Das neue Buch ist (fast) da!

Zu den schöneren Dingen des Lebens gehört das Gefühl, etwas geschafft zu haben. Und so wie Handwerker sich freuen, wenn sie einen Tisch geschreinert haben, so freue ich mich über ein Buch. Das ist nicht so gut sichtbar wie ein Tisch, aber immerhin bekommt man dann von seinem Verlag so hübsche Mitteilungen wie diese:

Christian Jakubetz

Universalcode 2020

Content + Kontext + Endgerät

  1. 11.07.2016, 300 Seiten, flexibler Einband

ISBN 978-3-86764-681-9

  1. gebundener Ladenpreis Euro (D) 24,99

Praktischer Journalismus Band 102

Noch nicht erschienen

http://www.uvk.de/isbn/9783867646819

Soll heißen: Ihr könnt das Buch jetzt schon vorbestellen, beim UVK beispielsweise oder im Buchladen oder bei mir oder bei Amazon. Es hat ca. 300 Seiten und zudem noch einen spannenden Gastbeitrag von Thomas Hinrichs (Informationsdirektor BR), Christian Daubner (Leiter digitale Informationsstrategie BR) und Silvia Genauer (Informationsdirektion BR).

UC_VorschaubildZwei Dinge sind anders, bewusst anders als beim ersten „Universalcode“. Erstens ist er nur halb so dick. Das hat nichts mit Faulheit zu tun, sondern mit der Erkenntnis, dass 600 gedruckte Seiten im digitalen Zeitalter keine wirklich gute Idee sind. Lieber nur 300 und dafür öfter aktualisieren – die „2020“ im Titel steht da bewusst und ist Programm. Sehr viel weiter kann und will ich in diesem Buch nicht schauen, danach gibt es eine Aktualisierung oder gleich ein neues Buch.

Zweitens erscheint das Buch beim UVK. Nach dem Versuch des Eigenvertriebs und mit dem kleinen Effess-Verlag bin ich mir heute sicher: Nette Idee, aber als Autor ist man dann doch wieder froh, wenn man sich nicht um Dinge kümmern muss, um die man sich nicht kümmern will. Der UVK ist ein großer, seriöser und auf Medien-Themen spezialisierter Verlag. Man weiß das zu schätzen, wenn man weiß, dass nicht überall, wo Verlag drauf steht, auch wirklich Verlag drin ist.

„Universalcode 2020“ ist zeitgleich auch der Nachfolger von „Crossmedia“ und „Universalcode“. Beides waren spannende und zu ihrer Zeit gute Projekte. Jetzt ist die Zeit abgelaufen. Die neue (Bücher-)Zeit beginnt am 11.7.

Was im neuen Buch alles steht…

Es ist jetzt das dritte Mal, dass ich ein Buch über Journalismus und Kommunikation schreibe. Und zum dritten Mal erlebe ich dasselbe: dass ich meinen Text beim Verlag abgebe und danach quasi täglich beim Verlag anrufen und um einen kleinen Aufschub bitten möchte, weil ich da gerade noch so ein neues, spannendes Thema entdeckt habe. Aber so ist das nun mal mit Büchern: Irgendwann ist Schluss – das stetige Aktualisieren passiert auch weiterhin drüben auf universal-code.de. Und natürlich ahne ich auch jetzt schon wieder, dass irgendjemand über „Universalcode 2020“ schreiben wird, dass es schön gewesen wäre, wenn dieses oder jenes Thema noch mit drin oder ausführlicher beschrieben wäre.

Zumindest hat das aber den Vorteil, dass ich jetzt schon mal ein Inhaltsverzeichnis liefern kann, von dem ich mit allerdings sicher bin, dass es noch ein paar kleinere Verschiebungen geben wird. Der grobe Rahmen sollte dennoch passen – und so schaut das dann aus:

