wunsch und realität

kluger aufsatz vom regionalzeitungsurgestein paul josef raue im medium-magazin. nicht alles muss man unbedingt für richtig halten, aber immerhin: der mann macht sich gedanken und hat erkannt, dass (regional-) zeitungen alles dürfen, nur eines nicht: blindlings so weitermachen wie bisher.

was raue ebenfalls richtig erkennt: „ob allerdings die meisten ihre erste aufgabe, die bürger gescheit zu informieren, wirklich meistern, darf bezweifelt werden.“

richtig auch: märkte werden sich fragmentieren, blogs spielen als „mini-welten“ (raue) eine zunehmend größere rolle (sie lesen ja auch gerade eines, hmm?).

und abschließend nennt raue noch ein paar gelungene beispiele, wie zeitungen alte und neue medien geschickt miteinander verknüpft haben (u.a. die in solchen fällen gerne genommenen „vorarlberger nachrichten“) und nimmt dies als beleg dafür, dass zeitungen durchaus zukunftsfähig sein mögen.

mag sein. wer diese theorie allerdings schnell wieder in trümmer legen möchte, braucht nur mal zu schauen, wie sich zeitungen hie und da den herausforderungen der brave new digital world stellen. von denen ganz zu schweigen.

ns: das „internationale forum der chefredakteure“ hat 100 redakteure aus der ganzen welt gefragt, wie sie sich die zukunft der medien vorstellen und daraus dann „zehn trends“ abgeleitet. lustig. die medienwelt als „matrix“.

warum nur?

blogs? gibts inzwischen wie sand am meer. es gibt sehr gute blogs, weniger gute blogs und manche, die verschenkte zeit sind.

warum also noch eines? und warum eines, das sich mit medien beschäftigt? denn gerade in diesem metier gibt es ausgesprochen viele sehr gute und von mir hochgeschätzte kollegen, die wunderbare blogs schreiben, wie z.b. dieses oder dieses. und selbstverständlich auch dieses.

es ist nicht mein anspruch, in irgendeinen konkurrenzkampf zu treten (warum auch?). eigentlich gibt´s gar keinen großen anspruch. blog-cj ist einfach eine sache, die schon länger an mir nagt und die ich jetzt einfach mal mache und von der wir dann schon sehen werden, was passiert.

es geht hauptsächlich um medien. um gedruckte genauso wie um gesendete und um ge-htmlte. ohne besserwisserei, einfach nur ein paar anmerkungen. kein watchblog, aber auch keines, das die augen vor negativ-entwicklungen entschließt.

und eines, das (hoffentlich) nicht immer bierernst zu nehmen ist.

zwei dinge, die mir wichtig sind. erstens: habe mich bewusst dafür entschieden, kommentare zuzulassen. zweitens: was ich nicht zulassen werde, sind kommentare, die nicht mal die grundlegenden anstandsregeln einhalten. wer beleidigt oder stammtischgeschwafel verbreitet, fliegt. mit zensurvorwürfen jeglicher art kann ich gut leben.

so…und nun…schaun mer mal.