Ein Preis für eine zerschlagene Redaktion

Die Konrad-Adenauer-Stiftung hat (ob gewollt oder nicht) der PNP-Verlegerin Simone Tucci-Diekmann ziemlich deutlich gezeigt, was sie von ihr und ihrer Personal- und Verlagspolitik hält: ungefähr gar nichts. Sie hat nämlich mit Helmuth Rücker und Thomas Seider zwei Redakteure der im November zerschlagenen Passauer Lokalredaktion mit dem Deutschen Lokaljournalistenpreis ausgezeichnet. Das ist so ziemlich die subtilste Preisverleihung, von der ich jemals gehört habe (Applaus…)

Rücker war bis 2008 Lokalchef in Passau und wurde dann von der Verlegerin in einer Nacht- und Nebelaktion geschasst. Thomas Seider hätte zunächst ebenfalls gehen sollen, durfte dann aber doch bleiben. Rücker arbeitet inzwischen als dritter Redakteur in der PNP-Lokalausgabe Grafenau.

Der Austausch der Redaktion in Passau hat Frau Tucci-Diekmann übrigens nichts gebracht, zumindest nicht das, was sie sich erhofft hat: Leser. Die Zahl der Abonnenten ging im ersten Quartal gegenüber dem letzten Rücker-Quartal 2008 von 27.602 zurück auf 27.524 (Quelle: IVW; die Zahl bezieht sich auf Stadt und Landkreis.) Das ist der niedrigste Abo-Stand seit Ende 2006.

Aber dass ihre Strategien eher erfolglos sind, dürfte die Verlegerin inzwischen ja gewohnt sein.

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