26. Juni 2010 - 11:39 Uhr
Es ist ja nicht so, dass ich hier weniger gearbeitet hätte — nur weil es gestern mal ein bisschen ruhiger war und meine Posts nicht mehr ganz die unerträglich epische Länge der letzten Tage hatten. Nur waren wir nach den ersten Tagen naturgemäß etwas weniger draußen und haben stattdessen unsere Eindrücke, unsere Recherchen in Ergebnisse umgesetzt. Wenn ich Sie heute also ein wenig umleiten dürfte auf unsere Seite africangoals2010.info. Und wenn ich Ihnen dann noch die folgenden Geschichten ans Herz legen dürfte:
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Ganz generell fällt auf: Seit Bafana Bafana draußen ist, hat auch das Interesse der Zeitungen an der WM spürbar nachgelassen. Das Ausscheiden der Italiener brachte es bei einem Blatt in Johannesburg gerade mal noch auf eine kurze Notiz auf der Titelseite, ansonsten war die WM-Geschichte des Tages, dass man Vuvuzelas nicht zu oft gegenseitig tauschen sollte, um Infektionen zu vermeiden. Sonstige Aufmacher: ein örtliches Familiendrama und die Verlobung von dem Dingsbumms aus Monace. Verglichen mit dem, wie noch am Anfang der Woche jede Geschichte über die südafrikanische Mannschaft mindestens dreimal mit den Attributen “history”, “miracle” und “pride” kontamoniert wurde, kehrt also langsam wieder Normalität ein.
Auf ein Elfmeterschießen zwischen Deutschland und England freuen sich hier trotzdem schon alle.
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14. Juni 2010 - 8:57 Uhr
Eines der letzten Mysterien im Medienmarkt ist der unfassbare Erfolg von Magazinen wie “Landlust”. Da laufen den ganzen Tag Frauen in pseudoskandinavischen Klamotten rum, lagern ihre Milch nicht in Tetrapaks sondern in künstlich auf alt gemachten Milchkannen, trinken aus grellbunt und ebenfalls auf ländlich gemachten Tassen und vermitteln leicht gequält den Eindruck, als gäbe es nichts Schöneres, als den ganzen Tag sich um die sieben Kindern zu kümmern und lustiges Landleben zu führen. Die nichtakademischen Ursula von der Leyens quasi. Solche muss es zuhauf geben, anders lässt es sich kaum erklären, warum “Landlust” nicht nur einige Nachahmer gefunden hat, sondern auch regelmäßig mit gefühlten Verfünffachungen der Auiflage aufwartet.
Grund genug für die Lehrredaktion 48 K der Deutschen Journalistenschule, einen publizistischen Gegenentwurf zu machen. Das Heft, das im Rahmen der regelmäßigen “Klartext”-Reihe gestern an die Leser verschickt worden ist, behandelt das Leben “im Spannungsfeld einer Stadt”, weswegen es diesmal auch den Namen “Volt” trägt und als spin-off der “Klartext”-Reihe konzipiert wurde. Seit gestern abend ist auch der Online-Auftritt dazu freigeschaltet.
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14. Juni 2010 - 8:13 Uhr
Gestern abend war ich zu müde, um mich noch über die allgemeine Entrüstung über den Satz von Kathrin Müller-Hohenstein zu amüsieren, die dem guten Miro Klose, der nach gefühlten Lichtjahren endlich mal wieder das Tor traf, einen “inneren Reichsparteitag ” bescheinigte.
Weil Stefan Niggemeier jetzt aber auch schon über Fußball schreibt, was ich generell für eine nur mittelgute Idee halte, war er schneller — und hat alles gesagt, was zu sagen ist.
Und warum muss ich jetzt gerade an Monty Python denken? Jehova, Jehova!
