Als es noch DSL 1000 gab…

Wenn man ein Buch überarbeitet, das die Grundlage für ein neues Buch werden soll – dann stößt man auf echte Perlen. Vor allem dann, wenn es das eigene Buch ist, wenn es schon ein paar Jahre alt ist und wenn es sich um digitale Medien dreht…

Im Jahr 2007 also schrieb ich im Buch „Crossmedia“ das Folgende, wobei ich dringend um Beachtung meiner durchaus prophetischen Fähigkeiten bitte:

Ähnlich verhält es sich mit allen anderen Darstellungsformen, die im weitesten Sinne unter der Kategorie Multimedia einzuordnen sind. Audios, Animationen, inzwischen bei Bedarf auch hochauflösende Fotos – die Bandbreite macht vieles möglich, was früher mit dem Hinweis auf lange Ladezeiten und hohe Kosten für die User abgelehnt wurde. Eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt dabei natürlich auch die Tatsache, dass sich Flatrates für Online-Zugänge inzwischen weitgehend durchgesetzt haben und sich die Frage danach, ob die Ladezeiten für Nutzer überhaupt zumutbar sind, weitgehend erledigt hat. Inzwischen sind Schmalband-Zugänge ins Internet eher die Ausnahme geworden. Die Entwicklung ist eindeutig: Studien sagen voraus, dass im Jahr 2015 die Geschwindigkeit, die wir als DSL 1000 noch unlängst als Einstieg in das Breitbandzeitalter gefeiert haben, als langsam gelten wird. Man kann also getrost davon ausgehen, dass die Zugangsgeschwindigkeiten rasant steigen und damit in ebensolcher Rasanz die Multimedialität im Netz vorantreiben werden.

Jaha, DSL 1000. Das gab es wirklich mal, liebe jüngere Leser. Und es hat uns auch nicht geschadet. Obwohl, eigentlich dann wieder doch.

***

Es ist also bis zu einem gewissen Grad ein ziemlicher Spaß,  dieses neue Buch mit dem Titel „Universalcode 2020“ zu schreiben. Man merkt dabei aber eben auch, in welch wahnwitzigem Tempo sich die Dinge verändert haben (und wie sie es immer noch tun). Ursprünglich wollte ich ja nur eine Aktualisierung von „Crossmedia“ machen, aber nach der Lektüre von ein paar Seiten habe ich festgestellt, dass das alles schneller geht, wenn ich (fast) alles neu schreibe. Und nachdem der gute, alte „Universalcode“ ja auch eine kleine Aktualisierung gebrauchen könnte, lag es nahe, beide Projekte zusammenzuwerfen.

Und noch etwas ändert sich ein bisschen: Der Fokus beider Bücher lag bisher eindeutig auf Journalismus. Inzwischen denke ich, dass das absurd ist, weil es alle Menschen ausschließt, die noch was anderes machen als Journalismus. Soll es ja geben. Die Aspekte der Digitalisierung, um die es auch mal ganz grundsätzlich gehen wird, sind zu viele und zu allgemeingültig, als dass man sie nur generell auf Journalisten beziehen sollte.

Und noch ein Unterschied zum „Universalcode“: 600 Seiten waren damals irgendwie auch ein Statement. Aber eines, dass auch den Nachteil hat, dass man es nicht mal eben updaten kann. Der „Universalcode 2020“ wird deshalb dünner, maximal 300 statt 600 Seiten. Wie es der Titel signalisiert: dafür lieber öfter aktualisieren. Der aktuelle Horizont reicht bis 2020. Alles, was darüber hinausgeht, wäre vermessen.

***

Beim Verlag glauben sie übrigens, dass das Buch im Juni erscheinen wird. Ich lasse sie einfach mal in dem Glauben…

Universalcode #2020

Die Frage taucht immer wieder auf: Ist es überhaupt noch sinnvoll, wenn man als Journalist in die „alten“ Medien gehen will? Wenn alles digital und online ist, welche Zukunft haben dann TV, Radio und Zeitung? Ein paar Fragen, die der „Universalcode2020“ zu beantworten versucht. Ab Sommer 2016. Als Buch.

Auf diese Frage nach der Zukunft bekommt man naturgemäß unterschiedliche Antworten. Was vor allem damit zu tun hat, dass es für nahezu jede Theorie auch das passende Zahlenmaterial gibt. Während also überzeugte Digital-Apologeten darauf verweisen, dass das Netz weiterhin exorbitant wächst und beispielsweise Tageszeitungen mittlerweile einen Generationen-Abriss verzeichnen müssen, zeigen Vertreter der anderen Seite gerne mal auf eine Statistik, die belegt, dass Fernsehen nach wie vor das beliebteste und am meisten genutzte Medium in Deutschland ist (wenn nicht alles täuscht, wird sich daran so schnell auch nichts ändern).

