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Der Chefredakteur des „Guardian“, Alan Rusbridger, über den radikalen Kurswechsel seiner Zeitung – seit rund zwei Wochen erscheint dort jede Geschichte erst im Netz, dann in der Zeitungen. Die allermeisten machen es ja bekanntlich noch umgekehrt und in Deutschland, ich wette darauf, kollabiert angesichts dieser Idee nahezu jeder Verleger und Chefredakteur. Deren Kernargument: Man kannibalisiere damit die Zeitung.

Dabei ist die Guardian-Strategie so einfach, so nachvollziehbar. Ein Produkt, dass in dieser Form einfach nicht mehr überlebensfähig ist, kann man nicht am Leben erhalten indem man sich den Tatsachen verschließt. Dazu gehört auch diese merkwürdige Debatte, nach der man jetzt eine Zeitung weiterhin optisch Zeitung lassen will, sie dafür aber statt auf Papier auf einem Display abbildet.

Tatsache ist: Man kann gedruckt keinem Wettbewerb im News-Business mehr stand halten. Man muss sich also entweder auf andere Inhalte kaprizieren oder aber man verfolgt den davon rasenden Porsche ebenfalls mit einem Porsche. Aber nicht mit einem Ford Fiesta. 

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