  1. Einführung

    1.1      Was ist Digitaler Journalismus?

    1.2      Digitalisierung – alles wird anders

    1.3      Alleskönner, die nichts richtig können?

    1.4      Der Unterschied zwischen Digitalem Journalismus und Onlinejournalismus

    1.5      Welches Equipment benötigt man?

    1.6      Eine Frage der Organisation

    1.7      In Echtzeit und in Vergangenheit

  2. Texten – für wen eigentlich?

    2.1      Texten fürs Lesen

    2.2      Texten fürs Hören

    2.3      Texten fürs Sehen und Hören

  3. Video

    3.1      Drehen – die ersten Schritte in der Praxis

    3.2      Eine Frage der Perspektive

    3.3. Video-Alternativen zum “gebauten” Beitrag

    3.3.1. Videos in sozialen Netzwerken

    3.3.2 Livestreaming

    3.4      Der gute Ton – Sahnehäubchen oder Alleskaputtmacher

    3.5      Fernsehen, Web, Mobile – Wo wir Videos brauchen

    3.6      Der richtige Schnitt

    3.7      Das nötige Video-Equipment

    3.8      Videos für mobile Plattformen – Produzieren für kleine Bildschirme

    3.9      Player, Formate und Encoding

  4.  Audio

    4.1      Das nötige Audio-Equipment

    4.2      Neue Technik, neue Darstellungs- und Anwendungsformen

    4.2.1 Der Einsatz von Audios

    4.2.2   Die Audio-Formate

  5. Fotos – mehr als knipsen

    5.1      Wie man gute Bilder macht

    5.2      Software und Equipment

    5.3      Die Foto-Formate

  6. In Echtzeit, sozial und mobil: Charakteristika eines neuen Journalismus

    6.1      Online-Journalismus = Multimedialität

    6.2      Neuer (Schreib-)Stil für ein neues Medium?

    6.3      Usability – und immer an den User denken

    6.4      Klicks und Tricks – die Bedeutung von Messgrößen

  7. Mobile Medien

    7.1      Trends und Entwicklungen

    7.2      Welchen Inhalt wofür?

  8.  Digitale Workflows

    8.1      Potenzielle Abläufe

    8.2      Distribution – ein Inhalt, viele Kanäle

    8.3      Entwicklung der Endgeräte

  9. Der gute Ton – Sprechen für Audio und Video

    9.1      Sprich wie du bist – Natürlichkeit vor dem Mikro

    9.2      Lockern, ölen, entspannen – so hört es sich gut an

    9.3      Sprechen nach Thema und Tempo

  10. Ausblicke 3.0  – schöne neue Welt oder Hype?

    10.1    Blogs – Kinderkram oder neues journalistisches Stilmittel?

    10.2    Soziale Netzwerke

    10.3. Datenjournalismus

  11.  Das nächste große Ding – was kommt?

    11.1    Die drei wichtigsten Veränderungen

    11.2    Das Internet begreifen

    11.3. Und was noch?

    11.4. Disruption 2020: Digitale Medien erfinden sich schon wieder neu

  12. Aus- und Weiterbildung

    12.1    Ansprüche an eine gute Ausbildung

    12.2    Journalistenschulen und Akademien

Dazu kommt ein umfangreicher Teil, an dem der Informationsdirektor des BR, Thomas Hinrichs, und seine Kollegen Christian Daubner und Silvia Renauer gerade schreiben. Das geht es vor allem darum, was in der Praxis passiert, wenn sich ein Medienhaus komplett digital umstrukturiert.

Und wann erscheint das gute Stück? Wenn jetzt nicht gerade alles nochmal kollabiert, dann bleibt es bei Juni…

Das beinahe fertige neue Buch…

Endspurt: „Universalcode 2020“ ist beinahe fertig. Das „beinahe“ hängt an einer Lektorin und drei neuen Autoren, die noch dazu gekommen sind…

Im ersten Moment war ich versucht zu schreiben: Das Buch ist fertig! Das stimmt aber aus mehreren Gründen nicht. Wenn man ein Manuskript bei einem Verlag abgibt, dann bedeutet das ja erstmal nur, dass der Verlag eine erste Fassung hat. Momentan gehen die Augen der gestrengen Lektorin Sonja Rothländer vom UVK drüber; was danach noch von meinem Entwurf übrig bleibt, wissen die Götter.

Thomas Hinrichs, BR-Informationsdirektor. (Foto: BR/Markus Kovalin)

Thomas Hinrichs, BR-Informationsdirektor. (Foto: BR/Markus Kovalin)

Und zweitens habe ich drei Gastautoren dazu bekommen, über die ich mich sehr freue. Thomas Hinrichs (Informationsdirektor des BR und quasi der erste trimediale Chefredakteur des Senders), Christian Daubner (Leiter der Digitalstrategie des BR) und Silvia Renauer (Informationsdirektion BR) werden in einem eigenen, umfangreichen Kapitel zweierlei schildern: wie und warum der Umbau des BR zum trimedialen Sender vonstatten geht – und was das zweitens für Menschen bedeutet, die künftig was mit Medien machen wollen.

Es gibt auch Gründe dafür, warum mir speziell dieses Kapitel sehr wichtig ist. Weil so ein Buch wie „Universalcode 2020“ unweigerlich Gefahr läuft, ein sehr theoretisches Konstrukt zu werden. In dem so ein bisschen steht, was man in diesem digitalen Journalismus so alles machen kann. Aber die Frage nach den Konsequenzen in der Praxis und für unseren Beruf bleibt dabei schnell mal auf der Strecke.  Diese Fragen werden durch das Hinrichs-Daubner-Renauer-Kapitel ausgiebig beantwortet.

