen guten Geistern verlassen sei. Noch dazu, wo jetzt schon ein gewisser Karl-Georg Wellmann als erster Abgeordneter der Union den Rücktritt Wulffs gefordert hat. Man darf in dem Zusammenhang gespannt sei, ob man den Namen Karl-Georg Wellmann jemals wieder in den Schlagzeilen von Spiegel oder SZ lesen wird. Vermutlich eher: nein.  Aber wenn doch jetzt endlich mal einer aus der Union den Rücktritt fordert, darf man es bringen, selbst wenn es ein Hinterbänkler war. Zur Stunde berichtet <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,808722,00.html">&#8220;Spiegel Online&#8221; </a>zudem noch, dass auch der Vorsitzende des DJV, Michael Konken, seine Teilnahme am Neujahrsempfang des Präsidenten abgesagt hat. Kann es noch klarere Anzeichen dafür geben, dass es um Wulff demnächst geschehen ist?</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Der Sache selbst (und sich selbst natürlich) haben die Dauerempörten in den Redaktionen keinen sehr großen Gefallen getan. Weil es in der Sache natürlich diskussions- und fragwürdig ist, wenn ein Bundespräsident merkwürdige Kontakte zu reichen Freunden unterhält, sich überaus günstige Kredite besorgt und Chefredakteure und Verlagsmanager anruft, um die Berichterstattung wenigstens zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Über diese Sache wird zunehmend weniger geredet, weil es irgendwann einen Solidarisierungseffekt mit jemandem gibt, der als Opfer einer Treibjagd empfunden wird. Am Ende, so schrieb Jakob Augstein heute bei &#8220;Spiegel Online&#8221;, profitieren davon die, die davon nicht profitieren sollten: die Wulffs und die Guttenbergs. Wulff ist nicht zurückgetreten und wird es allem Anschein nach auch nicht tun. Das kann man bedauern oder eben auch nicht. Einen Rücktritt brachial herbeizuführen, sollte allerdings nicht der Job von Journalisten sein.</p>
<div class="shr-publisher-5549"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --> <p><a href="http://www.blog-cj.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=5549&amp;md5=adb46805162a17c0b182b73fb1a3da22" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Wie ich mal beim Karrierehelfer beinahe keinen Job fand</title>
		<link>http://www.blog-cj.de/blog/2012/01/04/wie-ich-mal-beim-karriehelfer-beinahe-keinen-job-fand/?utm_source=rss&#038;utm_medium=rss&#038;utm_campaign=wie-ich-mal-beim-karriehelfer-beinahe-keinen-job-fand</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 14:42:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[NUR SO DAHINGESAGT]]></category>

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		<description><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/01/04/wie-ich-mal-beim-karriehelfer-beinahe-keinen-job-fand/"></g:plusone></div>

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Falls Sie sich in den vergangenen Tagen etwas über meine penetranten Postings in diversen sozialen Netzwerken gewundert haben, würde ich Sie jetzt erstmal gerne beruhigen: Nein, ich suche keinen Job, ich will mich beruflich nicht verändern. Lieb von Ihnen, wenn Sie an mich gedacht haben &#8212; und sorry, wenn ich Ihnen ggf. etwas Mühe bereitet [...]]]></description>
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<p>Falls Sie sich in den vergangenen Tagen etwas über meine penetranten Postings in diversen sozialen Netzwerken gewundert haben, würde ich Sie jetzt erstmal gerne beruhigen: Nein, ich suche keinen Job, ich will mich beruflich nicht verändern. Lieb von Ihnen, wenn Sie an mich gedacht haben &#8212; und sorry, wenn ich Ihnen ggf. etwas Mühe bereitet haben sollte, aber das war ein Fake. Ein Selbstversuch. Über die Wunderwirkungen von Social Media, Networking und die Versprechungen, man müsse beinahe nichts mehr tun, weil durch soziale Netze alles von alleine zu uns kommt.</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<blockquote><p>Die Revolution der Jobsuche hat längst begonnen. Wie stark soziale Medien wie Facebook und Twitter oder Businessnetzwerke wie Xing und LinkedIn zukünftige Karrierewege beeinflussen, ist in den USA schon jetzt zu sehen. Die Chancen des Web 2.0 sind dort bei der Suche nach einem neuen Arbeitgeber kaum noch wegzudenken. Laut einer Studie des Recruitingdienstleisters Jobvite hat jeder sechste Befragte im laufenden Jahr seinen Job über einen Hinweis in sozialen Netzwerken erhalten. Noch vor einem Jahr traf das nur auf jeden zehnten zu.</p></blockquote>
<p>Ausgerechnet Heiligabend. <a title="Tagesspiegel" href="http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/sagt-es-allen-weiter/5990370.html">Der &#8220;Tagesspiegel&#8221; </a>erzählt eine Geschichte , die ein bisschen was von Maria und Josef an sich hat. Herbergssuche respektive Jobsuche im digitalen Zeitalter, das ist, natürlich, nicht weniger als eine &#8220;Revolution&#8221;. Es ist ein bisschen unfair gegenüber dem &#8220;Tagesspiegel&#8221;, weil solche Geschichten inzwischen ja überall erzählt werden, nach meinem Eindruck ein bisschen unreflektiert und ein bisschen heilsbringerisch, aber das ist ein guter Anlass, mal selbst zu checken: Revolution in der Jobsuche, ein bisschen networken, nie wieder bewerben, Jobs via Twitter und Faceboook, wie schön. Funktioniert das?