TV, abgeschafft

Bei Amazon kann man jetzt auch fernsehen. Das heißt, natürlich nicht das, was wir unter klassischem TV verstehen. Im Sinne von: Man setzt sich vor einen großen Kasten in der Mitte des Wohnzimmers und wartet darauf, was an manchmal mehr und meistens weniger Gutem kommt. Stattdessen können ab sofort alle Prime-Mitglieder zu einem leicht erhöhten Jahrespreis (49 statt 29 Euro) unbegrenzt auf die gesamte Amazon-Videothek zugreifen. Gemessen an dem, was Konkurrenten wie Maxdome oder Watchever an Preisen aufrufen: ein Kampfpreis, ein Schnäppchen.

Und damit würde ich Ihnen jetzt erst einmal gerne von meiner TV-Woche berichten. Das heißt, eigentlich habe ich es mir schon lange abgewöhnt, klassisches Fernsehen einzuschalten. Aber aus Gründen hat es sich einfach so ergeben, dass der Fernseher in dieser Woche ziemlich oft lief. Gesehen in einer Mischung aus Neugier und Ekelfaszination habe ich u.a. das Folgende:

Ein schleimbeuteliger Mann ist mit vier Frauen in einem Fickschloss eingesperrt, drei knutscht er nieder, eine nicht. Jede Woche muss jetzt eines der blonden Barbiepüppchen das Haus verlassen. Am Ende bleibt eine und ist dann die Liebe für den Rest des Lebens des sogenannten Bachelors.

Irgendwo anders treffen sich adipöse Menschen.  Sie werden ziemlich geschunden und ab und auch mal vorteilhafter gestylt. Wer am Ende etwas weniger adipös ist, ist der „biggest Loser“.

Günther Jauch stellt Quizkandidaten Fragen.

Günther Jauch stellt Politikern Fragen.

Thomas Gottschalk spricht mit Promis über deren Schulzeit.

Ein Trailer kündigt an, dass Günther Jauch und Thomas Gottschalk mit Kandidaten Spiele spielen.

In einer Arztpraxis wird ein Penis in Großaufnahme behandelt, bei dem irgendwas kaputt gegangen ist.

In einem Jugendknast sitzen Menschen, bei denen etwas mehr kaputt gegangen ist.

In Köln, Mainz und Veitshöchheim werden Menschen gezeigt, die eigenartige Kostüme tragen und über flache Witze lachen.

Oliver Kahn spielt Oliver Kahn.

Täglich eine Talkshow.

Und natürlich könnte ich noch eine ganze Zeit so weiter machen. Aber erstens möchte ich gerne Ihre Nerven schonen, zum anderen habe ich das Experiment „Eine Woche ganz normales TV“ dann doch eher wieder abgebrochen. Es ging einfach nicht mehr.

Damit kommen wir dann wieder zurück zu Amazon. Und zu Apple, zu Netflix, zu Maxdome und Watchever. Und zu der unausweichlichen Konsequenz, dass wir es zunehmend mit einem Zwei-Klassen-TV zu tun bekommen.

Das eine, das hochwertig, ständig verfügbar ist, Geld kostet, aber gemessen an dem, was man alleine monatlich an Rundfunkgebühr bezahlt, dann doch wieder günstig ist.

Und das andere: wahlweise öffentlich-rechtliches Anstalts-TV, das Mainzer Karneval für lustig, Gundula Gause für seriös und eine „Münchner Runde“ für heimatverbunden hält. Oder aber privates Fernsehen, dass wenigstens so ehrlich ist und gar keinen Hehl daraus macht, zu diesem Zwecke auch Penisse in Großaufnahmen und dicke Menschen beim Abnehmen zu senden. Dass die einen gerne mit den Fingern auf die anderen zeigen, kann man mit einem Schulterzucken abtun, weil das Publikum, dass sie alle gerne hätten, sich abgewendet hat und es weiter und in verstärktem Tempo tun wird.

Ja, natürlich kenne ich das Argument: Wenn man sucht, findet man jeden Tag im TV Perlen. Das ist ganz bestimmt so – und genau das ist auch die Crux: Ich muss suchen, ich muss jede Menge Müll und Langeweile durchwühlen, um irgendwo vielleicht mal etwas zu entdecken, was gut sein könnte.

Dagegen das: Heute Abend ist „House of Cards“-Hardcoreabend angesagt. Ganz ohne Fernseher.

Fernsehen ist immer noch das Leitmedium Nummer 1 sagen die, die es machen. Mag sein. Aber die Prognose ist nicht allzu gewagt: keine zehn Jahre mehr und TV ist das Nebenbeimedium Nummer 1. Bedeutungslos, vor sich hinplätschernd, bunt flimmernd und nett, wenn man es hat.

Muss man aber nicht. Wirklich nicht.