Was allerdings auch bedeutet, dass die Fertigstellung des Buchs auf zwei Baustellen gleichzeitig passiert (die ich blöderweise beide nur sehr eingeschränkt beeinflussen kann): In Konstanz wird gerade lektoriert, beim BR geschrieben.

Ich bin trotzdem optimistisch, dass „Universalcode 2020“ wie geplant im Juni/Juli erscheinen wird…

Universalcode2: Es geht weiter!

Es gibt Projekte, die scheitern – und fühlen sich dennoch nicht gescheitert an. Klingt paradox, ist aber so. „Universalcode2“ ist ein solcher Fall.

Aber der Reihe nach – und erstmal nur die Fakten: Ich wollte für „Universalcode2“ 5000 Euro via „krautreporter.de“ einsammeln. Das hat nicht geklappt. Zusammengekommen sind „nur“ 3000 Euro. In der Logik des Crowdfunding bedeutet das: nichts. Weil nur ausbezahlt wird, wenn das komplette Finanzierungsziel erreicht worden ist. Davon, das muss man wohl einräumen,  war „Universalcode2“ dann doch ein Stück entfernt.

Auf der anderen Seite: Nehmen wir mal an, ich hätte als Ziel 2500 Euro angegeben. Dann wäre jetzt mehr zusammengekommen als erwartet und alle wären glücklich. Zusagen für 3000 Euro zu bekommen, das fühlt sich für mich gerade nicht wie ein Scheitern an. Es gab 45 Unterstützer (an dieser Stelle: Danke an euch alle!), die diesen Betrag ermöglicht hätten. Das ist unter dem Strich dann doch eine Menge. Weswegen ich das Projekt jetzt an dieser Stelle nicht beerdige, sondern ausdrücklich sage: Es geht weiter  – auch ohne Crowdfunding. Zumal es ja auch reichlich naiv gewesen wäre, dieses Projekt ausschließlich vom Crowdfunding abhängig zu machen. Klar, es hätte die Sache erheblich erleichtert, aber trotzdem: Wenn man sich vom ersten Rückschlag entmutigen lässt, sollte man weder freiberuflich arbeiten, noch solche Projekte angehen.

Trotzdem habe ich aus diesem gescheiterten Crowdfunding-Projekt eine ganze Menge gelernt. Vermutlich mehr, als wenn ich nur aus theoretischer Warte darüber geschrieben hätte. Gelernt habe ich, dass ich einiges falsch gemacht bzw. verkehrt eingeschätzt habe. Zum einen: 5000 Euro waren vermutlich zu ambitioniert. Ich dachte mir das zum ersten Mal, als das Projekt nach rund der Hälfte der Laufzeit bei gerade mal 30 finanzierten Prozent stand. Ich kann mir vorstellen, dass der eine oder andere sich von der Unterstützung abhielten ließ, weil er irgendwo im Hinterkopf hatte: Das klappt eh nicht. Um ehrlich zu sein, war das auch mein eigener Gedanke, als die ersten zwei Wochen sich sehr schleppend anließen.

Vermutlich habe ich auch zu wenig und zu instranparent kommuniziert. Wenn man die Crowd um Unterstützung für irgendwas bitten will, muss man vermutlich permanent kommunizieren. Und erst gar keine offenen Fragen aufkommen lassen. Ich habe vermutlich auch zu wenig klar gemacht, dass das Buchprojekt  mit einer Webseite, mit Interviews und mit Videos begleitet werden soll. Der Recherche- und Reiseaufwand wird deutlich höher sein als beim ersten Teil.

Davon abgesehen: Man bekommt dennoch eine Ahnung, ob es sich lohnt, ein Projekt zu machen oder nicht. Wäre das Crowdfunding irgendwo bei ein paar hundert Euro stecken geblieben, hätte ich mir eingestehen müssen, das Interesse an „Universalcode2“ falsch eingeschätzt zu haben. Und dann hätte ich es auch abgeblasen, jetzt, hier und heute. Aber bei 3000 Euro? Das wäre absurd. Weswegen ich dieses Scheitern als Ermutigung empfinde, so absurd sich das vielleicht auch anhören mag.

Wenn mich irgendjemand fragen sollte, ob man Journalismus durch Crowdfunding zu finanzieren versuchen soll: Ja, uneingeschränkt. „Krautreporter.de“ hat sich für mich als eine wirklich gute Plattform erwiesen und die Unterstützung durch Sebastian Esser ist wirklich bemerkenswert. An seinen vielen guten Tipps und Ratschlägen lag es sicher nicht, dass am Ende kein „Erfolgreich!“ auf dem Projekt „Universalcode2“ stand.

