So einfach ist das also…

…mit Grimme und seinen Preisen. Und mit Spiegel Online.

Spiegel Online (Preisträger) ruft Stefan Niggemeier an (Preisträger) und zitiert Alexander Svensson (Nominierungskommission) und eine Sprecherin des Instituts und einen Sprecher der Verlagsgruppe, die das Voting für den Publikumspreis hätte abwickeln sollen.

Der verkündet erstaunliches:

Die Organisatoren bestreiten, dass hier spät abgegebene Stimmen nicht mehr gezählt wurden. Instituts-Sprecherin Bernsmann gegenüber SPIEGEL ONLINE: „Als die Ergebnisse bekannt wurden, war die Wahl für den Publikumspreis bereits abgeschlossen.“ Das bestätigt Uwe Barfknecht, Sprecher der Verlagsgruppe Milchstraße gegenüber SPIEGEL ONLINE: „Die Abstimmung ist um 18 Uhr geschlossen worden.“ Zu der Verwirrung habe lediglich eine unpräzise Zeitangabe geführt. Sprecherin Bernsmann: „Wir haben nie eine Uhrzeit kommuniziert, es hieß immer nur, dass man bis zum 18. abstimmen kann.“ (Quelle: Spiegel Online)

Herr Niggemeier, übernehmen Sie. Ich würde gerne lesen, wie solche Aussagen („Wir haben nie eine Uhrzeit kommuniziert“) bewertet würden, wenn sie nicht aus dem Grimme-Umfeld kämen, sondern von, sagen wir, callactive. Wird das Publikumsvoring auch per Hot Button beendet? Oder wie muss man sich das vorstellen?

Aber natürlich sind nicht etwa derart eigenartige Reglements schuld, die es ermöglichen, dass eine Abstimmung irgendwann (!) mal am 18. Juni beendet wird und zwar nach Gusto des Veranstalters. Nein, schuld sind andere die hysterischen Blogger im Blutrausch:

„Zum Skandal ist das durch die nicht ganz korrekte Darstellung in einigen Blogs geworden“.

Wie weit kann sich eigentlich noch von der Realität entfernen?

PS: Großartiger Journalismus in diesem Zusammenhang auch vom Grimmepreis-Träger SPON, der es nicht für nötig hält, mal die Gegenseite, die Blutrausch-Blogger zu fragen, beispielsweise meinen neuen Mitstreiter, Co-Hysteriker und Ränkeschmnied Don Alphonso. Steht in jedem Handbuch für Volontäre: Immer auch die andere Seite hören.

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2 Kommentare

  1. „Steht in jedem Handbuch für Volontäre: Immer auch die andere Seite hören.“

    Mir scheint es inzwischen ein ganzes Zeitalter her zu sein, dass dieses Prinzipi in den „main stream“ Medien noch irgendwie bekannt gewesen wäre, geschweige denn, gegolten hätte.

    Ich glaube nicht, dass das heute noch zum 1&1 der Voluntäre gehört.
    Es gibt eben Veränderung und Fortschritt. Es müsste doch reichen, als Volontär zu lernen, wie man copy ’n paste bedient. Etwas anderes, als irgendwelche gequirtle Scheysse aus Agenturen und PR-Büros 1:1 zu übernehmen und nur so zu redigieren, dass es in den vorgesehen Spaltenfall passt, macht doch in den Redaktionen offenbar kaum einer mehr.

    Der Volontär, der meinte, er müsse jetzt noch eine Meinung der anderen Seite einholen bevor das online oder in Druck geht – der wird doch bestenfalls Befremden ernten.

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