Synergie statt Journalismus

Was kann man mitnehmen aus dem Desaster bei der Berliner Zeitung? Eine ganze Menge. Beispielsweise die Erkenntnis, dass funktionierender Journalismus eben doch nicht nur durch digitale Workflows und multimedialen Synergiequatsch erreicht wird. Journalistische Relevanz und Content Management Systeme haben weder auf den ersten noch auf den zweiten Blick irgendetwas miteinander zu tun. Und wenn man, wie bei Montgomery, einen Chefredakteur gleichzeitig vom Geschäftsführer macht und wenn man ständig nur über Umsatzrenditen, kaum aber über Inhalte spricht, dann ist der Weg ins inhaltliche Nirvana nicht mehr weit. In dem Zusammenhang: Ich habe bis heute noch keinen Kaufmann kennen gelernt, der wirklich versteht, wie Journalismus funktioniert. Die strikte Trennung von Verlag und Redaktion jedenfalls hat nicht umsonst ziemlich viele und ziemlich gute Gründe.

Vielleicht mag man eine etwaige vorhandene Relevanz ja auch gar nicht mehr nachprüfen, wenn man sich, wie die Netzeitung, ein neues Gesicht gibt, das genau von diesen Überlegungen gekennzeichnet ist: Hauptsache schnell, Hauptsache billig.

 

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