Was Leute wollen könnten

Erste Zwischenerkentnisse nach den ersten CitizenMedia- und Crossmedia-Projekten der letzten Monate: Wir reden immer noch von einer kleinen Avantgarde. Manchmal schadet es nicht, sich solche Kleinigkeiten vor Augen zu führen – und sich mal wieder etwas zu erden. Diejenigen, die solche Dinge nutzen, die tun es gerne, intensiv, durchaus engagiert. Aber es ist eben immer noch eine verschwindende Minderheit (was mich nicht abhält zu glauben, dass wir mit solchen Projekten auf einem richtigen Weg sind). Der abgenudelte Begrif von Klein-Bloggersdorf ist alleine deswegen schon richtig, weil „Klein“ davor steht. Allen beeindruckenden Zahlen zum Trotz.

Man muss, dies als zweite Erkenntnis, als Redaktion eine Menge eigener Power in solche Projekte stecken. Ganz egal, ob man das als TV-Sender oder Lokalzeitung betreibt. Den Leuten nur eine leere Hülle hinzustellen, das funktioniert nicht. Erstens können sie so etwas an jeder Straßenecke bekommen, zweitens geht der Dialog mit Zuschauern und Lesern verloren. Woraus man leicht schlussfolgern kann, dass es für Medien insbesondere um letzteres geht – um den Dialog. Irgendwelche Web 2.0-Nummern zu machen, das ist witzlos und langweilig. Die Epigonen (no names, please, aber der eine oder andere Leser weiß, wen ich meine), die sich jetzt wieder auf solche Tools stürzen, ohne eine Idee zu haben, für was das gut sein soll, werden sich demnächst wieder böse umsehen.

Drittens: Die Überhitzung wird sich wieder legen. Danach sehen wir klarer. Momentan kann man ja leider keine einzige vernünftige Debatte über multimediale Zukunftsausichten führen, ohne dass nicht ein paar Leute angelesene buzz words in die Runde werfen. Zukunft heißt nicht: wahllos 27 Blogs gründen und eine Fotocommunity für den Hochsauerlandkreis aufbauen.

Viertens: Wo mein ultimativer Lösungsvorschlag bleibt? Den gibts nicht. Versuchen, immer wieder versuchen. Die letzten Wochen im Feldversuch haben mir persönlich jedenfalls hundertmal mehr gebracht als alle schlauen Aufsätze.

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