Es muss ein ziemlich guter Tag für Belgiens Verlage gewesen sein, als man Google endlich eine Einigung im Streit um die Verwendung von Snippets bei Google News abgerungen hatte. Zumindest klingt das, was dort offiziell verlautbart wurde, nach nicht sehr viel weniger als einem Triumph. Zunächst geisterten sogar Interpretationen dieser Einigung durch die Gegend, in denen es hieß, Google werde künftig für die Verwendung von Verlagsmaterial bezahlen. Eine echte Ermutigung also für die Befürworter des Leistungsschutzrechts?

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Die Realität sieht ein wenig anders aus. Tatsächlich erkennt Google in Belgien gar nichts an und leistet auch keinerlei „Zahlungen“ an die Verlage. Was man abgeschlossen hat, lässt sich als „Gentlemen Agreement“ am ehesten beschreiben: Google wird künftig etwas mehr Werbung in den belgischen Zeitungen schalten und zudem sehr schwammig formulierte Hilfestellungen dabei geben, dass die Verlage wieder mehr Geld verdienen. Umgekehrt allerdings gehen die Verlage eine Zwangsehe mit Googles Adsense ein. Das muss keineswegs zum Schaden von irgendjemandem sein und vielleicht ist diese Einigung das Beste, was rauszuholen war.

Und möglicherweise sind die neuen belgischen Verhältnisse ja auch eine Art Menetekel für Deutschland. Betrachtet man die Sache nüchtern, dann wird Google irgendwann ebenso die Keule ziehen wie es jetzt die quengelnden Verlage tun. Soll heißen: Wird man Google tatsächlich irgendwann per Gesetz zu wie auch immer gearteten Zahlungen nötigen, wirft der Suchgigant dann mal eben die Verlage aus dem Index. Am Ende steht dann eine Einigung, wie wir sie jetzt in Belgien sehen. Und das wissen vermutlich beide Seiten jetzt schon sehr genau. Allem Kriegsgeheul zum Trotz.

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