Kausch keilt

Thomas Kausch keilt in der FAZ ziemlich gegen seinen Ex-Arbeitgeber SAT1 aus.  Kann man machen und eventuell sogar verstehen, aber ob es professionell ist, sei dahin gestellt. Was mich allerdings schon verblüfft: Ein Interview solcher Natur und mit solchen Fragen würde andernorts möglicherweise als reine Stichwortgeberei beklagt. Das sind keine Fragen – das sind Vorlagen.

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2 Kommentare

  1. Ich sehe eigentlich nichts Unprofessionelles in dem Interview. Das Auskeilen wird, wie Du schon andeutest, doch eher vom Interviewenden betrieben. Kausch stellt die Dinge aus seiner Sicht dar, aber wer will es ihm nach dieser Art der Entlassung verdenken?

    Mal eine Frage an Dich als Journalisten (und die ist in keiner Weise rhetorisch gemeint): Denkst Du, daß ein Journalist in Fällen wie der Schließung der eigenen Redaktion das Recht oder möglicherweise sogar die Pflicht hat, zu den beschönigenden Worthülsen zu greifen, die sonst so gerne bei der Entlassung von hochrangigen Mitarbeitern aus einem Unternehmen verlautbart werden?

  2. Ich würde das nicht auf Journalisten beschränken, sondern als allgemein gültig sehen. Leute in Top-Positionen müssen sich darüber im klaren sein, dass sie auf einem Schleudersitz hocken. Der jeden Tag losfliegen kann. Dafür werden sie verdammt gut bezahlt. Im umgekehrten Fall darf und muss man dafür so viel Professionalität erwarten, dass nicht nachgetreten wird. Ich will keineswegs beschönigen, was da abgelaufen ist mit Kausch und SAT 1. Trotzdem: Hochbezahlter Profi, der jede Menge Geld eingeschoben hat, muss wissen, dass er jeden Tag wieder draußen sein kann. Davon abgesehen finde ich den Tenor des Kausch-Interviews sturzlangweilig: Wir waren ja so gut, so erfolgreich, wir waren kurz vorm Gipfel, ich verstehe das alles nicht. Das sagen von 100 Gefeuerten ungefähr 98.

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