Ein eklatanter Widerspruch? Nur auf den ersten Blick. Tatsächlich aber passen diese beiden Aussagen zusammen und umschreiben die Entwicklung in der Branche ziemlich präzise. Denn immer noch haben wir es in Deutschland mit einem tiefen Graben zu tun, der die Gesellschaft trennt in „Digital Souveräne“ und der Rest, wie es die Initiative D21 in ihren jährlichen Berichten umschreibt. Das bedeutet, dass es auf der einen Seite ein vergleichsweise junges Publikum gibt, für die der Umgang mit digitalen Geräten und Medien eine Selbstverständlichkeit ist. Auf der anderen Seite des Grabens stehen – immer noch – all jene, die sich zwar an die Nutzung von Mails und Amazon gewöhnt haben, ihre Medien aber immer bevorzugt auf konventionellem Weg nutzen.

digitalindex2015_16-17

Betrachtet man beide Seiten dieses bestehenden digitalen Grabens, dann wird klar, warum beide Aussagen richtig sind. Immer noch schauen Menschen im Schnitt über drei Stunden pro Tag fern, immer noch läuft das Radio über den Tag verteilt fast genauso lang. Und selbst von Tageszeitungen, die den digitalen Wandel sicher am stärksten spüren, werden Tag für Tag immer noch fast 17 Millionen Exemplare verkauft (Stand: Anfang 2016).

Das alles ist eine ganze Menge für Medien, die seit Jahren regelmäßig für tot erklärt werden. Der Untergang der alten Medien fällt also aus, zumindest noch für eine Zeit lang. Allerdings, ganz so einfach ist es dann doch wieder nicht: Auch wenn die Zahlen Horrorszenarien nicht hergeben, zumindest bei den Zeitungen spricht dennoch einiges dafür, dass sich die Situation deutlich verschlechtern wird (zumindest dann, wenn wir unter „Zeitung“ ausschließlich etwas Gedrucktes verstehen). Denn tatsächlich sinken die Auflagen der Blätter seit rund 20 Jahren ohne Unterbrechung. Nicht dramatisch, in Deutschland liegt der Auflagenrückgang seit Jahren stabil irgendwo zwischen einem und zwei Prozent.

Es gibt allerdings einige Indikatoren, die eindeutig darauf hinweisen, dass sich das ändern wird.

Erstens: Die Blätter vergreisen zunehmend, sowohl was ihr Publikum als auch ihre Redaktionen angeht. Auch wenn die einzelnen Statistiken zu unterschiedlichen Resultaten kommen, unbestritten ist, dass für das Publikum unterhalb der 30 die Tageszeitung zunehmend unbedeutend wird. Und dass eine Generation, die mit Smartphones, Laptops, Tablets und sozialen Netzwerken sozialisiert worden ist, plötzlich wieder zur Zeitung greift, darf man ausschließen.

Zweitens: Gerade in den urbanen Regionen Deutschlands zeigt sich schon sehr deutlich, wohin die Reise geht. Man muss dafür nicht mal den extrem harten Zeitungsmarkt in Berlin als Beispiel bemühen; generell zeigt sich: In ländlichen Regionen ist die Treue zur Zeitung noch spürbar höher, in den Städten erodiert sie. Man kann daraus verschiedene Rückschlüsse ableiten, aber einer hat sicher Bestand: Je ausgebauter digitale Strukturen sind, desto mehr werden sie von den Menschen genutzt.

Und drittens: Journalismus, Medien und Kommunikation, das wird von den Digital Natives“ inzwischen als eine Art multimediale Masse wahrgenommen. Die Logik, nach der wir in unserer Medien-Blase Medien verstehen, greift dort nicht mehr. Die Frage, ob etwas Print ist oder nicht, die stellt sich dort nicht. Die Trennschärfe existiert im Netz schon gleich dreimal nicht. Print im Netz, TV im Netz? So denkt der User 2016 nicht mehr. Der sucht nach Angeboten, Informationen und Unterhaltung. Nicht mehr, nicht weniger.

***

Jakubetz-Crossmedia-2te-9783867642392_PJ

Wie geht man mit dieser Entwicklung um? Wie wird sie weitergehen? Was muss man dafür können und was nicht? Seit „Crossmedia“ (1. Auflage immerhin schon fast 8 Jahre alt) und „Universalcode“ (inzwischen auch beinahe 4 Jahre) hat sich zu viel getan, als dass man einfach nur ein kleines Update dieser Bücher machen könnte. Deswegen mache ich gerade fast alles neu. Und erfreulicherweise ist mit diesen ganzen Überlegungen auch die Suche nach einem Titel zu Ende gegangen: „Universalcode2020“ tritt die ganze Sache ziemlich gut, finde ich. Vor allem deswegen, weil der Titel auch signalisiert, dass mir natürlich bewusst ist, ein Buch zu diesem Thema nicht mit einem längeren Haltbarkeitsdatum versehen zu können. 2020 – und danach schauen wir mal, wie die Welt dann aussieht.