 

 

 

Die Lanz-Bubble

Seit Markus Lanz „Wetten, dass…“ moderiert, müssen Menschen wie Hans Hoff ein ziemlich gespaltenes Verhältnis zu ihrem Beruf haben. Hoff ist das, was man gemeinhin als „Fernsehkritiker“ bezeichnet. Das sind Menschen, die vor dem Fernseher sitzen, sich Sendungen anschauen und darüber schreiben, wie sie sie fanden. Meistens schlecht, das ist das Wesen des Kritikers.

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Somit ist es kein Wunder, dass Hans Hoff und ungefähr alle anderen hautberuflichen Kritiker Lanz und „Wetten, dass…“ seit Lanzens erster Sendung konsequent niederschreiben. Hoff und Co. müssten das allerdings inzwischen selbst langweilig finden. Weil sie jedes Mal das gleiche schreiben und weil sie vermutlich ihre Verrisse schon am Samstag nachmittag in der Badewanne fertig haben und sich die eigentliche Sendung dann nur noch ansehen, damit wenigstens keine falsche Angaben über die Gäste drinstehen. Ansonsten sind die Kritiken genauso erwartbar wie Moderationen von Markus Lanz: „Polierter Showroboter“ nennt ihn Hoff diesmal,  sein Kollege Matthias Kohlmaier hatte bei der Januar-Sendung noch behauptet, die Tatsache, dass die Sendung pünktlich zu Ende gegangen sei, sei eine Flucht vor dem damals laufenden RTL-Dschungel.

Der „Wetten, dass…“-Verriss ist mittlerweile zu einem liebgewordenen Ritual des deutschen Sonntags-Journalismus geworden. Denn die Kollegen der SZ sind damit ja nicht alleine. „Spiegel Online“ gehört ebenfalls zu den verlässlichsten Lieferanten böser Stücke. Wenn spätestens Sonntag mittag noch kein böses Wort auf der Seite zu finden ist, müsste man sich Sorgen machen und schnell jemanden vorbei schicken in Hamburg. Nicht, dass ihnen noch was passiert ist bei SpOn. An diesem Sonntag jedenfalls funktionierte die Verriss-Maschine aus Hamburg noch zuverlässig: „Eine Sendung leidet an Burn-Out“, attestierte man dem TV-Dino diesmal. Das ist die Größenordnung, in der sich „Spiegel Online“ jedesmal bewegt. Kein Wunder, ist doch Lanz der „Christian Wulff des Showgeschäfts“, für den „jede Sendung ein Endspiel“ ist. Sogar die „Bild“, ihn früheren Tagen ein glühenden Anhänger von „Wetten, dass…“ und zumindest tendenziell auch gegenüber Lanz nicht allzu negativ eingestellt, haut inzwischen jeden Sonntag danach drauf; diesmal zugegeben sogar halbwegs originell.

Bevor Sie jetzt erstaunt vermuten, ich sei der einzige lebende Journalist/Blogger, der enorm viele Sympathien für den Moderator Markus Lanz hegt: bin ich nicht, tue ich nicht. Ich amüsiere mich eher. Zum einen darüber, dass es SZ, SpOn und anderen nicht zu doof wird, dieses Ritual vierwöchentlich aufzuführen. Der journalistische Mehrwert wäre ja an sich nur gegeben, wenn irgendjemand demnächst mal feststellen würde, jetzt habe der Lanz aber mal eine richtig gute Sendung hingelegt. Alles andere – führt zu dem schönen Phänomen der Konsonanz. Der Erwartung der Leser an ihre Redaktion, ihn in ihrem gefestigten Weltbild zu bestätigen. Leseerwartung nennt man das wohl, was da passiert. Kurz gesagt: Der SZ/SpOn-Leser will bestätigt wissen, wie recht er hatte, die Sendung nicht zu schauen und den Lanz doof zu finden. Wenn es also eine Art Lanz-Filter-Bubble gibt, dann tun SZ und „Spiegel“ gerade alles dafür, dass diese Blase ja nicht platzt.

Persönlich ödet mich Journalismus an, der so furchtbar erwartbar ist. Ich mag ja Lanz-Sendungen auch nicht, weil sie so erwartbar sind. Und im Übrigen: Hey, wer verreißt jetzt eigentlich mal diesen furchtbar öden und flachen Stromberg-Film, auf den ich mich eineinhalb Jahre gefreut hatte und der zu einer meiner größten persönlichen Enttäuschungen geworden ist? Niemand vermutlich, Stromberg und Christoph Maria Herbst stecken derzeit ja eher in der überaus positiv gestimmten Filter Bubble von SZ und SpOn fest.