Trotzdem, wie gesagt: Es geht weiter mit diesem Buch und dem gesamten Projekt. Und weil ich in den vergangenen Wochen ja auch ein bisschen etwas zu Thema Kommunikation gelernt habe, steht hier in den kommenden Tagen dann auch, wie genau das aussehen soll…

 

 

 

Universalcode 2: So geht es weiter (mit euch)!

Rund die Hälfte des Crowdfunding-Projekts für „Universalcode2“ ist jetzt vorbei. Zeit, eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen…

Vorab: Ich bin immer wieder verblüfft, was man noch alles von der Crowd und vor allem über die Crowd lernen kann. Da ist beispielsweise die Sache mit den Prämien: Bisher hatte ich vier verschiedene Prämien angeboten, von 10 bis 1000 Euro. Zu wenig Auswahl, zu große Sprünge – das ist das, was ich in den Zwischenzeit öfter gehört habe. Und weil man ja auf seine Crowd und seine Leser hören soll, habe ich das inzwischen geändert. Es gibt jetzt noch ein paar Zwischenstufen und ein paar neue Prämien, insbesondere im Bereich zwischen 10 und 100 Euro. Weitere Wünsche und Anregungen: jederzeit gerne!

Gelernt habe ich auch etwas anderes: nämlich, dass es eine ganze Reihe von Menschen gibt, die diesmal schwerer zu mobilisieren sind, als bei Band 1. Weil sie das Projekt als eines erachten, das ohnehin schon etabliert ist und auch ganz ohne die Unterstützung von außen an den Start gehen kann. Das ist allerdings ein Trugschluss: Der erste Teil wäre ohne die Crowd nie möglich gewesen, daran hat sich auch bei der Fortsetzung nichts geändert.

Zum Crowdfunding (naja, vermutlich sogar: zum Bücherschreiben generell) gehört auch eine Art unerschütterlicher Optimismus.  Deswegen, auch wenn der Erfolg des Projekts noch lange nicht sichergestellt ist, gehen die Planungen munter weiter.  Dazu gehören auch eine ganze Reihe von Themenvorschlägen, von Autoren, die sich gemeldet haben. Das freut mich natürlich ganz enorm – und weil wir ja auch noch eine ganze Menge Zeit für dieses Projekt haben, hier die Aufforderung in die Runde: Wer Themen im „Unversalcode2“ lesen oder sie womöglich sogar selbst schreiben möchte, ist wie schon bei Band 1 herzlich eingeladen, Kontakt gerne auch per Mail (cjakubetz (ät) gmail (dot) com).

Momentan sicher sind als Autoren (neben mir selbst): Stefan Plöchinger, Dirk von Gehlen und Marco Maas. Auch Sebastian Esser, den Gründer und Chef von „krautreporter.de“, hätte ich sehr gerne zum Thema „Finanzierung“ dabei, aber das haben wir noch nicht konkret besprochen. Zumindest ein Video habe ich aber schon mit ihm gedreht:

Stand jetzt sind 1040 Euro zusammengekommen, 16 Tage haben wir noch. Wer mit crowdfunden will, bitte sehr – ich sag jetzt schon mal danke!

Neue Autoren: Stefan Plöchinger, Marco Maas

Inzwischen sind eineinhalb Wochen seit dem Start von „Universalcode2“ vergangen – und es gibt zwei gute und eine eher unerfreuliche Nachricht vom Projektverlauf…

Fangen wir mal mit den Guten an: Ich hatte ja versprochen, Stück für Stück die Autoren des Buchs hier vorzustellen. Nach Dirk von Gehlen gibt es jetzt zwei Kollegen, über die ich mich ganz besonders freue. Über den einen ist die letzten Tage viel geredet und noch mehr geschrieben worden – aber das ist nicht der Grund für meine Freude. Auch ganz ohne Kapuzenpulli gehört Stefan Plöchinger unbestritten zum besten, was es im deutschen Journalismus gibt. Und auch, wenn wir sein Thema noch genau definieren müssen, so viel ist sicher: Es wird nicht (rpt. NICHT) um Kapuzenpullis aller Art gehen.

Der zweite ist einer, den ich damals bei der „Rundshow“ kennengelernt habe. Und einer, der seitdem ebenfalls zu den interessantesten und gefragtesten Gesichtern im Journalismus gehört: Marco Maas (Open Data City) hat einige der spannendsten (daten)journalistischen Projekte in Deutschland gemacht; erst diese Woche war er mit seinem Projekt „Lobbyplag.eu“ für den CNN Journalist Award nominiert.

