Facebook, du nervst!

Zugegeben, ich habe bei diesem Thema lange nachgedacht, welches der richtige Ort dafür ist. Aber weil es bei meinem aktuellen Unwohlsein mit Facebook eher um persönliche Befindlichkeiten und weniger um journalistische Themen geht, steht jetzt in der FAZ, warum ich finde, dass Mr. Zuckerberg diesmal überzogen hat. Und warum es erstaunlich ist, dass sich vor 25 Jahren alle über ein vergleichsweise harmlose Volkszählung echauffierten und heute brav vor der Datenkrake kapitulieren.

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5 Kommentare

  1. Re: „Heute gibt es Facebook und angesichts dessen müssten all jene, die damals protestierten und dauerentrüstet waren, Tränen in den Augen haben.“

    Du schreibst doch später im Artikel selbst, warum der Vergleich zwischen Volkszählung und Facebook hinkt. Facebook ist freiwillig. Und jeder kann für sich selbst entscheiden, wie privat er wird: „Niemand zwingt uns dazu, in sozialen Netzwerken unser gesamtes Leben auszubreiten.“

    Re: „Ich mag es nicht, wenn ich mir jedes Wort, jeden Satz gut überlegen muss, weil ich nicht weiß, wer was daraus lesen kann.“

    Ich mag das auch nicht. Aber so ist es halt, wenn man sich *irgendwo* öffentlich zu Wort meldet. Nicht nur bei Facebook, und nicht nur im Internet.

    Wie kommst du darauf, dass „alle (…) heute brav vor der Datenkrake kapitulieren“? Zwischen Kapitulation und Boykott gibt es doch einige andere Herangehensweisen, zum Beispiel die von dir selbst beschriebene vorsichtige, bewusste Nutzung.

  2. Das mit der Freiwilligkeit ist genau das Problem: Bisher dachte ich auch, man habe das im Griff und könne selbst kontrollieren/entscheiden, was man will. Und was eben nicht. Inzwischen werde ich das Gefühl latenten Misstrauens nicht mehr los. Facebook kommt mir mehr mehr wie etwas vor, das mir die Kontrolle entziehen will. Du hast zwar recht, dass das eben so ist, wenn man sich irgendwo öffentlich zu Wort melde. Aber wenn ich mich sonstwo im Leben zu Wort melde, dann glaube ich zu wissen, wo meine Äußerungen landen.Kurzum ich würde gerne Facebook noch bewusster nutzen, weiß aber langsam nicht mehr wie. Und ich nutze nur ungern jemanden, dem ich latent misstraue.

  3. Oha, wird da ein Saulus zum Paulus?

    Ich kann dem ja nur zustimmer, lieber Herr Jakubetz, was Sie zu Facebook schreiben. Aber sagen uns nicht alle wirklichen Internet-Experten, zu denen Sie zählen, und auch die selbsternannten, seit langem: Wer Facebook nicht nutzt, ist out. Insbesondere als Journalist. Der ist abgehängt vom Info- und Datenstrom und dem gesellschaftlichen Mainstream.

    Ich habe mich immer schon gefragt, was Informationen, wie: “Ich esse gerade lecker Pizza Napoli bei Francesco“, oder: “Bin beim Friseur – tolle Dauerwelle!“ denn für einen Wert haben sollen. Von der latenten Kontrolle und Überwachung a la 1984 und der Selbstpreisgabe aller nur möglichen privaten Daten und Informationen ganz zu schweigen.

  4. @Bernd Stuhlfelner: Ganz so einfach ist es nicht. Ich bin nach wie vor natürlich der Meinung, dass sich Journalisten zumindest gut überlegen sollten, ob sie soziale Netzwerke nicht nutzen wollen (dass das niemand muss und man auch ohne ganz gut leben kann, war ja schon immer unbestritten). Dass man Banalitäten wie von Ihnen beschrieben ausblenden kann und soll, auch das ist unbestritten. Was mich im Falle Facebook nervt, ist das inzwischen große Misstrauen, das ich dem Laden entgegen bringen muss. Mir ist schon klar, dass jeder (kostenlose) Deal im Netz darauf beruht, dass ich mit Daten bezahle. Nur wüsste ich bei jedem deal eben auch gerne, was die AGB´s sind. Das weiß ich bei Facebook leider nie so genau.

  5. Facebook erschafft das Biedermeier neu. Man stelle sich die mittlerweile doch hier und da reale Welt vor in der die Leute nur in ihrer und der Suppe der Freunde und Bekannten kochen und sonst nichts mehr wahrnehmen. Das zwingt doch fast zur Konformität gerade wegen der offensichtlichen Vielfalt.

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