Jugendsender, Facebook-Seiten und andere Innovations-Attrappen

Manchmal sind es ja die ganz simplen Anlässe, die dann zu längeren Überlegungen führen. Beispielsweise das automatisierte Abbuchen des Rundfunkbeitrags, bei dem man für ein Quartal mal eben gute 50 Euro los wird. Der Gedanke ist zwar weder neu noch originell, drängte sich aber auf: Für was eigentlich? Das öffentlich-rechtliche System würde mir jetzt antworten: Für über 60 Hörfunkwellen, für ARD und ZDF und die Dritten und den Deutschlandfunk und für jede Menge herausragender journalistischer Qualität (und aus Transparenzgründen der Hinweis: auch für mich selbst, ich bin auch schon von Gebührengeldern bezahlt worden). Selbst wenn ich dem uneingeschränkt zustimmen würde, was ich keineswegs tue, dann würde ich mir denken: stimmt, und für Rundfunkorchester, Fernsehballette, unfassbar riesige und intransparente Verwaltungskosten, für Apparatefernsehen, für den Einfluss des deutschen Bauernverbands, der FDP und des Straubinger Zeitungsverlegers auf den Chefredakteursposten des ZDF und für vieles andere auch, wofür ich über 200 Euro im Jahr eher ungern ausgebe.

Man könnte jetzt also eine umfangreiche Debatte über Sinn und Unsinn des öffentlich-rechtlichen Rundfunks führen, wenn man das denn wollte. Man könnte es allerdings auch so sehen: Die Öffentlich-Rechtlichen stehen exemplarisch für das, was in den „alten“ Medienlandschaft passiert. Oder besser gesagt: nicht passiert. Man könnte es auch so formulieren: Wir „alten“ Medienmacher kommen immer erst da an, wo wir den Konsumentennachwuchs vermuten, wenn der schon lange wieder ganz woanders ist. Das Beispiel Facebook ist da nur eines von vielen.  Während sich bei uns Facebook gerade mal als Standard für Social-Media-Anwendungen zu etablieren beginnt, zieht die Karawane junger Mediennutzer schon lange weiter. Möglicherweise werden wir in dem Moment, in dem dann auch mal der mediale Mainstream Facebook als Selbstverständlichkeit ansieht, schon lange nicht mehr über Facebook reden, weil es dann so hip ist wie StudiVZ.

Es geht also schon lange nicht mehr um das, was wir lange Zeit glaubten: dass wir einfach ebenfalls ins Netz übersiedeln müssten, der Rest ergebe sich dann schon. Dass man einfach nur das, was man vorher in der heilen analogen Welt gemacht hat in diesem Internet fortführen müsse und dann ist wieder alles wie vorher. Tatsächlich aber hat die digitale Generation nicht einfach nur den Kanal gewechselt — sondern auch gleich noch einen beträchtlichen Teil der bisher bekannten Nutzungsweisen mal eben über Bord geworfen.

Das ist noch nicht überall angekommen, noch lange nicht. Mein Lieblingsbeispiel (deshalb auch das Intro mit den öffentlich-rechtlichen Sendern): der geplante Jugendkanal von ARD und ZDF, der vermutlich eh schon wieder tot ist, weil den Ministerpräsidenten der Länder berechtigte Zweifel gekommen sind, ob das in dieser Form eine geeignete Art ist, dem Totalverlust an jungen Zuschauern entgegen zu wirken. Zur Erinnerung: Die Zuschauer des öffentlich-rechtlichen Fernsehens  sind im Durchschnitt nochmal ein Jahrzehnt älter als ich, was schon schwer vorstellbar ist. Sie sind irgendwo in den Sechzigern angesiedelt und selbst das Satiremagazin „Quer“ im Bayerischen Fernsehen schafft es als das „jüngste“ Format des BR gerade mal auf einen Altersdurchschnitt von 58. Das ist, bei allem Respekt vor uns Älteren, keine sehr verlockende Perspektive. Und eine tragfähige für die Zukunft ohnehin nicht.

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Das Interessante an der aktuellen Situation ist also: Da verändert sich gerade mal eben die ganze Medienwelt überaus dramatisch – und wir reden immer noch darüber, dass man die analogen Medien dann halt einfach mal ins Netz holt und ein bisschen Social Media drumrum drapiert und dann ist alles wieder gut. Man müsste also (wenn er denn jemals kommt) befürchten, dass ein Jugendkanal von ARD und ZDF so aussieht, wie jüngere Menschen aus der Sicht älterer Menschen gerne fernsehen würden. Man hat vor Augen, wie irgendjemand Meldungen aus diesem Twitter vorliest und wie man eine eigene Facebook-Seite entwickelt und womöglich ab und an auch noch Leute ins Studio eingeladen werden. Oder womöglich sogar per Google Hangout dazu geschaltet werden. Aber alles in allem wäre es eben immer noch Fernsehen, so wie wir es kennen.

