i-pod tv

interessante vorstellung: in der neuesten version von i-tunes ist nicht nur das abonnieren von podcasts, sondern auch von videoblogs ein mittleres kinderspiel. kurz kommt darauf kommt der neue, videofähige i-pod auf den markt.

der ex-computerkonzern apple dann als echte größe in einem alternativen medienmarkt des „citizen journalism“…frag nach bei der musikindustrie, die gegenüber apple ebenfalls mal einen großen trend verpennt hat.

berlusconis peanuts

interessantes gespräch mit medienwissenschaftler professor weischenberg in der berliner zeitung. tenor: die prosieben-springer-fusion sei in ihren auswirkungen so gewaltig, dass sie auch im interantionalen maßstab unvergleichliche dimensionen erreiche. dagegen, so meint der professor, sei selbst berlusconis imperium nur ein zwerg. begründung: berlusconis sei zwar stark im tv-bereich, habe aber nur eine eher unbedeutende tagszeitung im besitz.

gespannt bin ich auch darauf, was bild dann noch darf und was nicht. obs je nochmals eine solche gigantische kampagne für ein rtl-format wie bspw. beim dschungelcamp geben wird? und ob diekmann jemals noch mal (wie geschehen) eine geschichte mit dem titel „warum ist sat1 die ewige nummer 2?“ veröffentlichen darf?

stimmt. und auch der vergleich mit bertelsmann hinkt. bertelsmann ist zwar numerisch größer, hat allerdings tagesjournalistisch nur einen marginalen einfluss, vergleicht man dagegen die geballte wucht, mit der künftig die ganzen bild-, welt- und abendblatt-ableger gemeinsam mit sat1 und n24 meinung machen können.

interessante politische theorie übrigens von stoiber: er rechnet erstens mit neuen arbeitsplätzen und zweitens mit einer stärkung des standorts münchen. damit rechnen darf er ja und herr saban (der mann, der noch vor halbjahresfrist meinte, er sehe die übernahme von prosiebensat1 als langfristiges investment…) hat ihm sicher auch viel versprochen. dazu allerdings nur zweierlei: erstens wäre das die erste mir bekannte fusion, wo nicht irgendwann mal mit dem galanten hinweis auf die berühmten synergien arbeitsplätze abgebaut werden – und zweitens: springer sitzt in berlin, räusper…

bild-tv…

…kommt. good old leo wirds nicht lustig finden, dass ausgerechnet döpfner, der ihn damals gestürzt hat, jetzt das macht, was kirch immer wollte: einen integrierten medienkonzern.

ein mediengigant also, von dem nicht jeder nur gutes erwartet.

interessant: wärend jetzt gerade (fr. 8.40 uhr) alle relevanten webseiten über dieses thema groß berichten, schweigt sich der künftige springersender n24 auf seiner homepage aus.

Immel im Himmel, was Scholl das?

für alle unter uns, die fußball mögen und am dumpfen 1:0-sportjournalismus gelegentlich verzweifeln:

„Kicker“!
Du warst und bist und bleibst doch die verehrungswürdigste und zugleich putzigste unter den Sportgazetten. Schier endlos ist die Liste Deiner goldenen Überschriften: „Rehhagel im Torhagel“ / „Cool, cooler, Kohler!“ /“Eike Immel im siebten Himmel“ / „Fach ist eben einer vom Fach“ / „Kurz hielt Thom kurz“ / „Saftig auf dem Trockenen“ / „Hart wie Holz, dieser Golz“ / „Mehmet, was s(ch)oll das?“ – köstlich. Bis heute unvergessen ist auch der fette, vermutlich auf höchstprozentige Siegesbesoffenheit der gesamten Redaktion zurückzuführende Druckfehler in der riesigen Titelschlagzeile Deiner Jubelnummer zum deutschen WM-Triumph 1990: „1:0 im großen Finale vom Rom!“
Glaub nun nicht, daß wir Dich regelmäßig lesen. Das wäre etwas zuviel verlangt; selbst von uns. Aber als wir neulich bei Rewe in der Kassenschlange neben dem Zeitschriftenregal standen, irrte unser Blick wieder einmal zu Dir und Deiner aktuellen Headline: „Schweini saustark!“ Und da wußten wir, daß die Welt noch in Ordnung ist.
Weiter so!
Titanic

(aus der aktuellen titanic)

 

video killed the radio star…

manchmal wiederholt sich geschichte eben doch. nachdem die bloggerrevolution zunächst beim geschriebenen wort begann und dann mit podcasting eine audiovariante des persönlichen publizierens hinzukam, kommt jetzt ein ganz neuer trend: vloging (abkürzung von videoblogging). man findet da allerhand bizarres, wie beispielsweise schwangere amerikanerinnen, die ihren jeweiligen schwangerschaftszustand in der vlogosphere darlegen. oder einen jungen mann, dem man per mail aufträge zukommen lässt, die er dann versucht auszuführen und dies mit der cam dokumentiert. hat was surreales an sich, wenn er das resultat vom verzehr roher eier filmt. großes fernsehen – wer braucht da noch talentfreie figuren wie elton?

liebe kollegen, bitte das fingerschnippen einstellen und das aufgeregte aufzeigen („herr lehrer, ich hab da einen einwand“): das ist nicht das ende des klassischen journalismus. nur eine weitere fragmentierung der mediennutzung.

und andy warhol reloaded. nur, dass jetzt nicht mehr jeder für 15 minuten ein star sein kann. neue maxime: everyone can be a star for 15 people.