</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Meine Voraussetzungen sind gut, denke ich mir, als ich mich selbst auf die digitale Herbergssuche mache. Ich arbeite in einer Branche, in der soziale Medien vermutlich überproportional oft genutzt werden, wesentlich mehr  jedenfalls als beispielsweise in Bäckereien oder Lohnbuchhaltungen. Ich bin ganz passabel vernetzt, ich bringe es auf 1600 Follower bei Twitter, knapp 500 Freunde bei Facebook, 1200 Menschen haben mich bei Google Plus gecircelt. Laut Statistik habe ich letztes Jahr alleine bei Gmail rund 15.000 Mails bekommen, laut Statistik erhalte ich deutlich mehr Mails als ich schreibe. Ich habe im vergangenen Jahr bei &#8220;WIRED&#8221; mitgearbeitet, habe ein paar Sachen für den &#8220;Elektrischen Reporter&#8221; gemacht, ein Buch herausgegeben, die zweite Auflage eines anderen Buchs herausgebracht &#8212; kurzum, ich bilde mir ein, dass es keineswegs aussichtslos und unangemessen ist, wenn ich der digitalen Welt meinen Wunsch nach Veränderung bekanntgebe. Weil Weihnachten vielleicht der nicht wirklich passende Zeitpunkt ist, warte ich noch bis zum 27.12., um dann nicht etwa verbrämt, sondern in aller Offenheit und Transparenz klarzumachen: Ich WILL einen neuen Job!</p>
<p><a href="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/uploads/facebook1.jpg"  rel="lightbox-5525"><img class="aligncenter size-full wp-image-5527" title="facebook1" src="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/uploads/facebook1.jpg" alt="" width="502" height="136" /></a></p>
<p>Als Crossposting geht das auch rüber zu Google Plus und in einer 140-Zeichen-kompatiblen-Version auch noch zu Twitter. Da bin ich Welt, jetzt wisst ihr es, die Karrierehelfer sind angeworfen und eigentlich müsste es doch jetzt nur noch prasseln.</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p>Dass dieser Trend auch in Deutschland greift, hat Mike Schnoor am eigenen Leib erfahren. Am 14. März schrieb der Kommunikationsprofi bei Twitter: „Suche neue Herausforderung. “ Wenige Worte, mit großem Effekt. 40 Personen leiteten Schnoors Gesuch an Bekannte bei Twitter weiter, 29 Menschen wiesen auf interessante freie Stellen hin und auch mehrere Headhunter machten dem gut vernetzten PR-Fachmann ein Angebot.</p></blockquote>
<p>Ha, der Schnoor. Schreibt gerade mal &#8220;Suche neue Herausforderung&#8221; und kann sich kaum retten. Da bin ich mit meinem überaus freundlichen Text und der Beschreibung meiner Vorzüge deutlich weiter, denke ich mir. Richtig glaubhaft komme ich anscheinend aber trotzdem nicht rüber, der erste Kommentar meines Facebook-Eintrags lautet: Ist dir echt langweilig? Gut, dafür hat es bis zu diesem Eintrag wenigstens keine zehn Minuten gedauert und für mich selbst weiß ich, von wem er stammt, nämlich von jemandem, der mich ganz gut kennt und der möglicherweise geahnt hat, dass ich meine Selbständigkeit nicht mal eben via Facebook aufgeben werde. Dummerweise ist aber auch der zweite Kommentar eher spöttisch.  Dafür bekomme ich ein paar &#8220;Likes&#8221;. Man liked es neuerdings also, wenn jemand auf Jobsuche ist? Komische Welt.</p>
<p>Was macht Twitter? Bei Kommunikationsprofi Schnorr waren es gerade mal 40 Retweets, das muss doch selbst an Weihnachten zu schaffen sein. Tatsächlich sind die Follower bei Twitter tatsächlich deutlich kooperativer und auch ernsthafter als bei Facebook. Gut, unter den Twitter&#8211;Angebots-Vorschlägen sind auch: Bundespräsident, Sportvolontär, Moderator bei Wetten, dass&#8230;Man lernt bei solchen Aktionen übrigens viel über schlechten Humor, den Schenkelklopfer mit Wetten, dass&#8230;habe ich mehrfach gehört. Einer belehrt mich, dass ich sofort wieder mit der Festanstellung aufhören würde, würde ich auch nur mal für eine Woche in seinem Laden arbeiten. Ich verzichte darauf, mich für das freundliche und gute Zureden zu bedanken. Konstantin Neven DuMont fragt nach, ob ich auch nachhaltigen Journalismus könne. Ich werte das aber als kleinen Seitenhieb auf eine <a title="Evidero: Rettet die Welt und holt mir einen Nachhaltigkeitsfisch" href="http://www.blog-cj.de/blog/2011/12/21/evidero-rettet-die-welt-und-holt-mir-einen-nachhaltigkeitsfisch/">leicht ironische Besprechung</a> seines Evidero-Projekts, bei der ich mich ein wenig über die inflationäre Verwendung des Begriff  &#8221;nachhaltig&#8221; amüsiert habe. Tag 1 geht also erfolglos vorbei. Ich werde das Gefühl nicht los, mich eher zum Gespött gemacht zu haben. Warten wir ab, was Tag 2 bringt.</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Tag 2 bringt&#8230;ungefähr nichts. Ein paar Retweets, die ungefähr so erfolgreich sind wie Mario Gomez in seinen schlechtesten Zeiten. Ich schaue mal rüber zu Google Plus, von dem es ja gerne heißt, da sei es irgendwie ernsthafter und professioneller. Meine Ausbeute ist dort der Hinweis, dass man im Nordkorea gerade einen neuen Diktator suche. Ich bin zwischenzeitlich nicht unglücklich, dass diese ganze Geschichte nur ein Fake ist. Wie fühlt sich wohl jemand, der ernsthaft einen Job sucht, angesichts solcher lustiger Tipps? Tag 3 verläuft ähnlich, nur ohne Nordkorea.</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Ok, ihr wolltet es so. Ich muss ein bisschen mehr öffentlichen Druck aufbauen, klar machen, dass es mir ernst ist, dass ich raus will aus dem Elend der Selbständigkeit und mit nach VERÄNDERUNG ist:</p>
<p><a href="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/uploads/facebook2.jpg"  rel="lightbox-5525"><img class="aligncenter size-full wp-image-5529" title="facebook2" src="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/uploads/facebook2.jpg" alt="" width="492" height="90" /></a></p>
