Mäxchen rüstet auf

Nachdem -siehe auch Kommentare- die Frage im Raum steht, wie sich der P7S1-Maxdome nun schlagen wird auf dem freien Markt: Immerhin hat man jetzt auch Verträge für Lost und Desperate Housewives geschlossen und fährt dabei eine Strategie, für die man die BBC vor Jahresfrist bejubelte. Man kann die neuen Folgen nämlich teilweise auch im Preview vor der Erstausstrahlung im TV sehen. Das revolutioniert noch nicht das Fernsehen, ist aber mal ein echter Paradigmenwechsel zu der bisherigen müden Strategie der Sender, gut abgehangenes Zeug nachträglich ins Netz zu stellen. Dass der Zuschauer sich künftig viel mehr im Netz bedienen wird, sollte ziemlich unbestritten sein. Und dass er ggf. clever genug ist, sich Dinge zu besorgen ohne den ganz legalen Weg zu gehen, frag nach bei der Musikindustrie. Dann lieber den offensiven Weg gehen, frag nach bei iTunes. Lost und Housewives jedenfalls sind schon mal ganz interessante Inhalte, der Reiz von Omis 80. Geburtstag lässt ja irgendwann dann doch mal nach.

Zugegeben, ich habe auch mal eine Zeit an die Zukunft und des Charmes von „Fernsehen“ geglaubt, dass sich zeitweise aus den Arbeiten von Halbprofis und Laien speist. Aber meine Augen sind empfindlich und irgendwann hätte ich dann doch gerne wieder Bilder, die nicht verwackelt sind; Texte von jemandem, der halbwegs meine Sprache spricht und Themen, die über „Ich übe mit meiner Luftgitarre vor dem Spiegel“ hinausgehen. Für so ein Zeugs gibts inzwischen Portale en masse und mehr, als jeder Markt vertragen kann. Kein Mensch braucht Clipfish. Maxdome vielleicht schon eher.
 

(Hinweis des Anstands halber: Ich habe an der Erst-Entwicklung von Maxdome vor ein paar Jahren mitgearbeitet, bin insofern also alles andere als neutral).

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