Warum ich fast keine Magazine mehr lese

Ein schönes Beispiel für die Probleme von Old Media: Die neueste Ausgabe der Wirtschaftswoche hat ein Thema auf dem Titel, das sowohl von New Media als auch Citizen Media bereits bis ins letzte Detail durchdekliniert wurde. Jetzt kommt auch die WiWo daher und erklärt uns als Titelstory, dass Google nicht mehr alleine nur eine Suchmaschine ist, sondern irgendwie ein kleines Wirtschaftsimperium. Evtl., so orakelt die WiWo weiter, könnte Google auch irgendwie „unser Leben verändern“, wie das genau aussehen soll, weiß man leider auch bei der Truppe des Herrn Baron nicht so richtig.

Bis also solche Tendenzen bei einem starren Apparat eines Wochenmagazins ankommen und der starre Wochenmagazin-Apparat diese Tendenzen journalistisch verarbeiten kann, vergehen schon mal ein paar Lichtjahre. Um so viele nämlich kommt diese Geschichte zu spät.

Immerhin, am Rande bemerkt, erscheint die WiWo jetzt immer montags statt donnerstags; die Kampfansage an den Spiegel ist also deutlich. Bei solchen Geschichten werden sie zittern in Hamburg – auch wenn deren 37. Titelaufguss einer pädagogischen Schwarzseher-Geschichte über unsere verkommenen Kinder und die daraus resultierende Ellenbogen-Gesellschaft in dieser Woche mich auch nicht gerade zum Kiosk getrieben hat. Ich warte auf die erste Podiumsdiskussion bei RTL mit Petra Gerster, Stefan Aust und der Super-Nanny. Tipp an dieWiWo-Redaktion: Termin der Veranstaltung bei Google recherchieren.

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5 Kommentare

  1. Ein Lichtjahr ist keine Zeiteinheit. Auch wenn es so klingt. Es handelt sich um eine Entfernung. Eine ziemlich grosse sogar. Also von daher passts schon…

  2. Kritik in allen Ehren – die schlimmste Sünde eines Journalisten ist, die Neugier zu verlieren und davon auszugehen, dass es allen anderen auch so geht. Nach dem Motto „Kennen wir alles schon.“ So wie wir schon seit zwanzig Jahren Geschichten über „Multimedia“ schreiben und trotzdem ist das Thema immer noch interessant.
    Wir beschäftigen uns mit Google schon seit mindestens 2000. Das ist – je nach Alter – ziemlich lange. So starr sind wir also nicht. Die Neugier haben wir trotzdem noch lange nicht verloren. Wir werden Google auch in den nächsten Jahren weiter durchdeklinieren, genauso wie dessen Nachfolger.
    Wenn ausgerechnet das ein Beispiel für die Probleme von Old Media sein soll, dann bin ich ja ganz hoffnungsfroh…
    Ein old media gewächs der wiwo

  3. Akzeptiert. Allerdings, um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen: Ich denke auch keineswegs, dass eine kluge Idee wäre, das Thema „Google“ ganz aus den Augen zu verlieren.

  4. Ganz meine Meinung. Hiermit versprochen. Vielleicht kann ich Dich ja als regelmäßigen Magazinleser zurückgewinnen :-#

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