Die HuffPo, das journalistische Soufflee

Jetzt muss ich, entgegen meines eisernen Vorsatzes, doch noch mal zwei Sätze zur „Huffington Post“ loswerden: Inzwischen sind die ersten Jubelmeldungen aus dem Hause Burda rausgegangen (was nicht anders zu erwarten war). Demnach bringt es die HuffPo auf hochgerechnet rund 6 Millionen Visits, was für ein neues Angebot ein ziemlich gutes Ergebnis wäre.

Wenn man sich die Zahlen dann aber genauer ansieht, dann kommt man schnell zu der Erkenntnis, dass die Zahlen in etwa so sind wie das Angebot: etwas aufgeblasen und bei genauerem Hinsehen eher ernüchternd. Besucher über Suchmaschinen-Traffic: gut 4 Prozent. Aus sozialen Netzwerken: rund 6 Prozent. Direktes Ansteuern der Webseite über den Browser: rund 15 Prozent.

Und jetzt kommt´s: Fast zwei Drittel des Verkehrs der HuffPo generieren sich die beiden glücklichen Eltern selber – rund 66 Prozent des Traffics kommen nämlich von „Focus Online“ oder „AOL“. Das kann man natürlich machen, zeigt aber auch, wie schwachbrüstig das Angebot außerhalb des eigenen Mikrokosmos ist. Und wenn man dann noch angesichts des enormen Anfangs-Ballyhoos die Zahlen auf rund 2 Millionen Besucher runterrechnet, die nicht von Focus oder AOL kommen, dann ist man auf dem Level einer kleinen Regionalzeitung.

Oder anders, böser gesagt: Es besteht noch Hoffnung, dass man nur mit heißer Luft dann doch nicht zwingend erfolgreich ist.

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