<p>Immerhin, vielleicht liegt es daran, dass das Weihnachtsessen inzwischen besser verdaut ist: Es kommen zwei Hinweise auf relevante und interessante Job, die ich allerdings mit ein wenig Recherche im Netz selbst gefunden hätte, weil sie ausgeschrieben waren. Besser als nichts, denke ich mir &#8212; aber trotzdem: Das ist jetzt der Karrierehelfer, die Revolution bei der Jobsuche? Zwei Stellenausschreibungen, die man auch hätte googeln können? Konstantin Neven DuMont empfiehlt mir, ich solle doch mal eine Mail an Evidero schreiben, da suche man nach Autoren. Bei Twitter schickt mir daraufhin jemand eine DM; ob ich wirklich zu Konstantin Neven DuMont wechseln will. Hmm. Erfolgreich sieht anders aus.</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<blockquote><p>Bereits zwei Wochen nach seinem Twitter-Eintrag hatte Schnoor die neue Herausforderung gefunden: Er wurde Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW). Um seine Erfahrungen auch an andere Jobsuchende weiterzugeben, hat Schnoor für den BVDW einen Bewerberleitfaden mit dem Titel „Karrieresprungbrett Social Media“ entwickelt, in dem der Verband Ratschläge gibt, wie sich Jobchancen mit Facebook, Twitter &amp; Co. erhöhen lassen. „Vor allem die großen Konzerne nutzen soziale Netzwerke bereits stark als Recruitingwerkzeug“, sagt Schnoor. „Bewerber, die diese Angebote nutzen, kommen oft schneller und einfacher an relevante Informationen.“</p></blockquote>
<p>Ich beneide Herrn Schnoor. Nach zwei Wochen hat er einen neuen Job und einen Bewerberleitfaden schreibt er gleich noch dazu. Rebellion! Ich habe ein paar Likes bekommen, ein paar lustige und ein paar weniger lustige Kommentare.</p>
<p>Ausbeute an halbwegs ernsthaften Jobs: null.</p>
<p>Zahl der Headhunter, die sich bei mir gemeldet haben: null.</p>
<p>Zahl der großen Konzerne, die eine Recrutingaktion an mir vorgenommen haben: null.</p>
<p>Neigung bei mir, so etwas im Ernstfall wiederholen zu wollen: null.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Vorschau 2012: Leben am &#8220;I hate to be right foursquare&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Dec 2011 11:29:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[NUR SO DAHINGESAGT]]></category>

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		<description><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2011/12/26/vorschau-2012-leben-am-i-hate-to-be-right-foursquare/"></g:plusone></div>

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Januar: Das Jahr beginnt mit einem Paukenschlag: Die &#8220;Huffington Post&#8221; kommt nach Deutschland, wie durch eine eher ungeplante Kommunikation bekannt wird. Herausgegeben wird sie zur Überraschung vieler von Conde Nast. Wie der Verlag mitteilt, wird Thomas Knüwer Chefredakteur. Nachdem Knüwer ohnehin gerade mit der Zweitausgabe von WIRED (Schwerpunktthema: Gebt Deutschland den Nerds) beschäftigt ist, beschließt der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2011/12/26/vorschau-2012-leben-am-i-hate-to-be-right-foursquare/"></g:plusone></div>
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<p><strong>Januar:</strong> Das Jahr beginnt mit einem Paukenschlag: Die &#8220;Huffington Post&#8221; kommt nach Deutschland, wie durch eine eher ungeplante Kommunikation bekannt wird. Herausgegeben wird sie zur Überraschung vieler von Conde Nast. Wie der Verlag mitteilt, wird Thomas Knüwer Chefredakteur. Nachdem Knüwer ohnehin gerade mit der Zweitausgabe von WIRED (Schwerpunktthema: Gebt Deutschland den Nerds) beschäftigt ist, beschließt der Verlag, dass eine gedruckte Ausgabe der HuPo zusammen mit WIRED einem in einem Bundle mit der GQ erhältlich sein wird.  An seinem Job kommen Knüwer erste Zweifel, als er in München auf offener Straße von einer Delegation des Blogs &#8220;Mädchenmannschaft&#8221; mit faulen Eiern beworfen und mit Sprechchören wie &#8220;Was steht an jeder Ecke? Macker verrecke! Was steht an jedem Haus? Machos raus!&#8221; durch den Tag begleitet wird. Bundespräsident Wulff hat inzwischen die Suche nach einem neuen Sprecher beendet. Die Wahl fällt auf Sascha Lobo, der Wulff als erstes eine neue Frisur verpasst. Aufkeimende Kritik an Lobo für dieses Engagement kontert der fröhliche Irokese damit, dass er Wulff zwar auch doof finde, generell aber als Werber dafür werbe, für was er bezahlt wird. Weil Wulff gerade etwas klamm ist und das Lobo-Jahresgehalt von 520.000 Euro nicht bezahlen kann, zieht Lobo vorerst in ein Klinkerbaus in Großburgwedel. In einem Kommentar für evidero.de fragt sich Konstantin Neven DuMont, ob das wirklich als nachhaltige Politik zu bezeichnen sei. In der FAZ sorgt Frank Schirrmacher mit seiner Forderung nach einem &#8220;europäischen Facebook&#8221;, die er in einem dreiseitigen Aufsatz aufstellt, für Aufsehen.</p>
<p><strong>Februar: </strong>Mario Sixtus gibt überraschend sein Format Elektrischer Reporter auf. Das ZDF weist die Kritik, Sixtus habe seinen neuen Job als Moderator von &#8220;Wetten, dass&#8230;&#8221; insbesondere seinen guten Beziehungen zum überraschend neu gekürten ZDF-Chefredakteur Thomas Knüwer zu verdanken, als haltlos zurück. Konstantin Neven DuMont fordert dennoch eine nachhaltige Reform des ZDF. Das Publikum der FAZ staunt über einen Schirrmacher-Aufsatz mit dem Titel &#8220;Wäre Oskar Lafontaine doch der bessere Bundeskanzler gewesen?&#8221; .</p>
