Ein Buch – das Update (11): Die München-Connection

Irgendwann, als ich am Samstag bei „Besser Online“ in München in wunderbarer Herbstsonne, wie es sie nur in München gibt, draußen rumstand, fiel mir ein: In der Runde, in der ich gerade stehe, könnte man eigentlich ein wunderbares Foto machen, um schon mal einen Teil der Autoren für unser Buchprojekt vorzustellen. Leider ist das so, wie es immer ist: Es bleibt beim guten Vorsatz, was auch daran lag, dass erfreulicherweise die Kollegen Autoren allesamt ziemlich gefragt sind und es kaum mehr möglich war, wirklich mal zwei Minute für ein Foto zu posieren: Irgendjemand wurde immer gerade rausgezogen („nur einen kurzen Moment, bitte“). Nun gut, Onliner sind kommunikative Menschen und höflich zudem, dann also: kein Foto. Das ist auch der Grund dafür, dass ich Ihnen die nächsten Damen und Herren in guter alter Textform vorstellen muss und mir die Fotos dafür wieder mal mühsam zusammen suchen muss.

Fangen wir mit den Damen an, schon aus Gründen der Höflichkeit. Inge Seibel-Müller ist eine erfahrene Radio-Frau, die in ihrem Journalisten-Leben u.a. Chefredakteurin bei Radio Charivari in München war. Mittlerweile gibt sich ihr Wissen auf den unterschiedlichsten Veranstaltungen weiter, arbeitet sehr viel für die Bundeszentrale für politische Bildung, ist Jurymitglied beim NRW-Radiopreis. Wenn Sie wollen, erleben Sie Inge nächste Woche u.a. als Moderatorin bei den Medientagen in München. Lesen: @issis bei Twitter, www.inge-seibel.de im Netz. Außerdem ist sie mit Prof. Horst Müller verheiratet — und bei wem es nicht klingelt: www.blogmedien.de. Ich freu mich sehr, dass sie dabei ist (und auch auf das nächste Telefonat mit der überaus aufgeweckten elfjährigen Tochter, der ich schon jetzt eine große (Radio-)Karriere prophezeien würde).

Beim nächsten Kollegen….ach herrje, muss ich den wirklich vorstellen? Wobei ich gerade in seinem Fall sagen würde, dass das ein prima Beispiel für „Markenbildung“ von Journalisten im Netz ist: Wenn ich Ihnen sage, dass es Richard Gutjahr ist, werden Sie mit einiger Wahrscheinlichkeit assoziieren: Ist das nicht der Typ mit dem iPad? Ist er. Auch wenn es fürchterlich falsch ist, Richard darauf zu reduzieren, dass er es tatsächlich geschafft hat, als erster „normaler“ Mensch (sprich: Kunde) auf diesem Planeten ein iPad in der Hand zu halten. Richard ist zudem Blogger mit zunehmender Scoop-Frequenz (er war u.a. der, der die gefakten Lobeshymnen auf das WeTab outete) und — was viele aus der Netzgemeinde nicht wissen oder wahrnehmen: Er ist zudem ein klassischer Fernsehmann und u.a. Anchorman der „Rundschau Nacht“ im Bayerischen Fernsehen. Schließlich kann man sich mit ihm auch unterhalten, wenn man ihm für ein paar Minuten seine Apple-Spielzeuge wegnimmt. Dann aber ist er einer der nettesten Menschen, die man sich vorstellen kann. Und weil, zugegeben, bei der Autoren-Sache auch der Sympathiefaktor einfach eine kleine Rolle spielt: Wunderbar, dass er dabei ist. Das Korrekturprogramm für die Texte habe ich schon mal so gefüttert, dass es bei übermäßig häufiger Erwähnung von Apple anschlägt.

