Eine kleine App-Kritik (9): Dahinter steckt ein analoger Kopf

Ich war selten auf eine App so gespannt wie auf die der FAZ. Und selten bin ich nach einer App mit gemischteren Gefühlen am Rechner gesessen wie nach dem ersten Durchgang mit den klugen Köpfen aus Frankfurt.

Das Positive zuerst: Die technische Umsetzung ist sauber und ansprechend, ganz anders als beispielsweise die leider ziemlich hingeschluderte App der taz. Man kann das Blatt im Orginal-Layout lesen, man kann aber auch in eigenen Text-Lese-Modus gehen. Es gibt die schöne Idee eines Merkzettels, auf dem man sich bis zu 80 Artikel aus verschiedenen Ausgaben speichern kann und es gibt eine Art Alert, den man sich einrichten kann und bei dem jede neue Ausgabe automatisch auf vorher festgelegte Schlagwörter durchsucht wird. Das alles dann auch noch zu einem Preis, der mit 1,59 Euro auch noch unterhalb dem der Printausgabe liegt.

Soweit so gut alles — bis hierhin. Leider hat die FAZ wirklich vollständig auf jegliche Verbindungen in die digitale Welt verzichtet. Kein einziger Weg führt zu FAZ.net Wirklich kein einziger. Natürlich: Man kann sich auf das Argument zurückziehen, dass es ja in erster Linie darum geht, die Zeitung zu lesen. Trotzdem Will man etwas nahchschlagen, was evtl. bei FAZ.net zum Thema stehen könnte, muss man erst die App verlassen und zum Browser wechseln. Ich glaube gar nicht, dass man aus der Tageszeitung am iPad unbedingt ein hypermediales Abenteuerland machen muss, aber auf einem hypermedialen Gerät wie dem iPad ein analoges Produkt wie eine Zeitung komplett analog anzubieten, das ist zumindest gewöhnungsbedürftig und schwer erklärbar.

Keine Ahnung, wie DIE App der Zukunft aussieht. Ein Blatt 1:1 aufs iPad bringen — das ist es in jedem Fall noch nicht.

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1 Kommentar

  1. Contentbezogen ist Flipboard auf jeden Fall Top. Die App der Zeitung „Welt“ finde ich persönlich am ansprechendsten wenn es um einzelne Zeitungsapps geht…

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