Funktionsmusik für Erotikfilmvorführungen in Einzelkabinen
Es gibt Einrichtungen, bei denen es sehr schwer fällt. sie zu mögen. Die GEZ ist beispielsweise so etwas. Oder die GEMA. Die musste man vor Jahrmillionen nicht kennen, weil man als Normalbürger nichts mit ihr zu tun hatte. Seit ein paar Jahren aber kommt der durchschnittliche YouTube-Nutzer in Deutschland vor allem dann mit diesem Namen in Berührung, wenn er mal wieder ein Musikvideo anschauen erfolglos ansehen will. Journalisten hatten mit der GEMA im analogen Zeitalter auch eher weniger zu tun. Seit es jedoch das Netz mit all seinen hübschen multimedialen Möglichkeiten gibt, steht man regelmäßig vor der Frage: Mensch, unter dieses Video, unter diese Audiospur etwas Musik – wäre das nicht was?
Da sei die GEMA vor! Wer etwas produziere will mit Musik, muss sich die Rechte sichern. Soweit so gut, man will ja niemanden bestehlen, als Urheber macht man das bei anderen Urhebern schon gleich gar nicht. Doch dann kommt die GEMA, der Verständnis für Nutzerfreundichkeit und Plausibilität in hartem Konkurrenzkampf mit dem der GEZ steht. Eine Frage, die man sich als juristisch nur so mittelgut bewanderter Laie stellt, ist beispielsweise die: Welche Lizenz brauche ich überhaupt wofür? Auf eine einfache Frage bzw. Stichwortsuche har die GEMA-Webseite viele Antworten parat, auf den Suchbegriff “Lizenz” beispielsweise 104:
Wir lernen dann, dass man beispielsweise für Filmvorführungen in Einzelkabinen selbstverständlich eine GEMA-Lizenz braucht die aber nicht zu verwechseln ist mit der für Erotikfilmvorführungen in Einzelkabinen, weil das nämlich ein Unterschied ist, der allerdings die Frage aufwirft, wer in Gottes Namen sich eigentlich in Einzelkabinen was anderes anschaut als Erotikfilme. Misanthropen, die die Nähe anderer nicht ertragen?
Aber egal, nachdem das für unsere Zwecke nicht in Betracht kommt, suchen wir weiter. Wir stolpern erst über die Freizeichenuntermalungsmelodien (Soundlogos und Ringback Tones) on-Demand mit Speicherung für den Endnutzer (Tarif VR-OD 6) und die Konzerte der ernsten Musik (Tarif E), ehe wir uns denken: Die Hintergrund- und Funktionsmusik für Internetseiten, das könnte es sein. Allerdings verrät uns ein erster Blick in diese Hintergrundfunktionsdingenskirchen, dass es, unbeschadet davon, ob es sich dabei überhaupt um dem richtigen Tarif handelt, schwierig werden könnte, die korrekte Anwendung und die daraus resultierenden Kosten zu berechnen. Weil:
Der Musikanteil errechnet sich aus dem Verhältnis der Anzahl der Zugriffe auf die zugänglich gemachten Werke des GEMA-Repertoires einer Internetseite zur Gesamtanzahl der Zugriffe auf sämtliche Inhalte der- selben Internetseite.
Im Hinblick auf Musikanteile über 75% wird auf Abschnitt V. 4. verwiesen.
Allerdings stellt sich dann aber raus (wenn ich das richtig verstanden habe), dass dieser Tarif nur für die Musik auf der Seite gilt, nicht aber für Filme und Audios, die man auf der Seite hat. Weil:
Diese Vergütungssätze finden keine Anwendung für die Nutzung von Werken des GEMA-Repertoires auf Internetseiten, für die eigene Vergütungssätze bestehen. Dies gilt insbesondere für Angebote im Internet, deren Zweck die entgeltliche oder unentgeltliche Übermittlung der Werke des GEMA-Repertoires an den Endnutzer ist, wie z.B. für Ruftonmelodie-, User-generated-content-Nutzungen, Freizeichenuntermalungen, Music-on-Demand, Filmvideo-on-Demand, Webradio, Web-TV und Podcasting. In diesen Fällen finden die einschlägigen Vergütungssätze Anwendung. Im Falle von Internetseiten mit Werken des GEMA-Repertoires als Hintergrund- oder Funktionsmusik mit Musikanteilen über 75% (vgl. Abschnitt I.) finden die On-Demand-Vergütungssätze Anwendung. Soweit das Angebot der Internetseite auch andere als die mit diesen Vergütungssätzen geregelte Nutzun-gen umfasst und/oder andere als die tariflich geregelten Rechte berührt, sind die betreffenden Rechte gesondert nach den einschlägigen Vergütungssätzen zu erwerben.
Schwierig, das. Auf der Webseite zu “Universalcode” habe ich diverse Videos und auch Audios, die man gemeinhin als “Podcast” bezeichnen könnte. Ist die Webseite zu Universalcode jetzt eine, deren Zweck die entgeltliche oder unentgeltliche Übermittlung des GEMA-Repertoires ist? Nö, denke ich mir, die Seite mag viele Zwecke haben, aber das GEMA-Repertoire übermitteln ist es weniger. Also, weitersuchen…
Für einen kurzen Moment glaube ich an die “Musik bei Vorführungen von Narrenvereinigungen (Tarif WR-VR-K)”, weniger hingegen an ”Musik in Spielstätten auf dem Gebiet der musikalischen Nachwuchsarbeit (Tarif WR-NWSP)”. Musik in Verkehrsmittel? Nö, auch nicht, aber halt, das hier, das könnte was sein: Musik bei der Wiedergabe bei Bildtonträgern. Das ist es leider nicht (es bezieht sich mehr auf so Public Viewing-Zeugs), aber ich weiß jetzt, dass ich weiß jetzt, dass ich 10,50 Euro im Monat bezahlen müsste, würde ich diese Wiedergabe in einem Omnibus machen. Also, glaube ich wenigstens.
Aber man muss ihr lassen, dass sie echt kreativ ist, diese GEMA: Die Lizenz zur Wiedergabe von GEMA-Material bei Trauungen ist eine andere als bei Beerdigungen, was letztlich ja auch eine Frage des guten Geschmacks ist. Desweiteren gibt es:
- Nutzung von Werken des GEMA-Repertoires durch Weiterübertragung von Tonträgermusik mittels einer eigenen Verteileranlage, nicht in Hotels, Pensionen, Gasthöfen, Krankenhäusern, etc. (Tarif W-T 1)
- Nutzung von Werken des GEMA-Repertoires zur Herstellung eines Filmwerkes auf Bildtonträger für die öffentliche Vorführung außerhalb von Lichtspieltheatern und den privaten Gebrauch (Tarif VR-TH-F 2)
- Regelmäßige Erotikfilmvorführung (Tarif T-R-E) — nicht zu Verwechseln mit der Erotikfilmvorführung in Einzelkabinen
- Tarif der ZPÜ über die Vergütung für private Vervielfältigung für Speichermedien des Typs Audio-CD-R / -RW (Tarif Audio-CD)
- Tarif Premium-Radio (S-VR/PHf-Pr) für die Nutzung von Werken des GEMA-Repertoires durch private Veranstalter von Premium-Radio (alle Sendearten)
Was ich eigentlich suchte? Siehe oben. Gefunden habe ich nichts, zumindest nicht in einer auch nur halbwegs angemessenen Zeit. Ich habe nicht mal im Ansatz eine echte Idee, welcher Tarif für mich in Frage käme, wenn ich ein Webvideo als freier Journalist irgendwohin verkaufen wollen würde. Und welche Lizenz ich für Universalcode bräuchte (deswegen verwende ich grundsätzlich nur GEMA-freies Zeugs). Sollen wir was sagen dazu, wir Multimedia-Journalisten, die einfach nur eine simple Antwort auf eine simple Frage benötigen? Oder lassen wir in Sachen Komplexität dann doch das letzte Wort der GEMA, diesem irrsinnigen bürokratischen Monster, dem Zeitvernichter und Menschenindenwahnsinntreiber…(bevor Sie übrigens verzweifeln: drüben bei “Universalcode” gibt es eine feine Auflistung, wie Sie den GEMA-Irrsinn vermeiden können).
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Süddeutsche.de: Einfach besser gemacht
Onlinejournalismus ist an sich eine furchtbar einfache und unkomplizierte Sache. Wie überhaupt dieses Internet eine einfache Geschichte ist. Oder vielleicht sogar alle erfolgreichen Produkte — je einfacher, schnörkelloser und erkennbar gut sie gehalten sind, desto besser sind sie. Das Schwierige ist vermutlich, die schwierigen Dinge einfach zu machen. Diejenigen, die das können, haben in der Regel überwältigenden Erfolg, siehe Google, siehe Apple.