Aber es ist ja nicht so, dass nur die öffentlich-rechtlichen nicht so recht wissen, wie sie diesem Internet begegnen sollen. Generell lässt sich feststellen: Auch im 20. Jahr dieses Internets gibt es immer noch einen gravierenden Denkfehler: zu glauben,  es reiche aus, dass man analoge Medien einfach auf digitalen Plattformen ausspielt. Nichts anderes aber passiert momentan an vielen Stellen:  TV-Sender (da sind sich private und öffentlich-rechtliche erstaunlich ähnlich) stellen ihre gesendeten Inhalte auch in Mediatheken zur Verfügung und ab und an gibt es auch mal ein paar Outtakes oder anderes Bonusmaterial dazu. Zeitungen und Zeitschriften packen ihre gedruckten Produkte in mehr oder weniger solide gemachte Apps und bauen mehr oder weniger solide Webseiten. Gemeinsam diskutieren sie dann darüber, wer im Netz der Zukunft „Presse“ und wer „Rundfunk“ sein darf, ganz so, als hätten sie es in der Hand, das Netz nach Claims aufzuteilen. Die etwas fortschrittlicheren haben Social-Media-Strategien, andere dann wieder eher nicht. Dass aber mittlerweile ein junges Publikum diesen Plattformen schon wieder gar nicht mehr viel abgewinnen kann, ist noch nicht angekommen.

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Vielleicht muss man deshalb mal mit ein paar Zahlen hantieren: Bei den auf iOS installierten Apps hat mittlerweile „WhatsApp“ „Facebook“ als Nummer eins abgelöst, der Rückzug vom ganz großen Publikum hin zu offenbar kleineren Gruppen und damit auch zu weiter fragmentierten Märkten ist unübersehbar. Bei der Nutzung von Bewegtbild spielt das Webvideo bei diesem Publikum eine ungleich größere Rolle als das lineare Programm, der gebaute TV-Beitrag ist für diese Zielgruppe bestenfalls noch ein Relikt aus vergangenen Tagen. Natürlich verweisen TV-Sender in einem solchen Zusammenhang gerne auf ihre Reichweite und Nutzungsdauern, die in der Tat zumindest in Deutschland noch so sind, dass man nicht gerade von einer schweren Krise sprechen müsste. Aber bereits in den USA sieht das mittlerweile schon ganz anders aus – man könnte es durchaus als drohendes Unheil bezeichnen, was der „Business Insider“ beschreibt. Zusammengefasst: In den USA verabschiedet man sich inzwischen eindeutig vom klassischen, linearen TV.

Über die Auflagenentwicklung der Tageszeitungen in Deutschland muss man in diesem Zusammenhang nicht mehr sehr viel sagen. Wohin die Reise geht, ist offensichtlich. Man kann bestenfalls darüber diskutieren, wie schnell und linear es mit dem Auflagenrückgang weiter gehen wird. Dass es schon lange da ist und nicht mehr aufzuhalten sein wird, bestreiten mittlerweile nicht mal mehr die, die jeden, der so etwas vor ein paar Jahren prophezeite, wahlweise als Schwarzseher, Printhasser oder schlichtweg Luftnummer bezeichneten.

Umgekehrt: Die Bedeutung des Netzes als Informationsquelle Nummer 1, als das neue Supermedium schlechthin, geht ungebremst weiter. Inzwischen stimmen beinahe zwei Drittel der 14-29jährigen der Aussage zu, dass das Netz für sie das wichtigste Informationsmedium sei. Und selbst bei den bis 39jährigen sagt das beinahe die Hälfte der Befragten von sich.

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Kurzum: Die allermeisten Debatten, die heute noch in Sendern und Verlagen geführt werden, gehen an der eigentlichen Problematik vorbei. Weil sie das wahre Ausmaß dessen, was gerade am Markt passiert, immer noch unterschätzen. Weil sie mit einem ein bisschen aufgepeppten Jugendsender und ein paar Webseiten und krampfhaft bemühten Facebook-Auftritten etwas kompensieren wollen, was gar nicht mehr zu kompensieren: den Abriss zu einer ganzen Generation.  Auch die Tatsache, dass ein Wechsel des Trägermediums nicht zwingend auch den Abkehr von einer Medienmarke bedeuten muss, greift in diesem Fall nicht.  Weil Medienmarken wie die ARD, das ZDF oder diverse Zeitungstitel diese Generationen gar nicht mehr erreichen. Weil sie für diese Generation häufig gar nicht mehr relevant sind, weil sie sich irgendwo da aufhalten, wo der Medienkonsumenten-Nachwuchs noch nie war. Oder sich zumindest nie heimisch gefühlt hat.

Bisher also war das in den Köpfen der meisten Strategen so: Man hat sein Muttermedium, das man mit etwas Internet drapiert. Immer in der Hoffnung, dass das Publikum aus dem Netz wieder zurück kommt zur guten alten Mutter TV/Zeitung. Das ist die grundlegend falsche Denkweise. Ein Medium funktioniert heute nur noch, wenn es als stringentes Ganzes wahrgenommen wird, das auf allen Kanälen gleichermaßen glaubhaft, kompetent, unterhaltsam daher kommt. Jugendsender und Facebook-Auftritte sind so, wie sie momentan von den meisten gehandhabt werden, Innovations-Attrappen.

