nicht mal angeschaut…

interessante theorie bei den freunden des medienrauschens: dort wird behauptet, die jury des umjubelten grimme online awards würde sich keineswegs die mühe machen, alle eingereichten beiträge zu sichten. klingt naheliegend (und ausserdem ja auch per logfile nachprüfbar). wie sollen fünf oder sechs leute rund 1400 seiten wirklich gründlich anschauen können?

einer verschwörungstheorie würde ich natürlich nie folgen wollen. aber dass es kausale zusammenhänge zwischen den preisen, den juroren und manch anderen kleinigkeiten gibt, würd ich, räusper, zumindest nicht völlig von der hand weisen.

mit der djs waren wir in diesem jahr mit einem projekt einer klasse bei den vorschlägen. hat auch keiner angeschaut und hat natürlich keinen award bekommen.

anyway. mit den nächsten klassen an der djs nutz´ ich meine zeit sinnvoller, als mich mit und über marl zu ärgern.

wo ist marl überhaupt?

zwei studenten – keine zeitung

tom und michi, zwei studenten, die zufällig auch in der herzogspitalstrasse in münchen wohnen. zwei hardcore-medienskonsumenten, die vom trainingslager der löwen bis zu börsenberichten und südafrikanischen tageszeitungen online alles fressen. fernsehen, pda´s, online, podcasts, alles im angebot.

zahl der abonnierten zeitungen im haushalt: null.

wunsch und realität

kluger aufsatz vom regionalzeitungsurgestein paul josef raue im medium-magazin. nicht alles muss man unbedingt für richtig halten, aber immerhin: der mann macht sich gedanken und hat erkannt, dass (regional-) zeitungen alles dürfen, nur eines nicht: blindlings so weitermachen wie bisher.

was raue ebenfalls richtig erkennt: „ob allerdings die meisten ihre erste aufgabe, die bürger gescheit zu informieren, wirklich meistern, darf bezweifelt werden.“

richtig auch: märkte werden sich fragmentieren, blogs spielen als „mini-welten“ (raue) eine zunehmend größere rolle (sie lesen ja auch gerade eines, hmm?).

und abschließend nennt raue noch ein paar gelungene beispiele, wie zeitungen alte und neue medien geschickt miteinander verknüpft haben (u.a. die in solchen fällen gerne genommenen „vorarlberger nachrichten“) und nimmt dies als beleg dafür, dass zeitungen durchaus zukunftsfähig sein mögen.

mag sein. wer diese theorie allerdings schnell wieder in trümmer legen möchte, braucht nur mal zu schauen, wie sich zeitungen hie und da den herausforderungen der brave new digital world stellen. von denen ganz zu schweigen.

ns: das „internationale forum der chefredakteure“ hat 100 redakteure aus der ganzen welt gefragt, wie sie sich die zukunft der medien vorstellen und daraus dann „zehn trends“ abgeleitet. lustig. die medienwelt als „matrix“.

warum nur?

blogs? gibts inzwischen wie sand am meer. es gibt sehr gute blogs, weniger gute blogs und manche, die verschenkte zeit sind.

warum also noch eines? und warum eines, das sich mit medien beschäftigt? denn gerade in diesem metier gibt es ausgesprochen viele sehr gute und von mir hochgeschätzte kollegen, die wunderbare blogs schreiben, wie z.b. dieses oder dieses. und selbstverständlich auch dieses.

es ist nicht mein anspruch, in irgendeinen konkurrenzkampf zu treten (warum auch?). eigentlich gibt´s gar keinen großen anspruch. blog-cj ist einfach eine sache, die schon länger an mir nagt und die ich jetzt einfach mal mache und von der wir dann schon sehen werden, was passiert.

es geht hauptsächlich um medien. um gedruckte genauso wie um gesendete und um ge-htmlte. ohne besserwisserei, einfach nur ein paar anmerkungen. kein watchblog, aber auch keines, das die augen vor negativ-entwicklungen entschließt.

und eines, das (hoffentlich) nicht immer bierernst zu nehmen ist.

zwei dinge, die mir wichtig sind. erstens: habe mich bewusst dafür entschieden, kommentare zuzulassen. zweitens: was ich nicht zulassen werde, sind kommentare, die nicht mal die grundlegenden anstandsregeln einhalten. wer beleidigt oder stammtischgeschwafel verbreitet, fliegt. mit zensurvorwürfen jeglicher art kann ich gut leben.

so…und nun…schaun mer mal.