Generation A

Endlich kann ich an dieser Stelle was tun, was sonst immer nur andere machen: Ich kann mir mal selbst eine draufhauen, so richtig feste. Kann feststellen, dass ich regelmäßig etwas tue, was tatsächlich nur mir und anscheinend oder wenigstens offentlich ein paar anderen gefällt: Bloggen. Web tuohh. Digital publizieren. Mein eigener Chefredakteur sein und mein eigener Programmdirektor. Kommunizieren und interagieren. Kurz gesagt, alles das, was Sie ohnehin schon kennen, wenn Sie brav Mediendienste und Bücher lesen oder wenigstens mal einen ordentlichen Digital-Lifedingsbumms-Day besucht haben.

Andere machen das nicht, obwohl wir jeden Tag darüber predigen, dass man es doch eigentlich tun müsste oder dass man es mindestens irgendwann mal tun wird, wenn man es jetzt noch nicht tut. Andere? Ach, was sag ich: die große Mehrheit. Und nein, dabei reden wir keineswegs von den vertrockneten, eingerosteten 40jährigen, die schon bei einem gepflegten Ganzseitenumbruch am Computer beinahe kollabieren und den anderen digitalen Schweinskram eh für Teufelszeug halten. Sondern wir reden von denen, die irgendwann in den kommenden Jahren das machen sollen, was jetzt noch die 40plus-Generation macht: Medien verantwortlich übernehmen und gestalten und, verzeihen Sie das große Wort, zukunftsfähig machen.

Wenn man sich dann aber mal etwas intensiver mit der Generation 20plus insbesondere in Printmedien und hier insbesondere an der guten alten Tageszeitung auseinandersetzt, kommt man ein wenig ins Grübeln, anders gesagt: Haben die einfach nicht begriffen, was passiert? Oder sind wir, die Blogger, die Digitalmenschen, diejenigen, die vor lauter Selbstreferentialität gar nicht mehr bemerken, dass wir hier Schattenboxen spielen, das kein Mensch (außer uns selbst natürlich) wahr nimmt?

Spannend jedenfalls, wenn man mal in dieser beschriebenen 20plus-Analog-Generation den Praxistest macht und ein wenig rumfragt: Schon mal gehört die Namen Niggemeier, Don Alphonso, Knüwer,Schwenzel – oder wenigstens Basic oder Bildblog oder mal den Elektrischen Reporter gesehen? Kopfschütteln. Nigge-was? Bild-wer? Alphonso, ist der Italiener? Turi, Kress, Meedia,DWDL, was soll das sein? Videos im Netz gibt´s auch außerhalb von YouTube?

Und was, wenn schon nicht Blogs, nutzt man dann sonst so digital? SPON. Web.de, GMX. Bahn.de. Internet als digitale Fahrplanauskunft mit ein paar drangedockten Nachrichten und Emails. Nicht bei den Ressortleitern und Chefredakteuren – sondern bei Volontären und Jungredakteuren, im Sommer 2008.

Was also tun? Blog zumachen und der vertanen Zeit hinterhertrauern und mal eben nachrechnen, wie viele unbezahlte Arbeitsstunden das waren? Ach wo. Bin vermutlich in der letzten Zeit einfach nur mit ein paar falschen Leuten zusammengekommen.

(Bitte in diesem Zusammenhang nicht wundern, wenn dieses Blog irgendwann demnächst ein wenig pausiert. Hat nix mit dem Analogfrust zu tun. Umbauarbeiten. Es wird schöner sein danach. Glaub ich zumindest. Was tut man nicht alles für sich selbst und an die anderen drei Selbstreferentiellen.)

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1 Kommentar

  1. Ob sich die 20plus-Analog-Generation mit Pflegediensten und Demenz, Inkontinenz und Arthrose auskennt? Die, die Altenheime verantwortlich übernehmen und gestalten und, verzeihen Sie das große Wort, zukunftsfähig machen. Demographischer Wandel und so. Haben die einfach nicht begriffen, was passiert?

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