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Und eines noch zum Schluss: Wenn man sich ein bisschen umhört in den Verlagen und den Sendern im Jahr 2013, dann bekommt man unter der Hand gerne mal gesagt, den Wandel sei dann doch sehr viel schneller gegangen als erwartet. Kleiner Tipp für 2014: Das Karussell wird sich noch schneller drehen. Und wenn ihr so weiter macht, bleiben ganz sicher nicht alle oben.

Da schaum her!

Ich weiß nicht, was ich denken soll. Toll, dass öffentlich-rechtliches TV so was auch kann? Oder: Wie übel, dass es sowas im öffentlich-rechtlichen TV so selten gibt? Trotzdem: Anschauen! (Und hallo, ARD, können wir dann mal auch noch über so was wie einen Sendeplatz nachdenken?)

Wir haben dich trotzdem lieb, Fernsehen

Es ist wirklich ganz ungemein schwierig, mit Phillip Walulis so etwas ähnliches wie ein Interview oder ein Gespräch zu führen. Nicht, dass er Unsinn erzählen würde, im Gegenteil. Aber erstens muss man dem Schnelldenker erst mal folgen können, zweitens sind seine Antworten so, dass man sich vorstellen kann, dass er sich für seine Sendung „Walulis sieht fern“ nicht großartig verstellen muss – und schließlich passieren während eine solchen Gesprächs dann auch mal Dinge wie eine vergessene Frage oder ein läutendes Handy (zugegeben, es war meins).

Ansonsten: ein paar sehr dezidierte Ansichten über Social TV, Second Screens,  Smart TV, über RTL und Sigmund Gottlieb – und alles in allem ein überaus unterhaltendes Gespräch. Weswegen ich es entgegen aller Gewohnheiten auch nicht übers Herz gebracht habe, es auf unter 15 Minuten zu schneiden.

Rundgeshowt (5): Denn wir wissen beinahe, was wir tun

Immerhin eines lässt sich nach meiner zweiten Rundshow-Woche verbindlich festhalten: Das Lebensgefühl hat sich geändert. Von „keine Ahnung, was wir hier machen“ über ein mehrfaches „Mir dämmert gerade was“ hin zu einem: Wir wissen jetzt beinahe, was wir tun. Bevor Sie erschrecken und jetzt denken, dass ein Haufen fröhlicher Dilettanten da im BR sitzt und irgendwas vorbereitet, um dann irgendwas zu senden: So ist es natürlich nicht. Es ist also nicht so, dass uns Ideen fehlen, im Gegenteil, meistens haben wir sehr viel mehr als wie wir umsetzen können. Es ist eher das Fehlen an Routinen und Erfahrungswerten. Will sagen: Während man sich  bei anderen Projekten immer so ein bisschen auf Erfahrungen verlassen kann, stehen wir jetzt beinahe bei jeder Entscheidung vor essentiellen Fragen. Die Antworten basieren, zugegeben, immer auch ein Stück auf Vermutungen — weil es eben kein gesichertes Wissen dazu gibt.

Münchner Freiheit

Das ist auf der anderen Seite das Tolle daran: ein Ding völlig neu zu entwickeln, ganz nach den eigenen Vorstellungen und ohne sich in einem Rahmen bewegen zu müssen, den so ein Sendeformat in den meisten Fällen dann eben doch vorgibt. Und ja, auch das gebe ich gerne zu: Der Bayerische Rundfunk war nicht unbedingt der Platz, an dem ich so viel Experimentierfreude vermutet hätte. Immerhin hat die „Rundshow“ mit konventionellem Fernsehen und den ansonsten im BR zu sehenden Formaten ungefähr so viel zu tun wie München mit Ostwestfalen-Lippe. Tatsächlich aber lässt man uns dort ungestört machen, auch wenn ich manchmal bei der Vorstellung innerlich breit grinsen muss, wie sich der eine oder andere in den höheren Stockwerken fühlen muss, wenn er am Montag um 23.15 Uhr sieht, was da über seinen Bildschirm geht.

Ziemlich sicher bin ich mir allerdings darin, dass wir am Montag und auch in den dann noch kommenden Rundshow-Wochen erst den Start einer Entwicklung sehen werden. Dass wir, wenn wir wirklich zukunftsfähiges TV machen wollen (ich zucke ja immer noch zurück, wenn ich das Social TV nennen soll) ziemlich viel zuhören müssen. Nicht unbedingt im Sinne dessen, wie das früher war: Man liest Kritiken von hauptberuflichen Medienjournalisten und wertet die dann aus. Mir persönlich ist ehrlich gesagt das, was die Kollegen in diesem Fall schreiben werden, eher egal. Was mich interessiert ist: Was sagen die Zuschauer, welche Beteiligungen und welche Rückmeldung bekommen wir über Twitter, über Facebook, Google — und natürlich die  App mit dem schönen Namen „Die Macht“? Schaffen wir es wirklich, Fernsehen und Crossmedia zu machen, so dass es die Beteiligten wirklich juckt? Und so, dass sie eben kein Klickvieh oder Kommunikationsattrappen wie die ansonsten handelsüblichen call-ins oder Straßenumfragen werden?