Speziell im Onlinejournalismus ist die Gefahr groß, dass man eine Webseite ordentlich überfrachtet. Hier noch eine Rubrik, da noch ein Kasten, darf´s eine Spalte mehr sein? Es gab da immer eine ganze Reihe von Kandidaten, süddeutsche.de war lange Zeit einer von ihnen. Ich fand es immer verblüffend, wie man bei der SZ nahezu alle Onlinechancen konsequent ignorierte und stattdessen ein Angebot hinstellte, dass einem Blatt wie der SZ kaum würdig war. Leider las es sich nicht nur schlecht, sondern war auch optisch wie eines dieser gruseligen freistehenden Einfamilienhäuser in Germering, wo man dann noch ein Erkerchen und ein Türmchen…
Süddeutsche.de hat sich in dieser Woche entschlackt. Und gezeigt, worauf es ankommt. Nämlich ein schlankes, übersichtliches Angebot zu machen, dass sich einfach nutzen lässt, in dem die Dinge da sind, wo man sie vermutet, wo die Neigung zumindest des deutschen Nutzers, einfach nur runterscrollen zu müssen, konsequent bedient wird. Es ist im Grunde nicht mehr als das, was Google auch getan hat. Du willst suchen? Hier ist das Suchfeld. Du willst Nachrichten und Geschichten? Hier sind sie. Man kann zwar durchaus bedauern, dass Nachrichtenseiten in Deutschland inzwischen häufig so aussehen wie ein Klon von “Spiegel Online”, aber das funktioniert eben; besser jedenfalls als das ganze “Zeitung-im-Internet”-Gedöns, an dem sich schon ein paar die Finger verbrannt haben. Der “Tagesspiegel” ist wieder reumütig zurück und bei der FAZ werden sie es schon auch noch lernen.
Jetzt die SZ also, deren Relaunch ohne großes Spektakel daherkommt. Das macht es aber gleichzeitig auch angenehm. Die Seite wirkt deutlich luftiger als ihre Vorgängerversionen, dazu trägt auch der entrümpelte Seitenkopf bei, der vorher ein bisschen wie ein Banner für ein Bestattungsinstitut aussah. Jetzt steht da nur noch “Süddeutsche.de” und “Neueste Nachrichten” und die Uhrzeit. So einfach sind die Dinge manchmal eben. Zuvor war da ein schwarzer Grabstein und viel unmotiviertes Grün und manchmal hat was geblinkt.
Es gibt nicht sehr viel zu mäkeln am Relaunch der SZ. Die Überschriften kommen immer noch etwas groß und klobig daher und beeinträchtigen das luftige Bild der Seite etwas. Farben für diverse Ressorts gefallen mir grundsätzlich gut, mit denen, für die sich die SZ entschieden hat, kann ich mich nur bedingt anfreunden (aber das ist zugegeben geschmäcklerisch). Und ja, das neue “Digitalblog” ist eigentlich kein Blog geworden bisher, sondern eher eine Ansammlung von Beiträgen, von denen man bisher kaum erahnen kann, warum da “Blog” drüber steht.
Trotzdem, jetzt ist der Platz da, damit sie das können, was sie bei der SZ am besten können: gute Geschichten schreiben, mit witzigen Überschriften spielen, Themen setzen, kommentieren. Ich glaube, dass es keine Zeitung in Deutschland gibt, die dafür ein solches Potential hätte wie die SZ. Bisher haben sie das gut versteckt in Erkerchen und Türmchen, unter sinnbefreiten Klickstrecken und einer eher inkonsistenten Mischung aus irgendwas. Jetzt sieht das nach sehr ordentlichem Onlinejournalismus aus und das alleine ist ja auch schon was: Dass man jemals der SZ so etwas wie Konkurrenz- und Zukunftsfähigkeit in Sachen Internet attestieren könnte, hätte man sich vor einem Jahr auch noch nicht gedacht. Und dass mit den Farben und Schriften und den Blogs lernen sie auch noch in München, ganz sicher.
(Hinweis: sueddeutsche.de-Chefredakteur Stefan Plöchinger und jetzt.de-Redaktionsleiter Dirk von Gehlen haben jeweils ein Kapitel für “Universalcode” geschrieben, mit beiden verbindet mich ein tendenziell sehr freundliches Verhältnis).
Wie ich mal beim Karrierehelfer beinahe keinen Job fand
Falls Sie sich in den vergangenen Tagen etwas über meine penetranten Postings in diversen sozialen Netzwerken gewundert haben, würde ich Sie jetzt erstmal gerne beruhigen: Nein, ich suche keinen Job, ich will mich beruflich nicht verändern. Lieb von Ihnen, wenn Sie an mich gedacht haben — und sorry, wenn ich Ihnen ggf. etwas Mühe bereitet haben sollte, aber das war ein Fake. Ein Selbstversuch. Über die Wunderwirkungen von Social Media, Networking und die Versprechungen, man müsse beinahe nichts mehr tun, weil durch soziale Netze alles von alleine zu uns kommt.
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Die Revolution der Jobsuche hat längst begonnen. Wie stark soziale Medien wie Facebook und Twitter oder Businessnetzwerke wie Xing und LinkedIn zukünftige Karrierewege beeinflussen, ist in den USA schon jetzt zu sehen. Die Chancen des Web 2.0 sind dort bei der Suche nach einem neuen Arbeitgeber kaum noch wegzudenken. Laut einer Studie des Recruitingdienstleisters Jobvite hat jeder sechste Befragte im laufenden Jahr seinen Job über einen Hinweis in sozialen Netzwerken erhalten. Noch vor einem Jahr traf das nur auf jeden zehnten zu.
Ausgerechnet Heiligabend. Der “Tagesspiegel” erzählt eine Geschichte , die ein bisschen was von Maria und Josef an sich hat. Herbergssuche respektive Jobsuche im digitalen Zeitalter, das ist, natürlich, nicht weniger als eine “Revolution”. Es ist ein bisschen unfair gegenüber dem “Tagesspiegel”, weil solche Geschichten inzwischen ja überall erzählt werden, nach meinem Eindruck ein bisschen unreflektiert und ein bisschen heilsbringerisch, aber das ist ein guter Anlass, mal selbst zu checken: Revolution in der Jobsuche, ein bisschen networken, nie wieder bewerben, Jobs via Twitter und Faceboook, wie schön. Funktioniert das?
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Meine Voraussetzungen sind gut, denke ich mir, als ich mich selbst auf die digitale Herbergssuche mache. Ich arbeite in einer Branche, in der soziale Medien vermutlich überproportional oft genutzt werden, wesentlich mehr jedenfalls als beispielsweise in Bäckereien oder Lohnbuchhaltungen. Ich bin ganz passabel vernetzt, ich bringe es auf 1600 Follower bei Twitter, knapp 500 Freunde bei Facebook, 1200 Menschen haben mich bei Google Plus gecircelt. Laut Statistik habe ich letztes Jahr alleine bei Gmail rund 15.000 Mails bekommen, laut Statistik erhalte ich deutlich mehr Mails als ich schreibe. Ich habe im vergangenen Jahr bei “WIRED” mitgearbeitet, habe ein paar Sachen für den “Elektrischen Reporter” gemacht, ein Buch herausgegeben, die zweite Auflage eines anderen Buchs herausgebracht — kurzum, ich bilde mir ein, dass es keineswegs aussichtslos und unangemessen ist, wenn ich der digitalen Welt meinen Wunsch nach Veränderung bekanntgebe. Weil Weihnachten vielleicht der nicht wirklich passende Zeitpunkt ist, warte ich noch bis zum 27.12., um dann nicht etwa verbrämt, sondern in aller Offenheit und Transparenz klarzumachen: Ich WILL einen neuen Job!
Als Crossposting geht das auch rüber zu Google Plus und in einer 140-Zeichen-kompatiblen-Version auch noch zu Twitter. Da bin ich Welt, jetzt wisst ihr es, die Karrierehelfer sind angeworfen und eigentlich müsste es doch jetzt nur noch prasseln.
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Dass dieser Trend auch in Deutschland greift, hat Mike Schnoor am eigenen Leib erfahren. Am 14. März schrieb der Kommunikationsprofi bei Twitter: „Suche neue Herausforderung. “ Wenige Worte, mit großem Effekt. 40 Personen leiteten Schnoors Gesuch an Bekannte bei Twitter weiter, 29 Menschen wiesen auf interessante freie Stellen hin und auch mehrere Headhunter machten dem gut vernetzten PR-Fachmann ein Angebot.
Ha, der Schnoor. Schreibt gerade mal “Suche neue Herausforderung” und kann sich kaum retten. Da bin ich mit meinem überaus freundlichen Text und der Beschreibung meiner Vorzüge deutlich weiter, denke ich mir. Richtig glaubhaft komme ich anscheinend aber trotzdem nicht rüber, der erste Kommentar meines Facebook-Eintrags lautet: Ist dir echt langweilig? Gut, dafür hat es bis zu diesem Eintrag wenigstens keine zehn Minuten gedauert und für mich selbst weiß ich, von wem er stammt, nämlich von jemandem, der mich ganz gut kennt und der möglicherweise geahnt hat, dass ich meine Selbständigkeit nicht mal eben via Facebook aufgeben werde. Dummerweise ist aber auch der zweite Kommentar eher spöttisch. Dafür bekomme ich ein paar “Likes”. Man liked es neuerdings also, wenn jemand auf Jobsuche ist? Komische Welt.
