Die exklusiven Ansichten des BR

Das Angenehme am Bayerischen Rundfunk ist ja irgendwie, dass er erst gar nicht großartig versucht, seine Nähe zu der Partei, die das schöne Bayern erfand, zu bestreiten. Besonders lieb haben muss man den BR dafür an Tagen wie dem heutigen, wenn die Bayerische Landesbank einräumen muss, über 4 Milliarden Euro in der Kreditkrise versemmelt zu haben. Schaltgespräch (eine übrigens meistens inhaltlich sinnlose Übung) zwischen Bayern 3 und einem Korrespondenten, das irgendwann in der vorsichtig formulierten Frage mündet, es habe das ja auch in der Vergangenheit ein kleines bisschen Kritik am CSU-Vorsitzenden Erwin Huber gegeben (für Nicht-Eingeborene: Huber ist stellv. Vorsitzender des LB-Aufsichtsgremiums und hat noch bis zum Februar behauptet, es gäbe keine belastbaren Zahlen zu den Verlusten der BayernLB; im Landtag ist inzwischen zu dem Thema ein Untersuchungsausschuss eingesetzt) – jedenfalls, so die todesmutige Frage des Bayern3-Moderators: Ob diese neuen Zahlen denn irgendwie Auswirkungen für Huber hätten. Nein, beeilt sich der Korrespondent zu sagen, nein, ganz im Gegenteil: Huber habe heute Rückenwind bekommen, weil die Bank die gesamte Verantwortung für das Milliarden-Desaster auf sich genommen habe.

Dann wünschen wir dem BR mal, dass ihm diese ziemlich exklusive Einschätzung des heutigen Tages nicht ziemlich schnell um die Ohren fliegt… 

PS: Hab´mit mir gerungen, das hier überhaupt zum Thema zu machen. Ich meine, wer nimmt ernsthaft Dudelfunk ernst bzw. billigt ihm Relevanz zu? Auf der anderen Seite gibt´s jeden Tag ein paar hunderttausend Leute, die ihre rudimentären News aus Nachrichtenattrappen wie dieser beziehen.

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