Das Internet

Und schließlich noch ein letztes Geständnis: Ich war eineinhalb Wochen die bayerische Bierruhe in Person, jetzt kommt dann langsam: Nervosität. Montag, 23.15 Uhr. Ich hoffe, dass sie sich dann wieder legt.

Live aus dem Palast der Republik

Für einen ganz kurzen Moment dachte ich ja, man hätte den Palast der Republik nochmal reaktiviert. Aber dann war es doch nur die Verleihung des „Echo“, eines Musikpreises, wie er ganz wunderbar ins öffentlich-rechtliche Fernsehen der Gegenwart passt. Natürlich wollte man irgendwie hip sein und beispielsweise Annette Humpe als eine Art Ikone feiern und sie deswegen ihre NDW-Ikone „Berlin“ neu abgemischt vortragen lassen. Bloß, dass man auf der anderen Seite auch den Rahmen wahren wollte und deshalb ein sitzendes Publikum einen eher sterilen Playback-Auftritt höflich beklatschen sollte. Wenn nicht die quäkende Ina Müller gewesen wäre, hätte man sich auch gut Dieter Thomas Heck als Moderator vorstellen können. Und irgendwie habe ich die ganze Zeit darauf gewartet, dass ein Fan eine Rose auf die Bühne bringt. Oder ein paar Leute ins Publikum winken. (Unbeschadet davon ist Frau Humpe natürlich mindestens göttlich).

http://www.youtube.com/watch?v=NwuvFrL4jGI

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Man denkt in diesen Tagen also mal wieder viel nach über öffentlich-rechtliches Fernsehen. In irgendwelchen Staatskanzleien arbeitet man sich ohnehin ja immer und irgendwie an der Fragestellung ab, welchen „Auftrag“ öffentlich-rechtliches Fernsehen überhaupt haben soll; momentan überlegen sie in Dresden, ob man diesen ominösen Auftrag nicht ein wenig enger fassen könnte. Das klingt schon alleine deswegen halbwegs plausibel, weil ARD und ZDF zwar gerne klar stellen, dass sie öffentlich-rechtlich sein wollen. Häufig aber, wenn es um solche Sachen wie Innovation geht, wird man den Eindruck nicht los, dass sie in Mainz, München oder Hamburg einfach ein bisschen viel RTL geschaut haben, weswegen man sich vor allem bei Unterhaltungsformaten gelegentlich fragt, ob das Thema Plagiat nicht nur bei Politikern, sondern auch bei Fernsehmachern ein wenig mehr Beachtung verdienen sollte. Zumal auch bei Moderatoren und Gesichtern anscheinend immer öfter die Devise gilt, dass das, was sich bei den Privaten bewährt hat, für die Öffentlich-Rechtlichen ja auch nicht so schlecht sein kann.

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Es kommt also gar nicht selten vor, dass man sich bei ARD (öfter) und ZDF (ab und an) denkt, man sehe gerade so eine Art öffentlich-rechtliches Privat-TV. Das kann man natürlich schon aus Gründen des Programmauftrags irgendwie unangemessen finden. Man kann es aber auch pragmatischer sehen: Schaut nicht jemand, der privates TV sehen will, viel lieber das Original als das irgendwie kompromissgeplagte öffentlich-rechtliche Fernsehen? Bleibt eigentlich irgendeine Existenzberechtigung, wenn man irgendwelche Sachen aus dem Privat-TV ziemlich genau adaptiert in der ARD wiederfindet? Noch weiter gefragt: Erledigen sich ARD und ZDF nicht irgendwann von selbst, wenn sie öffentlich-rechtliches Privat-TV machen wollen?

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Der Kompromiss, den ARD und ZDF täglich eingehen wollen (und gerne behaupten, dass sie das müssen), beschleunigt das Akzeptanzproblem. Es gibt immer noch Sendungen, die so wunderbar anachronistisch „Aktuelle Stunde“ heißen, in vielem, was sie tun, kommen ARD und ZDF so zeitgemäß wie der Palast der Republik daher. Dass der durchschnittliche Zuschauer von ARD und ZDF irgendwas um die 60 ist, hat nicht nur, aber eben auch damit zu tun. Man versucht, ein massenkompatibles Programm für alle zu machen — und hat dabei schon lange versäumt, wenigstens noch die Generation der 40jährigen halbwegs mitzunehmen, von den heute 15- oder 20jährigen gar nicht zu reden. Die werden sich über einen Playback-Auftritt von Annette Humpe allenfalls amüsieren, so nett 80er-like wie das ist.