Und schließlich der Dritte im Bunde, über den ich momentan deswegen noch keine so hymnischen Texte schreiben kann, weil ich ihn erst am Samstag persönlich kennengelernt habe: Hardy Prothmann hat es innerhalb kurzer Zeit geschafft, mit seinem Heddesheim-Blog und den diversen Ablegern dessen zum Inbegriff des hyperlokalen, digitalen und selbstbestimmten Journalismus in Deutschland zu werden. Ich finde das für das Buch enorm wichtig: Wir reden ja gerne — auch in diesem Blog — gerne davon, warum der lokale Journalismus immer schlechter funktioniert, obwohl wir uns auf der anderen Seite  alle einig sind, dass Lokaljournalismus nicht einfach nur wichtig ist, sondern möglicherweise verdammt zukunftsträchtig wäre, würde man nur endlich damit aufhören ihn so zu machen, wie man ihn seit Kriegsende macht.

Einen entspannten Teil des Nachmittags habe ich dann noch mit Matthias Daniel und Svenja Siegert vom „Journalist“ verbracht und sie so lange drangsaliert, bis ich ihnen die vermutlich unter massivem Einfluss spätsommerlicher München-Sonne entstandene vage Zusage abgerungen habe, irgendwann mal irgendwas zum Thema zu machen (ich kann hartnäckig sein, wenn´s denn sein muss).

Irgendwann sah ich dann auch noch aus der Ferne Dirk von Gehlen, aber sein Gesichtsausdruck wirkte leicht gehetzt und sein Gang auch, so dass ich das mit dem Autoren-Gruppenfoto lieber bleiben ließ, obwohl Markus Hündgen auch noch gerade in der Nähe war. Aber Dirk sehe ich ohnehin am Dienstag an der DJS, und überhaupt sind Gruppenfotos eh überschätzt. Wenn Sie darauf bestehen, liefere ich irgendwann eins nach. Aber nur dann!

Und für meinen innerlichen leisen Lacher des Tages hat dann noch eine Mail gesorgt, die ich inmitten unserer informellen Autorengespräche erhalten habe. Um den Lacher zu verstehen, muss ich Ihnen erst noch was gestehen: Vor vier Jahren habe ich selbst mal einen kleinen Beitrag für ein Buch aus dieser ominösen „Gelben Reihe“ geschrieben, genauer gesagt für „Fernsehjournalismus“ von Axel Buchholz. Das Buch geht jetzt in seine 8. Auflage und Buchholz schickte mir meinen von ihm erneuerten Beitrag zu — ob ich denn mit dieser aktualisierten Version einverstanden sei.

Klar doch. Onliner sind höfliche Menschen.

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14 Kommentare

  1. Ha! Irgendwann war aber auch Christian Jakubetz weg!

    Ich hatte nach dem Selbstmarketing-Panel naemlich noch ein wenig nachgedacht und war irgendwann an der typischen Informatiker-Frage angelangt: Skaliert das ueberhaupt? Im Netz ist potentiell unendlich viel Platz, aber reicht die nach wie vor knappe Aufmerksamkeit auch noch fuer 100 weitere bloggende Journalisten? Oder werden sich die einzelnen Fettaugen auf der Suppe halten, die ab und zu mal jemand mit in ihr Rampenlicht hieven?

    Was fuer einzelne funktioniert hat, muss ja nicht weiterhin funktionieren. Das klingt jetzt unangenehm nach Binsenweisheit — etwas schlaueres faellt mir dazu aber leider nicht ein.

  2. @stk: Die weiteren 100 bloggenden Journalisten müssen ja nicht dieselbe Zielgruppe ansprechen wie die „einzelnen Fettaugen“, die jetzt als Alpha-Blogger gelten. Manchmal lebt es sich in der Nische auch ganz gut.

  3. @stk: Es ist so, wie Peter Jebsen schreibt. Wenn alle das gleiche machen, wird das natürlich für den einen oder anderen nicht funktionieren. Aber das ist doch immer und überall so.

  4. Muss eingestehen, dass ich auch noch die zwei Kollegen mit dem „von“ im Namen gestern für ein Publikationsprojekt shanghaien konnte. Vielleicht gelingt mir dies mit Dir Christian auch noch, aber die Zeit ist – äh, mal wieder – knapp. (-:

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