Spiegel, geschwätzig

Vermutlich hatte Frau Augstein, Franziska, nicht so unrecht, als sie unlängst dem „Spiegel“ einen Hang zur Geschwätzigkeit vorwarf. Die neue Titelgeschichte jedenfalls ist so ziemlich das Dünnste, was ich seit langem dort gelesen habe – das geht nah ran ans Focus-Level. Weitgehend bekannte Tatsachen – demnächst gibts mehr alte als junge, die sozialen Netze werden dünner, die Generation Einzelkind wird noch mehr als bisher auf Leistung getrimmt – werden zu einer langweiligen und langamtmigen Geschichte aufgebläht, dazu immer wieder Verweise darauf, dass es ein neues Buch von Schirrmacher zu dem Thema gibt. Wenn das keine abgestimmte PR-Geschichte für dieses Buch und für Schirrmacher war, dann freuen sich sein Verlag und er jetzt zumindest. Schönere Werbung gibts in hundert Jahren nicht mehr.

Und auch der Rest der Ausgabe ist von einem gewissen Geschwätzigkeits-Syndrom befallen. So schnell wie in diesen Wochen war ich jedenfalls früher mit dem Spiegel nicht durch. Bei einem Copypreis von inzwischen 3,40 ist jedenfalls der Anteil wirklich lesenswerter Geschichten ziemlich klein worden. 

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