Jetzt aber zum eher unerfreulichen Aspekt des bisherigen Projektverlaufs: Das Crowdfunding verläuft momentan, sagen wir, wie es ist, ausgesprochen mäßig. Aktuell steht das Projekt bei 760 Euro, das sind rund 15 Prozent. Bei noch verbleibenden rund drei Wochen kann sich das natürlich noch massiv ändern. Aber realistischerweise muss man sagen: Wenn´s so weitergeht, dann sieht es für „Universalcode2“ eher schlecht aus. Bitte versteht mich nicht falsch: Wenn es denn so wäre, dann müsste man das akzeptieren und sich möglicherweise auch eingestehen, das eigene Projekt falsch eingeschätzt oder möglicherweise auch überschätzt zu haben. Das ist ja das Tolle in der digitalen Welt – man plant nicht irgendwas ins Blaue hinein und am Publikum vorbei, sondern bekommt auf sehr deutliche Art und Weise gezeigt, ob man richtig liegt oder nicht. Ich möchte nur verhindern, dass das Projekt wegen der Auffassung nix wird, dass es ja schon genügend Unterstützer geben wird.

Aber bleiben wir mal optimistisch: In drei Wochen kann ja noch viel passieren.

Crowdfunding

Das Projekt „Universalcode2“ steht in den Startlöchern. Sowohl inhaltlich als auch bei der Crowdfunding-Finanzierung. Damit ihr wisst, was ihr das überhaupt finanzieren und lesen sollt (und weil wir nach drei Tagen schon die ersten 10 Prozent geschafft haben – dickes Danke dafür!) –  die wichtigsten Fragen und Antworten zu „Universalcode2“.

Diesmal ist die Sache schon ein ganzes Stück komplizierter als bei der ersten Ausgabe von „Universalcode“. Dieser erste Teil war klar definiert: als eine Art Handbuch, eine Bedienungsanleitung für den digitalen Journalismus, sehr nutzwertig und komplett unideologisch. Es war und ist ein Buch, das seine Zielgruppe bei all denen findet, die sich aus- oder weiterbilden lassen.

Wird „Universalcode2“ wieder ein „Ausbildungsbuch“?

Verbindlich: nein! Natürlich darf es auch jeder lesen, der sich in der Aus- oder Weiterbildung befindet, aber salopp gesagt ist die Fortsetzung des Universalcodes diesmal ein Projekt, das jeder lesen darf, der sich für seinen Beruf interessiert. Also: ungefähr alle.

Sind wieder alle Autoren vom letzten Mal an Bord?

Nein. Nicht wegen irgendwelcher Querelen, sondern weil schon beim letzten Buch galt: Diejenigen, die sich in ihrem Metier am besten auskennen, sollen auch die entsprechenden Kapitel verfassen. Nachdem wir diesmal andere Themen haben, werden zwangsweise auch andere Autoren an Bord sein. Was nicht heißt, dass ihr nicht den einen oder anderen vom letzten Mal auch bei „Universalcode2“ wiedersehen werdet. Wer genau – folgt  in den nächsten Tagen und Wochen.

Einen verrate ich euch aber gerne jetzt schon: Dirk von Gehlen wird auch diesmal ein paar Seiten beitragen. Und ich verrate vermutlich nichts wirklich Neues, wenn ich dazu sage, dass ich mich über Dirk als Autoren ganz besonders freue.

Und was genau soll jetzt in „Universalcode2“ stehen?

Ok, jetzt wird’s komplex. Erstmal die grundsätzliche Idee: Ich glaube, dass sich die Diskussion um die Zukunft der Medien zu sehr mit der Gegenwart beschäftigt. Und sich zu sehr auf das Argument „Das böse Internet hat alles kaputt gemacht“ verengt.  Wenn man sich beispielsweise die Auflagen der deutschen Tageszeitungen anschaut, dann stellt man schnell fest, dass sie schon zu einem Zeitpunkt zu bröckeln begannen, als man noch nicht mal ahnte, dass es so etwas wie das www jemals geben würde.

Deswegen gibt es drei Blöcke: Vergangenheit. Gegenwart. Zukunft. Aus mehreren Gründen. Zum einen glaube ich, dass man natürlich das digitale Handwerk beherrschen muss. Deswegen haben wir ja auch den ersten Teil von „Universalcode“ gemacht.

Mindestens genauso wichtig ist aber auch zu verstehen, warum man das alles macht. Warum man plötzlich in so vielen Kanälen denken muss, warum man sich plötzlich mit Medien auseinandersetzen soll, mit denen man bis gerade eben noch gar nichts zu tun hatte. Dazu muss man sich zwangsweise anschauen, was in den letzten 20 Jahren passiert ist. Eben: wie wir wurden, was wir sind.