Was macht Twitter? Bei Kommunikationsprofi Schnorr waren es gerade mal 40 Retweets, das muss doch selbst an Weihnachten zu schaffen sein. Tatsächlich sind die Follower bei Twitter tatsächlich deutlich kooperativer und auch ernsthafter als bei Facebook. Gut, unter den Twitter–Angebots-Vorschlägen sind auch: Bundespräsident, Sportvolontär, Moderator bei Wetten, dass…Man lernt bei solchen Aktionen übrigens viel über schlechten Humor, den Schenkelklopfer mit Wetten, dass…habe ich mehrfach gehört. Einer belehrt mich, dass ich sofort wieder mit der Festanstellung aufhören würde, würde ich auch nur mal für eine Woche in seinem Laden arbeiten. Ich verzichte darauf, mich für das freundliche und gute Zureden zu bedanken. Konstantin Neven DuMont fragt nach, ob ich auch nachhaltigen Journalismus könne. Ich werte das aber als kleinen Seitenhieb auf eine leicht ironische Besprechung seines Evidero-Projekts, bei der ich mich ein wenig über die inflationäre Verwendung des Begriff ”nachhaltig” amüsiert habe. Tag 1 geht also erfolglos vorbei. Ich werde das Gefühl nicht los, mich eher zum Gespött gemacht zu haben. Warten wir ab, was Tag 2 bringt.
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Tag 2 bringt…ungefähr nichts. Ein paar Retweets, die ungefähr so erfolgreich sind wie Mario Gomez in seinen schlechtesten Zeiten. Ich schaue mal rüber zu Google Plus, von dem es ja gerne heißt, da sei es irgendwie ernsthafter und professioneller. Meine Ausbeute ist dort der Hinweis, dass man im Nordkorea gerade einen neuen Diktator suche. Ich bin zwischenzeitlich nicht unglücklich, dass diese ganze Geschichte nur ein Fake ist. Wie fühlt sich wohl jemand, der ernsthaft einen Job sucht, angesichts solcher lustiger Tipps? Tag 3 verläuft ähnlich, nur ohne Nordkorea.
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Ok, ihr wolltet es so. Ich muss ein bisschen mehr öffentlichen Druck aufbauen, klar machen, dass es mir ernst ist, dass ich raus will aus dem Elend der Selbständigkeit und mit nach VERÄNDERUNG ist:
Immerhin, vielleicht liegt es daran, dass das Weihnachtsessen inzwischen besser verdaut ist: Es kommen zwei Hinweise auf relevante und interessante Job, die ich allerdings mit ein wenig Recherche im Netz selbst gefunden hätte, weil sie ausgeschrieben waren. Besser als nichts, denke ich mir — aber trotzdem: Das ist jetzt der Karrierehelfer, die Revolution bei der Jobsuche? Zwei Stellenausschreibungen, die man auch hätte googeln können? Konstantin Neven DuMont empfiehlt mir, ich solle doch mal eine Mail an Evidero schreiben, da suche man nach Autoren. Bei Twitter schickt mir daraufhin jemand eine DM; ob ich wirklich zu Konstantin Neven DuMont wechseln will. Hmm. Erfolgreich sieht anders aus.
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Bereits zwei Wochen nach seinem Twitter-Eintrag hatte Schnoor die neue Herausforderung gefunden: Er wurde Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW). Um seine Erfahrungen auch an andere Jobsuchende weiterzugeben, hat Schnoor für den BVDW einen Bewerberleitfaden mit dem Titel „Karrieresprungbrett Social Media“ entwickelt, in dem der Verband Ratschläge gibt, wie sich Jobchancen mit Facebook, Twitter & Co. erhöhen lassen. „Vor allem die großen Konzerne nutzen soziale Netzwerke bereits stark als Recruitingwerkzeug“, sagt Schnoor. „Bewerber, die diese Angebote nutzen, kommen oft schneller und einfacher an relevante Informationen.“
Ich beneide Herrn Schnoor. Nach zwei Wochen hat er einen neuen Job und einen Bewerberleitfaden schreibt er gleich noch dazu. Rebellion! Ich habe ein paar Likes bekommen, ein paar lustige und ein paar weniger lustige Kommentare.
Ausbeute an halbwegs ernsthaften Jobs: null.
Zahl der Headhunter, die sich bei mir gemeldet haben: null.
Zahl der großen Konzerne, die eine Recrutingaktion an mir vorgenommen haben: null.
Neigung bei mir, so etwas im Ernstfall wiederholen zu wollen: null.
Warum “everybody” doch nicht kommt
Vielleicht muss man das am Ende eines Jahres mal so deutlich sagen: In den vergangenen Jahren ist in Sachen Medienzukunft viel Wahres, aber leider auch einigermaßen viel Quatsch erzählt worden. Gerne und bevorzugt übrigens auch von mir. Wir haben in den letzten Jahren immer wieder mal Dinge als gottgegeben prophezeit und als unumstößliche Wahrheiten postuliert, von denen wir heute feststellen müssen: Ganz so ist es dann doch nicht gekommen, sorry for that. Wir haben in den vergangenen zehn Jahren den endgültigen Triumph der Blogs über den konventionellen Journalismus prophezeit, den Siegeszug der freien, überall erhältlichen und natürlich kostenlosen wie kollaborativen Nachrichten und den Beginn der aufgeklärten, kritischen und teilhabenden Mediengesellschaft. Und, ach ja, erinnert sich noch jemand an den Bürgerjournalismus, der die professionellen Journalisten ablöst? Bürger- und Hobbyreporter, die den ganzen Tag mit ihren digitalen Prosumergeräten stehen und lauern und nichts anderes im Kopf haben, als die Ergebnisse ihrer Arbeit sofort irgendwo hochzuladen und zu publizieren? Für mich war dieses Thema erledigt, als vor einigen Jahren “Bild” das Leserreporter-Foto des Jahres prämieren wollte und es dann doch nur ein Schnappschuss des im Papamobil vorbeifahrenden Papstes wurde. Seitdem kann ich mich zwar an ein paar gelungene Interaktionen und Einbindungen zwischen Redaktionen und Nutzern erinnern, aber das alles überragende bürgerjournalistische Projekt in Deutschland habe ich nicht gefunden (und ich glaube auch nicht daran, dass es noch kommen wird). Der Erzähler, die Person kann ein interessanter Nebenaspekt in einer Geschichte sein, wenn die Geschickte gut ist. Oder beides zusammenkommt. Aber, sorry Mr. Jarvis: Nie, wirklich nie dreht sich Geschichtenerzählen um irgendwas anderes als die Öffentlichkeit.
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Vielleicht ist ja auch das Jahresende einfach ein guter Zeitpunkt, um ein wenig Selbstkasteiung zu betreiben. In jedem Fall aber ist es ein Text des US-Journalisten Dean Starkman mit dem schönen Titel “Der Schwindel” (hier in der deutschen Übersetzung). Starkman geht ziemlich unfreundlich mit einer “Clique” um Menschen wie Jeff Jarvis, Jay Rosen oder Clay Shirky um, von denen er schreibt, dass sie im öffentlichen Diskurs momentan die Oberhand habe. Das ist vornehm ausgedrückt, mir drängte sich in den vergangenen Jahren der Eindruck auf, dass es beispielsweise bei Jarvis genügte, wenn er IRGENDWAS sagte, um sofort geretweetet, gepostet und gesonstirgednwast zu werden. Dabei war mir vieles von dem, was irgendwann in die öffentliche digitale Meinung einfloss, wahlweise zu idealistisch, naiv, weltfremd. Und, ja, auch das: zu platt. Mit Thesen wie “What would Google do?” kann ich nicht sehr viel anfangen, weil das tendenziell schnell auf dem Niveau von Erfolgsberatern und Motivationstrainers ist: Schau dir an, wie es XY macht und mach es dann genau so. Und auch an die anderen Thesen habe ich immer nur sehr eingeschränkt geglaubt. Inzwischen zeigt sich, wie unsinnig manches davon ist.
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Starkman hat einige sehr schöne Zitate der US-Gurus rausgekramt. Und ich finde, man kann sie mit einigem Recht inzwischen daran messen. “Narrativer Journalismus dreht sich um den Erzähler und nicht die Öffentlichkeit”, hat beispielsweise Jarvis mal geschrieben Das könnte man als Bagatelle abtun, wäre es nicht so fatal kennzeichnend für die Haltung, die in Digitalen inzwischen oft genug leider unreflektiert eingenommen wird. Ein Journalismus, selbst ein narrativer, der sich vornehmlich um den Erzähler dreht: Was wäre das noch außer Selbstbespiegelung, Eitelkeit, medialer Elfenbeinturm? Und was ist es für ein überaus merkwürdiges Selbstverständnis zu glauben, es würde irgendjemanden interessieren, wenn ein Journalist in narrativen Erzählungen sich um selbst dreht. Das ist im Übrigen auch immer der Grund, warum ich an manchen Selbstvermarktungsstrategien für (freie) Journalisten große Zweifel habe: Es ist der Inhalt, um den sich alles dreht, sogar bei Twitter, bei Facebook und all den anderen. Niemand will wissen, wie sich der Journalist gerade fühlt und wo er sich gerade rumtreibt, wenn es nicht irgendeinen inhaltlichen Kontext gibt, eine Information, einen Mehrwert. Wir können in unserem Beruf gut sein, konsequent, zielstrebig, kommunikativ – aber wir sind im Regelfall keine Stars, von denen persönlich man sehr viel wissen will. Einen Journalismus, der ein anderes Selbstverständnis hat, als irgendwie für die Öffentlichkeit da zu sein, möchte man sich lieber erst gar nicht vorstellen. Selbst dann nicht, wenn er plötzlich digital-narrativ ist.