<p><strong>März: </strong>In der ARD sorgt die Wahl von Richard Gutjahr in das Amt des neu geschaffenen Super-Intendanten für einige Irritationen. In einem ersten Schritt verringert Gutjahr das Personal um 80 Prozent, ersetzt alle Kameras durch iPhones, moderiert nahezu alle Sendungen selber und reformiert das Programm. Neuer Sendeplatz von Beckmann ist bei Facebook, Sandra Maischberger darf nur noch twittern, Frank Plasberg fühlt sich durch die  Versetzung zu Google + degradiert. Die interaktiven Tagesthemen moderiert grundsätzlich Gutjahr von irgendeinem Ort der Welt aus, an dem er sich gerade befindet. Für Erstaunen sorgt auch das neue ARD-Logo, in dem sich eine &#8220;1&#8243; um einen angebissenen Apfel rankt. Das &#8220;Wort zum Sonntag&#8221; besteht ab sofort aus jeweils 5-Minuten-Episoden aus der Biografie von Steve Jobs. Zu stoppen ist Gutjahr trotzdem kaum. Schließlich wurde er mit nur einer Gegenstimme von Monika Piel (&#8220;Wer ist das überhaupt, dieser Gutjahr?&#8221;) ins Amt gewählt. In einem Kommentar für evidero.de spricht sich Konstantin NevenDuMont für mehr Nachhaltigkeit in dieser Programmreform aus. Frank Schirrmacher veröffentlicht ein Gespräch mit Sahra Wagenknecht über das Thema &#8220;Raubtier-Kapitalismus&#8221; unter dem Titel &#8220;Vorerst nachhaltig gescheitert&#8221;. Spekulationen tauchen auf, ob Schirrmacher mit Wagenknecht, Guttenberg, Gabriele Pauli und Konstantin Neven DuMont eine neue Partei aufmachen will.</p>
<p><strong>April:</strong> Das ZDF präsentiert sein neues Moderatorenduo für die Fußball-EM 2012. Die Überraschung ist nicht sehr groß, als Chefredakteur Knüwer verkündet, diese Aufgabe selber übernehmen zu wollen. Lediglich seine Begründung, mit der er den Trainer von Preußen Münster als Nachfolger des geschassten Olli Kahn als neuen Experten einführt, halten Menschen, die wirklich etwas von Fußball verstehen, für gewagt. Unterdessen erscheint das erste WIRED-HuPo-GQ-Bundle mit einem sagenhaften Gimmick, nämlich Panini-Sammelbildchen. Das Unboxing des ersten Bundles wird live in der ARD übertragen, für die sich Hyperchefredakteur Gutjahr drei Tage lang vor den CondeNast-Verlag in München in einem kleinen Zelt einquartiert hatte und nun als erster auf diesem Planeten ein Bundle in der Hand hält.</p>
<p><strong>Mai:</strong> In Baku platzt die Neuauflage des ESC-Blogs von Stefan Niggemeier und Lukas Heinser, weil Heinser überraschend und zwangsweise zum neuen Nationaltrainer Aserbaidschans  berufen wird. Das Angebot des Landes, dafür mit Berti Vogts das Bakblog zu gestalten, lehnt Niggemeier ab. Umgekehrt legt Aserbaidschan keinen Wert darauf, dass Niggemeier Heinsers Co-Trainer wird. Auch eine Intervention von Bundespräsident Lobo kann diese dramatische Wendung der Dinge nicht mehr verhindern. Konstantin Neven DuMont wertet die Vorgänge allerdings als eine Chance zur nachhaltigen Verbesserung der Beziehung zwischen den Ländern, plädiert aber gleichzeitig auch für seine deutliche Absenkung der Fangquoten für Thunfisch.</p>
<p><strong>Juni: </strong>Der Gewinn des EM-Titels geht einher mit dem Scheitern der schwarz-gelben Koalition in Berlin. Für das ZDF bringt dies den auch aus Kostenaspekten kaum zu überschätzenden Vorteil, dass Fußballexperte Knüwer nach der Übertragung des Finales sofort in das heute-journal umschalten kann, wo Moderator Steffen Seibert Regierungssprecher Knüwer ausführlich befragt. &#8220;Ein tolles Duo&#8221;, jubiliert Chefredakteur Knüwer, der gleichzeitig eine Umbenennung der Sendung in WIRED-journal ankündigt.</p>
<p><strong>Juli: </strong>Der &#8220;Spiegel&#8221; veröffentlicht ein Gespräch mit Helmut Schmidt zur Frage, wer Nachfolger von Angela Merkel werden soll. Schmidt zieht an seiner Zigarette, deutet auf das neue WIRED-Titelbild, auf dem Chefredakteur Knüwer sich selbst abgebildet und praktischerweise auch gleich ein Interview mit sich selbst ankündigt hat &#8212; und knurrt: &#8221; Er kann es.&#8221; Knüwer selbst gibt seine Kandidatur via Twitter bekannt, kurz darauf wird er von Bundespräsident Lobo vereidigt. Im WIRED-journal lobt ZDF-Chefredakteur Knüwer die Wahl Knüwers als eine gute Wahl, weiß aber kurzzeitig nicht mehr genau, zu welchem Job genau er sich gratulieren soll. Für kurze Aufregung sorgt, als Knüwer für seine Regierungszeit ein paar &#8220;Zückerchen&#8221; ankündigt und sich dafür einen bösen Rant von Felix Schwenzel einfängt. Frank Schirrmacher schreibt in der FAZ, dass wir ein gemeinsames europäisches Blog brauchen. Konstantin Neven DuMont unterstützt diese Forderung, solange das Blog auch den Nachhaltigkeitsgedanken nachhaltig unterstützt.</p>
<p><strong>August: </strong>Spektakuläre Wende im öffentlich-rechtlichen Rundfunk: ARD-Hyperintendant Richard Gutjahr und ZDF-Chef Thomas Knüwer beschließen die Fusion ihrer Sender. Beide begründen dies zum einen mit medienpolitisch gebotener Vernunft, zum anderen aber auch mit ihren anderen Jobs. Nachdem eine Putzfrau auf einer Konferenz versehentlich einen Zetre vergessen hat, aus dem eindeutig hervorgeht, dass WIRED künftig monatlich erscheint, kann auch Knüwer nicht mehr die Wahrheit hinterm Berg halten. Die Nachrichten von ARD und ZDF werden künftig generell gemeinsam ausgestrahlt, sind interaktiv und werden generell von Richard Gutjahr via Livestream von dort aus moderiert, wo er zufällig gerade ist. Neuer gemeinsamer Programmdirektor wird Markus Hündgen, auf den man sich einigt, weil er ohnehin für das ZDF schon den Mayortitel bei Foursquare hält. Sein erstes neues Format &#8220;Reporter ohne Reporter und ohne Kamera&#8221;, nicht moderiert von Mario Sixtus, sorgt für Diskussionen. Stefan Niggemeier schreibt darüber im &#8220;Spiegel&#8221; ein launiges Medienlexikon mit dem lustigen Titel &#8220;Hünd/chen&#8221;, Frank Schirrmacher begrüßt die Fusion, fordert aber gleichzeitig, dass wir eine europäische öffentlich-rechtliche Medienbehörde unter Aufsicht von Marcel Reich-Ranicki benötigen.Konstantin Neven DuMont bringt sich für den Job ebenfalls ins Spiel, sagt aber dann ab, weil es in der Kantine des neuen Supersenders keinen Karpfen geben soll.</p>
