Pfeifen im Walde

In Irland muss die Welt noch ziemlich in Ordnung sein, wenn man mal so allen gängigen Klischees folgen will. Die Landschaft ist grün und gesund, es gibt prima Bier in netten Pubs, die Menschen sind irgendwie cool – und vor allem, sie lesen Zeitung. Gavin O´Reilly, Präsident des Weltverbands der Zeitungen, schließt daraus, dass es den Zeitungen und den Iren gut geht und auch weiterhin gut gehen wird. Weiter schließt er daraus, dass es allen so gehen würden, würden sie es machen wie die Iren. Also, zumindest den Zeitungen geht´s besser als gedacht und daran wird sich auch nicht viel ändern.

Etwas schlicht gedacht, finden Sie? Mag sein, aber in der Tat hat O´Reilly ziemlich genau das beim BDZV in Baden-Baden von sich gegeben. Auszug von den Kollegen von kress.de:

Print und Internet, so O´Reilly in seiner Motivationsrede an die Verleger, befänden sich in einer symbiotischen Beziehung. Das Wachstum des Online-Leser- und Werbemarktes korreliere mit einem moderaten Wachstum auf der Printseite. Dies belegten aktuelle Studien. Print bleibe das größte und das vertrauenerweckendste Werbemedium. Die Zeitungsverlage selbst würden allerdings nicht genug tun, um den Eindruck einer sterbenden Branche zu wiederlegen. Man müsse die Debatte um die Zukunft der Printbranche auf ein höheres Niveau heben.

Das also sind die Probleme der Zeitungen? Ein wenig schlechtgeredet von den eigenen Leuten, sonst alles prima? Kein Auflagenverlust jährlich in der Größenordnung der FAZ? Keine Reichweite bei Jugendlichen, die bereits unter 50 Prozent liegt? Kein Wegbrechen der Anzeigenmärkte, kein Relevanzverlust, kein Bedeutungsverlust im Medienmix? Nur ein bisschen besser drüber reden und feste an sich selber glauben?

Dann ist ja alles gut.

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