Der 40-Jährige, der aus dem Golf stieg und verschwand

Kleiner Hinweis vorweg: Dieser Beitrag hier ist etwas off-topic. Er enthält nur Spurenelemente des ansonsten hier übliches Genöles über die Medienwelt. Es geht generell auch nur eher am Rande um Medien…

…sondern um: ein Buch. Eines, das ich selbst geschrieben habe. Mein erstes, das nichts, aber auch gar nichts mit Journalismus zu tun hat. Klar merkt man, dass es ein Journalist geschrieben hat, weil beispielsweise dem Gruselsender Bayern 3 ein ganzes Kapitel gewidmet ist. Und weil ich am Ende ja dann doch Journalist bin und das ja auch gar nicht verleugnen will.

„Der 40-Jährige, der aus dem Golf stieg und verschwand“ (so heißt das kleine Epos) ist – ja, was eigentlich? Der Frage nähert man sich am besten, wenn man erst einmal ausschließt, was es alles nicht ist. Es ist kein Roman. Kein Ratgeber. Aber auch kein wirkliches Sachbuch. Also zumindest dann nicht, wenn man als Sachbuch nur etwas gelten lässt, was irgendwie ganz ernst, ein bisschen mit erhobenem Zeigefinger und zudem ganz viel Fachwissen geschrieben ist. „Der 40-Jährige“ ist weder sonderlich ernst, noch gibt es dort einen erhobenen Zeigefinger. Und das mit dem Fachwissen hält sich auch in sehr engen Grenzen.

Um die ganze Angelegenheit noch etwas komplexer zu machen: Es ist aber nicht auch nur einfach nur lustig, es ist kein Klamauk und auch keine Satire. Nennen wir es also: ein manchmal ganz lustiges Buch mit sehr ernstem Hintergrund. Es geht um die Jahre zwischen dem 40. und dem 50. Geburtstag. Letzteren erreiche ich ziemlich genau in einem halben Jahr, falls es Sie interessiert. Sie dürfen mir dann auch was schenken, wenn Sie mögen.

Dieses Buch war mit meinen bald 50 Jahren eine ziemlich neue Erfahrung. Weil es zum ersten Mal war, dass ich etwas veröffentliche, was nichts mit meinem Fachgebiet zu tun hat. Weil es sehr persönliche Züge trägt. Das ist vermutlich das Irritierendste daran. Als Journalist stellt man sich eine beobachtende Position. Was man dann später daraus macht, kann gut oder schlecht sein, aber es hat nichts mit der eigenen Person zu tun. Beim „40-Jährigen“ ist das etwas anderes. Natürlich spielen in diesem Buch eigene Erfahrungen, Gedanken und Emotionen eine Rolle. Auch wenn – da kann ich Sie beruhigen – sich dieses Buch keineswegs um mich dreht, so vermessen bin ich ja dann doch nicht.

Eines aber war dann doch wieder eine Erfahrung, die man im erweiterten Sinne auch auf die Entwicklungen in unserer Journalisten-Branche übertragen kann: Dieses Buch weist natürlich auch viele Einflüsse aus der Kommunikation mit anderen Menschen in sozialen Netzwerken auf (und natürlich auch aus sehr vielen sehr privaten Gesprächen, ich habe ja doch etwas mehr als eine rein virtuelle Identität.) Auf meinem eigenen Facebook-Account und auf einer eigenen Seite zum Buch habe ich immer wieder mal während der Entstehung des Buchs Ausschnitte aus dem Text gepostet, habe mir Feedback eingeholt und es auch mal ungefragt bekommen. Als ich das Manuskript dann fertig hatte, hat mir gedämmert: Ohne diesen Input, diese Anregungen von außen, wäre das Buch sehr viel schlechter geworden.

Natürlich nehme ich nicht für mich in Anspruch zu wissen, wie die Generation der Menschen zwischen 40 und 50 tickt. Wahrscheinlich kann man auch gar nicht so ein allgemein gültiges Generationen-Portrait schreiben. Und ganz sicher wird es viele Menschen geben, die sich in meinen Beobachtungen und Erfahrungen nicht wiederfinden werden. Aber trotzdem: Man tut sich bei solchen Beobachtungen und einem solchen Manuskript wesentlich leichter, wenn man immer wieder Feedback bekommt. Manchmal bestätigendes. Manchmal aber auch solches, nach dem man weiß: Hoppla, da liegst du jetzt möglicherweise etwas daneben. Beides macht ein Buch nicht unbedingt schlechter.

Und schließlich: Ja, dieses Buch ist auch ein verdammter Härtetest für die eigene Eitelkeit. Von der haben wir Journalisten ja dann doch sehr viel, als wie wir zugeben wollen. Wenn man sich heute an Klicks, Quoten oder Auflagen orientiert, dann gibt es im Zweifelsfall viele gute oder weniger gute Gründe, mit denen man sich einen eher mäßigen Erfolg schön reden kann. Wenn man ein persönlich gefärbtes Buch schreibt, das dann kein Mensch lesen will – tja, dann hat man wenige Gründe, sich das schönzureden.

Wie dem auch: Da ist er also jetzt, der 40-Jährige. Ich freu mich über jede Form des Feedbacks. Erhältlich überall im Buchhandel, direkt beim EFFESS-Verlag oder bei Amazon.

 

 

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