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Man möchte ihn aber auf der anderen Seite auch nur ungern so gebeugt erleben, wie ihn andere aus der US-Szene beschreiben. John Paton schreibt davon, dass unser Marktwert (und vulgo damit auch unsere Leistung) “gleich null” sei. Clay Shirky meint sinngemäß, Nutzer könnten Nachrichten inzwischen auch selbst verbreiten und würden dadurch bedingt lernen, dass es nichts Besonderes mehr sei, sie zu produzieren (weswegen eben auch unser Marktwert sinkt). Dan Gilmore fühlt sich “befreit” durch das Wissen darüber, dass seine Leser zusammen sehr viel mehr wüssten als er. Das alles beschreibt richtige Tendenzen und zieht doch die falschen Schlüsse. Ja, natürlich wissen 15 Menschen im Regelfall mehr als einer. Ja, der Stellenwert der Nachricht hat sich verändert und ja, man kann sie inzwischen auch als Nutzer weiter verbreiten, wiewohl man sie immer noch im seltensten Falle selbst erzeugen kann. Aber genau das ist der Punkt: Der Vertriebsweg ändert sich, die Kommunikation ändert sich. Was sich nicht ändert: der Job des Journalisten, Nachrichten und gute Geschichten zu recherchieren und zu veröffentlichen. Den Stoff für eine Anschlusskommunikation zu liefern oder eben auch für die ganzen wunderbaren sozialen Plattformen. Ohne Nachricht, ohne Geschichte gibt´s auch nichts, was man teilen könnte.
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Sieht man davon ab, dass es schon ganz gute Gründe darf gibt, warum man den Journlistenberuf tatsächlich lernen kann und auch soll, gehen die “Wir haben keinen Wert mehr, weil´s jeder kann”-Propheten auch von einer elementar falschen Grundvoraussetzung aus. Nur weil es technisch künftig jeder kann, kann es noch nicht jeder handwerklich. Mindestens genauso wichtig: Vielleicht wollen es viele ja auch gar nicht. Hört man Shirky et al zu, könnte man glauben, die Menschheit habe nur darauf gewartet, endlich selbst publizieren zu können. Was aber, wenn dem gar nicht so ist? Was, wenn unser Publikum es tatsächlich als eine ganz kommode Lage empfindet, uns mal machen zu lassen? Wenn es uns gerne liest und sieht und manchmal auch völlig zu recht kritisiert — ohne aber deswegen auf den Gedanken zu kommen, die ganze Sache jetzt mal selbst in die Hand zu nehmen? Kaum vorstellbar. Und auch nicht verwunderlich. Das Verhältnis zwischen denen, die publizieren und denen, die konsumieren, ist seit jeher ungleich. Daran wird sich nichts ändern, man darf kopieren/weitergeben eben nicht mit produzieren verwechseln. Here comes everbybody? No way, weil everybody gar nicht will. Die Gedanken der digitalen Avantgarde sind deswegen nicht massentauglich, weil es eben die Gedanken einer Avantgarde sind (gerne zugegeben sei allerdings an dieser Stelle, dass ich mich mit manchem, was ich hier in den vergangenen Jahre geschrieben habe, auch getäuscht habe).
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Könnte also gut sein, dass es uns so schlecht gar nicht geht mit dem Journalismus. Dass es bei aller inhaltlichen Alltagskritik und allen digitalen Wandlungen immer noch ein Grundbedürfnis nach solide recherchierter Information und guten Geschichten gibt. Dass man der Seite 3 der “SZ” möglicherweise doch noch mehr glaubt als einem Blogger, wobei gerade dieses Bild sinnbildlich stehen kann für die Veränderung: Ganz früher hätte es den Blogger erst gar nicht gegeben, dann hätte man ihn pauschal gar nicht als Alternative in Erwägung gezogen, inzwischen kann unter Umständen der Blogger auch mal besser oder zumindest ergänzend zur Seite 3 sein.
Vorschau 2012: Leben am “I hate to be right foursquare”
Januar: Das Jahr beginnt mit einem Paukenschlag: Die “Huffington Post” kommt nach Deutschland, wie durch eine eher ungeplante Kommunikation bekannt wird. Herausgegeben wird sie zur Überraschung vieler von Conde Nast. Wie der Verlag mitteilt, wird Thomas Knüwer Chefredakteur. Nachdem Knüwer ohnehin gerade mit der Zweitausgabe von WIRED (Schwerpunktthema: Gebt Deutschland den Nerds) beschäftigt ist, beschließt der Verlag, dass eine gedruckte Ausgabe der HuPo zusammen mit WIRED einem in einem Bundle mit der GQ erhältlich sein wird. An seinem Job kommen Knüwer erste Zweifel, als er in München auf offener Straße von einer Delegation des Blogs “Mädchenmannschaft” mit faulen Eiern beworfen und mit Sprechchören wie “Was steht an jeder Ecke? Macker verrecke! Was steht an jedem Haus? Machos raus!” durch den Tag begleitet wird. Bundespräsident Wulff hat inzwischen die Suche nach einem neuen Sprecher beendet. Die Wahl fällt auf Sascha Lobo, der Wulff als erstes eine neue Frisur verpasst. Aufkeimende Kritik an Lobo für dieses Engagement kontert der fröhliche Irokese damit, dass er Wulff zwar auch doof finde, generell aber als Werber dafür werbe, für was er bezahlt wird. Weil Wulff gerade etwas klamm ist und das Lobo-Jahresgehalt von 520.000 Euro nicht bezahlen kann, zieht Lobo vorerst in ein Klinkerbaus in Großburgwedel. In einem Kommentar für evidero.de fragt sich Konstantin Neven DuMont, ob das wirklich als nachhaltige Politik zu bezeichnen sei. In der FAZ sorgt Frank Schirrmacher mit seiner Forderung nach einem “europäischen Facebook”, die er in einem dreiseitigen Aufsatz aufstellt, für Aufsehen.
Februar: Mario Sixtus gibt überraschend sein Format Elektrischer Reporter auf. Das ZDF weist die Kritik, Sixtus habe seinen neuen Job als Moderator von “Wetten, dass…” insbesondere seinen guten Beziehungen zum überraschend neu gekürten ZDF-Chefredakteur Thomas Knüwer zu verdanken, als haltlos zurück. Konstantin Neven DuMont fordert dennoch eine nachhaltige Reform des ZDF. Das Publikum der FAZ staunt über einen Schirrmacher-Aufsatz mit dem Titel “Wäre Oskar Lafontaine doch der bessere Bundeskanzler gewesen?” .
März: In der ARD sorgt die Wahl von Richard Gutjahr in das Amt des neu geschaffenen Super-Intendanten für einige Irritationen. In einem ersten Schritt verringert Gutjahr das Personal um 80 Prozent, ersetzt alle Kameras durch iPhones, moderiert nahezu alle Sendungen selber und reformiert das Programm. Neuer Sendeplatz von Beckmann ist bei Facebook, Sandra Maischberger darf nur noch twittern, Frank Plasberg fühlt sich durch die Versetzung zu Google + degradiert. Die interaktiven Tagesthemen moderiert grundsätzlich Gutjahr von irgendeinem Ort der Welt aus, an dem er sich gerade befindet. Für Erstaunen sorgt auch das neue ARD-Logo, in dem sich eine “1″ um einen angebissenen Apfel rankt. Das “Wort zum Sonntag” besteht ab sofort aus jeweils 5-Minuten-Episoden aus der Biografie von Steve Jobs. Zu stoppen ist Gutjahr trotzdem kaum. Schließlich wurde er mit nur einer Gegenstimme von Monika Piel (“Wer ist das überhaupt, dieser Gutjahr?”) ins Amt gewählt. In einem Kommentar für evidero.de spricht sich Konstantin NevenDuMont für mehr Nachhaltigkeit in dieser Programmreform aus. Frank Schirrmacher veröffentlicht ein Gespräch mit Sahra Wagenknecht über das Thema “Raubtier-Kapitalismus” unter dem Titel “Vorerst nachhaltig gescheitert”. Spekulationen tauchen auf, ob Schirrmacher mit Wagenknecht, Guttenberg, Gabriele Pauli und Konstantin Neven DuMont eine neue Partei aufmachen will.
April: Das ZDF präsentiert sein neues Moderatorenduo für die Fußball-EM 2012. Die Überraschung ist nicht sehr groß, als Chefredakteur Knüwer verkündet, diese Aufgabe selber übernehmen zu wollen. Lediglich seine Begründung, mit der er den Trainer von Preußen Münster als Nachfolger des geschassten Olli Kahn als neuen Experten einführt, halten Menschen, die wirklich etwas von Fußball verstehen, für gewagt. Unterdessen erscheint das erste WIRED-HuPo-GQ-Bundle mit einem sagenhaften Gimmick, nämlich Panini-Sammelbildchen. Das Unboxing des ersten Bundles wird live in der ARD übertragen, für die sich Hyperchefredakteur Gutjahr drei Tage lang vor den CondeNast-Verlag in München in einem kleinen Zelt einquartiert hatte und nun als erster auf diesem Planeten ein Bundle in der Hand hält.