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Vermutlich würde man bei der ARD auf eine solche Kritik entgegnen: Wir sind doch so unglaublich informationslastig und haben künftig sensationelle fünf mehr oder minder politische Talks im Programm. Aber auch das zeigt so schön das Dilemma: Von einem der ältesten Formate, die man sich nur vorstellen kann, setzt man jetzt fünf ins Programm. So viele, dass sich die einzelnen Redaktionen schon fragen, wo sie wann überhaupt noch jemanden herbekommen sollen, der nicht in den letzten vier Wochen schon in einem der unglaublich vielen Talks zu sehen war. Natürlich, Talks funktionieren (noch). Aber irgendwie wird man das Gefühl nicht los, dass die ARD vielleicht ein bisschen Zeit und Geld in etwas Neues investieren und dafür vielleicht auf eine oder zwei von fünf Talkshows verzichten könnte.

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Was macht eigentlich die Berechtigung des öffentlich-rechtlichen Fernsehens und der damit bezahlten Gebührengelder aus? Ein Kessel Buntes für alle? Ein Fernsehen, das darauf abzielt, möglichst viele Millionen glücklich zu machen, weil die Gebührengelder schließlich auch von vielen Millionen bezahlt werden? Oder nicht doch ein Fernsehen, dass die Freiheit, nicht von Quoten und Werbeeinnahmen abhängig zu sein, auch ausgiebig nutzt? Ersteres wird in eine Sackgasse führen. So RTLig wie RTL kann (und soll) öffentliches-rechtliches Fernsehen gar nicht sein.  Das Kriterium, ob RTL etwas vielleicht auch so macht oder so machen würde, wäre demnach eher ein Ausschlusskriterium. Das wird RTL immer besser können und es ist ja auch überhaupt nicht schlimm, wenn man RTL RTL sein lässt. Solange ARD und ZDF ARD und ZDF sind.

Lokale Zukunft – oder: Das Beispiel Passau

(Vorweg, keine Sorge: Es folgt kein PNP-Bashing, sondern nur die Bestandsaufnahme einer ebenso interessanten wie bezeichnenden Entwicklung.)

Es müssen schöne Zeiten für Zeitungsverleger gewesen sein bis vor wenigen Jahren. Wer eine regionale Tageszeitung herausgab, hätte sich auch eine Lizenz zum Gelddrucken geben lassen können. Ein Produkt, das weitgehend unersetzbar war, so wie Fernsehen und Radio eben auch. Eines, das einfach dazugehörte und nicht hinterfragt wurde. Und eines, das im Regelfall konkurrenzlos blieb. Der Versuch, in ein gefestigtes Quasi-Monopol einzudringen galt (und gilt) als unternehmerisch halsberecherisch und aus redaktioneller Sicht nahezu aussichtslos. Was für eine komfortable Situation — eine Situation, die es in einer freien Marktwirtschaft so eigentlich gar nicht geben dürfte: Man hat ein Produkt, das schwer verzichtbar ist, hohe Renditen abwirft und gleichzeitig beim Kunden fest verankert ist, obwohl der Kunde vielleicht gar nicht mal wirklich glücklich damit ist.

Man hätte sich bis vor zwei, drei Jahren auch nur schwer vorstellen können, dass sich daran wirklich etwas ändert. Klar, die Blätter leiden ein wenig unter dem bösen Internet. Aber dass eine Regionalzeitung ernsthaft von Konkurrenz im eigenen Beritt bedroht werden könnte, das durfte man bis vor Jahresfrist dann doch eher für ein theoretisches Konstrukt halten.

Im Mikrokosmos Passau sieht man momentan allerdings so schön wie exemplarisch, wie sich die Dinge ändern können. Schon seit einigen Jahren gibt es (wie hier schon ausreichend nachzulesen war) Michael Wagners „Fußball Passau„, für das Wagner nicht nur einen Grimmepreis und viel öffentliche Aufmerksamkeit bekam, sondern auch ein anscheinend tragfähiges Geschäftsmodell. Immerhin gibt es FuPa nicht mehr nur als Onlineportal, sondern auch als Reprint. Nach einer anscheinend ziemlich langen Zeit des Nicht-Ernst-Nehmens oder aber der Fassungslosigkeit (oder beidem zusammen) zog die „Passauer Neue Presse“ mit „heimatsport.de“ nach. Keine Ahnung, ob das schon zu spät ist, es ist in jedem Fall spät. Einen Marktführer wieder einzuholen, das dauert. Würde nicht die geballte Marktmacht der PNP dahinterstehen, man könnte es auch als aussichtslos bezeichnen.

