Zwonull und seine Grenzen

Am Anfang fand ich die Idee ganz witzig: Mit ilike kann man mit Gleichgesinnten seinen Musikgeschmack sozusagen computergesteuert abgleichen, man kann sich Empfehlungen geben lassen, während man gerade Musik über iTunes hört (ähnliches Prinzip wie bei Pandora.com). Und man kann sich zudem anschauen, was die lieben Buddys in letzter Zeit so alles gehört haben.

Kurz nachdem ich das Teil bei mir installiert und etliche Freunde mit einer Einladung zu dem Spiel gequält hatte, habe ich das bitter bereut. Nicht nur deswegen, weil die Sidebar für iTiunes regelmäßig 100 Prozent CPU braucht und somit den Rechner quasi lahmlegt; zudem sind mit noch einige andere Bedenken durch den Kopf geschossen. Zum Beispiel, dass ich mir zwar viel auf meinn überaus erlesenen Musikgeschmack einbilde, dennoch aber Tage habe, an denen ich gerne mal auch Dinge hören, mit denen man besser nicht hausieren geht; ich meine: Wer will schon den ganzen Tag das Beste aus 55 Spex-CD´s hören? Muss das dann jeder sehen, dass ich mir gerade eben ein paar alte Gassenhauer von den Toten Hosen („Im Wagen vor mir“ ist übrigens wunderbar) reingezogen habe, was ich natürlich bis zum Beweis des Gegenteils heftig abstreiten würde? Kürzer gesagt: Geht es irgendjemanden einen feuchten Kehricht an, was ich gerade tue oder gerade eben getan habe? Und andersrum, wem nutzt es; außer dass irgendwelche voyeuristischen Elemente sich dann im Stillen darüber freuen können, dass auch die Spex-Spezies sich gelegentlich alten Gassenhauer-Punk in die Gehörgänge pfeift? Und dass im Übrigen mein alter Kumpel M. und ich einen ziemlich kongruenten Musikgeschmack haben, hätte ich auch ohne Zwonull-Applikationen geahnt.

Also, liebe Freunde, sorry, dass ich euch mit dem Ding gequält hab. Passiert nicht wieder, ich schwörs.

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