WM, eine Zusammenfassung

 

(ein making-of von zehn immer spannenden, immer arbeitsreichen, meistens lustigen Tagen bei der Leichtatlethik-WM in Berlin — in 3.25, vielen Bildern und einer Übersicht, wer überhaupt dahinter steckte).

Man ist ja eigentlich als Trainer bei solchen Seminaren wie in den vergangenen 10 Tagen bei der Leichtatlethik-WM in einer ziemlich angenehmen Lage: Man lernt nämlich selber jeden Tag nochmal irgendwas dazu. Dieses Jahr war für mich vor allem verblüffend, wie sich die Möglichkeiten des mobilen Reportings und der Erstellung von multimedialen/interaktiven Inhalten erheblich verbessert haben. Als ich vor zwei Jahren zum ersten Mal ein KAS-Seminar machte (damals in Kassel zur Documenta) war die Hardware die gleiche wie jetzt in Berlin. Dennoch war die Krönung des mobilen Reportings, als sich zwei Kollegen in eine Pressekonferenz setzten und vor dort aus live ein paar Sätze bloggten. Klar, mehr ging damals nicht: Da war zum einen das weitgehend UMTS-befreite Kassel und zum anderen die Tatsache, dass selbst chice Laptops damals immer noch monströse Ausmaße hatten, wenn man sie mit einem heutigen Netbook vergleicht. Umgekehrt: Mobil von irgendwo berichten war in Berlin gar kein Thema; ein Netbook ist gleich eingesteckt und irgendeine vernünftige Verbindung ins Netz findet sich allemal. Einen entschiedenen Nachteil bringt das allerdings auch mit sich: Der Impuls, schnell von irgendwo her irgendwas ins Netz zu stellen, ist immens groß. Vermutlich gehört es demnächst zu den journalistischen Schlüsselqualifikationen, diesem Impuls einfach mal widerstehen zu können und erstmal nachzudenken.

Immer wieder erstaunt bin ich auch, welche inhaltlichen Freiheiten das Netz gibt. Wir haben Beiträge von sieben, acht Minuten gemacht — ohne dass man jemals auf die Idee gekommen wäre, nach 2.30 wäre es jetzt dann auch gut gewesen. Inzwischen glaube ich weniger denn je an die Sinnhaftigkeit der Vorgaben von Formatradio oder Format-Fernsehen. Die weit verbreiteten Auffassungen, das geneigte Publikum würde spätestens nach 1.30 oder 80 Zeilen abspringen, sind vielleicht ebenso gut frei erfunden wie die Helmut Thoma definierten 14-49Jährigen, die angeblich „werberelevant“ sind.

Und: Es muss ja nicht immer der klassische gebaute Beitrag sein. In zwei Fällen haben wir frühere Opfer des DDR-Dopings einfach erzählen lassen und das mit Bildern hinterlegt; es sind, finde ich, beide Male ziemlich bewegende und beeindruckende Dokumente geworden. Vermutlich hätte man sie mit einem Off-Sprecher einfach nur kaputtgemacht. (Beispiele: hier, Audio-Slideshow am Ende der Seite und hier, Audio-Slideshow am Anfang der Seite)

Was  nimmt man noch mit? Regeln für multimediales Erzählen habe ich immer noch keine gefunden, außer der: Kreativität durch Regeln einzugrenzen ist so ziemlich das Dümmste, was man machen könnte.

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