Tur Tur

Zu den skurrilen Erfindungen des Schriftstellers Michael Ende gehört Herr Tur Tur, der Scheinriese aus den Jim-Knopf-Büchern. Er ist deutlich kleiner als er von der Ferne wirkt – je näher man ihm kommt, desto mehr schrumpft er, bis er schließlich unmittelbar vor einem stehend sich als ganz normal gewachsen entpuppt. Ein „Schein-Riese“ eben.

Und jetzt schauen wir mal nach, was bei missglückten Sprachbildern in der Praxis rauskommt:

Zu den skurrilen Erfindungen des Schriftstellers Michael Ende gehört Herr Tur Tur, der Scheinriese aus den Jim Knopf-Büchern. Das könnte der A180 auch sein: Er ist größer, als er wirkt.

Der A 180 müsste demnach, wenn er nicht kleiner, sondern größer ist als er wirkt, ein Scheinzwerg sein, kein Scheinriese. Und wer das alles etwas kleinkrämerisch findet: Nach etlichen Debatten über den leisen Verfall simpler journalistischer Standards ist in den diversen üblichen Verdächtigenblogs inzwischen so viel geschrieben worden, dass ich dafür ein wenig übersensibilisiert bin. Und wenn bei Qualitätsmedien an prominenter Stelle Riesen und Zwerge verwechselt und krumme Sprachbilder gezeichnet werden, gehört das für mich exakt zu diesem Thema „Qualitätsverfall“.

Nachtrag, 11.13 Uhr: Inzwischen ist der A 180 auch bei sueddeutsche.de ein Scheinriese. 

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