Das Buch soll de facto zwei Teile haben. Einen, der die wichtigsten Trends und Entwicklungen zusammenfasst, der analysiert, der erklärt. Ich glaube, es ist wichtig zu verstehen, warum wir das machen, was wir gerade machen. Der zweite Teil ist dann: Handwerk. Pures Handwerk. Er basiert natürlich auf dem, was damals in „Crossmedia“ stand. Davon verwendbar ist allerdings wirklich fast nur noch die Grundstruktur. Inhaltlich benutze ich dabei gerade am häufigsten die Delete-Taste.

Wann? Ich befürchte, dass der ursprüngliche Plan mit dem Sommer 2016 eng werden könnte. Weil das gute Stück nun doch mehr Umfang haben wird als ich eigentlich dachte. Auf der anderen Seite ist das ja auch ein ganz schöner Antrieb und wenn man morgens regelmäßig eine Stunde eher aufsteht und zum Schreiben nutzt…stay tuned, mehr demnächst!

„Digitaler Journalismus“

Vorsicht, jetzt wird es einigermaßen kompliziert, an manchen Stellen widersprüchlich, grundsätzlich-theoretisch und auch sonst alles, was man in einem Blogbeitrag eigentlich nicht machen sollte. Geht aber leider nicht anders, weil es sich bei diesem Buch und seiner Geschichte ebenfalls um eine etwas komplizierte Geschichte handelt. Auf der anderen Seite: Was in diesem Internet ist schon einfach?

Jakubetz-Crossmedia-2te-9783867642392_PJ

Es war 2008, als ich zum ersten Mal mit dem UVK in Konstanz Kontakt hatte. Der Gedanke damals: ein Buch zu machen, dass in vergleichsweise kompakter Form einen Überblick über ein ganz brandheißes und nagelneues Thema geben sollte. Das Buch hieß dann auch so wie das Thema: „Crossmedia“ erschien 2009 und ich bilde mir noch heute ein, dass es ein ziemlich gutes Buch war. Noch dazu (auch das ist vielleicht nur eine Einbildung) das einzige Buch, dass sich damals mit diesem Thema auseinandersetzte.

Das war vor nunmehr sechs Jahren. Man kann sich also leicht ausrechnen, dass „Crossmedia“ im Jahr 2015 nur noch bedingten Wert hat. Es gab zwar 2011 eine zweite, überarbeitete Auflage, aber auch die ist zum einen nunmehr vier Jahre alt und zum anderen auch nicht so sehr anders in den Grundzügen, als dass man mit gutem Gewissen behaupten könnte, es sei wirklich noch up to date.

Auflage 3 – oder ganz neu machen?

Es ist ein schöner Zufall, dass gerade jetzt einiges zusammen kommt. Auch die zweite Auflage ist nämlich so gut wie verkauft. Das bestätigt, dass es zumindest grundsätzlich weiterhin Bedarf an diesem Buch gibt; zwei volle Auflagen verkauft man von journalistischen Fachbüchern nicht so ganz leicht. Und es ist eine gute Gelegenheit, über die Zukunft eines solchen Buches nachzudenken. Klar, eine dritte Auflage hat schon seinen Reiz – aber wenn man auch nur ein paar Sekunden nachdenkt, kommt man schnell auf eine grundsätzliche Frage:

Ein Buch mit Titel „Crossmedia“? Im Jahr 2015? Echt jetzt?

Natürlich nicht.

Das Thema „Crossmedia“ ist ziemlich tot und ich bilde mir (schon wieder!) ein, dass es kaum jemanden gibt, der das in den letzten zwei Jahren öfter gesagt und geschrieben hat. Da wäre es widersinnig, ein Buch mit diesem Namen herauszubringen. Auf der anderen Seite: Es ist mit zwei verkauften Auflagen ja dann doch absurd, diesen Titel einfach über Bord zu werfen. Zumal ich mir das Buch in den letzten Wochen nochmal genau angeschaut habe, nur um festzustellen: An vielen Stellen hat es – leicht modifiziert – immer noch seine Gültigkeit – und die Grundstruktur des Buchs muss man jetzt auch nicht komplett über den Haufen werden.

Nach ein paar Gesprächen mit dem Verlag bin ich deshalb jetzt zu einer etwas merkwürdigen Entscheidung gekommen. Es wird eine dritte Auflage des Buches geben, das dann aber nicht mehr so heißen wird. Aus „Crossmedia“ wird „Digitaler Journalismus“. Einiges aus „Crossmedia“ wird dann auch dort auftauchen, vermutlich aber mindestens die Hälfte wird komplett neu sein. Wie nennt man dann eine überarbeitete Version eines Buches, das auch noch einen neuen Titel bekommt? Keine Ahnung. Ist ja auch nicht weiter wichtig. Sicher ist nur: 2016 wird es erscheinen, schneller geht es nicht.

