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	<title>JakBlog</title>
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	<description>Anmerkungen eines Medienmenschen</description>
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		<title>Universalcode &#8211; das E-Book</title>
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		<pubDate>Thu, 09 Feb 2012 10:38:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[DAS BUCHPROJEKT]]></category>

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		<description><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/02/09/universalcode-das-e-book/"></g:plusone></div>

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Wenn ich ehrlich bin: Ich hatte die Entwicklung des Themas E-Books als langsamer eingeschätzt. Aber nachdem nun die Fragen, wann es &#8220;Universalocde&#8221; auch elektronisch gibt, immer drängender wurden, habe ich meine Meinung revidiert und mich ein wenig dahintergeklemmt. Deswegen an dieser Stelle und unter dem winzigen Vorbehalt, dass man ja nie weiß, wie etwas funktioniert, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/02/09/universalcode-das-e-book/"></g:plusone></div>
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<p>Wenn ich ehrlich bin: Ich hatte die Entwicklung des Themas E-Books als langsamer eingeschätzt. Aber nachdem nun die Fragen, wann es &#8220;Universalocde&#8221; auch elektronisch gibt, immer drängender wurden, habe ich meine Meinung revidiert und mich ein wenig dahintergeklemmt. Deswegen an dieser Stelle und unter dem winzigen Vorbehalt, dass man ja nie weiß, wie etwas funktioniert, die Mitteilung: Ende März/Anfang April gibt es das Buch als E-Book.  Am schnellsten dürfte es bei Amazon und bei Apple verfügbar sein, alle anderen gängigen Shops werden aber ebenfalls beliefert.</p>
<p>Und wir wollen natürlich auch ein Zeichen setzen: Das E-Book wird spürbar billiger sein als die gedruckte Ausgabe. Genauer Preis und genaues Erscheinungsdatum kommen so schnell wie möglich an dieser Stelle.</p>
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		<title>Kein Preis für Onliner: Viel Feind, wenig Ehre</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Feb 2012 13:26:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[NUR SO DAHINGESAGT]]></category>
		<category><![CDATA[ONLINE/MULTIMEDIA]]></category>

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		<description><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/02/08/kein-preis-fur-onliner-viel-feind-wenig-ehre/"></g:plusone></div>

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Was macht eigentlich spezifischen und guten Online-Journalismus aus? Keine Sorge, es geht jetzt nicht schon wieder um Schneider/Raue, sondern um eine grundsätzliche Frage. Die sich deshalb stellt, weil die Jury des CNN-Awards für junge Journalisten inzwischen die Nominierungen für 2012 bekannt gegeben hat &#8212; und auf eine Nominierung in der Kategorie Online verzichtet. Bevor Sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/02/08/kein-preis-fur-onliner-viel-feind-wenig-ehre/"></g:plusone></div>
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<p>Was macht eigentlich spezifischen und guten Online-Journalismus aus? Keine Sorge, es geht jetzt nicht schon wieder um Schneider/Raue, sondern um eine grundsätzliche Frage. Die sich deshalb stellt, weil die Jury des CNN-Awards für junge Journalisten inzwischen die Nominierungen für 2012 bekannt gegeben hat &#8212; und auf eine Nominierung in der Kategorie Online verzichtet. Bevor Sie jetzt draufschlagen und sagen, man habe das ja schon immer gewusst, wie mies die Qualität der Beiträge im Netz ist: Das was gar nicht die Begründung der Jury. Stefan Plöchinger als Chefredakteur von süddeutsche.de und Jurymitglied hat <a title="Meedia" href="http://meedia.de/internet/cnn-journalist-award-ohne-online-kategorie/2012/02/07.html">eine andere Begründung formuliert:</a> Es fehlt überall noch an den spezifischen Erzählformen, die das Netz möglich macht (Plöchinger nimmt von dieser Kritik ausdrücklich niemanden aus). Tatsächlich scheint das das eigentliche Problem beim Journalismus im digitalen Zeitalter zu sein. Wie bekommt man es hin, eine Geschichte wirklich vernetzt zu erzählen? Über verschiedene Kanäle hinweg, multimedial, interaktiv, dazu noch das Netz als wirkliches Dialog-Medium genutzt &#8211; was sich in der Theorie so simpel anhört, ist in der Praxis immer noch enorm schwierig.</p>
<p>Man kommt dann aber sich wieder irgendwann zu dem mangelnden Stellenwert, den Online immer noch in vielen Häusern hat. Würde man die unzählig vielen Optionen, die es im Netz gibt, tatsächlich nutzen wollen, man bräuchte neben ein paar klugen Gedanken und ordentlichen Planungen auch anderes. Personal, Equipment und enorm viel Zeit. Wenn man also tatsächlich die momentan anscheinend unvermeidliche Manöverkritik am Zustand des Onlinejournalismus führen wollte, man müsste anderswo ansetzen als bei der Klage darüber, dass Onliner nur als Textschrubber gesehen werden. Sondern bei der Tatsache, dass sich die allerwenigsten wirkliche Gedanken darum machen, was Onlinejournalismus überhaupt sein könnte. Ich würde eine Wette darauf eingehen: Sieht man von ein paar großen und etablierten Redaktionen ab, nur die Wenigsten könnten überhaupt eine stimmige Erklärung vorbringen, was Onlinejournalismus für sie bedeutet. Manchmal nimmt das absurde Züge an, nämlich dann, wenn man zwar nicht wenig Geld zur Verfügung stellt, sich aber trotzdem über die Möglichkeiten keine Gedanken macht. Ich habe einmal die Situation erlebt, dass eine ganze Redaktion mit Premiere Pro für den Videoschnitt ausgestattet war, die Kollegen dort aber weder mit Kameras noch mit handwerklichen Grundlagen vertraut waren. Und dass man aus einem Video auch ganz was anderes machen kann, als den gebauten Beitrag oder den Aufsager, ist dort auch noch nie besprochen worden.</p>
<p>Nein, ich weiß auch nicht, woran das liegt. Wahrscheinlich gibt es eine ganze Reihe von Gründen, darüber würde ich nicht spekulieren wollen. Sicher aber ist: So lange wir gar nicht wissen, was wir vom Onlinejournalismus wollen und was man mit ihm machen könnte, solange wird es auch keinen guten Onlinejournalismus auf breiter Front geben.</p>
<p>Gar keine schlechte Idee also, in dieser Kategorie keinen Preis zu vergeben. Ob das auf der anderen Seite irgendwas bringt, sei dahingestellt. Man muss befürchten, dass der fehlende Preis für viele einfach nur die Bestätigung existierender Urteile über den Onlinejournalismus ist.</p>
<div class="shr-publisher-5611"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><iframe src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.blog-cj.de%2Fblog%2F2012%2F02%2F08%2Fkein-preis-fur-onliner-viel-feind-wenig-ehre%2F&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light" scrolling="no" frameborder="0" allowTransparency="true" style="border:none; overflow:hidden; width:450px;height:30px;margin-top:5px;"></iframe> <p><a href="http://www.blog-cj.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=5611&amp;md5=eb5059ccbdafbf606711dfb484834831" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Der Papst übt zitieren</title>
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		<pubDate>Sat, 04 Feb 2012 21:28:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[NUR SO DAHINGESAGT]]></category>