<p><strong>September: </strong>Die neue FAZ-Herausgeberin Sahra Wagenknecht entlässt überraschend ihren großen Förderer Frank Schirrmacher und auch die anderen Herausgeber. Das Gremium, bestehend aus ihr selbst, heißt ab sofort Zentralkomitee zur Herausgabe hervorragender publizistischer Leistungen. Im &#8220;Neuen Deutschland&#8221; veröffentlicht Schirrmacher einen Aufsatz mit dem Titel &#8220;Hatte Oskar Lafontaine doch recht?&#8221;.  Im WIRED-journal antwortet Schirrmachers großer Gegenspieler Knüwer mit einem schlichten &#8220;Nein&#8221;, Konstantin Neven DuMont ist der Auffassung, dass das schon sein könne, letztendlich aber nicht nachhaltig genug sei.</p>
<p><strong>Oktober:</strong>  Sascha Lobo schafft es als erster Twitterer weltweit, dass ein Tweet von ihm geretweetet wird, bevor er ihr abgesetzt hat. Frank Schirrmacher fordert in 140 Zeichen die Einführung eines europaweiten gemeinsamen Twitters. Enttäuschung herrscht allerdings in der Szene, als bekannt wird, dass Bundespräsident Lobo gar nicht selbst twittert, sondern dieser Job von seinem Sprecher Christian Lindner, gleichzeitig Chefredakteur der Rhein-Zeitung, erledigt wird. Die Enttäuschung ist umso größer, als dass in den USA gerade dazu übergegangen wurde, Barack Obama den &#8220;amerikanischen Lobo&#8221; zu nennen. Da hilft es wenig, dass Thomas Knüwer auch Chris Anderson in den USA ablöst und man Mrs. Huffington empfiehlt, sich ein Beispiel an Richard Gutjahr zu nehmen.</p>
<p><strong>November: </strong>Richard Gutjahr kauft Apple.</p>
<p><strong>Dezember: </strong>In der aktuellen Ausgabe der WIRED gibt Bundespräsident Lobo bekannt, was ohnehin schon lange überfällig war. Eine zentrale digitale Journalismus-Agentur, die mit Thomas Knüwer, Richard Gutjahr, Mario Sixtus und Markus Hündgen für eine konsequente crossmediale Verteilung von allem nach überall sorgt. Nachhaltigkeitsstaatssekretär wird zur Überraschung aller Frank Schirrmacher, weswegen Konstantin Neven DuMont seine Auswanderung ankündigt. An seinem neuen Wohnsitz im kanadischen Halifax zieht er in eine nachhaltig errichtete Villa am &#8220;I hate to be right foursquare&#8221;.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>Gutt News: Frau Hasselfeldt weiß es doch auch nicht so genau</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Nov 2011 14:49:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[NUR SO DAHINGESAGT]]></category>

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		<description><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2011/11/30/gutt-news-frau-hasselfeldt-weis-es-doch-auch-nicht-so-genau/"></g:plusone></div>

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Neues von der medialen Erregungsfront über den blendenden, brandgefährlichen Baron: Frau Gerda Hasselfeldt ist Vorsitzende der CSU-Landesgruppe in Berlin und das letzte Mal irgendwann zu Kohl-Zeiten auffällig geworden als Gesundheitsministerin. Vermutlich ist sie zudem die einzige Politikerin, die in den letzten Tagen nicht nach ihrer Meinung zu Guttenberg gefragt worden ist. Die FAZ nähert sich [...]]]></description>
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<p>Neues von der medialen Erregungsfront über den blendenden, brandgefährlichen Baron: Frau Gerda Hasselfeldt ist Vorsitzende der CSU-Landesgruppe in Berlin und das letzte Mal irgendwann zu Kohl-Zeiten auffällig geworden als Gesundheitsministerin. Vermutlich ist sie zudem die einzige Politikerin, die in den letzten Tagen nicht nach ihrer Meinung zu Guttenberg gefragt worden ist. Die FAZ nähert sich ihr deshalb ziemlich investigativ und stellt heute zunächst fest: &#8220;Eine Kurzfassung des Gesprächs (&#8230;) hat Frau Hasselfeldt offenbar gelesen.&#8221; Und weiter: &#8220;Auf die Frage, ob sie das ganze Buch lesen werde, antwortete sie: Ich habe es mir bestellt, ja, und werde jetzt mal reinschauen. Ob ich es ganz lese, das wird sich zeigen.&#8221; Das ist natürlich mal ein Ansatz, weswegen unser Mann sofort weiter nachhakt bei der Frau Hasselfeldt. Die Frage, on Frau Hasselfeldt das Buch, wenn sie es denn ganz lesen sollte, gerne lesen wird oder nicht so gerne, ist schließlich von so überragender politischer Bedeutung, dass man die Antwort kaum mehr erwarten kann. Sie lautet: &#8220;Sie sprach davon, dass sie das vielleicht im Auto oder im Zug tun werde, wobei sie am Dienstag in Berlin nicht den Eindruck vermittelte, das gerne oder interessiert zu tun.&#8221; Hm. Aber gewiss ist, dass Frau Hasselfeldt laut FAZ die Äußerungen über die CSU &#8220;nicht nachvollziehen&#8221; könne. Trotzdem will sie den Stab nicht ganz über KT brechen und stellt deswegen (vermutlich ebenfalls erst nach investigativem Nachfragen) fest, dass Guttenberg vielleicht eine Bereicherung für die CSU sein könne. Oder auch nicht. &#8220;Das wird sich zeigen, wenn er da ist.&#8221; Ob die Marketingstrategie denn durchdacht gewesen sei, will unser Mann in Berlin am Ende noch wissen und Frau Hasselfeldt sagt, das sei &#8220;durchaus fraglich&#8221;, was ein Euphemismus ist angesichts der Tatsache, dass man Guttenberg in diesen Tagen wenigstens geraten hat, da zu bleiben, wo der Pfeffer wächst. Dann sagt Frau Hasselfeldt noch, dass sie ja auch nicht wisse, was Guttenberg vorhat und man denkt sich nach der Lektüre von rund 50 Druckzeilen, dass so viel Journalismus schon lange nicht mehr war in Deutschland.