Mai: In Baku platzt die Neuauflage des ESC-Blogs von Stefan Niggemeier und Lukas Heinser, weil Heinser überraschend und zwangsweise zum neuen Nationaltrainer Aserbaidschans berufen wird. Das Angebot des Landes, dafür mit Berti Vogts das Bakblog zu gestalten, lehnt Niggemeier ab. Umgekehrt legt Aserbaidschan keinen Wert darauf, dass Niggemeier Heinsers Co-Trainer wird. Auch eine Intervention von Bundespräsident Lobo kann diese dramatische Wendung der Dinge nicht mehr verhindern. Konstantin Neven DuMont wertet die Vorgänge allerdings als eine Chance zur nachhaltigen Verbesserung der Beziehung zwischen den Ländern, plädiert aber gleichzeitig auch für seine deutliche Absenkung der Fangquoten für Thunfisch.
Juni: Der Gewinn des EM-Titels geht einher mit dem Scheitern der schwarz-gelben Koalition in Berlin. Für das ZDF bringt dies den auch aus Kostenaspekten kaum zu überschätzenden Vorteil, dass Fußballexperte Knüwer nach der Übertragung des Finales sofort in das heute-journal umschalten kann, wo Moderator Steffen Seibert Regierungssprecher Knüwer ausführlich befragt. “Ein tolles Duo”, jubiliert Chefredakteur Knüwer, der gleichzeitig eine Umbenennung der Sendung in WIRED-journal ankündigt.
Juli: Der “Spiegel” veröffentlicht ein Gespräch mit Helmut Schmidt zur Frage, wer Nachfolger von Angela Merkel werden soll. Schmidt zieht an seiner Zigarette, deutet auf das neue WIRED-Titelbild, auf dem Chefredakteur Knüwer sich selbst abgebildet und praktischerweise auch gleich ein Interview mit sich selbst ankündigt hat — und knurrt: ” Er kann es.” Knüwer selbst gibt seine Kandidatur via Twitter bekannt, kurz darauf wird er von Bundespräsident Lobo vereidigt. Im WIRED-journal lobt ZDF-Chefredakteur Knüwer die Wahl Knüwers als eine gute Wahl, weiß aber kurzzeitig nicht mehr genau, zu welchem Job genau er sich gratulieren soll. Für kurze Aufregung sorgt, als Knüwer für seine Regierungszeit ein paar “Zückerchen” ankündigt und sich dafür einen bösen Rant von Felix Schwenzel einfängt. Frank Schirrmacher schreibt in der FAZ, dass wir ein gemeinsames europäisches Blog brauchen. Konstantin Neven DuMont unterstützt diese Forderung, solange das Blog auch den Nachhaltigkeitsgedanken nachhaltig unterstützt.
August: Spektakuläre Wende im öffentlich-rechtlichen Rundfunk: ARD-Hyperintendant Richard Gutjahr und ZDF-Chef Thomas Knüwer beschließen die Fusion ihrer Sender. Beide begründen dies zum einen mit medienpolitisch gebotener Vernunft, zum anderen aber auch mit ihren anderen Jobs. Nachdem eine Putzfrau auf einer Konferenz versehentlich einen Zetre vergessen hat, aus dem eindeutig hervorgeht, dass WIRED künftig monatlich erscheint, kann auch Knüwer nicht mehr die Wahrheit hinterm Berg halten. Die Nachrichten von ARD und ZDF werden künftig generell gemeinsam ausgestrahlt, sind interaktiv und werden generell von Richard Gutjahr via Livestream von dort aus moderiert, wo er zufällig gerade ist. Neuer gemeinsamer Programmdirektor wird Markus Hündgen, auf den man sich einigt, weil er ohnehin für das ZDF schon den Mayortitel bei Foursquare hält. Sein erstes neues Format “Reporter ohne Reporter und ohne Kamera”, nicht moderiert von Mario Sixtus, sorgt für Diskussionen. Stefan Niggemeier schreibt darüber im “Spiegel” ein launiges Medienlexikon mit dem lustigen Titel “Hünd/chen”, Frank Schirrmacher begrüßt die Fusion, fordert aber gleichzeitig, dass wir eine europäische öffentlich-rechtliche Medienbehörde unter Aufsicht von Marcel Reich-Ranicki benötigen.Konstantin Neven DuMont bringt sich für den Job ebenfalls ins Spiel, sagt aber dann ab, weil es in der Kantine des neuen Supersenders keinen Karpfen geben soll.
September: Die neue FAZ-Herausgeberin Sahra Wagenknecht entlässt überraschend ihren großen Förderer Frank Schirrmacher und auch die anderen Herausgeber. Das Gremium, bestehend aus ihr selbst, heißt ab sofort Zentralkomitee zur Herausgabe hervorragender publizistischer Leistungen. Im “Neuen Deutschland” veröffentlicht Schirrmacher einen Aufsatz mit dem Titel “Hatte Oskar Lafontaine doch recht?”. Im WIRED-journal antwortet Schirrmachers großer Gegenspieler Knüwer mit einem schlichten “Nein”, Konstantin Neven DuMont ist der Auffassung, dass das schon sein könne, letztendlich aber nicht nachhaltig genug sei.
Oktober: Sascha Lobo schafft es als erster Twitterer weltweit, dass ein Tweet von ihm geretweetet wird, bevor er ihr abgesetzt hat. Frank Schirrmacher fordert in 140 Zeichen die Einführung eines europaweiten gemeinsamen Twitters. Enttäuschung herrscht allerdings in der Szene, als bekannt wird, dass Bundespräsident Lobo gar nicht selbst twittert, sondern dieser Job von seinem Sprecher Christian Lindner, gleichzeitig Chefredakteur der Rhein-Zeitung, erledigt wird. Die Enttäuschung ist umso größer, als dass in den USA gerade dazu übergegangen wurde, Barack Obama den “amerikanischen Lobo” zu nennen. Da hilft es wenig, dass Thomas Knüwer auch Chris Anderson in den USA ablöst und man Mrs. Huffington empfiehlt, sich ein Beispiel an Richard Gutjahr zu nehmen.
November: Richard Gutjahr kauft Apple.
Dezember: In der aktuellen Ausgabe der WIRED gibt Bundespräsident Lobo bekannt, was ohnehin schon lange überfällig war. Eine zentrale digitale Journalismus-Agentur, die mit Thomas Knüwer, Richard Gutjahr, Mario Sixtus und Markus Hündgen für eine konsequente crossmediale Verteilung von allem nach überall sorgt. Nachhaltigkeitsstaatssekretär wird zur Überraschung aller Frank Schirrmacher, weswegen Konstantin Neven DuMont seine Auswanderung ankündigt. An seinem neuen Wohnsitz im kanadischen Halifax zieht er in eine nachhaltig errichtete Villa am “I hate to be right foursquare”.
2012 – oder: Bleibt alles anders
2011 ist man mit ein bisschen Glück einer ganzen Reihe von ehemals halbanalogen Menschen aus der Branche begegnet, die ziemlich stolz auf sich und zufrieden mit der Medienwelt waren. Das waren sie in erster Linie, weil sie sich angekommen glaubten im digitalen Wunderland. Man sei bei Facebook und bei Twitter, manche haben jetzt auch Blogs, und, achja, natürlich sei man auch im Internet, manchmal sogar mit Videos. Das ist — bei aller Überspitztheit — sehr häufig die Lage am Markt. Das war schon mal schlimmer, könnte man jetzt denken. Schließlich sind die Zeiten noch nicht so lange zurück, in denen die Notwendigkeit von digitaler Veränderung schlichtweg negiert wurde. Das also ist vorbei. Und trotzdem: 2012 dürfte sich so viel verändern, dass das vermeintliche Aufholen eines Rückstands dann schon wieder einem Hinterherlaufen gleichen wird. Oder anders gesagt: Ich glaube sehr fest daran, dass am Ende des nächsten Jahres sich der Journalismus und seine Rahmenbedingungen so stark verändert haben werden, dass man irgendwann davon sprechen wird, wie alles anfing, damals, 2012…
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Es war in diesem Jahr sehr viel von Richard Gutjahr die Rede, auch hier auf dieser Seite. Gutjahr verstand es großartig, sich selbst und seine Projekte in Szene zu setzen. Mal kabbelte er sich ein bisschen mit der ARD-Vorsitzenden auf einem Podium, dann berichtete er live und multimedial aus Ägypten. Das verleitete eine ganze Menge so genannter Experten, Gutjahr vor allem als das Paradebeispiel einer gelungenen Selbstvermarktung zu benennen. Der Journalist als Marke, dieser ganze Kram, Sie wissen schon. Das allerdings dürfte der größte Trugschluss des vergangenen Jahres sein. Und er führt andere in die falsche Richtung. Weil sie meinen, es würde reichen, ein bisschen zu trommeln und ab und an einen Link bei Facebook zu setzen, welch atemberaubende Geschichte man jetzt gerade wieder irgendwo veröffentlicht hat. Ich habe rührend-naive Versuche in dieser Richtung gesehen, u.a. den einer mäßig bekannten Journalistin, die einfach mal bei Facebook eine “Fan-Seite” eingerichtet hat. Die Fan-Zahlen blieben in einem sehr überschaubaren Bereich, was nichts gegen die Dame heißen soll. Sondern einfach nur: Es ist absurd zu glauben, dass ein Journalist irgendetwas erreicht, weil er auf Facebook vertreten ist und ab und an einen Tweet absetzt. Natürlich war das auch bei Gutjahr nicht so. Andersrum wird eher ein Schuh draus: Man (Achtung, FDP-Deutsch) liefert erst einmal. Man geht als Journalist in Vorleistung, wenn man schon unbedingt den Marketing-Gedanken bemühen will: Man präsentiert sich mit seinem Können, seiner Arbeit. Erst einmal sind Blogs, Facebook und Twitter nichts anderes als eine Art Schaufenster. Und natürlich müsste in diesen Schaufenster schon auch was drin liegen.