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		<description><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/02/04/der-papst-ubt-zitieren/"></g:plusone></div>

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Onlineredakteure, die &#8220;dummen Textschrubber&#8221;? Im Schneider/Raue-Handbuch zum (Online-)Journalismus wird Thomas Knüwer so zitiert. Dieses Zitat war, nun ja, zumindest stark verfremdet &#8212; und wird in der nächsten Ausgabe auch nicht mehr auftauchen. Knüwer setzte inzwischen beim rororo-Verlag durch, dass online eine Korrektur vorgenommen und das Zitat in der (zu befürchtenden) nächsten Ausgabe in dieser Form [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/02/04/der-papst-ubt-zitieren/"></g:plusone></div>
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<p>Onlineredakteure, die &#8220;dummen Textschrubber&#8221;? Im Schneider/Raue-Handbuch zum (Online-)Journalismus wird Thomas Knüwer so zitiert. Dieses Zitat war, nun ja, zumindest <a href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/01/29/schneiderraue-wenn-blinde-uber-farbe-schreiben/">stark verfremde</a>t &#8212; und wird in der nächsten Ausgabe auch nicht mehr auftauchen. Knüwer setzte inzwischen beim rororo-Verlag durch, dass online eine Korrektur vorgenommen und das Zitat in der (zu befürchtenden) nächsten Ausgabe in dieser Form <a title="Indiskretion Ehrensache" href="http://www.indiskretionehrensache.de/2012/02/wolf-schneider-paul-josef-raue/">nicht mehr verwendet wird.</a></p>
<p>So viel zum Thema &#8220;Ein Sprachpapst übt das richtige Zitieren&#8221;.</p>
<div class="shr-publisher-5607"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><iframe src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.blog-cj.de%2Fblog%2F2012%2F02%2F04%2Fder-papst-ubt-zitieren%2F&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light" scrolling="no" frameborder="0" allowTransparency="true" style="border:none; overflow:hidden; width:450px;height:30px;margin-top:5px;"></iframe> <p><a href="http://www.blog-cj.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=5607&amp;md5=9265acae851e59f8c8b60b03e01d57e0" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Wolf Heveling und Ansgar Schneider: Tiraden der Brüder im Geiste</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 15:55:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[MEDIENZUKUNFT]]></category>

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		<description><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/02/01/wolf-eveling-und-ansgar-schneider-tiraden-der-bruder-im-geiste/"></g:plusone></div>