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7. Juni 2010 - 12:17 Uhr
“Journalismus lehren” heißt ein neuer Sammelband, den die Journalistenakademie München und ihre Leiterin Dr. Gabriele Hooffacker inzwischen herausgebracht haben. Der Titel ist Programm: Es geht im Wesentlichen um Journalistenausbildung in der Praxis, aber auch um die Veränderungen, die der Journalismus mitgemacht hat und wohl auch noch mitmachen wird. Autoren sind u.a. Professor Klaus Meier, Lutz Frühbrodt, Marko Schlichting (und ich). Das Buch kann wahlweise für 19 Euro bestellt oder kostenlos als PDF bezogen werden.
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2. Juni 2010 - 12:51 Uhr
Ein Kardinal Ratzinger war nie liberal. Er kommt aus einer kirchlichen Bischofshierachie heraus, deren Bunkermentalität auffällig ist. Wenn ein Bischof nach draußen geht, zu Altarweihen, Festgottesdiensten, dann wird ihm doch nur zugejubelt.
Ehrlich gesagt habe ich gestaunt über dieses Interview in der “Stuttgarter Zeitung”. Nicht so sehr wegen des Inhhalts. Sondern wegen des Mannes, der diese Aussage getroffen hat. Es ist Michael Broch, neuer geistlicher Leiter der katholischen Journalistenschule ifp in München. Und nein, ich finde es nicht falsch, was er sagt. Nur sehr mutig.
(Anmerkung: Ich arbeite unregelmäßig am ifp als Dozent, kenne Michael Broch bisher nicht persönlich und freue mich nach diesem Interview darauf, ihn kennenzulernen.)
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1. Juni 2010 - 6:45 Uhr
Und wenn man sich dann solche Fragebögen durchliest, ist man ja dann doch wieder froh, mit den Segnungen des Alters versehen solche Fragen nicht mehr beantworten zu müssen. Oder zumindest: sie nur noch spaßeshalber beantworten zu können. Den legendären Fragebogen der DJS und die wichtigsten Informationen über die Schule — gibt´s hier.
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22. Mai 2010 - 13:05 Uhr
Die Beatles brauchen keinen John Lennon mehr, keinen George Harrison, keinen braungebrannten Ringo aus Beverly Hills. Sie brauchen noch nicht mal mehr Paul McCartney. Sie sind zu einer Idee geworden.
Das ist Unsterblichkeit.
Der “Spiegel” heute mit einer wirklich wunderbaren Titelgeschichte. Und man merkt dann eben doch noch den Unterschied zwischen einem Blatt, das seinen Autoren Platz und Geld und Zeit gibt. Und denen, die sich in erster Linie über Infografiken definieren.
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17. Mai 2010 - 9:10 Uhr
Kaum eine Debatte über “das Internet”, in der nicht irgendwann jemand den Einwurf macht, dort würde ja auch so unsagbar viel Unsinn geschrieben. Text und Debatte darüber, wie “der Schmutz” ins Internet kommt — hier.
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6. April 2010 - 10:35 Uhr
“Journalism is dead” behauptet das Poynter-Institut in dieser Timeline. So weit muss man ja nicht gleich gehen, aber zumindest ist es dann doch wieder einigermaßen erschütternd, wenn man sich ansieht, wie es konventionelle Medien in den USA in den letzten Jahren massiv erwischt hat.
Und nachdem die Software, mit der diese Timeline erstellt wurde, irgendwo im Netz kostenlos rumliegt, notiere ich mir jetzt mal als Fleißaufgabe für das Jahresende 2010, eine solche Timeline mit den deutschen Mediennachrichten aus 2009 und 2010 zu bestücken. Sehr viel fröhlicher, fürchte ich, wird das auch nicht aussehen im Ergebnis.
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3. März 2010 - 16:23 Uhr
Keine Ahnung, ob das so funktionieren wird: Aber zumindest mal überlegen, wie man Journalismus künftig finanzieren möchte, sollte man in jedem Fall. Dass es dabei auch ein paar Wege geben könnte, über die man bisher in Deutschland noch gar nicht so richtig nachdenkt, zeigt Robert Rosenthal in diesem Interview.
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