</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Vielleicht haben sie sich ja bei der FAZ so über den Leuchtturm des Netzwerks Recherche gefreut, dass sie dringend nochmal Haltung beweisen mussten. Sechs Seiten weiter jedenfalls stellt sich heraus, dass die Redaktion das Buch im Gegensatz zu Frau Hasselfeldt gelesen hat. Man erfährt leider nicht, ob sie das gerne oder interessiert getan hat, aber man erfährt, warum es besser ist, wenn Frau Hasseldfeldt, die CSU und der Rest der Republik von diesen brandgefährlichen 208 Seiten die Finger lässt. Neben kleinen Schnurren wie die Sache mit der indischen Ärztin schlussfolgert der Autor dann auch noch, warum Guttenberg so oder so völlig ungeeignet ist für politische Arbeit in verantwortungsvoller Position: &#8220;So minutiös beschreibt er sein chaotisches Vorgehen (&#8230;), so wortreich seine Überforderung (&#8230;), dass einem angst und bange wird bei dem Gedanken wird, dieser Mann könnte noch einmal die Geschicke Deutschlands lenken (&#8230;).&#8221; Der Autor der Buchbesprechung, Eckhart Lohse, fand Guttenberg übrigens noch 2010 so wichtig, dass er als Co-Autor einer (zugegeben: nicht unkritischen) <a href="http://www.amazon.de/Guttenberg-Biographie-Eckart-Lohse/dp/3426275546#reader_B004WOTW68">Biografie über Guttenberg</a> in Erscheinung trat.</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Auch die SZ ist gestern der Frau Hasselfeldt begegnet und einigen anderen hochkarätigen CSUlern auch. Die sind deutlich weniger diplomatisch als ihre Landesgruppenvorsitzende, so viel Mumm, mit Namen dafür geradezustehen, haben sie dann aber doch nicht. Deswegen tauchen sie in der SZ dann auch als &#8220;prominente CSU-Bezirksvorsitzende&#8221; auf . Oder Kabinettsmitglieder. Die Überschrift fragt freundlich &#8220;Ist der entrückt?&#8221; und ins Buch geschaut haben die SZ-Kollegen auch, weswegen sie ein paar Sachen aus dem Buch erzählen können, was aber wiederum niemanden überrascht, weil man ja seit Tagen nichts anderes liest als dass Guttenberg entrückt, größenwahnsinnig und voller Hybris sei.</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Ja, und natürlich schreibt auch<a title="Zeit Online" href="http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-11/guttenberg-vorerst-gescheitert-buch"> &#8220;Zeit online&#8221; etwas dazu</a>. Das ist allerdings etwas schwierig, weil die &#8220;Zeit&#8221; mit ihrem Interview und dem Buch ihres Chefredakteurs den Stein erst so richtig ins Rollen gebracht hat. Die &#8220;Zeit&#8221; entwickelt deswegen eine interessante Dialektik, die ungefähr so geht: Natürlich wisse man, was für ein Windhund der Guttenberg sei, darum habe man das Buch ja gemacht (falls Sie jetzt staunen, ich habe es erst auch nicht kapiert). In dem Buch würden Guttenbergs bekannte dramatische Charakterdefizite nochmal offengelegt. Man wartet irgendwie jetzt nur noch darauf, dass das Netzwerk Recherche nächstes Jahr Giovanni di Lorenzo den Leuchtturm verpasst, für diese große investigative Leistung.</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>In der Marketingabteilung des Verlags jedenfalls werden sie sich die Hände reiben. Das Sarrazin-Muster greift auch hier wieder: Erst baut man jemanden auf, druckt ihn exklusiv und spektakulär vorab &#8212; und regt sich dann darüber auf, dass in dem Buch nichts wirklich Erhellendes oder vielleicht sogar etwas Skandalöses steht. Wie hoch soll die Wette sein, dass Guttenberg kommende Woche auf Platz 1 der Buch-Charts steht?</p>
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		<title>Hosianna, Guttenberg!</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Nov 2011 21:21:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[NUR SO DAHINGESAGT]]></category>

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Um jemanden so richtig abgrundtief zu verabscheuen &#8212; muss vorher vermutlich das genaue Gegenteil der Fall gewesen sein. Kein Hass ohne enttäuschte Liebe. Wenn diese Theorie stimmt, dann muss die Liebe zwischen dem gewesenen Minister und Doktor zu Guttenberg und vielen politischen Journalisten in Deutschland ziemlich groß und innig gewesen sein. Das, was man über [...]]]></description>
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<p>Um jemanden so richtig abgrundtief zu verabscheuen &#8212; muss vorher vermutlich das genaue Gegenteil der Fall gewesen sein. Kein Hass ohne enttäuschte Liebe. Wenn diese Theorie stimmt, dann muss die Liebe zwischen dem gewesenen Minister und Doktor zu Guttenberg und vielen politischen Journalisten in Deutschland ziemlich groß und innig gewesen sein. Das, was man über Guttenberg in den letzten Tagen beispielsweise in &#8220;Spiegel&#8221;, SZ oder FAZ zu lesen bekam, liest man ansonsten eher über Figuren wie Berlusconi oder Drittweltdiktatoren. Der letzte, der sich in Deutschland über so viele freundliche Worte auf einen Schlag freuen durfte, war Richter gnadenlos Schill, aber den liebten sie auch vorher schon nicht so.</p>
<p>Die Brachialgewalt, mit der jetzt auf den Ex-Darling der deutschen Politik (und ja, auch der Medien) eingeprügelt wird, sagt eine Menge darüber aus, wie der Berliner Politikjournalismus funktioniert. Es ist eine Geschichte von gegenseitigen Abhängigkeiten, von Grauzonen und von einem ständigen Balancieren am Rand. Sie ist aber auch ein Beleg dafür, wie viel Macht Journalisten dann doch zukommt. Und wie sehr sie Aufstiege inszenieren können, genauso gut wie Abstürze. Im Falle Guttenberg haben sie das eine im vergangenen Jahr gemacht, um ihm jetzt zu zeigen, wie es abwärts auch gehen kann.</p>