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Soviel wissen wir jetzt also: Zwischen Bloggern und Journalisten herrscht &#8220;Krieg&#8221;. Wer sich exponiert im Netz bewegt, ist eine &#8220;Knallcharge&#8221;.  Das Netz bzw. die dort herrschende Netzgemeinde steht kurz vor der finalen Niederlage. Es wird viel Blut geflossen sein, aber am Ende wird das Gute, das Edle, das Hochwertige siegen. Dass ich mal eine derart [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/02/01/wolf-eveling-und-ansgar-schneider-tiraden-der-bruder-im-geiste/"></g:plusone></div>
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<p>Soviel wissen wir jetzt also: Zwischen Bloggern und Journalisten <a title="Medial Digital" href="http://medialdigital.de/2012/01/30/steinzeitansichten-uber-zukunfts-journalismus/">herrscht &#8220;Krieg&#8221;</a>. Wer sich exponiert im Netz bewegt, ist eine <a title="FAZ" href="http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/medien-glosse-heveling-11632954.html">&#8220;Knallcharge&#8221;. </a> Das Netz bzw. die dort herrschende Netzgemeinde steht kurz vor der finalen Niederlage. Es wird viel Blut geflossen sein, aber am Ende wird das Gute, das Edle, das Hochwertige siegen. Dass ich mal eine derart flache Bilanz einer Diskussion aufschreiben müsste, hätte ich mir auch nicht gedacht. Dass diese flache Bilanz im Jahr 2012 zum Thema Digitalisierung/Neue Medien so ausfallen würde, noch sehr viel weniger.  Im Jahr 15 der digitalen Revolution tobt auf einmal wieder Schlachtenlärm, wabern Rauchschwaden über das virtuelle Kampfgebiet &#8211; und kommen auf einmal wieder all jene aus ihren Löchern, von denen man gedacht hatte, sie hätten es aufgegeben. Der Ton ist also eindeutig rückwärtsgewendet, die Fronten sind wieder die, die wir schon 1998 hatten. Ist es Zufall, dass Heveling, Schneider und Hanfeld auf einmal wieder mit einer durch nichts begründeten Selbstgewissheit hinstellen und der digitalen Welt erzählen, wie plump und dumm sie ist? Und versteht nebenher eigentlich irgendjemand, wieso die Dinos immer so tun, als stünde der Untergang des Abendlands unmittelbar bevor?</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Die Unterschiede zwischen Heveling, Schneider und Hanfeld sind nicht sehr groß, weswegen man vermutlich von einem Kulturkampf sprechen muss. Die Argumente ähneln sich, die Geisteshaltung auch, ganz gleich, ob wir von Journalismus, Büchern oder Musik sprechen. Die Lordsiegelbewawhrer, die Gegner des Umbruchs, die Erzkonservativen wollen letztendlich nur eines: Es soll alles bleiben wie es ist. Sie übersehen geflissentlich, dass schon lange nichts mehr so ist wie es war. Sie verweigern sich jeglicher Debatte, erklären sich selbst für überlegen und drangsalieren die andere Seite nicht mit Argumenten, sondern mit Tiraden. Weil ihnen das Neue Angst macht, weil sie es nicht begreifen, weil sie zu bequem und  nicht  in der Lage sind, sich zu ändern bzw. die Veränderungen konstruktiv zu begleiten. Deswegen werden sie destruktiv, pathetisch, formulieren krude Kampfansagen oder Verschwörungstheorien nahe der Peinlichkeitsschwelle.</p>
<p style="text-align: center;"> ***</p>
<p>Wolf Schneider und Ansgar Heveling kennen sich vielleicht nicht persönlich, müssten sich aber sympathisch sein. Es ist verblüffend, wie ähnlich sie sich in ihren nicht vorhandenen Argumentationen sind. Der eine schwadroniert über eine Netzgemeinde, deren Niederlage unausweichlich und am Horizont deutlich sichtbar ist. Schneider hält Blogger generell für geschwätzig und das Netz als solches für einen Ort, an dem ohne Sinn und Verstand gefaselt wird. Beide argumentieren deswegen nicht, weil sie es nicht können. Es gibt keine Zahlen, keine Belege, man sagt einfach mal so etwas dahin und glaubt, das müsse reichen. Sie machen genau das, was sie in ihren Untergangsvisionen der digitalen Welt vorwerfen: plappern und provozieren ohne nachzudenken. Hevelings krudes Gestammel entlarvt sich schon alleine dadurch, weil man jemandem, der offenbar die Kombination aus Vor- und Nachnamen als Zugangsdaten für seine Accounts verwendet, nicht sehr viel Kompetenz zum Thema Netz zubilligen sollte. Dementsprechend liest sich sein Text wie etwas, was jemand mit seinem Vornamen als Passwort so schreibt. Schneider wiederum weiß sehr genau, was im Netz vor sich geht obwohl er nach eigener Aussage nicht mal einen Computer benutzt. Was also soll man jemandem abnehmen, der das, worüber er schwadroniert, nicht mal kennt?</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Aber es herrscht ja jetzt eh Krieg, eine Art Kulturkampf. Ich hatte eigentlich gedacht, dass wir diese Zeit hinter uns gelassen hätten und dass wir vielleicht unterschiedliche Auffassungen vertreten. Nicht erwarten musste man dagegen diese radikalaggressive Form, in der die Dinos jetzt noch mal zurückbeißen (es dürfte aber, um es mit Ansgar Dinsgenskirchen zu halten, das letzte Mal sein). Bei Heveling fließt Blut, Schneider erklärt gewohnt selbstverliebt alle anderen für dumm und sich für einzigartig. Und dann gibt es ja noch den FAZ-Hanfeld, der immer dann rot sieht, wenn es um neue Medien geht und auch dann rot sieht, wenn es um öffentlich-rechtliches Fernsehen geht (in der FAZ vertrat er mal die <a href="http://www.blog-cj.de/blog/2010/07/22/es-gibt-keine-presse-mehr/">abenteuerliche These</a>, ARD und ZDF bedrohten durch ihre Online-Aktivitäten die freie Presse in Deutschland). Wenn also dann die Schlagworte &#8220;öffentlich-rechtlich&#8221; und &#8220;Web 2.0&#8243; gemeinsam auftauchen, sieht Hanfeld zwangsweise dunkelrot. Deswegen mokiert er sich über Mario Sixtus als jemanden, der sich seine Sichtweise durch seinen öffentlich-rechtlichen Sold finanzieren lässt. Sixtus und Knüwer und all die anderen, die wir uns im Web tummeln und mit den Hevelings-Hanfelds-Schneiders einer untergehenden analogen Welt nicht ganz konform gehen, nennt Hanfeld &#8220;Knallchargen&#8221;, was man schon machen kann, wenn man es lustig findet. Abgesehen davon, dass das aber nur so mittellustig ist, erstaunt auch hier die Aggressivität und der latent feindselige Unterton. Ansonsten ist Hanfelds Argumentation ähnlich dürftig wie die seiner Brüder im Geiste: Die &#8220;Netzgemeinde&#8221; habe so reagiert, wie es zu erwarten gewesen sei. Was beweise, so Hanfeld, dass Hevelings kleines Pamplet seine Berechtigung gehabt habe. Ach, Hanfeld, was soll ich Ihnen sagen? Sie haben so geschrieben, wie ich es von Ihnen und der FAZ erwartet habe. Merken Sie was?</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Es läuft ja dann im Endeffekt doch immer auf das gleiche raus: Angst vor etwas Neuem. Das Neue nicht wirklich begreifen. Der feste Glaube daran, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Störrisches Festhalten an vermeintlich Bewährtem. Wären Schneider und Hanfeld Politiker (Heveling ist ja angeblich schon einer), sie würden beide zu diesen in letzter Zeit so ungeheuer populären &#8220;Es-gibt-keine-Alternative&#8221;-Argumenten greifen. Es gibt keine Alternative zum tradierten Mediensystem, zum Leitmedium FAZ, zum Steinzeit-Journalismus aus den Zeiten des schwarzweiß-Fernsehens. Und es gibt natürlich keine Alternative zu Wolf Schneider, Blogger haben demnächst ohnehin keine Relevanz mehr (reden sich <a href="http://www.lawblog.de/index.php/archives/2012/01/31/ach-so-herr-heveling/">Heveling </a>und <a href="http://meedia.de/internet/sorgen-um-den-journalismus-ueberhaupt/2012/01/31.html">Schneider</a> gemeinsam ein). Es ist ein Pfeifen im Wald, das ihnen ihre größte Angst nehmen soll: Plötzlich an der Bedeutung zu verlieren, an der sie sich über mehr oder minder viele Jahre hinweg berauscht haben. Schneider glaubt immer noch, niemand sei so präsent und großartig wie er selbst, Hanfeld glaubt, nur die FAZ betreibe den echten Journalismus und Heveling glaubt, er sei Kermit (in Wirklichkeit weiß ich nicht, was Eveling glaubt).</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Krieg, Kulturkampf? Wenn ja: Die analoge Welt hat ihren verloren und sie weiß es auch. Die Tatsache, dass sie auf keinen einzigen Kritik- oder Diskussionspunkt wirklich eingeht, beweist das nur zu gut. Heveling sagt: Ha,und ich hatte doch recht. Hanfeld sekundiert ihm. Und Schneider fällt nicht mehr ein als eine krude Verschwörungstheorie aufzustellen, wonach ihm lediglich &#8220;Altlinke&#8221; und irgendwelche an der Nannen-Schule durchgefallene gescheiterte Existenzen Böses wollten. Wäre Schneider nicht immer selbstverliebt bis an die Schmerzgrenze, man müsste es tragisch nennen, dass ein verdienter Journalist in seiner Wagenburg sitzt, sich umzingelt sieht von Feinden und Neidern und nichts besseres mehr weiß als darauf hinzuweisen, dass er immer noch der einzigartige Erfahrene und Populäre sei. Allerdings: Mit Menschen wie Schneider, Heveling und Hanfeld muss man nun wirklich kein Mitleid haben. In ihrer Liebe zu sich selbst und in ihren festen Überzeugungen sind sie sich selbst genug. Uns Knallchargen und geschwätzige Blogger sollte das im Angesicht unserer drohenden Niederlage nicht weiter berühren.</p>
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		<title>Das ganze Leben ist ein Klick</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 16:01:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[MEDIENZUKUNFT]]></category>

