Ein bisschen twittern

Ich hab´jetzt ein bisschen getwittert, es hat soweit auch nicht weiter weh getan; es gibt jetzt auch ein paar sehr wenige Follower, was mich insofern überrascht, als dass ich nicht erwartet hätte, dass es irgendjemand auch nur im Ansatz interessiert, was ich gerade tue.

In den wirklich entscheidenden Momenten des Lebens konnte ich nicht twittern. Als am Sonntag mein über alle Maßen verehrter EV Dingolfing im Abstiegsspiel in der Bayernliga war, hätte ich am liebsten zur Zigarette gegriffen oder sonst was getan; aber beim schnellsten und tollsten Sport der Welt zu twittern, wär mir nicht in den Sinn gekommen. Es wär vermutlich nur Mist rausgekommen.

Dann habe ich jetzt auch zwei Feeds von Redaktionen drin, aber was ich wirklich noch immer nicht verstehe: Es ist ja wunderbar, dass ich die Eilmeldungen von SPON bekomme und die neuesten Interna aus der NEON-Redaktion bekomme – aber ist das nicht irgendwie alles eher ein netter Marketing-Joke statt die radikale Veränderung von Journalismus?

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4 Kommentare

  1. Nun, die „radikale Veränderung von Journalismus“ predigen wohl nur einige der so genannten Experten oder Social Media-Berater, die haben aber oft nicht viel mit Journalismus zu tun …
    Vor einigen Tagen schrieb ich in meinem Privat-Blog: Ich könnte mir vorstellen, dass es in einem halben Jahr viele Twitter-Angebote von Medien nicht mehr geben wird oder dass sie zumeist nur mehr oder weniger automatisch bespielt werden (sprechen wir Ende August doch noch mal darüber).

    Und wenn mich heute, ebenso wie gestern, meine Zwei-Lieblingszeitung, die Münchner „Abendzeitung“ wieder auf die Palme bringt, kann ich an diese nur händeringend appellieren, investiert bitte mehr Kraft und Geist in die Print-Ausgabe als in dieses Twitter-Zeug. Gestern füllte das Haargel des neuen Wirtschaftsministers eine Drittelseite des so genannten Politik-Teils; heute wird eine Studie („Handy ist wichtiger als der Partner“) sogar auf Seite zwei kommentiert oder besser es versucht sich eine Redakteurin daran, zu kommentieren. Huch, ich schweife ab. Ende.

  2. @Thomas Mrazek: Es ist blanker Unsinn, einen Zusammenhang zwischen Twitter-Tätigkeit und Leistung einer Redaktion herzustellen. Ich bin mir sicher, dass zehn Tweets täglich die Angestellten nicht stundenlang in Atem halten und nennenswerte Ressourcen binden. Wenn bei der AZ etwas nicht gut läuft (was ich nicht beurteilen kann), dann hat das sicher viele Gründen, aber ganz bestimmt nicht Twitter! Demzufolge müssten Sie, Herr Mrazek, schaue ich mir Ihre rege Twitter-Tätigkeit an, ja nur noch ohne „Kraft und Geist“ schreiben. So wird echt kein Schuh draus. Ich habe eigentlich nur auf den Moment gewartet, bis irgendwelche Nörgler journalistische Fehlleistungen mit der Ablenkung durch Twitter erklären. Krude Idee…

  3. @Michael: Schade, dass sie nicht Ihren vollständigen Namen nennen wollen, dann könnte man vielleicht Ihre Empörung besser nachvollziehen.

    Je nun, wenn Sie den ironischen Unterton in meinem Statement nicht verstehen oder nicht verstehen wollen, ist es natürlich bedauerlich und wir finden zu diesem Thema keine Gesprächsgrundlage.

    Die eigene Twitter-Frequenz, zirka 400 Aktualisierungen seit Sommer 2008 lassen Sie doch bitte meine Sorge sein.

  4. @all in meinen augen (und sicher teilt thomas hier meine meinung) ist twitter für viele lokal redaktionen wieder mal so eine art vermeintlicher rettender strohhalm. so eine neue sache bei der man mitmachen sollte denn das bringt das blatt sicher wieder nach vorne. das passiert immer dann, wenn man zu wenig analysiert an was man sich denn da beteiligt. verzweifelte versuche dieser art prägen diese branche seit anfang 2000 (übrigens nicht nur den print bereich… ich kenn das auch aus anderen medienhäusern). ohne sinn und verstand einfach mal mitmachen… siehe redaktions blogs, user generated content oder bewegtbild… es ist sehr beruhigend sich das ganze aus sehr sicherer entfernung (sowohl geografisch, inhaltlich und persönlich…) ansehen zu können.

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