Tief im Westen (8): Und tschüss!

Das eigentlich Beunruhigende an solchen Seminaren ist ja, dass man kaum merkt, wie die Zeit fliegt. Vor neun Tagen bin ich hier angekommen und dachte, jede Menge Zeit zu haben, um das Ruhrgebiet besser kennenzulernen. Zeit gehabt habe ich keine Sekunde und bei all denen, denen ich ein gemeinsames Bier in Aussicht stellte, kann ich mich nur entschuldigen. Sorry — beim nächsten Mal sehr gerne. Morgen jedenfalls geht es mittags wieder raus aus dem Pott. Das war´s, zehn Tage — und tschüss.

Am letzten Tag habe ich noch an einem kleinen Stück gebastelt, für das Daniel Krawinkel die Audios eingeholt hatte. Er hat mit einem ehemaligen Bergmann gesprochen, der ziemlich anrührend und trotdzem mit der Gelassenheit eines Ruhrpottmenschen nochmal erzählt, wie das war mit dem viel beschworenen Zusammenhalt unter Tage. Und wieso ihm beim Anblick von still gelegten Zechen auch heute, Jahre später, immer noch die Tränen kommen.

Man versteht dieses Ruhrgebiet vielleicht erst dann, wenn man mit einem solchen Menschen gesprochen hat.

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2 Kommentare

  1. Sollte es etwa sein, dass Du meinen geliebten Pott ein ganz klein wenig zu schätzen gelernt hast, auch wenn Du das niemals so ganz und wohl auch nicht öffentlich zugeben würdest?

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