Eine kleine Hasstirade auf Foursquare

Nie im Leben hätte ich es für möglich gehalten, dass auf meinem iPhone mal eine Foursquare-App landet.  Bevor Sie jetzt lachen: Ich habe es nicht freiwillig getan.

Das ganze kam so: Die Klasse 48 K der DJS, mit der ich aktuell an einer neuen Ausgabe des Klartext-Magazins arbeite (geht am Freitag dann online) hat sich in ihrem Heft mit dem Thema „Leben in der Stadt“ beschäftigt. Und klar, der Städter von heute muss permanent die Menschheit wissen lassen, dass er gerade bei McDonalds oder beim Italiener um die Ecke ist. Das kann er via Foursquare ganz prima machen, weswegen jetzt lauter Meldungen die Kanäle verstopfen, die allesamt beginnen mit: I am at…

Vermutlich ist das ja so, dass hinter Foursquare eine Verschwörung steckt. Von analogen Konterrevolutionären, die dem noch unentschiedenen Teil der Menschheit darlegen wollen, wie sehr das Web und soziale Medien vernichtend schlechten Einfluss auf unser Resthirn nehmen. Vernichtung einer ganzen Kultur durch Wissen, das keiner wissen will. Welch grausamer Anschlag auf die Menscheit, perfide wie Stromberg und wirksamer als jede Wasserfolter. Man muss einfach nur den ganzen Tag vor der Twitter-Timeline sitzen und lesen: i am at iam at i am at i am at i am at i am at…

…na,merken Sie schon was?

In Zukunft gilt jedenfalls rigoros: Foursquare-Nutzer werden entfolgt. Und die App fliegt morgen nach getaner Arbeit sofort wieder runter vom Handy!

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5 Kommentare

  1. Ich benutze kein iPhone, habe aber gehört, dass man in der foursquare-App die Statusmeldungen seiner Kontakte abschalten kann.

    Bei den foursquare-Nutzern, die sämtliche Ortswechsel per Twitter oder Facebook herausposaunen, hilft natürlich nur eine Löschung des Kontakts.

  2. Joa, find ich jetzt etwas gar pauschal geraunzt.

    Natürlich nerven reine Ortsangaben von foursquare auf Twitter, vor allem, wenn sie aus einer fremden Stadt kommen. Aber die meisten meiner Kontakte auf foursquare nutzen die Push-Funktion recht selektiv und reichern die Ortsangabe noch mit einem kurzen Text an, wenn sie sie zu anderen Diensten pushen.

    Ich würd darum foursquare jetzt nicht in Bausch und Bogen verdammen, nur weil gewisse Leute damit Twitter überschwemmen. Das wird sich hoffentlich schon einpendeln, und wenn es nur darum ist, weil Leute, die es mit Crossposten übertreiben, massenhaft entfolgt werden 🙂

  3. Vielleicht hilft ja auch eine kleine Nachricht an den Absender, frei nach dem Motto: Ich weiß, wo du gestern gewesen bist (und Lang Fing auch)

  4. Wer will wissen, wo wer ist? Ich nicht. Was nicht interessiert, findet kein Publikum. Und darum bin ich guter Dinge, dass „I am at“-Meldungen demnächst von selbst verschwinden.

  5. Whoaw! Das Ding ist ja echt klasse! Da gibt es ganz neue Zielgruppen: Eifersüchtige Partner, die ständig kontrollieren…. Da kann der Arme noch nicht mal in Ruhe zum Mägges gehen, wenn sie ihn auf Diät gesetzt hat…;-)

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