Nur mal angenommen…

…die unzähligen Regionalzeitungen dieses Landes würden ihren Leuten mal den vernünftigen Umgang mit einer Videokamera zeigen, würden sie mit solchen zu ihren Terminen schicken und ihre Onlineangebote dann mit halbwegs passablen Filmen bestücken? Wäre das nicht mal wirklich ein Asset für die Lokalen – und wäre dann, konsequent weitergedacht, lokales Fernsehen dann nicht endgültig tot? 

Spontaner Gedanke, entstanden gestern bei einer interessanten Diskussion mit der 44 K der DJS. Sehr gute, engagierte, interessierte Klasse; das muss man hier, nach vielen Diskussionen über die Zukunftsfähigkeit von Journalistenschülern, auch mal loswerden. Gestern die obligatorische Frage, wer sich eine Zukunft in den neuen Medien vorstellen kann. Erstaunliche Antwort: eigentlich alle; das hatte ich in dieser Form bei den DJS-Klassen noch nie.

Was allerdings nicht das Verdienst von mir und meiner Überzeugungskraft war, sondern dem Chefredakteur des Stern zu verdanken ist. Andreas Petzoldt war zwei Tage vor mir in der Klasse und machte dort klar, dass es in der Philosophie der Chefredaktion den „Stern“ als reinen Print-Titel nicht mehr gibt und dass es ergo künftig irgendwann mal den reinen „Print-Redakteur“ auch nicht mehr geben wird. Das hat gewirkt, anscheinend. Und auch wenn es ihm persönlich herzlich egal sein wird – allerbesten Dank dafür, dass Sie das Thema Multimedia aus der Schmuddelecke geholt haben. So viel kann ich in fünf Tagen gar nicht reden und bewirken, wie es der Chefredakteur des Stern mit wenigen Sätzen kann.

Nachtrag: Die Kollegen der Vorarlberger Nachrichten praktizieren diese Video-Sache schon ziemlich konsequent. Die „Kollision“ (so nennen Österreicher Unfälle) in XY interessiert außerhalb von XY keinen Menschen mehr, aber die Leute in XY freuen sich natürlich ungemein, wenn sie sich die Kollision vor ihrer Haustür nochmal anschauen können. Inzwischen sind die Beiträge auch halbwegs professionell geschnitten und vertont.

Nachtrag 2: Bevor es Kommentare hagelt: Ich empfehle die Videos der Vorarlberger. Über das Seiten-Layout hüllen wir gnädig den Mantel des Schweigens.

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