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ARD, ZDF und die Zeitungsverlage haben eine Lösung gefunden. Zumindest sind sie auf irgendeinem Weg sich zu einigen, wie man künftig im Netz miteinander umgehen will. Kurz zusammengefasst soll das so aussehen, dass die Sender im Netz etwas weniger Text machen und sich dafür darauf konzentrieren, das zu bringen, was es im Fernsehen und im [...]]]></description>
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<p>ARD, ZDF und die Zeitungsverlage haben eine Lösung gefunden. Zumindest sind sie auf irgendeinem Weg sich zu einigen, wie man künftig im Netz miteinander umgehen will. Kurz zusammengefasst soll das so aussehen, dass die Sender im Netz etwas weniger Text machen und sich dafür darauf konzentrieren, das zu bringen, was es im Fernsehen und im Radio sonst auch so gibt. Nämlich was zum Anschauen und was zum Hören. Die Lösung lautet also, dass man einfach die alte in die neue Medienwelt überträgt, Fernsehen ist Fernsehen und die Zeitung bleibt das tägliche Ding zum Lesen.</p>
<p>So weit, so gut. Man kann allerdings auch ohne juristische Kenntnisse und ohne Ahnungen, ob und wie so etwas juristisch durchgehen würde, schon jetzt absehen, was der Haken an der ganzen Sache ist: Der User wird sich dafür herzlich wenig interessieren. Weil er nicht so denkt, weil er schon Lage begriffen hat, dass die digitale Welt nicht den Prinzipien der analogen folgt und dass die Claims, die man jetzt nochmal abzustecken versucht, keine mehr sind. Niemand, wirklich niemand geht mit der Idee ins Netz: Erst schaue ich ein bisschen fern (beispielsweise bei der &#8220;Tagesschau&#8221;), danach höre ich Radio und dann lese ich noch etwas Zeitung. User, die man keineswegs für so einfältig halten darf, wie einzelne CDU-Abgeornete es tun, ticken anders. Nicht unbedingt so, als dass man sich als Inhalteanbieter darüber freuen müsste und auch nicht so, dass die ganze Geschichte dadurch einfacher wird. Aber generell denkt der User: Ich will. Jetzt, hier und sofort. Begriffe wie &#8220;umschalten&#8221;, &#8220;umblättern&#8221; und andere analoge Lustigkeiten, die wir Älteren noch kennen, sind ihm fremd. Für den digitalen Nutzer ist das ganze Leben ein Klick, das ist die einzige Kategorie und die einzige Währung, in der er denkt. Er kennt kein Programm mehr, keinen Redaktionsschluss, logischerweise auch keine Kanäle und kein Medium und keine Pause mehr, er kennt nur: jetzt und sofort. Klick.</p>
<p>Die Sender und die Verlage tun hingegen tun so, als könne man einfach so weitermachen wie bisher, nur eben digital und im Netz. Und werden, wenn sie sich nicht langsam ihrer neuen Umgebung anpassen, verlieren. Beide. Das Netz ist nicht Zeitung ist nicht Radio ist nicht Fernsehen. Und ja: Es überlebt auch ganz gut ohne.</p>
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		<title>Schneider&amp;Raue: Wenn Blinde über Farbe schreiben</title>
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		<pubDate>Sun, 29 Jan 2012 16:31:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[AUSBILDUNG]]></category>
		<category><![CDATA[DAS BUCHPROJEKT]]></category>
		<category><![CDATA[IN EIGENER SACHE]]></category>