Und natürlich wollen wir alle wissen, wie es weitergeht. Ob sich Journalismus noch lohnt, ob er ein Beruf mit Perspektive ist, ob er eine Perspektive hat. Ob man ihn finanzieren kann. Und, nicht zu unterschätzen: ob er möglicherweise sogar noch Spaß machen könnte.

Das klingt jetzt vermutlich nach einer Ansammlung von sehr theoretischen und trockenen Texten, die irgendwann mal in einem intellektuellen Wolkenkuckucksheim enden. Genau das wollen wir unbedingt vermeiden. Weswegen an jedes „theoretische“ Kapitel eine Art Machbarkeits-Überprüfung angedockt wird. Jemand, der das schon mal gemacht hat. Der weiß, ob und wie das geht.

Ein konkretes Beispiel (weil ich das schon vor Augen habe und weil ich es selbst ja auch gerade mache): Beim Themenkomplex künftige Finanzierung des Journalismus wird auch das Thema „Crowdfunding“ eine Rolle spielen. Ich möchte also Sebastian Esser darüber schreiben lassen, was Crowdfunding ist, welche Erfahrungen wir im Journalismus in Deutschland damit haben, in welchen Ländern es andere Erfahrungen gibt und wie sein Projekt „krautreporter.de“ funktioniert.

Dirk von Gehlen wiederum ist einer, der sein letztes Buch über Crowdfunding finanziert hat. Und das sehr erfolgreich. Er wäre also dann der Kronzeuge, das role model. 

Das Prinzip ist: Keine Theorie ohne Praxis. Keine These, die nicht belegt werden kann.

Und es gibt auch einen Grundtenor im Buch: Jammern gilt nicht. Aber Skepsis schon. „Universalcode2“ wird weder ein kulturkritisches Lamento noch ein „Hurra“-Buch für alles, was irgendwie digital ist.

Was passiert, wenn das Crowdfunding scheitert?

Kommt offen gesagt auf das „wie“ des Scheiterns an.  Bleiben wir irgendwo bei 500 oder 1000 Euro hängen, müsste man das wohl auch als ein mäßig großes Interesse an diesem Buch werten. Kein Drama, kann passieren. Und dass Journalisten und Autoren mal die Bedürfnisse ihres Publikums falsch einschätzen, ist ein Phänomen, das es so lange gibt wie den Journalismus selbst.

Aber mal angenommen, es würden am Ende vielleicht 500 Euro fehlen – dann wäre das Crowdfunding zwar auch gescheitert, weil das Geld ja nur ausbezahlt wird, wenn das vorgegebene Funding-Ziel auch erreicht wurde. Aber ich fände dieses Ergebnis dennoch so ermutigend, dass ich vermutlich weitermachen würde. Oh, aber ich stelle gerade fest, dass ich mich mit einer solchen Aussage selbst ins Knie schieße…also bitte, fundet und teilt, damit wir das Buch an den Start bekommen.

„Universalcode 2“ – es geht los

Drei Jahre nach dem ersten Teil – soll es jetzt mit „Universalcode“ weitergehen. Ich weiß, das war schon längere Zeit angekündigt. Aber wie das so ist im Leben generell und bei Freiberuflern speziell: Irgendwas ist ja immer. Die richtige Zeit und Muse hatte ich nicht gefunden, dann musste ich mich um die Neuauflage des ersten Teils kümmern und…ach, lassen wir das, ich bin so schlecht im Erfinden müder Ausreden.

Jetzt aber geht es los. Ganz im Ernst und ganz richtig. Mit dem – ebenfalls schon angekündigten – Crowdfunding-Projekt bei „Krautreporter“. Dazu muss ich allerdings erst mal zwei Sätze loswerden. Vor allem als Antwort auf die Frage: Warum Crowdfunding? Die Antwort ist ziemlich simpel: Weil man mit Bücherschreiben im Regelfall kein Geld verdient und ganz froh sein kann, wenn man mit dem rauskommt, was Wirtschaftsmenschen gerne eine „schwarze Null“ nennen. Das gilt natürlich nicht für irgendwelche Bestseller-Autoren. Aber die Zielgruppe für Fachbücher ist derart zugespitzt, dass es nur zwei Möglichkeiten gibt: Entweder man macht so ein Fachbuch sauteuer. Oder man bittet die Crowd eben um Unterstützung. Beim ersten „Universalcode“ hat das wunderbar geklappt, das war auch der einzige Grund, warum wir beim Preis unter 30 Euro bleiben konnten. Immerhin hat das Teil ja 600 Seiten und wiegt knapp ein Kilo. Man kann sich also leicht vorstellen, was alleine der Druck eines solchen Schinkens kostet.

