Mit den zwei Zweiten sieht man anders

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Irgendwie ist dieses Zweite Deutsche Fernsehen ja schon ein komischer Laden:  Es steht nicht zwingend für Innovation und für irgendwelche Form von Charme auf der einen Seite. Auf der anderen Seite setzen sie in Mainz  immer wieder Trends und zeigen, wie man moderne (visuelle) Medien macht. Online beispielsweise sind sie seit vielen Jahren „state of the art“ auf dem Lerchenberg; man denke nur daran, dass das ZDF die ersten in Deutschland mit einer wirklich sehr brauchbaren Mediathek waren. Und auch die Nachrichten im „heute journal“ sind nach wie vor mit das Beste, was man in Deutschland bekommen kann.

Inzwischen haben die ZDF-Nachrichten einen aufwendigen Relaunch hinter sich. Da treffen die beiden ZDF´s dann aufeinander: Auf der einen Seite der Wille zu erstaunlicher Innovation, der (richtige) Gedanke, dass man Nachrichten heute nicht mehr einfach nur verlautbaren kann, sondern dass man sie erklären muss. Das Design ist, von wenigen Ausnahmen abgesehen, sehr gelungen, Claus Kleber scheint sich ziemlich wohlzufühlen, die Animationen sind ziemlich chic, ohne aufdringlich oder gewollt zu wirken.

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Und dann gibt es dann noch das andere ZDF. Die Auslandskorrespondenten sind immer noch mindestens 60, tragen gerne komische Westen und machen ihre Aufsager so, wie sie es in den 60er Jahren gelernt haben. Die Beiträge sind so wie sie immer sind und auch die „Nachrichtensprache“ des ZDF hat noch immer etwas von gepflegter Bürokratie an sich. Das Grafikdesign steht in seiner geegentlichen Biederkeit jetzt in besonderem Kontrast zum sonstigen On-Air-Design. Und Heinz Wolf ist einfach Heinz Wolf. Wie immer. Das zusammen gibt dann einen irgendwie eigenartigen Mix, Heinz Wolf und Franz Zink im Wirbelsturm einfliegender Animationen.

Sehr schönes neues Studio also, aber auch eines, das vermutlich Moderatoren demaskieren kann: Kleber war gewohnt souverän, gespannt bin ich aber auf das Duo Slomka/Wolf. Das kann dann mit ein wenig Pech so aussehen, als wenn etwas erklärbärig versucht wird, eine Art Powerpoint-Präsentation vorzuführen.

In Sachen Internet hingegen hat diesmal das etwas bräsige und behördige ZDF (leider) gesiegt. Natürlich hat man richtigerweise der Webseite heute.de passend zum neuen Studio auch mit neuem Anstrich versehen. Doch während das TV jetzt richtig unverwechselbar ist (ob man es mag oder nicht) — die Seite ist leider etwas, hmpf, verwechselbar geworden. Vom Mut, den man beim neuen Studio gezeigt hat, ist leider fast nichts bei heute.de angekommen:

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