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Eigentlich sind Wolf Schneider, Paul Josef Raue und noch ein paar andere Veteranen der Journalistenausbildung schuld daran, dass ich mich rund ein Jahr lang mit vielen guten und netten Kollegen an das Projekt &#8220;Universalcode&#8221; gemacht habe. Die Idee entstand beim Durch-den-Wald-Joggen, nachdem ich Tags zuvor von einem Volontär bei einem Seminar den berechtigten Hinweis erhalten [...]]]></description>
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<p>Eigentlich sind Wolf Schneider, Paul Josef Raue und noch ein paar andere Veteranen der Journalistenausbildung schuld daran, dass ich mich rund ein Jahr lang mit vielen guten und netten Kollegen an das Projekt &#8220;Universalcode&#8221; gemacht habe. Die Idee entstand beim Durch-den-Wald-Joggen, nachdem ich Tags zuvor von einem Volontär bei einem Seminar den berechtigten Hinweis erhalten hatte, es sei für junge Journalisten nicht eben einfach, die Theorie in die Praxis umzusetzen. Schließlich gebe es dazu ja so gut wie keine brauchbare Literatur. Beim Joggen durch den Wald ging ich dann im Kopf mal durch, was es an Standards so gibt, wenn es um Multimedia, Online, Crossmedia, das ganze digitale Zeugs eben so geht. Und man kann es ahnen: Wäre mir wirklich viel eingefallen, gäbe es heute Universalcode nicht. Das, was mir an den Dingen einfiel, die man jungen Journalisten heute so gedankenlos hinwirft, will man ihnen Literatur empfehlen, lautet immer noch: Lies mal den Schneider. Oder die ganzen anderen.</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Schneider? Ich habe natürlich den gebührenden Respekt, den man als Journalist haben muss, habe mich aber schon immer furchtbar an dieser restlos unreflektierten Haltung gestört. Wenn Schneider das sagt, muss es ja richtig sein. Deswegen nennt man ihn gerne &#8220;Papst&#8221;. Raue ist zwar noch kein Papst, aber weil Päpste sich selten mit Priestern abgeben, müsste man Raue wenigstens als eine Art Kardinal bezeichnen. Jedenfalls sind die beiden bekannt genug, um für viele junge Journalisten immer noch als maßgeblich zu erscheinen. Zusammen haben Schneider und Raue schon vor Jahren ein &#8220;Handbuch des Journalismus&#8221; herausgebracht. Die neueste Ausgabe des Werks trägt inzwischen den Titel &#8220;Handbuch des Journalismus und des Onlinejournalismus&#8221;, was abgesehen von der etwas ungelenken Formulierung schon alleine im Titel verräterisch ist. So, als müsste man irgendwie hinzufügen, dass es da mit diesem Interdingens noch etwas gibt, was im weitesten Sinne auch noch mit Journalismus zu tun hat. Würde man Onlinejournalismus als etwas völlig Normales betrachten, es würde reichen, weiterhin von einem &#8220;Handbuch des Journalismus&#8221; zu sprechen. Niemand wäre früher auf die Idee gekommen, beispielsweise ein &#8220;Handbuch des Journalismus und des Zeitungsjournalismus&#8221; zu schreiben.</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Jetzt kommt der Teil, an dem es für mich schwierig wird. Es ist an sich eher ungehörig andere zu kritisieren, wenn man selber ein Buch zu einem ähnlichen Thema herausgegeben hat. Sicher sagen kann ich nur, dass ich den gleichen Beitrag auch schreiben würde, wenn es &#8220;Universalcode&#8221; nicht gegeben hätte, alles andere überlasse ich gerne Ihrer Beurteilung. Ich würde diesen Beitrag vor allem deshalb schreiben, weil ich es für ein Unding halte, wenn der Mann, der sich so gerne unwidersprochen &#8220;Papst&#8221; nennen lässt, mit seinem Adjutanten in einem der größten deutschen Verlage ein Buch veröffentlicht, von dem es nicht weniger heißt, als dass es der Standard in der Journalistenausbildung sei. Ein Buch, in dem hoffnungslos windschiefe Berufsbilder gezeichnet werden, ein Buch, das das Internet als eher lästige Begleiterscheinung darstellt, dennoch aber natürlich auch das &#8220;Handbuch des Onlinejournalismus&#8221; genannt wird. Und vor allem: ein Buch, das gerade in diesem Bereich vor Unkenntnis, platten Klischees und &#8211; auch das &#8211; schlampiger Recherche nur so strotzt.</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<blockquote><p>Hat er (gemeint ist ein Jungjournalist) seine Ausiedlerreportage am Samstag in der Zeitung nicht unterbringen können, versucht er es am Sonntag nochmal. In der schwach besetzten Online-Redaktion dürfte er Erfolg haben. Allerdings liest kein<em> Redakteur </em>seinen Text. Die Chance, dass ein <em>User </em>kritisiert, ist höher, als dass ein Redakteur das tut. Das Netz hat eben einen großen Bauch, es verschlingt selbst Texte und Bilder, die für eine Zeitung unverdaulich sind.</p></blockquote>
<p>Was Schneider und Raue zu Beginn ihres Kapitels &#8220;Die Online-Redaktion&#8221; schreiben, klingt auf den ersten Blick nicht mal unplausibel. Wer wollte bestreiten, dass es solche Zustände gibt? Wer wollte allerdings umgekehrt bestreiten, dass nicht oder nur flüchtig redigierte Texte auch zum Repertoire einer kleinen Lokalredaktion gehören? Oder generell (leider) zum Standard von Unternehmen, wo Journalismus eher als billiges Material zum Füllen des Platzes zwischen den Anzeigen genutzt wird?  Wenige Absätze darauf beschreiben Schneider und Raue die technischen Mängel, die in vielen Onlineredaktionen herrschen, um zu dem Schluss zu kommen: &#8220;Nicht selten arbeiten Online-Redakteure mit schwächerer Technik als ihre Leser.&#8221; Auch das mag stimmen, aus meiner eigenen Erfahrung weiß ich aber auch, dass lahme Rechner und veraltete Software  keineswegs das Privileg von Onlineredaktionen sind. Mir fällt beispielsweise eine Tageszeitung im Südwesten ein, die noch immer ihre tägliche Arbeit auf Rechnern leistet, die auf Windows XP laufen. Oder eine große Tageszeitung im Süden, die mal eine Lieferung einer Agentur nicht entgegennehmen konnte, weil ihre Version der entsprechenden Software so veraltet war, dass nicht mal mehr ein Downgrade innerhalb der Agentur geholfen hätte, die Software wurde vom Hersteller nicht mehr supportet. Kurzum: Natürlich kann kann technische und personelle Mängelverwaltung in den Redaktionen gar nicht laut genug kritisieren. Ein Spezifikum des Onlinejournalismus sind sie keineswegs.</p>
<p>Aber sieht man von solchen Schwächen einmal ab: Um welch merkwürdige Haltung handelt es sich eigentlich, wenn zwei Journalistenausbilder jungen Journalisten die Vorzüge einer Onlineredaktion vor allem so anpreisen, als dass dort niemand gegenliest und man dort Texte, die für die hochwertige Zeitungsredaktion unverdaulich sind, irgendwie noch unterbringen kann? Online als Müllschlucker, als Resteverwerter, als Spielwiese, die Driving Range für alle, bei denen es für die journalistische Platzreife nicht ganz reicht? Doch ja, das glauben Schneider und Raue allen Ernstes &#8211; um es am Ende des Kapitels nochmal ausdrücklich zu bekräftigen (extra fett gesetzt): Wer diesen ganzen Technikkram also halbwegs beherrsche, der <strong>&#8220;hat als Anfänger große Chancen, zumal viele Zeitungsredakteure Online wenig achten und beachten&#8221;.</strong></p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Es gibt dafür sogar einen bekannten Kronzeugen: Thomas Knüwer. Knüwer? Aber ja doch. Unter dem Zwischentitel &#8220;Wie arbeitet eine Online-Redaktion&#8221; schreiben Schneider und Raue:</p>
