Derwall lebt

Das ZDF und sein Kommentator Béla Réthy haben für die Übertragung des Türkeispiels bei der EM eine Menge Dresche bekommen. Zum einen für einen Bildausfall während es Spiels, der zwar ausgerechnet in dieser Phase des Spiels ausgesprochen ärgerlich, aber nicht vom ZDF zu verantworten war. Béla Réthy hingegen wurde (siehe auch Kommentare in diesem Blog) in die Ecke des völligen Kretins gestellt. Fußball kommentieren und nicht wissen, dass der frühere Bundestrainer Jupp Derwall gar nicht mehr im Stadion sein kann, weil tot? So blöd, höhö, können auch nur Fußballkommentatoren sein. Reinhard Mohr beispielsweise fühlt sich bei Spiegel Online dazu berufen, en passant Réthy für „kommentatorisch nicht ganz auf der Höhe“ zu halten, eben weil er Derwall im Stadion erblickt haben wollte.

Dumm nur, dass es Mohr war, der nicht ganz auf der Höhe war. Denn der ZDF-Mann mag sich ein bisschen missverständlich ausgedrückt haben, hat aber tatsächlich nie behauptet, Derwall sei im Stadion.  Tatsächlich textete Réthy auf ein Bild von Kalli Feldkamp im Stadion:

Kalli Feldkamp, einer der Populärsten in der Türkei, neben Christoph Daum und Jupp Derwall.“

Das ist eigentlich ziemlich deutlich, für Herrn Mohr aber offenbar nicht ganz nachvollziehbar. Deshalb, verehrter Herr Kollege: Béla Réthy meinte mit diesem Satz nicht, Jupp Derwall sitze gerade neben Daum und Feldkamp.

Sowas passiert, übrigens auch den Kollegen von „Welt online“, die Réthy dieserhalb zum „Totalausfall des Abends“ machten. Und was würde man von offenbar sehr selbstbewussten Kollegen, die einen Kommentator gerade wegen eines vermeintlichen Fehlers mit Brachialgewalt runterputzen, erwarten? Sowas wie eine Entschuldigung, ein „sorry“ vielleicht? Wenigstens eine klitzekleine Korrektur? Keineswegs. Bei beiden steht immer noch Réthy als der Depp da und man fragt sich dann im stillen Kämmerlein, wer hier jetzt eigentlich nicht auf der Höhe bzw. der Totalausfall ist.

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