Bloß was? Blogger und Journalisten haben in den letzten Jahren von wenigen Ausnahmen abgesehen eher reagiert statt agiert. Sie haben, wie Wissenschaftler das gerne so nennen, für “Anschlusskommunikation” gesorgt. Was sie nicht getan haben: das, was Journalisten an sich so tun. Nämlich Themen zu setzen, sie selber zu recherchieren, schlichtweg selbst zum Medium zu werden. Bisher haben sich Journalisten bei ihren Netzaktivitäten eher darauf beschränkt, Dinge zu kommentieren. Kann man machen, man kann so eine Art Universalkommentator für alles und jeden werden. Oder aber eben den anderen Weg gehen: eigene Geschichten machen, Journalismus nicht mehr als Privileg von irgendwo verorteten Redaktionen begreifen. Weil Richard Gutjahr von solchen Geschichten in den letzten 12 Monaten eine ganze Menge gemacht hat, ist er bekannt geworden. Nicht, weil er sich mit Monika Piel gerauft hat oder andere lustige Dinge tut. Das ist eher Nebensache.
Eine Massenbewegung ist aus diesen storyerzählenden Journalisten natürlich noch nicht geworden, aber so ganz alleine ist Richard Gutjahr dann auch nicht mehr (er ist vermutlich nur der einzige mit einer derart hohen Konstanz und Themenbreite). Ich stoße in letzter Zeit immer öfter auf gute Geschichten bloggender Journalisten, von denen ich mir denke, sie hätte jeder “professionellen” Redaktion sehr gut getan. Der ZDF-Volontär Martin Giesler beispielsweise hat eine Serie gestartet, in der er erfahrene Journalisten (Hinweis: Ich bin auch dabei) fragt, wie sie täten, stünden sie heute am Ende ihres Volontariats. Gießler hat es mit dieser Geschichte inzwischen auch auf die Webseite der Bundeszentrale für politische Bildung gebracht -- und ich denke mir bei solchen Fällen immer: Hey, Medienmagazine, warum habt ihr sowas nicht? Oder anders: Es gibt keinen Unterschied mehr, ob ich eine solche Sache im Netz bei einem ZDF-Volo oder in irgendeinem Fachmagazin bekomme.
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Das ganze wird natürlich unübersichtlicher und schwieriger für Journalisten und Nutzer. Einen derart fragmentierten Markt noch im Blick zu behalten, fällt sogar Profis schwer. Es wäre also kein großes Wunder, wenn Aggregatoren 2012 erheblich an Bedeutung gewinnen würden. Aggregieren und kuratieren, zwei Aufgaben, die nicht nur streng genommen zu den Aufgaben von Journalisten gehören, trotzdem bisher aber kaum wahrgenommen werden (eine Übersicht einiger Aggregaotoren findet sich hier). Es passt in diesem Zusammenhang übrigens gut, dass die Neuauflage von Rivva nicht etwa von einem Medienunternehmen unterstützt wurde. Sondern von, kurios genug, BMW. Soll heißen: Es wäre für jede Redaktion eine gute Idee, sich auch über das Aggregieren von Inhalten Gedanken zu machen. Was erstaunlich ist: Im Lokalen gibt es so gut wie keine Überlegung, dieses Thema anzugehen. Dabei wäre ein regionales Inforportal, basierend auf einem klugen Algorhytmus, ein Projekt, das man wirklich mal gerne sehen würde. Aber davon abgesehen wird ein Trend ganz sicher sein, dass Journalisten und Redaktionen den Gedanken vergessen müssen, jede Information komplett selber zu erstellen. Das geht nicht mehr, das muss auch nicht sein — und ja, letztendlich ist es auch eine Form von Information, einem Nutzer zu sagen, wo er was findet. Hatten wir nicht schon vor 20 Jahren gelernt, dass man dem Leser Orientierung geben muss?
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Weil wir gerade beim Thema Orientierung sind: Vermutlich werden wir uns beim Thema Social Media 2012 wieder mal neu orientieren müssen. Bei Dingen wie Facebook ist das, was wir im Beraterdeutsch so schön “kritische Masse” nennen, schon lange überschritten, eigentlich ist sie sogar –überzogen. Man muss sich als kommunizierendes Etwas schon seine Gedanken machen, wie sinnvoll es ist, in einem restlos überlaufenen Raum mit seinem hunderten Millionen Nutzern auch noch dazwischenreden zu wollen. Welchen Sinn macht es, irgendwas bei Facebook zu machen, nur weil irgendwie alle da sind und fröhlichen Quatsch posten? Man wird also nachdenken, nachdenken müssen. Wo erwischen wir die Leute, wo ist wer, wo können wir uns mit ihnen unterhalten, sie informieren, wo haben sie überhaupt Lust auf uns? 2012 wird das Jahr, in dem die Losung “Wir machen da mal was bei Facebook” nicht mehr ausreichen wird.
Evidero: Rettet die Welt und holt mir einen Nachhaltigkeitsfisch
Vermutlich leide ich an irgendeinem merkwürdigen Beschützerinstinkt. Oder an einem anderen Defekt. Aber immer dann, wenn eine große Meute auf jemanden gesammelt losgeht, macht mich das stutzig. Und es nervt. Weil es die einfachsten und billigsten Erfolge sind, auf jemanden einzuprügeln, der ohnehin schon am Boden liegt (dass es dafür ja auch eine Vorgeschichte gegeben haben muss, blende ich gelegentlich gerne aus). Ich ertappe mich ja sogar dabei, die Sache mit Wulff grenzwertig zu finden, wie sie da jetzt alle aus den Löchern kommen und schreien: Ich weiß auch noch was. Dabei sollte mir Wulff wirklich nicht leid tun, sonst fange ich demnächst noch an, Sympathien für Maschmeyer zu entwickeln und spätestens dann sollte ich mal einen Arzt aufsuchen.
Ich habe es aufgrund dieses kleinen genetischen Defekts mit sehr gemischten Gefühlen aufgenommen, als ziemlich genau vor einem Jahr eine ganze Meute über Konstantin Neven DuMont hergefallen ist. Ich habe keine Ahnung, ob er es wirklich war, der in Stefan Niggemeiers Blog all jene wüsten Kommentare losließ und hielt seine Begründung, es seien andere Menschen gewesen, die an seinem Rechner saßen, für etwas abenteuerlich. Auf der anderen Seite hatte ich damals das Gefühl: Wenn es einen Menschen auf dem Planeten gäbe, dem ich das zutrauen würde, dass andere ein bisschen von seinem Rechner Blogs mit Kommentaren fluten, dann KNDM. Ich bin ihm später einmal persönlich begegnet und mein Eindruck hat sich nicht geändert.
Jedenfalls fand ich es tendenziell unschön, wie man sich vielerorts einen Spaß daraus machte, KNDM zu einer Art Lachplatte der Medien zu machen. Am Ende hatte man den Eindruck, dass sich jeder Praktikant in einer Redaktion ungestraft über KNDM beömmeln durfte. Das Dumme daran ist, dass es mir vermutlich den Blick auf ihn als auch auf das, was er als Verleger/Unternehmer/Whatever macht, verstellt. Das geht mit auch mit seinem Projekt evidero.de so. Ich habe selbst nach intensivem Klicken und Schauen absolut keine Ahnung, was ich davon halten soll. Mein Reflex sagt mir: nicht einfach auf KNDM einprügeln, weil das billig ist und wahrscheinlich heute und morgen alle (oder wenigstens: viele) machen. Auf der anderen Seite sitze man dann mal vor solchen Überschriften:
Mein erster Reflex ist: KNDM anrufen und ihn fragen: Meinen Sie das ernst? Ich soll nachhaltig essen und die Welt retten? Oder ist das Satire und ich verstehe sie nicht? Zu befürchten ist, dass Evidero eine weitgehend ironiebefreite Zone ist (sagen Sie es mir, wenn ich mich täusche…). Man kann das zumindest aus den Texten schließen, die sich schon mal so lesen:
Fisch ist gesund und liegt im Trend. Doch leider bedenken nur wenige, dass der Konsum von überfischtem Meerestier zu Lasten der Natur geht.Thunfisch steht kurz vor dem Aussterben. Doch allein im Jahr 2010 wurden in Deutschland mehr als 128 Tausend Kilo Thunfisch. Auch drei der anderen fünf beliebtesten Fischsorten der Deutschen – Seelachs, Lachs und Pangasius – sind bedroht. Aber, welcher Fisch darf dann noch auf den Tisch?