<blockquote><p>&#8220;Online-Redakteure sind die dummen Textschrubber, die nichts können&#8221;, sagt Ex-Handelsblatt-Redakteur Thomas Knüwer. Mit solch einer Arroganz urteilen Zeitungsschreiber nicht selten,  doch die Klage hat einen wahren Kern. Onliner schreiben unermüdlich Texte um, die sie als Rohfassung vom Newsdesk bekommen; sie kürzen, bearbeiten PR-Texte, indem sie zumindest die Quelle angeben; sie füllen eben das Internet und nicht selten tun sie es ohne Sinn und Verstand.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ob Schneider und Raue jemals eine Onlineredaktion von innen gesehen haben, mag man bezweifeln, aber man hat ja Knüwer als Kronzeugen dafür, dass Onliner oft &#8220;ohne Sinn und Verstand&#8221; das Netz vollschreiben. Und natürlich ist es restlos despektierlich, Sprachpäpsten etwas vom korrekten Zitieren zu erzählen, in diesem Fall muss es allerdings sein. Das <a title="Journalist.de" href="http://www.journalist.de/ratgeber/handwerk-beruf/menschen-und-meinungen/onlineredakteure-content-knechte.html">korrekte Zitat </a>Knüwers lautet:</p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p>Aber Onliner sind <em>aus Sicht vieler Printkollegen</em> nur die dummen Textschrubber, die nichts können.</p></blockquote>
<p>Ein Unterschied? Aber gewiss. Zum einen ist es etwas grundlegend anderes, ob jemand sagt, Journalisten &#8220;sind&#8221; irgendwas. Oder ob man feststellt, dass andere behaupten, der Journalist sei irgendwas. Zum anderen muss man sich das Interview in seinem Kontext durchlesen, um schnell zu merken: In diesem Gespräch werden Missstände im Onlinejournalismus kritisiert, keineswegs aber behauptet, dass Journalisten in diesen Redaktionen dumme Textschrubber seien, die ihre Arbeit ohne Sinn und Verstand ausüben. Kleinkariert? Nein. Nicht, wenn es um einen Autor geht, der seit Jahrzehnten Journalisten penible Vorträge über die richtige Verwendung der deutschen Sprache hält. Davon abgesehen, dass es einigermaßen perfide ist, einen prominenten bekennenden Verlagskritiker und praktizierenden Onliner zum Kronzeugen für die Sinn- und Hirnlosigkeit des Onlinejournalismus machen zu wollen.</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Zugegeben, natürlich ist auch der User schuld am grassierenden Online-Elend. Schneider und sein Co-Schreiber halten deswegen auch noch die folgende Zustandschreibung fest:</p>
<blockquote>
<ul>
<li>Die meisten Leser wollen gar nicht mehr lesen, sie verzweifeln vor der Masse der Informationen &#8211; und wenden sich im Internet gleich den Vergnügungen und Zerstreuungen zu, die einen Mausklick entfernt liegen.</li>
<li>Der Dialog im Internet besteht zum Großteil aus Schwachsinn und Dampfplauderei; er kostet mehr Zeit als er Gewinn bringt.</li>
</ul>
</blockquote>
<div>Man liest das, die Kinnlade fällt runter &#8212; und man denkt unwillkürlich an die beiden älteren Herren aus der Muppetshow. Das Stereotyp des immerwährenden Unsinns im Netz ist auch von Schneider so oft wiederholt worden, dass es ihm selbst langsam langweilig vorkommen sollte. Und wenn es nicht so unpassend wäre, man würde ihm gerne den Text von Dirk von Gehlen aus dem &#8220;Universalcode&#8221; in die Hand drücken, ihn die Funktion des &#8220;Internet als Dialogmedium&#8221; lesen lassen und ihn bitten, dann vielleicht nochmal neu nachzudenken. Wäre aber nicht nur unpassend, sondern sinnlos: Man müsste von Schneider erwarten, dass er sich ein einziges Mal in seinem Leben selbst korrigieren würde. Vorher wächst einem Onliner Hirn, bevor Schneider das tun würde.</div>
<div></div>
<div style="text-align: center;">***</div>
<div></div>
<p>Wenn man ein &#8220;neues Handbuch des (Online-)Journalismus&#8221; schreiben will,  muss man sich natürlich auch zu diesem Multimedia-Gedöns äußern. Videos beispielsweise. Ob Schneider und Raue jemals eine Videokamera in der Hand hatten, weiß man nicht (vermutlich: eher nein). Bei dem überbordenden Selbstbewusstsein der beiden ist das aber kein Hinderungsgrund, sich auch über das Thema Bewegtbild im Netz auszulassen. Die beiden wissen sehr gut, welche Voraussetzungen es dafür braucht:</p>
<blockquote><p>&#8220;Doch nebenbei ist Fernsehen im Internet (sic!) nicht zu machen. Notwendig sind eine teure Kamera nebst Mikrofon und Kopfhörer, ein Laptop mit großem Speicherplatz, ein gutes Programm zum Schneiden des Rohmaterials, Routine und viel Zeit.&#8221;</p></blockquote>
<p>Ich weiß nicht, was ich mehr bewundern soll: die Chuzpe, über Dinge, von denen man sehr offensichtlich nichts versteht, trotzdem einfach irgendwas zu schreiben. Oder den Mut, ohne irgendeine Recherche zum Thema ein paar steile Thesen aufzustellen. Was ich sicher weiß: Wenn mir ein Student in einer Hausarbeit die Grundlagen der Videoproduktion so erklären würde, wäre er glatt durchgerauscht. Bei Schneider und Raue und rororo wird daraus ein Lehrbuch, das sich als &#8220;Standard&#8221; bezeichnet. Unnötig zu sagen, dass die Ausführungen zum Thema Podcast von ähnlich dramatischer Sachkenntnis geprägt sind.</p>
<p style="text-align: center;">***</p>
<p>Ja, und irgendwann muss man auch mal was zu Blogs und Social Media und Web 2.0 schreiben, Schneider <a href="http://www.zeit.de/digital/internet/2010-05/wolf-schneider-blogs">kennt sich da aus:</a></p>
<blockquote><p><strong>Frage: </strong>Herr Schneider, lesen Sie Blogs?</p>
<p><strong>Wolf Schneider:</strong> Ich benutze gar keinen Computer, aber meine Frau verfolgt ein Dutzend Blogs und Twitter und druckt mir das aus. Kein Tag, an dem ich nicht mindestens zwei Blogs lese.</p></blockquote>
<p>Der Mann, der sich also mindestens zwei Blogs und ein bisschen Twitter ausdrucken lässt, schreibt jetzt auch über Blogs und Twitter.  Und er schreibt allen Ernstes:</p>
<blockquote><p>Blog und Twitter haben aber ebenfalls ihre Unschuld längst verloren.  Mit beiden betrieb Obama Wahlkampf bis zur letzten Minute. (&#8230;)Beide Medien eignen sich also für eine kostenlose, allgegenwärtige politische Propaganda &#8211; in einem Umfang, den die Zeitungsjournalisten ihren Lesern großenteils ersparen.</p></blockquote>
<p>Nein, das ist nicht (mehr) überraschend. Nicht, wenn man weite Teile dieses Buchs zum Thema &#8220;Online&#8221; gelesen hat. Das wäre auch alles nicht weiter schlimm, weil jeder denken und schreiben kann, was er will und niemand gegen seinen Willen zum <em>digital native</em> gemacht werden darf. Das Ärgernis ist ein anderes, größeres: Das ist kein kleiner Besinnungsaufsatz, den Schneider und Raue da auf den Markt gebracht haben. Sondern ein Buch, das mit vergleichsweise hoher Auflage jungen Journalisten als Einstiegslektüre in unseren Beruf verabreicht wird. Über das nicht groß nachgedacht und das nicht hinterfragt wird, weil da doch Schneider drauf steht. Das ist fahrlässig und ärgerlich zugleich. Jungen Journalisten, die noch Jahrzehnte ihres Jobs vor sich haben, wird mit diesem Handbuch ein Berufsbild vermittelt, mit dem sie keine fünf Jahre mehr überleben können.</p>
<p>Und irgendwie ertappt man sich bei dem dringenden Wunsch, der Papst und sein Kardinal würden langsam in den Ruhestand treten oder aber sich wenigstens die Mühe machen, sauber zu recherchieren, ordentlich zu zitieren und künftig nur noch über Dinge zu schreiben, von denen sie wirklich etwas verstehen.</p>
<p>Aber für Päpste ist so etwas wie Ruhestand ja nicht vorgesehen.</p>
<div class="shr-publisher-5570"></div><!-- Start Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><!-- End Shareaholic LikeButtonSetBottom Automatic --><iframe src="http://www.facebook.com/plugins/like.php?href=http%3A%2F%2Fwww.blog-cj.de%2Fblog%2F2012%2F01%2F29%2Fschneiderraue-wenn-blinde-uber-farbe-schreiben%2F&amp;layout=standard&amp;show_faces=true&amp;width=450&amp;action=like&amp;colorscheme=light" scrolling="no" frameborder="0" allowTransparency="true" style="border:none; overflow:hidden; width:450px;height:30px;margin-top:5px;"></iframe> <p><a href="http://www.blog-cj.de/blog/?flattrss_redirect&amp;id=5570&amp;md5=1a1c2a469da945f1754469c468504057" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Eine kleine App-Kritik (13): Die ausgefallene tz</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 15:42:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[ONLINE/MULTIMEDIA]]></category>