Jetzt gibt es in Passau ein zweites hyperlokales Projekt. 100prozentig lokal soll Passau demnach werden, rein online basiert. Und natürlich kann man für die Erfolgsaussichten der Seite noch keine Prognose abgeben, weil man sie noch nicht gesehen hat und eine schlecht gemachte Seite nicht einfach deswegen erfolreich ist, weil sie lokal ist. Trotzdem, besieht man die Situation der PNP Anfang 2011, dann hat sich einiges dramatisch verändert: Es gibt plötzlich einen lokalen Sportanbieter, es gibt ein Online-Lokalmagazin, es gibt mit dem „Bürgerblick“ noch ein kleines gedrucktes Stadtmagazin dazu. Und plötzlich ist der Monopolist irgendwie nur noch ein Scheinriese, der immer kleiner wird, je näher man ihm kommt. Keines der kleinen Konkurrenzprojekte wird für sich alleine den Untergang der großen PNP bedeuten. Aber zusammengenommen nagen sie an den Rändern und werden die ohnehin schon aus den unterschiedlichsten Gründen zerbröselnden Umsätze des Blattes weiter schmälern.

Dabei sind die weiter schwindenden Umsätze noch nicht mal das entscheidende Problem. Eine Verlagsgruppe mit hohen Millionenumsätzen wird das irgendwie verschmerzen können, wenn auch ungern. Viel wichtiger ist die Bedeutung für die Zukunft: Wenn sich die beiden Lokalprojekte halten können, dann ist es keine sehr gewagte Prognose wenn man behauptet, dass sie vor allem das künftige Leserpotential an sich binden werden. Eine onlineorientierte Generation hat die PNP bereits verloren.  Die Seite pnp.de sieht immer noch aus wie frisch aus den Neunzigern entsprungen (das darf man der Redaktion, die ohne nennenswertes Budget arbeiten muss, aber nicht zum Vorwurf machen). Die Zeitung selbst ist immer noch irgendwie 1996 (das könnte man der Redaktion schon eher zum Vorwurf machen). Kurzum, eine redaktionelle und verlegerische Fehlleistung über Jahre hinweg hat die Situation, wie sie jetzt ist, erst möglich gemacht: Nachdem publizieren jetzt sehr viel einfacher und kostengünstiger geworden ist, machen es andere eben auch.

Und weil wir die Debatte gerade mal wieder so intensiv haben: Mit dem bösen Internet und einem fehlenden Leistungsschutzrecht hat das alles ungefähr nichts zu tun. Wollte ich nur mal loswerden, ansonsten: weiterschlafen!

I want my MTV

Gestern abend lief zum letzten Mal MTV im frei empfangbaren deutschen Fernsehen. Es gab als vorletzten Song „Don´t look back in Anger“, danach noch „Viva forever“ und man hatte somit gezeigt, dass man sich noch eine Art bitteren Resthumor bewahrt hatte. Danach verschwand, welch Ironie, der ehemalige Trendsetter in den Untiefen des Pay-TV und somit auch aus der öffentlichen Wahrnehmung.

Ich erinnere mich noch gut an das Ende der 80er Jahre in den USA: Damals war ich ein paar Wochen dort und immer, wenn ich mein Zimmer betrat, schaltete ich Musikfernsehen ein, mal MTV, mal VH 1. Ich war völlig fasziniert von der Möglichkeit, nicht mehr darauf warten zu müssen, dass einmal in der Woche irgendein Langweiler im deutschen TV ein paar Clips „präsentierte“. Sondern stattdessen ständig den ganzen Tag Videos schauen zu können, in einer für damalige Verhältnisse unfassbaren Auswahl.

Doch genau das ist der Punkt: damals. Damals war das toll und zeitgerecht. 2006 habe ich mal in einem Vortrag gesagt, YouTube sei das neue MTV und bin dafür ziemlich belächelt worden. Wenn man sich allerdings die Möglichkeiten ansieht, die YouTube oder besser das ganze Netz bieten, dann wirkt die Vorstellung eines „Musikfernsehens“ wunderbar antiquiert. Das hatte seine Zeit — und die ist vorbei.

Das könnte man nun mit gutem Recht als egal bezeichnen, die Welt dreht sich auch ohne MTV weiter. Wenn es nicht einen Punkt gäbe, den man als so wunderbar bezeichnend für die gesamte Medienbranche an sich betrachten könnte. Eine Idee ist nicht ewig fortsetzbar, nur weil sie irgendwann mal gut war und ihre Berechtigung hatte. Es nützt auch nichts, sich an der überkommenen Idee festzuklammern und sie mit aller Gewalt beibehalten zu wollen. Die Zeit geht schlichtweg darüber weg. Das, was wir momentan noch als unsere Medien sehen, ist das neue MTV. Ein paar Jahre noch — und wir werden uns mit nostalgisch-verklärtem Lächeln an ihre Zeit erinnern.