<p>Guttenberg (und nein, vorab, ich bin keiner seiner Fans) musste in den vergangenen Tagen das folgende über sich lesen: Dass er ein Gaukler sei, ein gefährlicher Politiker, ein Blender. Einer, der auch politisch keinerlei Substanz gehabt habe. Einer, der immer nur betrogen hat, ein Windei sozusagen. Das ist insofern erstaunlich, als dass sich das vor ziemlich genau einem Jahr noch ganz anders las: Da sahen exemplarisch die Kollegen des &#8220;Spiegel&#8221; die famosen Guttenbergs beim &#8220;Paarlauf ins Kanzleramt&#8221; und auch SZ und FAZ und viele andere äußerten sich überaus freundlich über den Baron. Was seinen Charakter angeht, dürfte sich Guttenberg im vergangenen Jahr kaum dramatisch verändert haben, es ist also wenigstens erstaunlich, wenn Journalisten jetzt, nachdem sie lange Zeit sehr nahe an ihm dran waren, schrei(b)en: Der Kaiser ist ja nackt!</p>
<p>Zudem: Es wäre nicht möglich gewesen, Guttenberg auch nur ansatzweise in die Nähe des Kanzleramts zu rücken, wenn nicht irgendwann mal Journalisten angefangen hätten zu schreiben, dass sich da einer warmlaufe für die Kandidatur und selbstverständlich dafür geeignet sei. Von Guttenberg fordern sie jetzt echte Demut, Reue, Widerruf &#8211; in den Staub mit ihm! Von den Journalisten selber habe ich nur ziemlich dürre Worte darüber gelesen, warum sie dem Gaukler und Blender so sehr auf den Leim gegangen sind. In der SZ <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/guttenberg-und-sein-interview-buch-comeback-eines-blenders-1.1217375">stand ein Halbsatz</a> (&#8220;auch der Autor dieser Zeilen&#8230;&#8221;), die FAZ gefiel sich in einer raunenden Andeutung, Redaktionen seien da <a href="http://www.faz.net/aktuell/politik/guttenberg-ein-gefaehrlicher-mann-11542304.html">irgendwie auf Linie gebracht worden.</a> Das ist eine einigermaßen interessante Theorie, über die man gerne mehr wüsste. Schließlich stellt die FAZ da in einem Satz die Integrität des politischen Journalismus in Frage. Was, bitte, soll man Redaktionen noch abnehmen, wenn man über sie leichthin sagen kann, sie ließen sich mühelos instrumentalisieren und auf Linie bringen? Und auf wessen Linie überhaupt &#8212; und von wem? Schade, dass sich politische Journalisten so gerne mit anderen auseinandersetzen, mit sich selbst aber dann doch eher nur ungern. Mindestens so spannend wie die Frage danach, wie alle auf Guttenberg reinfallen konnten, wäre also auch die Frage, was eigentlich den Politjournalistenbetrieb in den vergangenen Jahren bewogen hat, Guttenberg zur Lichtgestalt zu stilisieren.</p>
<p>Zumal auch das jetzige Verhalten inkonsequent ist: Man wirft Guttenberg vor, ein Comeback zu inszenieren, betätigt sich aber schon wieder als Teil der Inszenierung. Ohne die &#8220;Zeit&#8221;, die ihn wohlwollend interviewt und sein Buch vorabgedruckt hat, wäre das Comeback nicht möglich gewesen. Ohne die intensive Berichterstattung über einen Fernsehauftritt in Kanada (!) wäre das Comeback nicht möglich gewesen. Hätte sich irgendein Ex-Minister nach seiner Dienstzeit aus Kanada gemeldet, niemand würde es interessieren. Macht Guttenberg das, kümmern sich Heerscharen von Journalisten darum. Am Spiel zwischen Guttenberg und den Journalisten hat sich also nichts geändert, außer dass sie jetzt nicht mehr Hosianna schreien.</p>
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		<title>Das NR vergibt einen vergifteten Leuchtturm</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Nov 2011 10:21:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[NUR SO DAHINGESAGT]]></category>

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Man tut der &#8220;Frankfurter Allgemeinen Zeitung&#8221; vermutlich nicht unrecht, wenn man sie als mindestens sehr konservativ bezeichnet. Das ist ihr gutes Recht, zumal es vermutlich kein ernstzunehmendes Blatt auf der Welt gibt, das nicht eine politische Grundhaltung hat. In den USA und Großbritannien ist so etwas weit ausgeprägter als bei uns, dort werden beispielsweise eindeutige [...]]]></description>
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<p>Man tut der &#8220;Frankfurter Allgemeinen Zeitung&#8221; vermutlich nicht unrecht, wenn man sie als mindestens sehr konservativ bezeichnet. Das ist ihr gutes Recht, zumal es vermutlich kein ernstzunehmendes Blatt auf der Welt gibt, das nicht eine politische Grundhaltung hat. In den USA und Großbritannien ist so etwas weit ausgeprägter als bei uns, dort werden beispielsweise eindeutige Wahlempfehlungen ausgesprochen. Obwohl das auf der anderen Seite in vielen deutschen Fällen überflüssig ist: Wie eine Wahlempfehlung des Frankfurter Zentralorgans der erzkonservativen Vergangenheitsbewahrer aussähe, kann man sich leicht vorstellen.</p>
<p>Trotzdem ist es überaus irritierend, wenn das &#8220;Netzwerk Recherche&#8221;, das ja für sich gemnommen schon etwas irrittierend ist, die FAZ jetzt mit dem &#8220;Leuchtturm-Preis 2011&#8243; beglückt. Nicht etwa, weil die FAZ Dinge recherchiert habe, die sonst niemand wusste (die eigentliche Aufdeckung der Plagiatsaffäre leistete ein Wiki, keine Redaktion). Sondern weil sie standhaft gegenüber den eigenen Lesern war, die als erzkonservative Unionisten, denen vermutlich selbst Seehofer zu links ist, eine kritische Auseinandersetzung als Angriff auf die eigene Identität empfindet. Das Netzwerk Recherche zeichnet also erstmals explizit eine Haltung aus &#8211; und macht damit ungewollt deutlich, wie sehr im deutschen Journalismus Dinge schief laufen.</p>
<p>&#8220;Eines Sturms von Teilen der eigenen Guttenberg-begeisterten Leserschaft“ habe sich die FAZ erwehren müssen, jubiliert das NR. Man beweist also eine Haltung, wenn man kein Oppurtunist ist, das reicht schon? Ist man dann umgekehrt ein Oppurtunist, wenn man Giovanni di Lorenzo heißt und mit/über Guttenberg ein Buch macht, obwohl möglicherweise die Leser der Zeit&#8221; gar nicht so begeistert von Guttenberg sind? Oder ist di Lorenzo demnach ein held? Waren beim &#8220;Spiegel&#8221; dunkle Mächte am Werk, als man dort letztes Jahr Guttenbergs möglichen &#8220;Paarlauf ins Kanzleramt&#8221;  skizzierte?  Ist Frank Schirrmacher von der Linken drei Tage eingekerkert worden, als er unlängst mit bangendem Unterton fragte, ob die Linken nicht doch irgendwie recht gehabt hätten?</p>
