Google Base, update

Natürlich hätte mir das viel länger klar sein müssen, aber als ich gestern mir erstmals etwas intensiver die deutsche (Beta-)Version von Google Base angesehen und dabei vor allem ein wenig mit den Immobilien-Anzeigen rumgespielt habe: Himmel, wer soll eigentlich jemals wieder eine Immobilien-Anzeige in der Zeitung aufgeben? Und dabei spielt m.E. die Tatsache, dass Anzeigen bei Google Base kostenlos sind, nur eine untergeordnete Rolle. Viel wichtiger ist, dass ich mir mit Google Base ein ganz anderes Bild von der Immobilie machen kann als bei einer dreizeiligen Abkürzungs-Orgie im Anzeigenfriedhof einer Zeitung. Und reden wir in diesem Zusammenhang erst gar nicht über Reichweiten: Da müssten sich schon alle Zeitungen Europas zu einem Markt zusammenschließen, um den Giganten Google kratzen zu können. 

Wenn sich zufälligerweise jetzt noch ein paar Zeitungsverleger auf ihren beliebten Standpunkt zurückziehen, die Zeitung sei aber immer noch der seriöseste und akzeptierteste Vermittler und Marktplatz – meine eigenen, ganz praktische  Erfahrungen sagen mir anderes. Hatte vor kurzem eine Wohnung in München zum (nach-)vermieten. Brauchte genau zwei Anzeigen in Onlineplattformen. Kosten: null. Umsatz dementsprechend für meine Zeitungen vor Ort: null. Erfolg: durchschlagend. Dass die SZ jetzt neuerdings anbietet, Mietangebote solange (kostenlos) zu wiederholen, bis das Objekt vermietet ist, dürfte exakt diesen Umständen geschuldet sein – andere werden folgen, bis schließlich das Geschäftsmodell Rubrikanzeigen in der Zeitung tot ist.

Und bis dahin wird nicht mehr viel Zeit vergehen.

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