Aber ich will ja nicht lamentieren – und euch stattdessen lieber erzählen, warum ein „Universalcode 2“ geben soll, was dort passiert und wie das Projekt ablaufen soll.

Krautreporter from Christian Jakubetz on Vimeo.

Universalcode 2 – wie wir wurden, was wir sind

Hinter den Veränderungen durch die Digitalisierung steckt mehr. Der Berufsstand des Journalisten hat erheblich gelitten. Noch vor 20 Jahren galt es als eine gute Idee, Journalist zu werden. Die Arbeitsplätze galten als sicher, waren gut bezahlt und genossen  ein gewisses Renomée. Davon ist heute nicht mehr viel übrig geblieben. Festanstellungen und gute Gehälter sind für viele junge Journalisten zu einem unerreichbaren Traum geworden. Aber was wird aus dem Journalismus, wenn er sich nicht mehr finanzieren und produzieren lässt?

Das Projekt mit dem Arbeitstitel “Universalcode 2” gibt Antworten. Im Kern auf zwei Fragen:

  • Wie konnte es soweit kommen, dass der Journalismus jetzt da ist, wo er ist?
  • Wie kommen wir aus dieser Lage wieder heraus?

Genauer beschrieben: Der geschichtliche Bogen soll aufzeigen, wie sich der Journalismus in den letzten drei Jahrzehnten entwickelt hat. Er soll zeigen, warum es zu einfach ist, nur das Internet und die vermeintliche Kostenlos-Mentalität im Netz für die Probleme verantwortlich zu machen. Und er soll belegen, wie sehr sich die Anforderungen an Medien und Journalismus in den letzten Jahrzehnten verändert haben. Weswegen es nicht reicht, einfach so weiterzumachen wie bisher – nur eben digital.

Das Projekt heißt bewusst “Projekt” – weil es das vorleben will, was es inhaltlich aussagen will: Journalismus wird mehr und mehr das Erzählen guter Geschichten über etliche Plattformen hinweg. Deswegen wird “Universalcode 2” auch ein Projekt, dessen Genese und auch abschließende Inhalte dort präsent sein werden, wo sie am besten aufgehoben sind. Die Endprodukte sind ein Buch, eine laufend ergänzte Webseite und dazu zahlreiche begleitende Videos.

Das Buch

Wer heute in den Journalismus will, macht das nicht wegen, sondern trotz der Rahmenbedingungen. Speziell freie Journalisten arbeiten zu Konditionen, bei denen es schwer wird, tatsächlich eine ganze Familie ernähren zu können. Der unbefristete Redakteursvertrag ist de facto ausgestorben, dazu müssen sich junge Journalisten darüber im Klaren sein, in einer Branche zu arbeiten, deren Zukunft mit enorm vielen Fragezeichen versehen ist.

Angesichts dieser Entwicklung stellen sich einige Fragen und Notwendigkeiten. Die erste ist ebenso simpel wie entscheidend: Wie konnte das passieren? Geht man dieser Frage nach, stellt man schnell fest, dass die weit verbreitete Auffassung, das größte Problem von Journalismus und Medien sei das Internet, viel zu kurz greift. Die Auflage der deutschen Tageszeitungen beispielsweise geht bereits seit Mitte der 80er Jahre zurück, lässt man die kurze Sonderkonjunktur Anfang der 90er Jahre im Zuge der deutschen Wiedervereinigung außen vor. Wenn also Tageszeitungen schon seit Mitte der 80er Jahre im Sinkflug begriffen sind, ist es dann nicht absurd, das Netz zum alleinigen Grund einer wie auch immer gearteten Zeitungskrise zu machen? Und wie konnte es passieren, dass der Journalistenberuf zu einem derartigen ökonomischen Risiko geworden ist, wie er das jetzt ist? Kurz gesagt: Bevor man sich an den Versuch der Beantwortung von Zukunftsfragen macht, ist es hilfreich, erst einmal die Vergangenheit aufzuarbeiten.

Der zweite Teil des Buchs ist in seiner grundsätzlichen Fragestellung noch einfacher zusammenzufassen: Wie soll das alles weitergehen? Die Debatten der letzten Jahre beschäftigen sich zu sehr mit gegenseitigen Schuldzuweisungen (digitaler Graben, „Print vs. Online“ etc.) und mit den Feststellungen, was möglicherweise alles nicht funktioniert als mit konstruktiven Lösungen. Der zweite Teil soll also Lösungen aufzeigen. Solche, die andernorts schon funktionieren. Oder in kleinen Nischen. Oder vielleicht auch noch gar nicht, aber möglicherweise demnächst. Der zweite Teil dieses Buchs soll aufzeigen, dass es Perspektiven gibt, dass Journalismus eine (gute) Zukunft hat und dass das mögliche Ende bisheriger Geschäftsmodelle keineswegs das Ende der Zunft bedeutet. Zu Wort kommen Ökonomen ebenso wie Journalisten und Medienwissenschaftler.