Wenn das erst gemeint ist, dann ist es eine löbliche Idee auf merkwürdige Weise umgesetzt. Es hat einen tendenziell pastoralen Unterton, kommt merkwürdigend mahnend des Wegs und ist trotzdem allein in diesem Absatz voller Plattheiten. Fisch ist lecker, aber es gibt nicht mehr so viel davon…tja. Die meisten Texte lesen sich wie Besinnungsaufsätze, für die es vermutlich auch ein Publikum geben wird, aber das dürfte dann ein Publikum der wortschwallenden Dauerentrüsteten sein, die sich in ihrer Empörung selbst genug sind. Ihnen vermittelt Evidero das Gefühl, dass es schon irgendwie ok ist, entrüstet zu sein. Es wimmelt vor artverwandten Begriffen der Nachhaltigkeit, die am Ende für ein krudes Lebensgefühl sorgen: alles Irrsinn, alles ganz furchtbar, rettet die Welt und holt mir vorher ein Bier.
Wäre es nicht sinnvoll, deutlichere Warnhinweise auf nicht-nachhaltige Nahrungsmittel zu schreiben? So wie auf Zigarettenschachteln vor dem Rauchen gewarnt wird? Stattdessen prangen bunte Gütesiegel auf vielen Verpackungen: Ampeln, CO2-Fußabdrücke, Biolabels, Fischereilabels bis hin zu Phantasiesiegeln. Eine einheitlich europäische Absprache steht in weiter Ferne, die Verbände sind untereinander zerstritten, die Verbraucherzentralen verzweifeln. Wer blickt da noch durch? Das schlimmste Durcheinander herrscht jedoch in der Luft und auf den Straßen.
Dem ambitionierten Käufer ist klar, dass auf einem Markt in Köln das Obst aus den Benelux-Staaten einen deutlich kürzeren Transportweg hat als „einheimische“ Früchte aus Hamburg oder Bayern. Und dass regionales und saisonales Einkaufen eine wichtige Regel bei der Nachhaltigen Ernährung spielt. Vollkommen irrsinnig für jeden klar denkenden Menschen ist die Tatsache, dass Deutschlands größter Exportschlager unter den Früchten die Banane ist. Transportwahnsinn findet sich auch bei dem am meisten abgebauten Obst in unserem Land: dem Apfel. Eigentlich gäbe es genügend heimische Früchte für alle, doch ein Teil wird exportiert, damit der so entstandene Mangel wieder importiert werden kann. Oder muss. So wird gewinnbringend spekuliert und billiges Obst kreuz und quer durch die Nationen gekarrt. Solange die Folgeeffekte nicht in die Transportkosten eingerechnet werden, sind und bleiben die Klima-Ziele der Kyoto-Protokoll nur leere Worte.
Der Betroffenheits-Wortschwall zieht sich leider auch durch die Videos, der Grundton klingt ein bisschen nach VHS-Seminar (“Wie wir mit nachhaltigem Irgendwas auch vielleicht irgendwas erreichen können”). Was ein bisschen schade ist, weil der gute KNDM tatsächlich nicht ganz wenig Geld für das Projekt in die Hand genommen hat; er selbst spricht von 200.000 Euro alleine für die technische Ausstattung. Die Seite und die Videos sind sauber und stellenweise auch aufwendig produziert, auch wenn es vielleicht erwartbar ist, dass ein nachhaltiges Grün auch die Farbgebung der Seite maßgeblich mitbestimmt.
Man weiß, er meint es gut, der KNDM. Man muss trotzdem insgeheim lachen, wenn ein Video über den Karpfen mit dem schönen Satz “Evidero über einen Fisch mit einem Imageproblem” angekündigt. Kurz darauf wird der Karpfen der “Nachhaltigkeitsfisch überhaupt” bezeichnet. Das erinnert ein wenig an Edmund Stoiber und den “Problembären”, der ja ganz eindeutig ein “Schadbär” war. Wie es mir mit Evidero und KNDM überhaupt ein bisschen wie mit Stoiber geht: Man kann ja an der berühmten Zehn-Minuten-Hauptbahnhof”-Rede oder am Schadbären nicht wirklich ernsthaft Kritik üben und irgendwie ist diese Unbeholfenheit ja dann fast schon wieder sympathisch. Aber eben doch: unbeholfen. Dass ich ab morgen die Welt rette, indem ich Nachhaltigkeitsfische esse, glaube ich aktuell weniger.
Aber vielleicht verstehe ich das alles ja auch einfach nur furchtbar falsch.
Journalismus des Jahres: Online
Zugegeben, die Wahl der Journalisten des Jahres im “Medium Magazin” fand ich früher ungefähr so spannend wie die Kür eines “Mitarbeiter des Monats”. Das war zwar immer alles ganz amüsant zu lesen und wirklich protestieren wollte man bei den meisten Wahlen auch nicht. Aber alles in allem waren es dann doch meistens die üblichen Verdächtigen und weil so eine Wahl ohnehin eher folgenlos bleibt, hatte man zwei Tage später schon wieder vergessen, wer da eigentlich gewählt worden war. In diesem Jahr war das anders. Weil zum ersten Mal seit langer Zeit nicht einfach nur Journalisten für ihre Arbeit ausgezeichnet wurden, sondern ein eindeutiger Trend erkennbar ist. Gäbe es diese Kategorie, dann hieße es in diesem Jahr “Online” sei der “Journalismus des Jahres”.
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Es ist noch nicht so rasend lange her, da mussten sich Journalisten, die in eine Onlineredaktion wechselten, fragen lassen, was sie eigentlich angestellt haben. Oder ob sie denn gar nix anderes gefunden haben. Richtig ernst genommen wurden Onlinejournalisten von ihren analogen Kollegen lange Zeit nicht. Wenn man sich die Arbeitsbedingungen vieler ansieht und die gelegentlich immer noch vorhandene Herablassung, mit der man auf die Onliner schaut, dann kommt man zu dem Schluss, dass es bis heute noch ein paar Unverbesserliche gibt, die Onlinejournalisten nicht für Journalisten, sondern Pixelschubser halten. Man hört immer wieder mal die Ansicht, dass das alles ja schön und nett sei mit diesem Internet, aber das wirkliche Geld immer noch mit dem Kernprodukt verdient wird. Und mal im Ernst: Wie viele Redaktionen gibt es, in denen der Onlinechef so bedeutend ist, wie die Print/Senderchef?
Womit wir schnell zu einem kommen, der in diesem Jahr einer der “Journalisten des Jahres” gewählt worden ist: Wolfgang Blau ist “Chefredakteur des Jahres” geworden, was nicht nur ohnedies schon eine Leistung ist. Sondern umso bemerkenswerter, weil Blau damit alle Zeitungs-, Radio- und Fernsehchefredakteure hinter sich ließ, sogar den “Zeit”-Chef Giovanni di Lorenzo. Und es ist erwähnenswert, weil man damit nicht nur Blaus Arbeit gewürdigt hat, sondern auch “Zeit Online” als ein eigenständiges, journalistisch geprägtes Medium akzeptiert, das eben sehr viel mehr ist als nur der Ableger der gedruckten “Zeit”. Blaus Arbeit und die von “Zeit Online” ist beispielgebend. Dafür, was man aus einem Onlinemedium machen kann, wenn man erst mal nur bereit ist, das Selbstverständnis zu ändern. Das finde ich an dieser Wahl (bei allem großen Respekt vor Wolfgang Blaus Arbeit) das eigentlich Ermutigende: dass die “Zeit” ihre Onlineseite eben nicht nur als Ableger betrachtet, den man eben irgendwie haben muss. Wie wenig selbstverständlich das ist, zeigt mir die Tatsache, dass ich erst mal eine ganze Zeit überlegen muss, um vergleichbares zu finden. Die SZ mit Stefan Plöchinger befindet sich unter den großen Blättern da noch auf einem ganz guten Weg, “Spiegel Online” (auch wenn man dessen Inhalt nicht wirklich mögen muss) hat ohnedies seit vielen Jahren eine Ausnahmestellung. Aber sonst? Online ist eben doch noch bei vielen eine eher lästige Pflichtaufgabe.
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Wenn man durch die Redaktionsräume der Rhein-Zeitung in Koblenz geht und es nicht besser wüsste, man könnte auch meinen, man sei in einer klassischen Onlineredaktion gelandet. Die Twitter- und sonstigen Fenster sind dauerhaft offen, der Onlinechef ist mitten im Geschehen und der Chefredakteur vom Janzen ist ohnehin omnipräsent im Netz. Man kommt kaum auf die Idee, dass man sich bei einer mittelgroßen Regionalzeitung befindet, zumal dann nicht, wenn man schon mal andere mittelgroße Regionalzeitungen besucht hat. Christian Lindner als ihr Chefredakteur ist vermutlich der experimentierfreudigste seiner Gattung und deshalb völlig zurecht “Chefredakteur des Jahres regional” geworden. Man beachte auch hier: Lindner ist nicht primär für seine Arbeit am Blatt gewählt worden, sondern dafür, dass er seinem Verlag einen gangbaren Weg in die Zukunft aufzeigt. Dafür, dass er ein Blatt zukunftsfähig macht, ganz praktisch, Tag für Tag, keineswegs nur in irgendwelchen theoretischen Ansätzen. Lindner und die Rhein-Zeitung begreifen ihr Blatt eben nicht einfach nur als Zeitung mit angehängtem Onlineaufritt. Sondern als eine journalistische Einheit, die sich den jeweils am besten geeigneten Kanal zunutze macht. Und mit ihrem Leser ständig kommuniziert.