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Hier sollte eigentlich eine kleine App-Besprechung der Münchner &#8220;tz&#8221; stehen.
Sagen kann ich Ihnen nur: Man kann sie super kaufen, die &#8220;tz&#8221;. Einzelpreis 79 Cent. Sie herunterzuladen, habe ich auch nach 10 Stunden noch nicht hingekriegt. Es ist aber auch schwer mit dem Geldverdienen im Netz.

]]></description>
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<p>Hier sollte eigentlich eine kleine App-Besprechung der Münchner &#8220;tz&#8221; stehen.</p>
<p>Sagen kann ich Ihnen nur: Man kann sie super kaufen, die &#8220;tz&#8221;. Einzelpreis 79 Cent. Sie herunterzuladen, habe ich auch nach 10 Stunden noch nicht hingekriegt. Es ist aber auch schwer mit dem Geldverdienen im Netz.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/uploads/Foto2.png"  rel="lightbox-5579"><img class="aligncenter  wp-image-5580" title="Foto" src="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/uploads/Foto2.png" alt="" width="461" height="614" /></a></p>
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		<title>Hunger? Werbung!</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 15:35:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[ONLINE/MULTIMEDIA]]></category>

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<p style="text-align: left;"><strong>Gesehen bei standard.at:</strong></p>
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		<title>Lies and let die&#8230;</title>
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		<comments>http://www.blog-cj.de/blog/2012/01/26/lies-and-let-die/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 26 Jan 2012 19:25:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[PRINT]]></category>

