Aus dem Leben einer Pressestelle

(nach langem tuuuuten bei einem großen deutschen Konzern): „XY AG, Griaß Gott.“

Ich: Schönen guten Morgen, ich bin von der Redaktion Wired und brauche bitte die Pressestelle.

(nach längerer Pause): San Sie vo da Presse?

Ich: Ja.

(irritiert): Vo da XY-Zeitung (Heimatzeitung vor Ort)?

Ich, ebenfalls irritiert: Nein.

(irritiert): Vo wem san sie nachhad dann?

Ich, tendenziell belustigt: Von Wired.

Weiert? Um wos gehts do?

Ich: Das würde ich gerne mit den Kollegen klären.

(tuuuuut…knacken, dann neue Stimme): Öffentlichkeitsarbeit, XY, was kann ich für Sie tun?

Ich: Ich bräuchte bitte…

(im Hintergrund läutet ein Handy): Moment, mein Handy…ah, du bist´s…ja, hier geht´s zu, ich sag´s dir und dann sind ja da auch noch so viele Veranstaltungen…und am anderen Ende habe ich auch noch einen, der sagt, der ist ist von Wired oder so ähnlich…ach, gibt´s wirklich? Ja, dann, ich muss mal wieder…so, jetzt, was kann ich für Sie tun?…Ähn, nein…nein,nein, aber ich kann Ihnen eine Mailadresse geben, weil ich muss jetzt dann auch mal wieder weg, gell…auf Wiederhören!

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3 Kommentare

  1. Ach ja, haben wir nicht alle unsere Erfahrungen mit Pressestellen. Erzähle immer gern von der einer Staatsanwaltschaft in Süddeutschland, die erklärte, norddeutschen Medien gebe man keine Auskunft, man sei schließlich für den dortigen Landgerichtsbezirk zuständig und sonst nichts.
    Aber zur Ehrenrettung der Pressestellen sei gesagt, dass sich viele in den vergangenen Jahren merklich professionalisiert haben.
    Gruß,
    Susanne Peyronnet (@pyrolim)

  2. Amüsant. Als ehemaliger Pressereferent erkenne ich da einige Kollegen wieder. Auf der anderen Seite gibts das übrigens auch: was ich da schon an Anrufen von Journalisten (und keineswegs nur von kleinen Medien) entgegennehmen durfte …

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