Autoren und Themen

Noch nicht im Detail festgelegt. Mit dem einen oder anderen aus der ersten Universalcode-Truppe habe ich schon gesprochen. Aber nachdem auch dieses Projekt viel mit der Crowd zu tun haben soll: Ich bin natürlich sowohl für neue Autoren als auch für gute Themenvorschläge offen (wer das nicht hier machen will: cjakubetz (ät)gmail (dot) com). Ob der Umfang wieder gleich 600 Seiten haben wird, weiß ich noch nicht. Aber wie das so ist bei Projekten mit verschiedenen Autoren: Eine gewisse Größenordnung ist da ja schnell erreicht.

Idealerweise ist das Buch bis Ende des Jahres fertig. Die realistische Version lautet indes: Frühjahr 2015.

Was die Crowd tun kann

Klar, finanzieren. Alles weitere steht hier im Krautreporter-Projekt. Es startet heute und läuft dann genau vier Wochen. Aber auch anderes hilft: beispielsweise, das Projekt bekanntzumachen. Mit den üblichen Dingen, die ihr ja alle kennt: retweeten, liken,teilen.

Universalcode!

 Bitte schön, da sind wir: Gerade eben ist die nächste Kiste mit den „Universalcode“-Nachdrucken eingetroffen. Ab Montag wieder frisch und gedruckt lieferbar. Beim Verlag, im Buchhandel, bei Amazon oder direkt per Mail via cjakubetz (ät)gmail (dot) com. Selbstredend natürlich auch weiterhin als E-Book für den Kindle und alle anderen halbwegs gängigen Geräte!

Der „Universalcode“ auf Papier

Es hat – zugegeben – ein bisschen gedauert, bis es den „Universalcode“ wieder auf Papier gab. Jetzt aber läuft er gerade durch und sollte spätestens ab Miete Februar wieder gedruckt erhältlich sein. Ein paar Kleinigkeiten haben sich geändert. Die ich nicht nur aus Transparenzgründen offenlegen möchte, sondern auch, weil sie gleichzeitig eine Erklärung für die etwas längere Nicht-Erhältlichkeit sind:

1. Es gibt einen neuen Verlag für das Buch – den „Eff Ess Verlag“.Deswegen hat das Buch jetzt auch eine neue ISBN-Nummer und auch deswegen musste es komplett neu bei Amazon und all den anderen neu eingestellt werden. Das klingt jetzt erstmal nach einer reinen Formalie, ist aber nicht ganz so trivial. Und es hat uns vor allem Zeit gekostet.

2. Das Buch ist bei „Euryclia“, dem bisherigen Verlag nicht mehr erhältlich, auch bei freundlichem Nachfragen und gutem Zureden nicht. Bitte schreibt „Euryclia“ nicht mehr an.

3. Das Buch ist ein kleines bisschen teurer geworden. Nicht viel, genauer gesagt um 1,05 Euro. Das hat einen einfachen Grund: Der Druck ist fast doppelt so teuer wie beim letzten Mal. Dafür ist er aber auch hochwertiger, besseres Papier. Es hat jetzt exakt 596 Seiten, ich denke, dafür sind 29,90 Euro immer noch ein extrem nutzerfreundlicher Preis, vor allem, wenn man andere, gewinnorientierte Projekte so anschaut. Bei einer Fast-Verdoppelung der Druckkosten ging das leider nicht anders, sorry. Und als kleiner Einblick für alle Interessierten: Wir haben tatsächlich immer noch ein Angebot bekommen, das für einen Druck dieser Qualität ausgesprochen günstig war.

4. Das Buch kann ab sofort beim Verlag bestellt werden. Oder bei mir via cjakubetz ät gmail dot com. Es ist über Amazon und andere Onlineshops erhältlich und natürlich überall im Buchhandel.

5. Unbeschadet dessen gibt es natürlich – ohne Unterbrechungen – die E-Book-Version, u.a. für Amazons Kindle und für Apple-Geräte. Zudem sollten alle anderen halbwegs gängigen Formate ebenfalls zu bekommen sein. Beim E-Book-Preis wollten wir, wie schon mal erwähnt, mal ein Zeichen setzen und haben deswegen de elektronische Ausgabe erheblich günstiger gemacht: 19,90.