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Vor ein paar Jahren hat man, wenn es um den Fortbestand der gedruckten Tageszeitung geht, gerne die nachfolgende These vertreten: Es gebe da ein paar ganz wundervolle crossmediale Optionen, eigentlich sei die Tageszeitung ja wie geboren dafür. Weil die Ergänzung zwischen dem schnellen und nachrichtenorientierten Netz auf der einen und der quasi entschleunigten Zeitung auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div style="display:inline;float:right;margin-left:1em"><g:plusone href="http://www.blog-cj.de/blog/2012/01/26/lies-and-let-die/"></g:plusone></div>
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<p>Vor ein paar Jahren hat man, wenn es um den Fortbestand der gedruckten Tageszeitung geht, gerne die nachfolgende These vertreten: Es gebe da ein paar ganz wundervolle crossmediale Optionen, eigentlich sei die Tageszeitung ja wie geboren dafür. Weil die Ergänzung zwischen dem schnellen und nachrichtenorientierten Netz auf der einen und der quasi entschleunigten Zeitung auf der anderen Seite nahezu perfekt sei. Man nimmt sich nach einem hektischen Tag im Netz gerne mal die Zeitung in die Hand und liest dann all die schlauen Kommentare, Analysen und Hintergründe, die während des Tages viel zu kurz gekommen sind. Man könnte also meinen, das Netz sei der beste Grund für die Zeitung danach. Würde man dem folgen, was manche Menschen schon seit vielen Jahren fordern (nämlich: weg von der Nachicht, hin zur Geschichte) es müsste unseren Zeitungen an sich gut gehen.</p>
<p>Seit ein paar Jahren gibt es auch noch eine andere Theorie. Derzufolge sind es vor allem die regionalen Tageszeitungen, die mittelfristig gefährdet sind. Die großen, überregionalen Blätter sind davon weniger betroffen. Über die vermeintlichen Schwächen von Regionalblättern ist viel geredet und geschrieben worden. Naheliegend, wenn man zudem bedenkt, dass ein Blatt wie SZ in den vergangenen Jahren der negativen Auflagenentwicklung weitgehend getrotzt und in dem einen oder anderen Quartal sogar leicht zugelegt hat.</p>
<p>Vorbei, das alles, so wie es aussieht. Betrachtet man die Auflagenentwicklung der Tageszeitungen im letzten Quartal 2011, dann fallen zunächst zwei Dinge auf. Zum einen: Bei den Regionalzeitungen sind die größten Gewinner die mit den wenigsten Verlusten. So weit ist es inzwischen also schon, dass man sich als Sieger fühlen darf, wenn man ein bisschen weniger  verliert als die anderen. Die Verluste sind in den seltensten Fällen wirklich dramatisch, eher bewegen sich die Auflagen in einem langsamen Sinkflug. Allerdings: Dieser Sinkflug hält nun beinahe schon seit 15 Jahren an. Es gibt nicht ein einziges Indiz dafür, dass sich daran etwas ändern wird. Was das bedeutet, kann man sich leicht ausrechnen. Obwohl ich nicht daran glaube, dass die gedruckte Zeitung komplett vom Markt verschwinden wird, ebenso wenig wie gedruckte Bücher. Aber unausweichlich ist: Das gedruckte Medium wird in jeder Hinsicht weiter an Bedeutung verlieren, was viele Redaktionen in die absurde Lage versetzt, kaum etwas richtig machen zu können. Es ist das Medium, das langsam stirbt, nicht zwingend der Journalismus, die Inhalte, die gute Geschichte. Anders und salopper formuliert: Das Publikum liest die Zeitung nicht mehr, weil es eine Zeitung ist. Weil es Papier ist. Weil es das Medium ist, das seine Zeit hatte und irgendwann mal das sein wird, was die gute alte Schallplatte heute im Musikgeschäft ist. Etwas für Liebhaber und Nostalgiker, aber nichts mehr für den Massenmarkt.</p>
<div id="attachment_5568" class="wp-caption aligncenter" style="width: 572px"><a href="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/uploads/entwicklung_tz.gif"  rel="lightbox-5567"><img class="size-full wp-image-5568" title="entwicklung_tz" src="http://www.blog-cj.de/blog/wp-content/uploads/entwicklung_tz.gif" alt="" width="562" height="251" /></a><p class="wp-caption-text">Grafik/Quelle: IVW</p></div>
<p>&nbsp;</p>
<p>Speziell für die Regionalzeitungen kommt aber neben den beschriebenen Effekten der Digitalisierung auch noch anderes hinzu: Sie werden sich einem verstärkten Wettbewerb stellen müssen. Das ist deshalb neu und ungewohnt zugleich, weil die meisten schlichtweg keine Wettbewerbssituation kennen und nie gekannt haben. Regionalzeitung, das bedeutete bisher eben immer auch: Quasi-Monopolist mit dem Stellenwert einer beinahe amtlichen Einrichtung. In einen bestehenden Markt einer Tageszeitung erfolgreich einzudringen, das galt bislang als ein weitgehend aussichtsloses Unterfangen. Das hat sich geändert, weil der Kosten- und Produktionsaufwand beispielsweise für einen Lokalblogger nicht mehr im Mindesten mit dem einer neuen Zeitung vergleichbar ist. Und, ja, auch deswegen: Das Publikum hat viele der Zeitungen in den letzten Jahrzehnten zunehmend öfter so empfunden, wie man halbamtliche Einrichtungen eben empfindet. Man nutzt sie, man braucht sie ein Stück weit auch. Aber man liebt sie dafür nicht unbedingt und die emotionale Bindung ist auch eher überschaubar. Über die vielerorts fehlenden digitalen Alternativen ist (auch auf dieser kleinen Seite) ausreichend viel geschrieben worden, als dass man das Thema noch ausführlich erläutern müsste. Was lediglich erstaunlich ist: In nicht wenigen Häusern ist man sich in den Redaktionen durchaus darüber im Klaren, dass ihre digitalen Angebote selten zukunftsweisend sind. Dagegengehalten wird trotzdem selten. Zumal &#8212; auch das muss man aus Journalistensicht durchaus einräumen &#8212; speziell bei Redaktionen der Altersschnitt gerne mal jenseits der 40 liegt. Und dass Kollegen dieses Alters nicht immer begeistert sind, sich nochmal auf völlig neue Dinge einzulassen, wer wollte das bestreiten? Ganz und gar kein Journalistenphänomen, das.</p>
<p>Interessant  und auch durchaus neu ist allerdings, dass auch die großen, überregionalen Blätter wie die SZ oder die FAZ inzwischen mit Auflagenschwund zu kämpfen haben. Ebenfalls: nicht dramatisch, keine Zahlen, die sofort alle Alarmglocken schrillen lassen. Aber eben doch Zahlen, die belegen, dass es auch für sie mit den Auflagen nicht mehr nach oben gehen wird, so sehr sie sich auch mühen werden. Überleben? Ja doch, mit guten Onlineangeboten, mit gutem Journalismus für Tablets, die zu den  Datenträgern und Ausspielkanälen der Zukunft werden dürften. Die Prognose sollte nicht zu gewagt sein: So, wie momentan noch in jedem gepflegten Haushalt Printerzeugnisse auf dem Wohnzimmertisch liegen, werden in zehn Jahren die elektronischen Lesegeräte Standard sein. Man kann sich dort jetzt einen guten Platz sichern, man kann es auch lassen. Erstaunlich jedenfalls ist, wie wenig Stellenwert viele Häuser diesem Markt immer noch beimessen, auch die überregionalen Zeitungen tun sich dort im Regelfall nicht durch übertriebenes Engagement hervor. Wann kommt eigentlich mal ein großes deutsches Blatt mit einem richtig großen Wurf? Bisher muss man sich ja freuen, wenn man das Attribut &#8220;solide&#8221; vergeben darf, bei manchen klugen Köpfen langt es nicht einmal dafür.</p>
<p>Sicher ist: Noch hätten die meisten ihr Überleben durchaus selbst in der Hand. Interessiertes Zuschauen, wie sich etwas entwickelt, hat allerdings bisher noch niemanden gerettet. Zumal sich speziell mit der Entwicklung der Tablets auch anderes gezeigt hat. Spätestens jetzt ist die Geschichte von den langen und hintergründigen Texten, die man ja doch nur gedruckt ordentlich genießen kann, eine Mär.  It´s the story, stupid.</p>
<p>(<em>Dieser Beitrag ist auch deswegen entstanden, weil ich am 19.4. zu diesem Thema auf einem Panel in Hannover u.a. mit dem Vorsitzenden des BDZV, Helmut Heinen, diskutieren werde.) </em></p>
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		<title>Universalcode, das Update zwischendrin</title>
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		<pubDate>Sat, 21 Jan 2012 21:09:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>cjakubetz</dc:creator>
				<category><![CDATA[DAS BUCHPROJEKT]]></category>

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Nein, natürlich ist das mit dem &#8220;Universalcode&#8221; noch lange nicht vorbei. Momentan gehen die Planungen für das E-Book in den Endspurt, im Frühjahr sollte es hoffentlich soweit sein. Drüben auf dem Portal hat sich auch einiges getan, die erste Auflage hat sich sehr gut angelassen &#8212; und es gibt noch die eine oder andere Kleinigkeit [...]]]></description>
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<p>Nein, natürlich ist das mit dem &#8220;Universalcode&#8221; noch lange nicht vorbei. Momentan gehen die Planungen für das E-Book in den Endspurt, im Frühjahr sollte es hoffentlich soweit sein. Drüben auf dem Portal hat sich auch einiges getan, die erste Auflage hat sich sehr gut angelassen &#8212; und es gibt noch die eine oder andere Kleinigkeit in der Pipeline, die aber momentan noch nicht wirklich spruchreif sind.</p>
<p>Und weil es ja diese hübsche Tool namens Storify gibt &#8211; gibt es hier die letzten Monate im Zeitraffer:</p>
<p><script src="http://storify.com/cjakubetz/universalcode-seit-es-das-buch-gibt.js"></script><noscript>[<a href="http://storify.com/cjakubetz/universalcode-seit-es-das-buch-gibt" target="_blank">View the story "Universalcode - seit es das Buch gibt" on Storify</a>]</noscript></p>
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