<p>Journalismus, zumal wenn er irgendetwas mit Politik zu tun hat, braucht so etwas wie eine Haltung. Haltung heißt aber nicht: grundsätzliches Beharren, z.B. indem man eine Person verteidigt, weil sie der bevorzugten Partei angehört. Haltung heißt auch nicht: dem Leser nach dem Mund reden. Was im Übrigen ja auch gar nicht möglich wäre, weil sich sogar in einer tendenziell homogenen Zielgruppe wie der FAZ immer nochmal jemand findet, der den Untergang des Abendlandes heraufbeschwört, weil die FAZ jetzt auch schon so furchtbar links ist. So wie sich im Übrigen auch beim Publikum des &#8220;Spiegel&#8221; seit Menschengedenken immer jemand findet, der der Meinung ist, das Blatt sei jetzt aber eindeutig zu rechtsgerichtet oder erliege den Verlockungen des Boulevard.</p>
<p>Es soll also ein besonderer Beleg für &#8220;Haltung&#8221; sein, wenn man über einen Politiker berichtet, der betrogen hat?  Es ist preiswürdig, wenn man damit ein paar Leser vergrault und man jemanden angreift, der der Redaktion politisch mindestens nahesteht? Wenn das wirklich so ist, sollte das Netzwerk Recherche dringend mal ein paar seiner wichtigen Panels veranstalten. Und bei der FAZ sollten sie darüber nachdenken, ob man wirklich einen solchen Preis für eine Selbstverständlichkeit annehmen will.</p>
<p>Man kann ihn auch für ein sehr vergiftetes Lob halten.</p>
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		<title>Und bist du nicht willig, nöle ich rum</title>
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		<pubDate>Thu, 17 Nov 2011 13:34:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[NUR SO DAHINGESAGT]]></category>

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Über kaum etwas habe ich mich in diesem Jahr wahlweise so gewundert und amüsiert wie über Pressestellen. Bei meinem WIRED-Intermezzo hatte ich mehrfach das Vergnügen, mit solchen Abteilungen zu telefonieren Es waren insgesamt sieben, mit denen ich Kontakt hatte. Davon gab es genau eine, die mir meine Anfrage halbwegs so behandelte, wie ich mir das [...]]]></description>
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<p>Über kaum etwas habe ich mich in diesem Jahr wahlweise so gewundert und amüsiert wie über Pressestellen. Bei meinem WIRED-Intermezzo hatte ich mehrfach das Vergnügen, mit solchen Abteilungen zu telefonieren Es waren insgesamt sieben, mit denen ich Kontakt hatte. Davon gab es genau eine, die mir meine Anfrage halbwegs so behandelte, wie ich mir das gewünscht hatte und wie es einigermaßen professionell ist. Der Kontakt mit den anderen war eine kuriose Melange aus Lustlosigkeit, Unverständnis und &#8211; leider auch das &#8211; Unvermögen. Von drei Pressestellen hörte ich , es werde schwierig, mein Anliegen zu erfüllen, weil demnächst Ferien und Urlaubszeit seien, bei anderen wurde ich den Eindruck nicht los, dass sie meine Bitte nicht richtig verstanden hatten. Zugegeben, ich hatte nicht um die Zusendung einer vorgefertigten Pressemitteilung gebeten. Aber ich hatte auch nicht gerade die sofortige Mobilmachung einer Heerschar von Mitarbeitern gefordert. Ich hatte nach etwas gefragt, von dem ich dachte, dass es Standardwissen einer Öffentlichkeitsarbeit sei: Informationen über das Unternehmen bzw. deren Standpunkte zu einem Thema. Und nein, es ging nicht um Rüstungsexporte oder Atomanlagen, sondern um Autos.</p>
<p>Umgekehrt hatte ich dann jemanden an der Backe, der ziemlich quengelig war und mir unbedingt Unterlagen und Infos zu einem Thema zuschicken wollte, das gar nicht keins war und das mich auch nicht interessierte. Am Ende der Veranstaltung hatte ich nur sehr, sehr mühsam rudimentäre Infos zu meinem Thema bekommen, dafür aber einen ganzen Haufen digitalen Kram, den ich nicht wollte und nicht brauchte. In einer Pressestelle (da ging es nicht um Autos) waren sie wenigstens ehrlich und sagten, sie hätten keine Ahnung, was ich eigentlich wolle und wo man das ggf. herbekommen könnte. Kurzum, die Informationen für meine Geschichten habe ich zum größten Teil nicht von denen bekommen, von denen ich dachte, ihr Job sei es, Informationen zur Verfügung zu stellen.</p>
<p>Das steht hier so ausdrücklich, weil sich die Kollegen von der anderen Seite gerade darüber beklagt haben, von <a href="http://www.presseportal.de/pm/6344/2148738/">&#8220;desinteressierten Journalisten&#8221;</a> genervt zu sein. Ein klassischer Fall von Verwechslung: Man meint &#8220;Desinteresse&#8221;, wenn man doch in Wirklichkeit seinen eigenen Job nicht richtig macht. Das ist in etwa so, als würden sich Journalisten bei Auflagen- oder Quotenrückgängen über &#8220;desinteressierte Leser&#8221; beschweren und ankündigen, man komme künftig auch ohne dieses undankbare Pack aus.</p>
<p>(Ebenfalls lesenswert zum Thema: <a title="Sascha Lobo" href="http://saschalobo.com/2011/11/16/realitatsverlust-in-der-pr-branche/">Sascha Lobo </a>und <a title="Wiegold Zwo" href="http://wiegold.wordpress.com/2011/11/17/die-groste-banane-der-welt/">Thomas Wiegold)</a>.</p>
<div class="shr-publisher-5411"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --> <p><a href="http://www.blog-cj.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=5411&amp;md5=fb48556fcb6145abb72bd0cb85ee96d4" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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