ARD-Mediadurcheinander

Wenn man – nur mal so überlegt – als Student die Aufgabe gestellt bekäme, man möge visualisieren, warum es sich bei der ARD manchmal so schwierig arbeiten lässt und wieso föderalistische Strukturen auch ziemlich hinderlich sein können, der sollte einfach nur einen Screenshot von der ARD-Mediathek machen. Sie zeigt das ganze Elend des Systems ARD auf. Während die Kollegen des ZDF schon lange mit einem funtkionierenden Tool am Start stehen, hat die ARD vermutlich immer noch in unzähligen Sitzungen und Gremien debattiert und dann (auch wie so oft) als kreißender Berg ein Mäuslein geboren. Nicht nur, dass die Mediathek trotz horrend langer Entwicklungszeit modernen technischen Ansprüchen kaum genügt, dazu kommt, dass die Inhalte ziemlich eindeutig föderalistischen Missbildungen geschuldet sind. Recht viel anders jedenfalls kann man es sich nicht erklären, warum ein eher kümmerlicher 9-Minuten-Beitrag über „Balkonpflanzentrends- und Pflege“ aus der „Landesschau Rheinland-Pfalz“ auf der Startseite online steht. Auch der Rest der Inhalte: ziemlich wahl- und konzeptlos eingestelltes Zeugs. Das also sind die öffentlich-rechtlichen Qualitätsinseln, die Herr B. zu erkennen und als unentbehrlich ausgemacht zu haben glaubt?

Ärgerlich ist: Dieses System ist eine enorme Geldvernichtungsmaschinerie, was es auch hier wieder eindrucksvoll unter Beweis stellt. Mit viel Geld und enormen Zeitaufwand ist eine Mediathek geschaffen worden, die keinem internationalen Vergleich standhält; im Gegenteil: Bei einem Blick auf diese Seite fühlt man sich unfreiwillig in eine Zeitreise an das Ende der 90er Jahre versetzt.  Diesem internationalen Anspruch (siehe auch: BBC) müsste die ARD aber angesichts ihres eigenen Anspruchs und ihrer Argumentation in Sachen Existenzberechtigung standhalten.

Wenigstens für eine Erkenntnis ist die ARD-Mediathek dann aber doch gut: Die Nominierung der ZDF-Mediathek für den GOA erscheint plötzlich in einem ganz anderen Licht… 

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