Der Unterschied zu „Universalcode“

Der eine oder andere weiß vermutlich, dass es dann ja auch noch ein anderes Buch zum Thema gibt: „Universalcode“. Den gibt es weiter, ich finde auch nach wie vor, dass sowohl das Buch als auch die Webseite nach wie vor ihre Gültigkeit haben. Der Ansatz von „Universalcode“ als Multiautoren-Buch ist auch ein anderer. „Universalcode“ ist wie eine 600 Seiten starke Bedienungsleitung für etliche Elemente aus dem digitalen Journalismus. Das will und kann das neue Buch nicht sein. Erstens wird es sehr viel kürzer, ich vermute mal, dass wir wieder bei ca. 200 Seiten rauskommen werden. Zum anderen hat es viel mehr den Charakter einer Übersicht, weswegen ich das auch alleine und ohne weitere Co-Autoren schreiben werde.

Und schließlich: Ich war damals von der Idee fasziniert, „Universalcode“ als eigenes Projekt zu stemmen. Im Nachhinein weiß ich aber auch, wie unglaublich viel Arbeit bei einem solchen Projekt in anderen Arbeiten als der des Autors steckt. Ich schließe keineswegs aus, so etwas mal wieder zu machen, bin aber bei dem aktuellen Projekt einfach nur froh, einen Verlag an der Seite zu haben, dem ich nur irgendwann mal ein fertiges Manuskript in die Hand drücken muss. Das ist eh schon Arbeit genug, so ist es ja nicht.

Also, an die Arbeit. Und wer wirklich will, kann sich die Zeit dahin ja mit der Lektüre von „Universalcode“ vertreiben…

Crowdfunding

Das Projekt „Universalcode2“ steht in den Startlöchern. Sowohl inhaltlich als auch bei der Crowdfunding-Finanzierung. Damit ihr wisst, was ihr das überhaupt finanzieren und lesen sollt (und weil wir nach drei Tagen schon die ersten 10 Prozent geschafft haben – dickes Danke dafür!) –  die wichtigsten Fragen und Antworten zu „Universalcode2“.

Diesmal ist die Sache schon ein ganzes Stück komplizierter als bei der ersten Ausgabe von „Universalcode“. Dieser erste Teil war klar definiert: als eine Art Handbuch, eine Bedienungsanleitung für den digitalen Journalismus, sehr nutzwertig und komplett unideologisch. Es war und ist ein Buch, das seine Zielgruppe bei all denen findet, die sich aus- oder weiterbilden lassen.

Wird „Universalcode2“ wieder ein „Ausbildungsbuch“?

Verbindlich: nein! Natürlich darf es auch jeder lesen, der sich in der Aus- oder Weiterbildung befindet, aber salopp gesagt ist die Fortsetzung des Universalcodes diesmal ein Projekt, das jeder lesen darf, der sich für seinen Beruf interessiert. Also: ungefähr alle.

Sind wieder alle Autoren vom letzten Mal an Bord?

Nein. Nicht wegen irgendwelcher Querelen, sondern weil schon beim letzten Buch galt: Diejenigen, die sich in ihrem Metier am besten auskennen, sollen auch die entsprechenden Kapitel verfassen. Nachdem wir diesmal andere Themen haben, werden zwangsweise auch andere Autoren an Bord sein. Was nicht heißt, dass ihr nicht den einen oder anderen vom letzten Mal auch bei „Universalcode2“ wiedersehen werdet. Wer genau – folgt  in den nächsten Tagen und Wochen.

Einen verrate ich euch aber gerne jetzt schon: Dirk von Gehlen wird auch diesmal ein paar Seiten beitragen. Und ich verrate vermutlich nichts wirklich Neues, wenn ich dazu sage, dass ich mich über Dirk als Autoren ganz besonders freue.

Und was genau soll jetzt in „Universalcode2“ stehen?

Ok, jetzt wird’s komplex. Erstmal die grundsätzliche Idee: Ich glaube, dass sich die Diskussion um die Zukunft der Medien zu sehr mit der Gegenwart beschäftigt. Und sich zu sehr auf das Argument „Das böse Internet hat alles kaputt gemacht“ verengt.  Wenn man sich beispielsweise die Auflagen der deutschen Tageszeitungen anschaut, dann stellt man schnell fest, dass sie schon zu einem Zeitpunkt zu bröckeln begannen, als man noch nicht mal ahnte, dass es so etwas wie das www jemals geben würde.

Deswegen gibt es drei Blöcke: Vergangenheit. Gegenwart. Zukunft. Aus mehreren Gründen. Zum einen glaube ich, dass man natürlich das digitale Handwerk beherrschen muss. Deswegen haben wir ja auch den ersten Teil von „Universalcode“ gemacht.

Mindestens genauso wichtig ist aber auch zu verstehen, warum man das alles macht. Warum man plötzlich in so vielen Kanälen denken muss, warum man sich plötzlich mit Medien auseinandersetzen soll, mit denen man bis gerade eben noch gar nichts zu tun hatte. Dazu muss man sich zwangsweise anschauen, was in den letzten 20 Jahren passiert ist. Eben: wie wir wurden, was wir sind.

Und natürlich wollen wir alle wissen, wie es weitergeht. Ob sich Journalismus noch lohnt, ob er ein Beruf mit Perspektive ist, ob er eine Perspektive hat. Ob man ihn finanzieren kann. Und, nicht zu unterschätzen: ob er möglicherweise sogar noch Spaß machen könnte.

