Archiv für November 2005


mimosen unterwegs

12. November 2005 - 15:33 Uhr

ja, so ist das mit uns journalisten. immer feste druff, wenn´s darum geht, unfähige politiker, korrupte wirtschaftsbosse, strunzdumme sportler und abstürzende kulturschaffende ordentlich durch den kakao zu ziehen. kritik muss man sich schon gefallen lassen und man muss sie auch aushalten können und wenn man das nicht tut, findet man sich bei den entsprechenden leitartiklern schon mal schnell wieder als totengräber der demokratie oder aber mindestens als erklärter todfeind der pressefreiheit. von hier aus zu chinesischen zuständen ist es ganz und gar nicht mehr weit; solche sätze gehören zu den gerne benutzten im ordentlichen deutschen leitartikel.

nur wenn man selbst ein bisschen angegangen wird, kann die reaktion schon mal ein kleines bisschen beleidigt ausfallen…

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update in sachen podcast…

8. November 2005 - 22:03 Uhr

…update mit bodenhaftung, schreibt heise online.

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was die sz zum web sagt

6. November 2005 - 23:50 Uhr

ziemlich guter kommentar am wochenende im wirtschaftsteil der sz. grundtenor: eine menge branchen verschlafen momentan die rasanten entwicklungen und umbrüche, die das netz mit sich bringt – dabei sei doch inzwischen auch im netz ökonomische vernunft eingekehrt. beispiele: telcos, musikindustrie, kino, fernsehen.

alles richtig, alles klug kommentiert.

nur über die deutschen tagezeitungen stand in dem kommentar – kein wort…

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djs, kommende woche

4. November 2005 - 15:53 Uhr

nächste woche die dritte und (uff…) letzte klasse an der djs für dieses jahr, diesmal die 43 a. erster eindruck: die erste klasse, die der multimedia-projektwoche aufgeschlossen gegenübersteht und nicht – zunächst zumindest – darüber milde lächelt. die erste klasse, bei der eine schülerin aus freien stücken und ohne sanften dozentendruck ein blog eröffnen will.

und die erste, die in der tat vor allem die gefahren erkennt, die den tageszeitungen in den kommenden jahren drohen. zumindest interessant das ergebnis der basisdemokratischen abstimmung über die gewünschten gastdozenten: der zeitungsmann, der von den erfahrungen der blätter insbesondere bei den anzeigenmärkten berichten kann, wurde dringend gewünscht. bin gespannt – montag gehts los.

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parapseudojournalismus

3. November 2005 - 23:13 Uhr

hab am 16.11. eine vorlesung an der fh würzburg zum thema blogs. überlege gerade mit breitem grinsen im gesicht, ob ich mich diesen thesen hier anschließen soll.die studenten würden staunen, glaub ich…

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müdes minga

3. November 2005 - 23:05 Uhr

ich war wirklich sehr gespannt, wie sich ein journalistisch orientiertes stadtblog wie minga.de entwickeln würde.

zugegeben, ich war nicht sehr überzeugt von der idee, weil ich nicht glaube, dass sich blogs für nachrichtenorientiertes publizieren sonderlich eignen würden. und weil ich einen nicht näher erklärbaren zweifel hege, ob sich die gschichtln eines millionendorfs so brisant entwickeln würden, als dass ich sie sofort und auf der stelle nachlesen müsste. letzter zweifel: mir ist es immer suspekt, wenn jemand eine neue darstellungsform nur um ihrer selbst willen nutzen möchte. kein zweifel, dass in der momentanen phase es nicht so aussieht, als würde in der medienlandschaft ein stein auf dem anderen bleiben. aber es ist ein irrglaube zu meinen, old media würde mal so eben ins wc gespült und entsorgt. es gibt eben dinge, für die sich zeitungen besser eignen – und wenn sie es strukturiert anpacken und sich künftig als inhalte-lieferanten für verschiedene plattformen aufstellen, haben sie eine vernünftige chance.

der langen rede kurzer sinn: nach nochmaliger lektüre habe ich minga.de heute endgültig vom radar genommen – und ich bin eigentlich ein geduldiger mensch. aber abgeschriebene geschichten der münchner tageszeitungen und bei den eigenproduktionen krudes deutsch und irrelevante inhalte, dafür muss ich kein “blog” lesen.

im grunde bleiben für mich banale erkenntnise: nur weil etwas neu ist, muss es nicht gut sein. und nur, weil etwas alt ist – ist es noch lange nicht schlecht. qualitätsmaßstäbe gelten überall, analog wie digital.

ich wundere mich nur gerade eben über mich selber, weil ich mir solche binsen allen ernstes gelegentlich in erinnerung rufen muss…

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fernsehen 2005

3. November 2005 - 16:06 Uhr

gestern abend bei kabel 1: abba- die show. mit ingolf lück, frau kraus, herrn boning und all den anderen unvermeidlichen nervensägen. skurrile einspieler, witz und esprit unter der nachweisbarkeitsgrenze, schlampig und fehlerhaft recherchiert (recherchiert?) und als studiogäste cindy und bert (nein – das ist jetzt kein schlechter witz). und ich hatte mich auf einen nostalgischen ausflug in die zeiten von schlaghosen und plateauschuhen und ein wiedersehen mit “der blonden” und “der dunklen” gefreut.

stattdessen fernsehen als vorsätzliche körperverletzung. ich erwarte ja bestimmt nix niveauvolles bei den entsprechenden sendern – aber sehr gerne hätte ich eine erklärung dafür, warum fernsehmacher latent einfallslos sind, warum jede einstmals halbwegs originelle idee wie die retro-shows uninspiriert zu tode genudelt wird. und warum überall krausboninglückbaldergeissen dabei sitzen.

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blödsinn, blödsinn, blödsinn

3. November 2005 - 15:58 Uhr

irgendwo habe ich mal gehört, focus online wolle sich daran machen, die unübersehbare lücke zu spiegel online zu schließen.

mit überschriften wie “merkel unkt: haushaltsloch noch größer?” und der platzierung von harald schmidts besten sprüchen an die zweite (!) stelle des nachrichtenangebots an einem gewiss nicht nachrichtenarmen tag ist man da auf einem guten weg.

mehr sag ich nicht mehr zu focus online. es ist nicht fair, auf jemanden einzutreten, der eh am boden liegt.

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no comment

1. November 2005 - 21:03 Uhr

es sollten dies ja eigentlich goldene tage für politische kommentatoren sein. die spd enthauptet versehentlich ihren vorsitzenden, worauf der andere vorsitzende einer mittelgroßen partei sich selbst enthauptet und die designierte kanzlerin böse in die klemme bringt.

doch warum macht das bei den online-nachrichtenangeboten außer (wie schon gestern) spiegel und tagesschau niemand? keine traute, keinen an bord, der einen halbwegs klugen kommentar schreiben kann?

und: warum fragen eigentlich immer alle oberreuther und die restliche kaste der parteienforscher und politwissenschaftler, was die dazu sagen?

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