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Zugegeben, als ich das eine oder andere Projekt verfolgt habe, dass Richard Gutjahr in diesem Jahr gemacht hat, habe ich mir das eine oder andere Mal gedacht: Jetzt spinnt er, der Richie. Natürlich in einem überaus positiven Sinne, ehrlich gesagt war es mehr eine stille Bewunderung für jemanden, der nicht lange fragt und palavert, sondern sich auf nach Kairo macht und von dort aus authentisch, schnell und pointiert berichtet. Mit einer Ausrüstung, die in jeden Rucksack geht. Ich habe es als unglaublich wohltuend empfunden, wenn sich jemand von diesem ganzen “Das geht nicht”-Genöle abhebt und einfach macht. Oder von den Dauerkritikastern, die zwar ständig den Mund offen haben und ihn vor lauter Schaum davor kaum geschlossen bekommen, selber aber seit Jahren außer raunzendem Genörgel nicht sehr viel auf die Kette kriegen. Gutjahr macht das, was gute Journalisten machen sollten: Er recherchiert gründlich, erzählt gute und fundierte (und multimediale) Geschichten, ist unmittelbar vor Ort — und ja, auch das, er ist ein begnadeter Selbstvermarkter. Ich saß dieses Jahr mal auf einem Panel mit ihm und wusste zwischendrin nicht, was ich eigentlich mehr bewundern sollte: die Fähigkeit, einen nicht ganzen kleinen Saal prächtig zu unterhalten oder die Fähigkeit auch mal zu wissen, wann es gut ist. Gutjahr kennt seine Grenzen, während andere auf diesem Panel noch quatschten, als die ersten murrenden Tweeds angesichts einer offenbaren Selbstverliebtheit aufkamen.
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Aber reden wir nochmal von dieser “Das geht nicht”-Haltung. So unterschiedlich Blau, Lindner und Gutjahr auch sein mögen, ihre größte Gemeinsamkeit ist die Tatsache, dass sie jeweils in ihrem Umfeld und ihrem Job geschafft haben, dieses “Das geht nicht” zu widerlegen. Dass es nicht geht, ein journalistisch profiliertes, eigenständiges und trotzdem tragfähiges Onlineangebot zu machen, hat Wolfgang Blau widerlegt. Dass sehr wohl möglich ist, auch mit den eingeschränkten Möglichkeiten einer Regionalzeitung das Netz mit gutem Inhalt zu füllen, zeigen Lindner und Freunde jeden Tag. Und dass man eben doch auch als One-Man-Show reüssieren und auf Basis eines Blogs und mit einem iPhone und ein bisschen Equipment gute Inhalte macht, zeigt Gutjahr. Das ist mehr wert als jede akademische Debatte und deshalb ist diese Wahl des “Medium Magazins” die beste und richtungsweisendste bisher.
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Nein, Onliner sind auch nicht per se die besseren Journalisten. Es gibt grandios gute Printleute und nicht so gute Onliner und manche, die sich Blogger nennen, sind einfach nur reaktionäre Pfeffersäcke. Das Medium ist nicht die Message und auch nicht der Qualitätsmesser. Entscheidend ist, was man daraus macht. Alles andere sind — Scheindebatten.
ElRep, die nächste: Das aktuelle Sportstudio
Elektrischer Reporter – 025: Sport, Katzen und Sprache
Es gibt über Gamer eine ganze Menge Vorurteile – aber wie das eben bei Vorurteilen so ist: Sie sind immer nur ein bisschen wahr, wenn überhaupt. In Köln habe ich mich mit zwei Gamern getroffen, die erklären, warum Counterstrike & Co. auch nichts sehr viel anderes sind als, sagen wir, Fußball. Zu sehen in der neuen Folge vom Elektrischen Reporter. Wo es, wie immer, auch viel anderes sehenswertes digitales Zeugs gibt.
Warum Universalcode nicht bei Amazon ist
Zu Beginn die vielleicht wichtigste Mitteilung des Tages: Man kann Bücher, CD´s und so einen Kram auch woanders kaufen als bei Amazon. Das mag überraschend klingen, aber tatsächlich ist Amazon ebensowenig Monopolist wie Apple, Google oder Facebook. Man muss das schon alleine deshalb festhalten, weil die letzten Publikationen in “Spiegel” und “FAZ” ein bisschen so klangen, als sei der gemeine Webnutzer gefangen in einer vierköpfigen Krake, die den User als solchen nicht mehr auslässt und sich nebenher gegenseitig mit ihren vier Köpfen selbst auffrisst. Das ist ein bisschen so wie die gerne genommene Klage, dass es im Fernsehen auch nur noch Mist gibt — der Knopf rechts unten an der Kiste ist im Regelfall eine sehr gute Alternative.
Tatsächlich steht das alles hier nicht, um Ihnen Dinge zu sagen, die Sie möglicherweise selbst schon eine ganze Zeit lang geahnt haben. Es soll eher eine Erklärung sein, eine Antwort auf eine Frage, die ich merkwürdigerweise in den vergangenen Wochen und Monaten immer und immer wieder gehört habe:
Warum gibt es Universalocde nicht bei Amazon?
Antwort: Weil wir momentan nicht mögen. In dem Zusammenhang finde ich es übrigens ein bisschen perfide, was Amazon antwortet, wenn man “Universalcode” als Suchabfrage eingibt:
Das ist zumindest in dieser Form blanker Unsinn. Natürlich ist Universalcode verfügbar. Nur nicht bei Amazon. Und auch nicht, weil wir Lieferprobleme hätten, sondern weil wir schlichtweg Amazon nicht beliefert haben. Das hat einen sehr simplen Grund: Die Konditionen, die Amazon “anbietet” (Angebot ist in diesem Fall eigentlich ein Euphemismus), sind schlichtweg so schlecht, dass wir die Bücher dann auch gleich fast verschenken könnten. Amazon verlangt als Umsatzbeteiligung so viel, dass der Amazon-Anteil der mit Abstand höchste (!) Kostenfaktor dieses Buchs wäre. Das ist absurd. Man sammelt also eineinhalb Dutzend Autoren ein, einen Lektor, eine Grafikerin, eine Klassefrau, die den Satz erledigt, arbeitet mit einem innovativen Verlag zusammen, sieht zu, dass man die Kosten weit unten hält — und bezahlt dann bei jedem Buch einen zweistelligen Betrag dafür, dass Amazon das Buch in eine Tüte packt und verschickt? Da regt sich der zugegeben große Trotzkopf in mir.
Wo es den Universalcode gibt
Euryclia: Manuskrpipte, Projekte, Universalcode — dann Warenkorb
Onlineshop DJV: Hier ist die direkte Ansicht mit Bestellmöglichkeit.Direkt auf diesem Blog hier ist rechts oben ein Widget eingebaut. Warenkorb, bestellen, dann kommt das Buch sofort. Die meisten Autoren des Buchs haben das Widget ebenfalls eingebaut. Wenn Sie es einbauen wollen (10 Prozent Provision auf jedes verkaufte Buch): Im Widget finden Sie einen embedding code.
Und außerdem denkt sich der Trotzkopf in mir, dass das ja alles ein bisschen absurd ist: Wir jammern immer über die Marktmacht von Amazon & Co., sind aber dann nicht in der Lage, ein Buch mal woanders zu besorgen? Oder woanders zu suchen im Netz? Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Ich habe nichts gegen große Konzerne, ich nutze sie immer dann, wenn sie wirklich gute Produkte haben. Ich bin leidenschaftlicher Apple-Nutzer, nutze etliches von Google — und bestelle fast nie bei Amazon. Aus Prinzip nicht. Das, was Amazon mir bietet, machen und können viele andere auch. Also nehme ich das im Zweifelsfall beim kleineren und wenn es sich einrichten lässt, gehe ich übrigens auch mal in einen Buchladen (finden Sie mit etwas Glück auch in einer Stadt Ihrer Nähe).
Ich würde sogar noch weiter gehen: Konditionen wie die von Amazon sind der Tod von jeglicher kleinerer Publizistik. Weswegen ich sie nicht unterstütze und schon gleich gar nicht, indem ich mein eigenes Buch in ein Großauslieferungslager in Bad Hersfeld gebe.Dann verzichte ich lieber auf ein paar verkaufte Exemplare.
Davon abgesehen: Ich glaube, das würde der Idee von Universalcode widersprechen. Wir predigen in diesem Buch immer und immer wieder von den neuen Zeiten und Möglichkeiten. Davon, dass wir uns als Journalisten selbst zur Marke machen können, dass wir keine Großverlage und Sender mehr brauchen, dass wir unsere eigenen Wege gehen können — und dann scheitern wir daran, dass wir es nicht schaffen, ein Buch außerhalb von Amazon zu bestellen? Liebe Freunde, sagt mir, dass das nicht wahr ist. Bis auf weiteres also: kein Amazon in diesem Haus. Sie würden dieser Idee sehr helfen, wenn Sie das an alle weitergeben — die immer noch dort nach “Universalcode” suchen.
Im Übrigen: Es gibt ein Widget auf dieser Seite hier (rechts oben). Darüber können Sie nicht nur bestellen — sondern es auch selbst einbauen. Für jedes Buch bekommen Sie 10 Prozent Provision. Und glauben Sie mir: Die bezahle ich Ihnen weitaus lieber als Amazon.