Das klingt jetzt vermutlich nach einer Ansammlung von sehr theoretischen und trockenen Texten, die irgendwann mal in einem intellektuellen Wolkenkuckucksheim enden. Genau das wollen wir unbedingt vermeiden. Weswegen an jedes „theoretische“ Kapitel eine Art Machbarkeits-Überprüfung angedockt wird. Jemand, der das schon mal gemacht hat. Der weiß, ob und wie das geht.

Ein konkretes Beispiel (weil ich das schon vor Augen habe und weil ich es selbst ja auch gerade mache): Beim Themenkomplex künftige Finanzierung des Journalismus wird auch das Thema „Crowdfunding“ eine Rolle spielen. Ich möchte also Sebastian Esser darüber schreiben lassen, was Crowdfunding ist, welche Erfahrungen wir im Journalismus in Deutschland damit haben, in welchen Ländern es andere Erfahrungen gibt und wie sein Projekt „krautreporter.de“ funktioniert.

Dirk von Gehlen wiederum ist einer, der sein letztes Buch über Crowdfunding finanziert hat. Und das sehr erfolgreich. Er wäre also dann der Kronzeuge, das role model. 

Das Prinzip ist: Keine Theorie ohne Praxis. Keine These, die nicht belegt werden kann.

Und es gibt auch einen Grundtenor im Buch: Jammern gilt nicht. Aber Skepsis schon. „Universalcode2“ wird weder ein kulturkritisches Lamento noch ein „Hurra“-Buch für alles, was irgendwie digital ist.

Was passiert, wenn das Crowdfunding scheitert?

Kommt offen gesagt auf das „wie“ des Scheiterns an.  Bleiben wir irgendwo bei 500 oder 1000 Euro hängen, müsste man das wohl auch als ein mäßig großes Interesse an diesem Buch werten. Kein Drama, kann passieren. Und dass Journalisten und Autoren mal die Bedürfnisse ihres Publikums falsch einschätzen, ist ein Phänomen, das es so lange gibt wie den Journalismus selbst.

Aber mal angenommen, es würden am Ende vielleicht 500 Euro fehlen – dann wäre das Crowdfunding zwar auch gescheitert, weil das Geld ja nur ausbezahlt wird, wenn das vorgegebene Funding-Ziel auch erreicht wurde. Aber ich fände dieses Ergebnis dennoch so ermutigend, dass ich vermutlich weitermachen würde. Oh, aber ich stelle gerade fest, dass ich mich mit einer solchen Aussage selbst ins Knie schieße…also bitte, fundet und teilt, damit wir das Buch an den Start bekommen.

Macht mehr im Netz (und weniger Crossmedia)!

Ein neues Schlagwort geistert durch den Journalismus: Transmedia. Was auf den ersten Bick einfach nur wie eine leichte Abwandlung des hinlänglich bekannten Begriffs “Crossmedia” klingt, ist in Wahrheit nichts anderen als ein Paradigmenwechsel – hin zu einem erzählenden, vielkanaligen, interaktiven Journalismus, zu dem es im digitalen Zeitalter keine Alternative gibt.

Natürlich ist die Frage legitim: Warum soll man sich das alles antun, wenn man letztlich nur eine einzige Geschichte erzählen will? Warum dann noch Twitter und Facebook und YouTube und ein paar mobile Endgeräte noch dazu? Würde es nicht ausreichen – und viele machen das ja auch so – dass man die sozialen Netzwerke als eine Art Programmteaser hernimmt (böse Stimmen nennen so was gerne auch mal “Linkschleuder”)?

Vermutlich muss man in diesem Zusammenhang zunächst auf einen Begriff kommen, der in den letzten Jahren etwas arg überstrapaziert worden ist: Crossmedia. Selten ist ein Begriff so wahl- und ideenlos benutzt worden wie dieser. Jeder, der neben einem Zeitungstext auch noch irgendwas im Netz gemacht hat, sprach danach von Crossmedia. Das ist alleine schon deshalb zweifelhaft, weil es für den Begriff Crossmedia eindeutige wissenschaftliche Definitionen gibt. Denen ist, bei manchen Unterschieden, zumindest eines gemein: Hinter dem Thema Crossmedia sollte ein stringentes Konzept stecken. Man muss demnach also tatsächlich eine Geschichte gezielt über mehrere Plattformen erzählen. Und natürlich sollte derjenige, der am anderen Ende sitzt und diese Geschichte konsumiert, irgend etwas davon haben, wenn er die Kanäle wechselt.

Tatsächlich aber gibt es immer noch viel zu viele Themen, bei denen der Begriff “Crossmedia” zweckentfremdet wird. Entweder dazu, dass man irgendwelches Material, das bei der Produktion übrig geblieben ist, wahllos ins Netz wirft und das dann “Crossmedia” nennt. Bilderstrecken sind ein schönes Beispiel dafür. Es passiert immer noch oft genug, dass sich Zeitungsredaktionen die besten Bilder von der Karte eines Fotografen ziehen und die dann für das Blatt verwenden. Der Rest, das was übrig bleibt, landet als Bilderstrecke im Netz – und man verweist dann auch noch tatsächlich stolz darauf, dass man eine Geschichte “crossmedial” aufbereitet hat. In Wahrheit handelt es sich dabei um nichts anderes als Resteverwertung. Dahinter steckt kein Mehrwert, kein Aufwand und letztlich auch kein neuer Inhalt.

