„Digitaler Journalismus“

Vorsicht, jetzt wird es einigermaßen kompliziert, an manchen Stellen widersprüchlich, grundsätzlich-theoretisch und auch sonst alles, was man in einem Blogbeitrag eigentlich nicht machen sollte. Geht aber leider nicht anders, weil es sich bei diesem Buch und seiner Geschichte ebenfalls um eine etwas komplizierte Geschichte handelt. Auf der anderen Seite: Was in diesem Internet ist schon einfach?

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Es war 2008, als ich zum ersten Mal mit dem UVK in Konstanz Kontakt hatte. Der Gedanke damals: ein Buch zu machen, dass in vergleichsweise kompakter Form einen Überblick über ein ganz brandheißes und nagelneues Thema geben sollte. Das Buch hieß dann auch so wie das Thema: „Crossmedia“ erschien 2009 und ich bilde mir noch heute ein, dass es ein ziemlich gutes Buch war. Noch dazu (auch das ist vielleicht nur eine Einbildung) das einzige Buch, dass sich damals mit diesem Thema auseinandersetzte.

Das war vor nunmehr sechs Jahren. Man kann sich also leicht ausrechnen, dass „Crossmedia“ im Jahr 2015 nur noch bedingten Wert hat. Es gab zwar 2011 eine zweite, überarbeitete Auflage, aber auch die ist zum einen nunmehr vier Jahre alt und zum anderen auch nicht so sehr anders in den Grundzügen, als dass man mit gutem Gewissen behaupten könnte, es sei wirklich noch up to date.

Auflage 3 – oder ganz neu machen?

Es ist ein schöner Zufall, dass gerade jetzt einiges zusammen kommt. Auch die zweite Auflage ist nämlich so gut wie verkauft. Das bestätigt, dass es zumindest grundsätzlich weiterhin Bedarf an diesem Buch gibt; zwei volle Auflagen verkauft man von journalistischen Fachbüchern nicht so ganz leicht. Und es ist eine gute Gelegenheit, über die Zukunft eines solchen Buches nachzudenken. Klar, eine dritte Auflage hat schon seinen Reiz – aber wenn man auch nur ein paar Sekunden nachdenkt, kommt man schnell auf eine grundsätzliche Frage:

Ein Buch mit Titel „Crossmedia“? Im Jahr 2015? Echt jetzt?

Natürlich nicht.

Das Thema „Crossmedia“ ist ziemlich tot und ich bilde mir (schon wieder!) ein, dass es kaum jemanden gibt, der das in den letzten zwei Jahren öfter gesagt und geschrieben hat. Da wäre es widersinnig, ein Buch mit diesem Namen herauszubringen. Auf der anderen Seite: Es ist mit zwei verkauften Auflagen ja dann doch absurd, diesen Titel einfach über Bord zu werfen. Zumal ich mir das Buch in den letzten Wochen nochmal genau angeschaut habe, nur um festzustellen: An vielen Stellen hat es – leicht modifiziert – immer noch seine Gültigkeit – und die Grundstruktur des Buchs muss man jetzt auch nicht komplett über den Haufen werden.

Nach ein paar Gesprächen mit dem Verlag bin ich deshalb jetzt zu einer etwas merkwürdigen Entscheidung gekommen. Es wird eine dritte Auflage des Buches geben, das dann aber nicht mehr so heißen wird. Aus „Crossmedia“ wird „Digitaler Journalismus“. Einiges aus „Crossmedia“ wird dann auch dort auftauchen, vermutlich aber mindestens die Hälfte wird komplett neu sein. Wie nennt man dann eine überarbeitete Version eines Buches, das auch noch einen neuen Titel bekommt? Keine Ahnung. Ist ja auch nicht weiter wichtig. Sicher ist nur: 2016 wird es erscheinen, schneller geht es nicht.

Der Unterschied zu „Universalcode“

Der eine oder andere weiß vermutlich, dass es dann ja auch noch ein anderes Buch zum Thema gibt: „Universalcode“. Den gibt es weiter, ich finde auch nach wie vor, dass sowohl das Buch als auch die Webseite nach wie vor ihre Gültigkeit haben. Der Ansatz von „Universalcode“ als Multiautoren-Buch ist auch ein anderer. „Universalcode“ ist wie eine 600 Seiten starke Bedienungsleitung für etliche Elemente aus dem digitalen Journalismus. Das will und kann das neue Buch nicht sein. Erstens wird es sehr viel kürzer, ich vermute mal, dass wir wieder bei ca. 200 Seiten rauskommen werden. Zum anderen hat es viel mehr den Charakter einer Übersicht, weswegen ich das auch alleine und ohne weitere Co-Autoren schreiben werde.

Und schließlich: Ich war damals von der Idee fasziniert, „Universalcode“ als eigenes Projekt zu stemmen. Im Nachhinein weiß ich aber auch, wie unglaublich viel Arbeit bei einem solchen Projekt in anderen Arbeiten als der des Autors steckt. Ich schließe keineswegs aus, so etwas mal wieder zu machen, bin aber bei dem aktuellen Projekt einfach nur froh, einen Verlag an der Seite zu haben, dem ich nur irgendwann mal ein fertiges Manuskript in die Hand drücken muss. Das ist eh schon Arbeit genug, so ist es ja nicht.

Also, an die Arbeit. Und wer wirklich will, kann sich die Zeit dahin ja mit der Lektüre von „Universalcode“ vertreiben…

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