Oder aber, auch gerne verwechselt: Redaktionen kündigen eine Geschichte in einem sozialen Netzwerk an – und glauben, das alleine sei schon Crossmedia. Dabei ist das nichts anderes als eine Art Programmankündigung auf einem anderen Kanal als dem altbekannten.

Mehr als Kanäle vollschütten

Man ahnt also: Crossmediales Arbeiten müsste wesentlich mehr sein als nur das Hineinschütten von Inhalten in diverse Kanäle. Dahinter müsste eine Idee stecken, die mit multimedialem Storytelling deshalb unzureichend beschrieben wäre, weil dieser Begriff schon anderweitig belegt ist. Aber zumindest der Begriff “Storytelling”, der gehört zu einem crossmediales Konzept unbedingt dazu. Weil eine Geschichte, die man über die verschiedenen Kanäle bringt, erzählt werden will. Wer keine (crossmediale) Geschichte zu erzählen hat, der kann darauf auch ganz einfach verzichten. Nirgends steht geschrieben, dass man Geschichten crossmedial erzählen muss. Schaut man sich allerdings das an, was in den letzten Jahren in vielen Redaktionen passiert ist, dann wird man den Eindruck nicht los, sie folgten einem nichtexistenten Zwang.

Tatsächlich also müsste man den meisten Redaktionen empfehlen: Lasst doch einfach mal los, so zwanghaft crossmedial sein zu wollen. Weniger kann ja durchaus mal mehr sein. Und eine crossmediale Geschichte ist nicht per se die bessere.

Natürlich drängt sich bei einer solchen These eine Frage sofort auf: Ist es nicht gerade erst common sense im Journalismus geworden, dass Journalisten auf allen Kanälen präsent sein müssen? Bekommt man nicht überall gebetsmühlenhaft erzählt, wie wichtig Facebook, Twitter und überhaupt das ganze Netz sind?

Das ist es natürlich und es ist auch weiterhin völlig richtig so. Es ist allerdings ein Unterschied, ob man auf den unterschiedlichen Kanälen präsent ist oder ob man eine einzelne Geschichte über diverse Kanäle hinweg erzählt. Das eine schließt zwar das andere nicht aus und man kann das eine tun, ohne das andere zu lassen. Um die Verwirrung vollständig zu machen: Macht mehr im Netz und macht weniger crossmedial! Das müsste man Journalisten heute eigentlich empfehlen.

Eine andere Empfehlung ist: die Begrifflichkeiten auseinanderhalten. Das hat nichts mit wissenschaftlicher Kleinkrämerei zu tun. Sondern damit, dass crossmediales Arbeiten und transmediales Erezählen zwei grundverschiedene Dinge sind, obwohl sich beides auf den ersten Blick nahezu identisch anhört. Der Unterschied ist: Wer transmedial arbeitet, ist permanent auf vielen Kanälen vertreten – und dennoch nicht abhängig davon, ein Thema über die Kanäle erzählen zu müssen. Weil das gleichermaßen widersprüchlich wie verwirrend klingt, sollte man sich also zunächst anschauen, wie man den Begriff Transmedia definiert. Danach wird einiges deutlicher.

Der Begriff “Transmedia” bezeichnet journalistisches Erzählen einer Geschichte bzw. eines Themas über verschiedene Plattformen hinweg. Dabei werden verschiedene Techniken und Darstellungsformen verwendet. Diese Idee des “multimedialen Storytellings” basiert darauf, dass jeder Beitrag für sich auf jeder Plattform verständlich und konsumierbar sein muss. Dieser Idee steht im Gegensatz zu der crossmedialen Erzählweise, bei der es vor allem darum geht, Inhalte mit multisensorischen Hinweisen auf die jeweilige andere Plattform in vernetzter Form zu erzählen und die verschiedenen Inhalte in einen gemeinsamen Kontext zu setzen. Während also der Begriff “Crossmedia” eine Vernetzung der Inhalte als zwingende Voraussetzung beinhaltet, geht der Begriff des transmedialen Erzählens genau den gegenteiligen Weg. Die Inhalte sind nicht vernetzt miteinander, ergeben aber zusammen eine Narration über alle Kanäle des täglichen Lebens hinweg.

Dabei darf man den Begriff der Narration durchaus wörtlich nehmen: Journalismus als eine fortwährende Erzählung, die sich unabhängig macht von einzelnen Themen. Und, wenn man so will: auch von Zeit und Raum. Journalismus wäre nach dieser Definition etwas, was den ganzen Tag stattfindet, egal auf welchem Kanal. Ein so zu definierender Journalismus ist einer, der mehr wagt, als einfach ein Thema crossmedial noch in einen zusätzlichen Kontext zu setzen. Und es wäre ein Journalismus, der damit aufhört, Kanäle nach Hierarchien zu unterscheiden. Ein 140-Zeichen-Tweet hätte demnach die gleiche Wichtigkeit wie eine große Reportage. Transmedialer Journalismus als eine permanente Erzählung, der seine Nutzer potenziell durch den ganzen Tag hinweg begleitet, da wo er gerade istm so, wie er ihn gerade haben will – das wäre das Modell der Zukunft.

Aber was heißt schon der Zukunft? Wir reden von der Gegenwart und für ein mündiges, digitales und vermutlich jüngeres Publikum ist es schlichtweg das, was er von uns verlangt. Nüchtern betrachtet haben wir also gar keine andere Wahl mehr als dorthin zu gehen, wo unser Publikum ist. Weil es umgekehrt nicht oder nur noch eingeschränkt zu erwarten ist, dass dieses Publikum dorthin kommt, wo wir sind. Den Satz “Wenn eine Nachricht wichtig ist, wird sie mich finden”, haben wir bis zur Ermüdung gehört. Weniger wahr ist er dadurch aber nicht geworden.

Trotzdem bedeutet er sehr viel mehr, als dass wir den Nutzer auf allen Kanälen darauf hinweisen müssten, welche großartigen Geschichten er nun in unserem angestammten Medium zu erwarten hat. Transmediales Arbeiten ist nicht weniger als ein kompletter Paradigmenwechsel des Journalisten-Berufs. Dabei wächst die Bedeutung von Kommunikation im ursprünglichen Sinn. Journalisten werden zunehmend zu Moderatoren einer digitalen Welt. Auch das bedeutet mehr, als dass wir künftig vermehrt auf Kommentare auf unseren Webseiten oder bei Facebook eingehen müssten. Wer sich in die digitale Welt mit ihrer Unzahl von Räumen begibt, muss zwangsläufig für Interaktion offen sein.

Telefonieren lernen…

Im Buch “Universalcode” bemüht Dirk von Gehlen (jetzt.de/Süddeutsche Zeitung) ein schönes Bild: Journalisten müssten zunehmend wieder lernen zu telefonieren. Natürlich in einem metaphorischen Sinn: lernen, wieder zu kommunizieren. Nichts anderes ist es, wenn wir bei “Twitter” und “Facebook” und all den anderen Netzen, die es da gibt und die noch kommen werden, aktiv werden. Von Gehlen nennt das Netz ein “dialogisches Medium” – und hat recht damit. Er stellt aber auch fest: “Sie (die Leser) klingeln ständig, aber die Leitung bleibt oft noch stumm.” Womöglich ist das der gravierendste Unterschied zwischen dem cross- und dem transmedialen Arbeiten: Crossmediales Arbeiten lässt sich immer noch ohne Interaktion bewerkstelligen. Für transmediales Arbeiten ist Interaktion zwingende Voraussetzung.

Transmediales Arbeiten – das bedeutet zunehmend auch: kuratieren von Inhalten. Das ist sehr viel mehr als ein paar Links zu sammeln. Es handelt sich dabei auch nicht um das schnöde Zusammentragen dessen, was andere gemacht haben. Kuratieren ist eine originär journalistische Leistung, das digitale Adäquat zur analogen Recherche. Dinge in einen Kontext zu bringen, Information aus einer täglichen Flut digitaler Datenmassen zu filtern, das ist Journalismus im besten Sinne.

Und ein Journalismus, wie er in Zeiten des digitalen Overloads unverzichtbar und letztlich auch gar nicht anders machbar ist.

Der „Universalcode“ auf Papier

Es hat – zugegeben – ein bisschen gedauert, bis es den „Universalcode“ wieder auf Papier gab. Jetzt aber läuft er gerade durch und sollte spätestens ab Miete Februar wieder gedruckt erhältlich sein. Ein paar Kleinigkeiten haben sich geändert. Die ich nicht nur aus Transparenzgründen offenlegen möchte, sondern auch, weil sie gleichzeitig eine Erklärung für die etwas längere Nicht-Erhältlichkeit sind:

1. Es gibt einen neuen Verlag für das Buch – den „Eff Ess Verlag“.Deswegen hat das Buch jetzt auch eine neue ISBN-Nummer und auch deswegen musste es komplett neu bei Amazon und all den anderen neu eingestellt werden. Das klingt jetzt erstmal nach einer reinen Formalie, ist aber nicht ganz so trivial. Und es hat uns vor allem Zeit gekostet.

2. Das Buch ist bei „Euryclia“, dem bisherigen Verlag nicht mehr erhältlich, auch bei freundlichem Nachfragen und gutem Zureden nicht. Bitte schreibt „Euryclia“ nicht mehr an.

3. Das Buch ist ein kleines bisschen teurer geworden. Nicht viel, genauer gesagt um 1,05 Euro. Das hat einen einfachen Grund: Der Druck ist fast doppelt so teuer wie beim letzten Mal. Dafür ist er aber auch hochwertiger, besseres Papier. Es hat jetzt exakt 596 Seiten, ich denke, dafür sind 29,90 Euro immer noch ein extrem nutzerfreundlicher Preis, vor allem, wenn man andere, gewinnorientierte Projekte so anschaut. Bei einer Fast-Verdoppelung der Druckkosten ging das leider nicht anders, sorry. Und als kleiner Einblick für alle Interessierten: Wir haben tatsächlich immer noch ein Angebot bekommen, das für einen Druck dieser Qualität ausgesprochen günstig war.

4. Das Buch kann ab sofort beim Verlag bestellt werden. Oder bei mir via cjakubetz ät gmail dot com. Es ist über Amazon und andere Onlineshops erhältlich und natürlich überall im Buchhandel.

5. Unbeschadet dessen gibt es natürlich – ohne Unterbrechungen – die E-Book-Version, u.a. für Amazons Kindle und für Apple-Geräte. Zudem sollten alle anderen halbwegs gängigen Formate ebenfalls zu bekommen sein. Beim E-Book-Preis wollten wir, wie schon mal erwähnt, mal ein Zeichen setzen und haben deswegen de elektronische Ausgabe erheblich günstiger gemacht: 19,90.

Der ganze #ddj in einer App

Eine eigene App zum Thema „Datenjournalismus“ – ich hab´s ja hier schon ein paar Mal angekündigt. Und weil ich selbst daran mitgearbeitet habe – hier die Pressemitteilung der ABZV im Ot-Ton:

ABZV mit Kiosk-App im Apple-Store

Als erste Einrichtung publizistischer Bildungsarbeit hat die ABZV, das Bildungswerk der Zeitungen, eine Kiosk-App im iTunes-Store veröffentlicht. Unter app.abzv.de ist die Gratis-App für das iPad abzurufen. Die ABZV eröffnet damit einen publizistischen Bildungskiosk, der mit seminarbegleitenden Unterlagen und journalistischer Fachliteratur bestückt wird.

Digitales Magazin zum Datenjournalismus. Erster Kiosk-Beitrag ist ein iPad-Magazin (PDF unter ddj.abzv.de) zum Datenjournalismus. Das crossmediale Fachbuch erklärt „data driven journalism“ (ddj) auf einfache Weise und begründet überzeugend, warum insbesondere lokale und regionale Redaktionen in das Thema einsteigen sollten. Mirko Lorenz, international erfahrener Datenjournalismus-Trainer, ABZV-Dozent und Projektleiter des ABZV-Datawrapper erläutert, wie sich Zeitungen mit ddj neue Erlösquellen erschließen können. Das Magazin nennt zahlreiche Recherchequellen und -wege, präsentiert bereits erschienene Datenstorys, schlägt leicht umsetzbare Themen vor und gibt Tipps für unaufwändige Visualisierungen. Lokalredakteure der Dortmunder Ruhr Nachrichten berichten in Kurzvideos über ihre Erfahrungen bei der Umsetzung datenjournalistischer Themen. Die Interviews führte Christian Jakubetz, Projektleiter des ABZV-Serviceportals Universalcode. Die ausführlichen Videos sowie viele ddj-Specials sind dort erschienen.

screen480x480

Bereits vor drei Jahren hat die ABZV den Datawrapper entwickelt, eine Visualisierungssoftware, mit der Journalisten unaufwändig Daten aufbereiten und die fertigen Charts mit wenigen Klicks in die Webseite oder ins Printsystem einbetten können. Zahlreiche Redaktionen nutzen das Werkzeug mittlerweile. So verzeichnete die Seite datawrapper.abzv.de am Tag der Bundestagswahl über 500.000 Seitenaufrufe.

Am schnellsten erlernen Redaktionen datenjournalistische Fertigkeiten, wenn vorab professionell trainiert wird. Die ABZV unterbreitet ein gestaffeltes Angebot für Seminare vor Ort. Erfahrene Trainer erarbeiten mit der Redaktion Konzepte, die zum jeweiligen Medium und zum Verbreitungsgebiet passen. Zusätzlich erfolgt gezieltes Training für alle Stufen des Arbeitswegs: von den trockenen Zahlensammlungen zur relevanten Geschichte.

So gibt man Inhalt eine Stimme

Podcast und Audios: Die Grundlagen from Christian Jakubetz on Vimeo.

Vor kurzem habe ich mal ein wenig rumexperimentieren müssen: Auf einem Termin traf ich überraschend einen interessanten Interviewpartner – und hatte ungefähr nichts brauchbares dabei, außer meinem iPhone. Also zeichnete ich das Interview als Audio auf, machte den Schnitt auch noch direkt dort – und siehe da, es war ein sehr brauchbares Audio entstanden.

Man kann, muss das aber nicht zwingend auf einem Smartphone machen. Wie man Audios sonst noch produzieren kann, was das kostet und warum man immer schön man selbst bleiben sollte, erklärt der geschätzte Daniel Fiene im Video. Mehr dazu gibt´s drüben beim „Universalcode“.